Einsamkeit gesucht und gefunden: The Berkshires

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United States flagPublished: October 18th 2011North America » United States » Massachusetts » Greenfield
October 12th 2011

Durch das wunderschöne ländliche Vermont fahren wir gemütlich in Richtung Deerfield Valley in den "Berkshires", wor wir am nächsten Tag einer Reservierung zum Ziplining haben. Wir gurken durch verschlafene idyllische Dörfer, die allesamt für Postkarten von Neuengland Modell stehen könnten, und halten nur ab und zu für ein paar Bilder oder ein Cheese-Tasting bei der kleinen Vermont Cheddar Factory, die den berühmten und von allen Amerikanern geliebten Cheddar Käse macht. Die Wälder sind hier auch alle noch super schön gefärbt und man fährt relativ entspannt (wenn man es nicht gerade wie wir bis auf den letzten Tropfen Benzin ausreizt) da kaum jemand unterwegs ist. Gegen Abend haben wir dann die Berkshires im Nordwesten von Massachusetts erreicht. Hier sollen angeblich die ganzen gestressten Bostoner ihre Wochenenden verbringen um mal wieder durchzuatmen. Alles scheint aber eher ausgestorben zu sein und man sieht vor Allem überall noch die Auswirkungen von Hurricane Katrina. So richtig schön ist es irgendwie nicht. In Charlemont checken wir in eine Lodge ein in der kein Schwein da ist (den Manager haben wir nie gesehen, die Schlüssel konnt eman sich nebenan im Kanuverleih abholen). Wir haben also ein ganzes Haus für uns, mit diversen Bädern, einer Küche und einem Wohn- und Fernsehzimmer und theoretisch könnten wir auch alle Zimmer benutzen da keines abgeschlossen ist.
Da Charlemont aber genauso hässlich wie ausgestorben ist fahren wir gegen Abend noch in die nächstgrößere Stadt nach Greenfield, hier waschen wir in einem gruseligen Waschsalon (der Waschmittelautomat schluckt unser ganzes Geld ohne etwas auszuspucken und die Hälfte aller Trockner und Waschmaschinen geht nicht) und gehen danach im Local Pub vorzüglich essen. Die Nacht in dem riesigen, einsamen und nicht abgeschlossenen Haus am Ortsrand ist mir dann doch etwas unheimlich, vorallem da in den Wänden offenbar auch noch vierbeinige Gäste wohnen, die uns ganz schön erschrecken mit ihrem herumgerenne. Ein bisschen wie in einem schlechten Gruselfilm...

Am nächsten Tag frühmorgens geht es los zum Ziplining. Das kann man sich so vorstellen:
1. Man bekommt ein Klettergeschirr um und einen Helm auf (warum erschließt sich mir erst später).
2. Man fährt in einem Quad auf einen Berg und klettert dann noch auf eine Plattform in den Bäumen
3. Mit einem Haken an dem Geschirr kann man sich dann in ein doppelt gespanntes Stahlseil einhaken und wenn man jetzt loslässt saust man an diesen bis zu 18 Meter hoch gespannten Seilen durch die Bäume.

Gebremst wird mit den behandschuhten Händen, die man an das untere Seil legt, beschleunigen kann man indem man die Füße hoch an den Körper zieht. Dann kann es aber auch passeren dass man sich dreht.
Je nachdem wie lang und steil die insgesamt 11 Ziplines sind, kann man auf bis zu 30 Meilen/Stunde beschleunigen und es macht super viel Spaß. Zwischendrin seilen wir uns noch ein paar Mal ab und laufen über verschiedene Hängebrücken und nach 3 Stunden würde ich am liebsten nochmal von Vorne anfangen.

Warum man den Helm braucht? Weil man beim Zippen ab und zu mit dem Kopf gegen das untere Stahlseil knallt, was ich ohne Helm bei den Geschwindigkeiten nicht ausprobieren möchte...

Allerdings wollen wir noch ein gutes Stück Richtung Boston fahren und vorher noch bei North Adams den Mount Greylock (im Auto) bezwingen, von dem man eine sehr schöne Sicht über die Berkshires mit ihren sanften Hügeln und bunt gefärbten Hängen haben soll. Auf der Fahrt dorthin fahren wir unter anderem durch den Ort "Florida", der ironischerweise der kälteste und schneereichste Ort in Massachusetts ist.
Von North Adams aus machen wir noch ein bisschen sight-driving durch die kleinen Orte der Umgebung- hier sind die Berkshires wirklich schön und plötzlich können wir die gestressten Bsotoner dann wirklich ein bisschen verstehen.
Allerdings suchen wir noch vergeblich den kleinen State Park mit dem schönen Namen Bish Bash Falls State Park. Irgendwie scheint den jeder zu kennen und uns "ungefähr" den Weg sagen zu können ( so auch der Reiseführer- schwache Leistung) aber wir finden ihn einfach nicht sodass wir irgendwann genervt richtung Boston abdrehen und unsere geplante Wanderung zu den Wasserfällen "ins Wasser fällt".

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Anna W.
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