Stadt der Flut


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August 19th 2014
Published: September 27th 2014
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"Little Joe" auf seinem Becak.
"Warst Du eigentlich hier als der Tsunami kam?", fragte ich meinen
Fahrer "Little Joe" Er blickte kurz nach hinten und hob die rechte
Hand. "Ich habe meine Hand verloren." Ich schaute genauer hin. Die
Hand war da, aber um das Handgelenk herum verlief eine größere Narbe.
Sie war ihm nach der Katastrophe wieder angenäht worden. Er kann nur
noch ungenau greifen, aber zum Fahren reicht es. Auch
Familienmitglieder und Freunde hat Joe durch den Tsunami verloren.
Normalerweise merkt man ihm das nicht an. Er ist immer gut gelaunt und
immer zu einem Spaß aufgelegt.

Joe habe ich durch die Vermittlung meines Gästehauses auf Pulau Weh
kennen gelernt. Er ist Becak-Fahrer.

Becak sind die Motorrad-Rickschas Indonesiens. Es handelt sich um
Motorräder, die mit einem Beiwagen mit mehr oder weniger bequemen
Polstersitzen und einem zurück klappbaren Dach ausgestattet sind.
Gegenüber Touristen wird in Banda Aceh auch der in Thailand
gebräuchliche Begriff Tuk Tuk verwendet.

Da ich mir noch einen Tag in Banda Aceh die Sehenswürdigkeiten ansehen
wollte, habe ich Little Joe gebeten, mich herum zu fahren. Mit
Sehenswürdigkeiten meint man in Banda
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Meine Freunde von der indonesischen Polizei
Aceh nicht nur, aber vor allem
auch jene, die mit dem Tsunami zusammen hängen, angefangen mit dem für
meinen Geschmack etwas zu protzig wirkenden Tsunami-Museum. Die
Bilder, die dort gezeigt werden, sind erschütternd, auch wenn man sie
schon mehrmals im Fernsehen und Internet gesehen hat. Es ist auch
etwas anderes, wenn man die Stellen, die gezeigt werden kennt und weiß
wie sie heute aussehen. Das heutige Banda Aceh hat für indonesische
Verhältnisse recht moderne Straßen und viele moderne Steinhäuser.
Diese wurden nach dem Tsunami mit Hilfe von Spendengeldern geschaffen.
Teilweise entstanden ansehnliche Vorortsiedlungen. Umso surrealer
wirkt es, wenn inmitten dieser Wohnviertel plötzlich ein Schiff auf
dem Dach eines längst verlassenen Hauses auftaucht, mehrere Kilometer
vom Meer entfernt. Die Regierung hat mindestens mehrere Schiffe und
Boote, die landeinwärts getrieben wurden, zu Tsunami-Monumenten
erklärt, gesichert und der Öffentlichkeit zum Besuch zur Verfügung
gestellt. In einem Fischerboot überlebten beispielsweise fünf Menschen
und auch in dem Haus darunter gab es Überlebende. Dabei merkte die
Besatzung beim Aussteigen erst, dass sich unter dem Boot noch ein
riesiges Krokodil versteckt gehalten hatte. Es ist schwer, sich das
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Joe's Becak (mit kostenlosem WLAN!)
heute vorzustellen, gerade weil die Schiffe noch da sind. Das Gehirn
sagt einem irgendwie, dass das nicht stimmen kann, was man sieht.

In Banda Aceh blieb ich noch eine Nacht bevor es dann nach Kuala
Lumpur zurück ging. Einen Tag später hatte ich Asien wieder verlassen,

vorerst...


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Das Tsunami-Museum
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Eingang zum Tsunamimuseum


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