There are 9 Million bicycles in Beijing...


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March 6th 2013
Published: March 6th 2013EDIT THIS ENTRY

...mit diesem Lied im Ohr war klar, wir müssen uns ein Fahrrad leihen um Beijing richtig zu erkunden. Gesagt getan, für 4€ pro Stück waren zwei halbwegs verkehrstaugliche Drahtesel für den Tag unsere Begleiter. Und so sind wir wieder einmal bei strahlendem Sonnenschein erstmal zur Verbotenen Stadt geradelt. Auf dem Weg dorthin wollten wir noch mal schnell Geld abheben und bekamen den Schreck unseres Lebens als wir feststellen mussten, dass irgendetwas mit dem Geldtransfer unseres Kreditkartenguthabens nicht geklappt hat. Bei der dritten Bank war uns dann klar, dass es an uns und nicht am Automat lag, also musste Plan B her: Geld wechseln. Aber auch das war nicht so einfach, die erste Bank nahm nur US-Dollar, die zweite...und alle weiteren, und wir haben noch einige abgeklappert an diesem Tag...wollte unseren Pass haben um den Wechsel zu machen. hätten wir wissen können, aber die lagen natürlich im Hostel und das war bereits einige Fahrradminuten entfernt. GERMAN ID-CARD??...nur verächtliche Blicke...NO, PASSPORT!!!!

Okay, also Geld gabs dank unserer Faulheit, nochmal zurückfahren zu müssen erstmal nicht. Dafür die herrliche Erfahrung mit dem Fahrrad am Strassenverkehr einer bekloppten Millionenstadt teilzunehmen. Eigentlich sehr schön gedacht, gibt es in Beijing eigene, etwa zwei Meter breite Fahrradspuren auf allen Strassen, die sogar durch einen kleinen Zaun vom Rest der, manchmal 6-spurigen Strasse abgetrennt sind.

Man sollte also meinen, man könnte gemütlich durch die Stadt radeln. Das Problem dabei ist allerdings, dass diese Spur neben den 9 Millionen Fahrradfahrern sowohl von Fussgängern, Mopeds und Autos und das in beide Fahrtrichtungen benutzt wird.

Das Prinzip ist dabei ganz einfach: hupen/klingeln und dann ohne Rücksicht auf Verluste los. Der vorne dran muss Platz machen. Nach einer Weile haben wirs raus und überholen ebenso munter wie rücksichtslos, alle die uns zu langsam fahren und das sind sogar einige Mopeds!!

irgendwie schaffen wir es unfallfrei zum Platz des himmlischen Friedens, wo sich bereits etwa 500 Chinesen und einige wenige Touristen in drei ellenlange Schlangen gestellt haben, um sich vor Betreten des Vorplatzes zum Kaiserpalast, von der Polizei filzen zu lassen.

Wir stellen uns mit in die Schlange und schauen ganz schön blöd, als wir, als einzige offenbar nicht terrorverdächtig, einfach ohne Durchsuchung an der Schlange vorbeigewunken werden. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir völlig unbehelligt an einer Sicherheitskontrolle vorbeigeschleust werden, während sich die armen Chinesen, sogar alte Leute, abtasten lassen und ihre Taschen öffnen müssen. Ist
Verbotene Stadt Verbotene Stadt Verbotene Stadt

....enjoying the sunshine
es damit wir zuhause nichts von den hier herrschenden Überwachungssystemen erzählen? Ups schon passiert...

Als wir es dann endlich in den Kaiserpalast und die verbotene Stadt geschafft haben verbringen wir dort eine gute Stunde damit, uns die verschiedenen Tempel und repräsentativen Höfe anzuschauen. Die ganze Anlage ist sehr schön, aber irgendwie sieht doch auch alles gleich aus und wir verlieren ab und zu den Überblick, ob wir jetzt grade die "Halle der höchsten Harmonie", die "Halle der vollkommenen Harmonie" oder die "Halle zur Bewahrung der Harmonie" betrachten.

Eine Stunde nur...man könnte meinen wir wären Kulturbanausen. Nein es liegt daran, dass Montags um 12 Uhr geschlossen wird, was jedoch nirgendwo steht und was man auch nicht gesagt bekommt, wenn man um 10.50 Uhr die Eintrittskarte kauft. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich in dieser Sache gerne als Kulturbanausin oute und gestehe, dass mir eine Stunde absolut gereicht hat, denn irgendwie wars nett anzusehen, aber nicht gerade überwältigend interessant.

Als wir also um 12 Uhr auf der anderen Seite der verbotenen Stadt wieder rausgeworfen werden, wandern wir mit Umweg über einige Bankautomaten und -Wechselschalter (unnötig zu erwähnen mit welchem Ergebnis) zurück zu unseren Rädern.

Dann kurven wir ein wenig durch die kleinen Hutongs, die sich im Süden der Verbotenen Stadt angliedern. Hier ist es wieder unfassbar ruhig und idyllisch und man bekommt recht authentische Einblicke in das Strassenleben in diesen Wohnvierteln. Zwischendurch gibt es auch noch ein paar nette Läden zum stöbern und zum -wie Christian sagen würde- unnötigen Scheiß kaufen.

Am Ende landen wir tatsächlich wie beabsichtigt in der Straße mit den, laut Reiseführer, ältesten Kaufhäusern Beijings. Hier stehen wirklich schöne alte Häuser mit witzigen Geschäften (zum Beispiel solche für Pferdehaarpinsel), tolle Teeläden, und zwischendrin die üblichen Ramschläden, Lokale und Marktstände. Die "Dazhalan" ist sogar eine Art Fußgängerzone, was wir hier in Beijing zum ersten Mal so sehen. Ansonsten quetschen sich nämlich selbst durch die engsten Gassen noch Autos.

Nach einer kleinen Essenspause (ich glaube ich hatte irgendwas mit Schaf...laut Karte sollte es Lamm sein, aber es schmeckte definitiv etwas älter) und einem ausgiebigen Bummel durch die Dazhalan Street schwingen wir uns dann nochmal auf, um den Himmelstempel ganz im Süden der Stadt zu besichtigen. Der Himmelstempel ist die grösste Tempelanlage Chinas und liegt in einem riesigen, sehr schönen Park. Etwas ungewöhnlich ist die runde Form und er ist sehr schön bunt. Etwas wirklich brauchbares kann ich sonst leider nicht über den Himmelstempel erzählen, ausser dass er dazu diente sowohl Himmel als auch Erde zu huldigen. Natürlich klingt aber Himmelstempel viel besser als Erdtempel, deswegen kann ich mich dieser Namenswahl nur anschliessen.

Als es zu dämmern beginnt begeben wir uns auf den langen Heimweg, es dauert etwa 45 Minuten flotten Radelns bis wir wieder in unserem Hotel ankommen, und dabei halten wir uns inzwischen doch weder an Ampaln noch sonstige Verkehrsregeln und klingeln sogar Autos aus dem Weg ;-)

Dazu gibt es noch eine interessante Begebenheit zu erzählen. Hier in Beijing steht an jeder größeren Strassenecke ein Polizist, ein sogenannter "Volunteer Security Gard" oder ein "Traffic Warden" in Warnweste und mit einer Kelle oder einer Fahne in der Hand. Allerdings stehen die wirklich nur dort herum und schauen dabei zu, wie riesige sechsspurige Strassenkreuzungen verstopf werden, weil sich keiner an die Ampel hält und in der Mitte der Strasse dutzende Fahrrad- und Mopedfahrer stehen und die Abbieger an eben Diesem hindern, weil sie nicht warten können bis es grün wird. Sehr interessante Einrichtung also diese Polizeiposten.

Neben einem kleinen Zwischenfall, ich habe dank meines 10 Meter-Bremsweges einen kleinen Hund angefahren, was ich jedoch schlimmer fand als der Hund und zwei Pannen ( Christians Kette ist immer wieder runtergesprungen) haben wirs aber dann doch geschafft, vor der Dunkelheit unser Hostel zu erreichen. Hier gibt es abends noch ein leckeres Gratis-Dinner mit dicken chinesischen Pfannkuchen und Gemüse. Und dann gehen wir mehr oder weniger direkt schlafen, da wir völlig erschöpft sind und morgen um 06.00 Uhr zu unserem Tagestrip zur Großen Mauer abgeholt werden.

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