Geschaeftig, heiss und laut - Um und in Mombasa


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Africa
November 30th 2009
Published: November 30th 2009EDIT THIS ENTRY

Mombasa ist eine sehr lebendige Stadt. Alle sind sehr beschaeftigt. Man hat immer den Eindruck, es gebe mehr Verkaeufer und Geschaeftemacher als Kunden. Trotzdem lohnt es sich manchmal einfach so durch die Stadt zu laufen. Zwar erwartet einen hier an den wenigstens Stellen beeindruckende Gebaeude, aber dennoch gibt es viel zu sehen.
Am Samstag bin ich zeitig zu Hause los, um etwas in der Stadt spazieren zu gehen. Ich habe also ein Matatu genommen und bin bis vor an die Faehre gefahren. Denn Mombasa ist wie eine kleine Insel und Likoni liegt auf dem Festland. Eine Bruecke gibt es nicht. Da hat man den Faehrbetrieb eingefuehrt. Die Fahrten sind umsonst. Man steht also inmitten von Frauen, Maennern, Kinder, Huehner und wartet am Tor auf eine der Ferrys. Waehrend man da so steht, wird es immer heisser und man denkt nicht, dass man jemals schon so geschwitzt hat. Das T-shirt ist ziemlich nass geschwitzt und man spuert wie einem der Schweiss aus allen Poren dringt. Dann kommt eine Ferry an, die Tore werden geoeffnet und die Menschenmenge setzt sich in Bewegung. Man muss nur geduldig Schritt halten, dann kann einem auch nichts passieren.
Zuerst duerfen die Autos auf die Ferry, dann folgen wir. Entweder man stellt sich zwischen die Autots oder man geht die Treppen hoch und laesst sich den Wind um die Nase blasen. Ich versuche immer nach oben zu gehen, denn dann kann man den Menschenmassen und der Hitze fuer ein paar Minuten entrinnen. Man kann sich kurz erholen und die Ruhe ausnuetzen. Auf der anderen Seite angekommen, schwaermen alle wieder aufs Festland. Die Matatu- und Tuctuc-Fahrer werben um einen und jeder will einem unsinnige Dinge verkaufen. Nach der Ruhe der Ferry steht man auf einmal wieder mitten in einem Gewirr von Stimmen und Geraeuschen.
Schafft man es aber aus dem Durcheinander und haelt sich in Richtung Kueste, so kann man wirklich eine schoene Aussicht geniessen. Baobab-Baeume stehen hier am Rand ohne Blaetter. Sie scheinen irgendwie abgestorben. Es sind aber die aeltsten Baeume Afrikas, mit riesigen Staemmen und eine Krone, die aussieht, als waeren es die Wurzeln. Sie haben keine Blaetter. Manch einer erzaehlt, dass diese Baeume schon lang vor den ersten Siedlern hier standen und dass sie sicherlich bis zum Ende hier stehen werden. Eine andere Geschichte ueber die Affenbrotbaeume ist folgende: Man erzaehlt sich, dass die Goetter die Baeume auf die Erde geworfen haben, ungluecklicherweise sind sie mit der Krone auf dem Boden gelandet. Seitdem stehen die Wurzeln in Richtung Himmel. Da also die Erkjlaerung;-)
Blickt man nun Richtung Meer, kann man verstehen warum es die Baeume so lang ausgehalten haben hier. Die Baeume geniessen die Aussicht auf das tiefblaue Wasser des Indischen Ozeans. Auf dem Festland saeumen Palmen die Kueste und das eine oder andere Hausdach blickt darueber hinaus. Ich spaziere immer weiter. Die Haeuser hier sind grosse Villen mit riesigen Gaerten. Es it schoen zu sehen, dass nicht jeder hier arm ist und in Wellblechhuetten lebt. Und dennoch fragt man sich, wie das sein kann? Wie kann arm und reich so nah beieinander liegen?
Am Ende des Weges ist ein Golfklub, ich nehme ein Tuctuc und fahre in die Innenstadt. Dort goenne ich mir ein Eiscafe. Hier sind auch alle sehr geschaeftstuechtig aber lang nicht so aufdringlich wie bei der Ferry. Ich fahre schliesslich wieder mit einem Matatu Richtung Ferry. Vor der Mittagshitze will ich wieder zu Hause sein.
Wieder stelle ich mich an der Ferry an, lass mich von allen Seiten bequatschen, schiebe mich mit all den anderen auf die Faehre, um mich dann auf der anderen Seite wieder in das Gewirr von Menschen zu mischen. Hier in Likoni sind die Dinge anders. Die meisten Haeuser sind Wellblechhuetten. Die Strassen scheinen mit Muelll gepflastert zu sein und viele Menschen sitzen einfach nur rum und tun gar nichts. Seit den Unruhen vor ein paar Jahren haben die letzten Hotels hier auf dieser Seite geschlossen, obwohl es einen ganz netten Strand gibt, Shelly Beach. Likoni ist aber ein Slum, demnach kann es nachts gefaehrlich sein und manche Menschen sind verzweifelter. Ich schlage mich durch den Muell und den Dreck und steige in ein Matatu, um in Richtung Mtungwe zu fahren. Denn Caroline und das Joyworld liegen nicht direkt im Slum, sondern sind am aeussersten Rand zu finden. Hier ist alles viel ruhiger. Niemand will etwas von einem und man kann in aller Ruhe durch die Strassen laufen. Die Kinder gruessen immer freundlich und die Nachbarn kennen mich schon.
Zuhause angekommen schmunzel ich ueber das neue Tor. Schief haengt es in seinen Rahmen und ist nur mit Gewalt zu schliessen. Aber so sind die Dinge hier. Hauswaende sind schief, Treppenstufen unterschiedlich hoch und Gelaender sehr wackelig. In Deutschland wuerde es mich stoeren. Hier gehoert es dazu und so stoert es mich kaum. Das ist eben Kenia: Laut, durcheinander, heiss und alles andere als genau...

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30th November 2009

Great!
Dein blog ist echt klasse ! Es macht richtig spass ihn zu lesen und ich freue mich auch immer drauf etwas neues von dir zu hoeren .Deine Berichte sind sehr interessant .Great done!!!!!!!!!

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