Dann eben doch mit dem Bus


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Asia » Laos » West » Nong Khiaw
April 4th 2010
Published: April 10th 2010EDIT THIS ENTRY

Als einziger westlicher Fahrgast fuhr ich am Samstag vor Ostern im lokalen Bus nach Nong Khiaw. Der Bus war ein äußert klappriges Modell mit "natürlicher Aircondition" (=offenen Fenstern). Unterwegs hielt er regelmäßig an, um neue Passagiere aufzunehen, unter anderem zwei Bauern, die zwei kleine Schweine dabei hatten. Diese transportierten sie in speziellen, entfernt schweineähnlich geformten Bambuskörben, die kaum größer als die Tiere selbst waren. Bei der Unterbringung wurde auch wenig Rücksicht darauf genommen, dass e sich um lebende Wesen und nicht um Körbe voller Gemüse handelte. Leider ist diese Art von Tiertransport hier absolut üblich und ob wir da im Westen, wo das Vieh in kleinen Käfigen auf LKWs transportiert werden so viel besser sind, wage ich zu bezweifeln. In Südostasien dürfen die Tiere außerhalb der Transporte wenigstens überall frei herumlaufen.

Ein anderes Mal hielt der Fahrer Ausschau nach etwas am Straßenrand. Ich wunderte mich, dass er anhielt, da draußen keine potentiellen Passagiere warteten. Statt dessen sprangen drei der Passagiere im Bus plötzlich auf, einer von ihnen mit einem riesigen Küchenbeil bewaffnet, und stürzten sich in die Botanik. Nach wenigen Minuten hatten sie mit demBeil ein etwa armlanges Stück Bambus aus dem Dickicht geschlagen. Nachdem es der Beilbsitzer sicher in seinem Gepäck verstaut hatte, konnte die Fahrt weitergehen.

Obwohl wir 2 Stunden nach dem Boot in Luang Prabang gestartet waren, kamen wir bereits 3 Stunden vor diesem in Nong Khiaw an. Ich kehrte in einem Gästehaus für gerade mal 20.000 Kip (1,74 €) die Nacht ein und erkundigte danach den kleinen Ort. Das Dorf liegt beiderseits des Nam Ou Flusses. Das Flusstal wird von hohen Karstbergen überragt. Während es nachts auf angenehme 21°C abkühlte, herrschte tagsüber eine extreme, trockene Hitze. Durch die heftige Brandrodung, die auch hier betrieben wird, war die ganze Luft mit rußigem Dunst erfüllt, was das Atmen erschwerte und die Berge nur als Silhouetten erscheinen ließ.

Nong Khiaw hat nur eine sehr geringe touristische Infrastruktur, was ich unter anderem dadurch feststellen musste, dass es nirgends Duschgel zu kaufen gab; die Bewohner konnten mit dem Begriff gar nichts anfangen. Statt dessen kaufte ich mir ein Stück Seife und etwas Shampoo, das hier statt in Flaschen in kleinen Probepäckchen zu je 1000 Kip verkauft wird, Head & Shoulders, ich habe zwar kein Schuppenproblem, aber die andere Alternativen wären eines gegen Haarausfall gewesen und ein anderes für seidiges, glattes, schwarzes Haar.

Eine besondere Attraktion in der Nähe Nong Khiaws ist eine große Höhle, in der sich die Dorfbewohner während des 2. Indochinakriegs (je mehr ich über die Auswirkungen dieses Krieges in den Nachbarländern erfahre, um so weniger bin ich bereit, die allgemein übliche Bezeichnung "Vietnamkrieg" zu verwenden) versteckt hielten. Die Höhle ist etwa 2 Km von der Dorfgrenze entfernt und gut zu Fuß zu erreichen. Nachdem ich einige Zeit gelaufen war, kamen mir zwei Jungs entgegen und ragten, ob ich in die Höhle wollte. Als ich dies bejahte, zeigten sie mir einen Weg durchs Gestrüpp und einen kleinen Bach hindurch über eine Wasserbüffelweide hin zu einer kleinen Tropfsteinhöhle, in der sich unmöglich ein ganzes Dorf hätte verstecken können.

Natürlich war es nicht die richtige Höhle, aber das hinderte die Jungs nicht daran, hinterher noch Geld dafür zu verlangen. Ich gebe Kindern aus Prinzip kein Geld und schon gar nicht für unerfragt erbrachte Leistungen. Daher ließen mich die Bälger am Höhleneingang sitzen und ich durfte mir den Rückweg alleine suchen. Zu allem Überfluss hatte ich mir im Bach auch noch einen Blutegel eingefangen und blutete nun zwischen zwei Zehen wie ein Schwein. Naja, wenigsten war ich mal wieder mit einer Kindergruppe in einer Tropfsteinhöhle. Das letzte Mal ist ja schon länger her. (Insider!)

Die richtige Höhle schaute ich mir dann am Nachmittag an.




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