Am Ende ist alles gut,


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Venezuela's flag
South America » Venezuela » Capital » Caracas » Altamira
August 9th 2012
Published: August 17th 2012
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und wenn nicht alles gut ist, dann ist es auch nicht das Ende. Passenderweise ist dies tatsächlich nicht das Ende, sondern der Anfang meiner Reise, und so stört es kaum, dass derzeit wenig mit dem Attribut „gut“ versehen werden kann

Bei nicht allzu besonderer Gesundheit am Flughafen ankommend konnte ich zunächst feststellen, dass meine Kreditkarte nicht mehr funktionierte – das eigens für die Reise heruntergesetzte Limit war scheinbar überschritten. Ein kurzer Anruf bei der Bank sollte das ganze eigentlich beheben. In Caracas angekommen konnte ich jedoch feststellen, dass eine Limiterhöhung wohl grade doch nicht mehr drin war. Budget-Reisen par force majeure also! Nur gut, dass der Flug dafür überbucht war und dieser daher mit einer halbstündigen Verspätung erst gen Caracas abhob.

Meine Spanischkenntnisse hatte ich scheinbar auch überschätzt – zumindest verstand ich kein Wort der um mich herum platzierten vermeintlichen Südamerikaner. Diese stellten sich dann auch als Italiener mit einem Hang zum Baileys-Saufen heraus – Hopfen und Malz waren bei meinem Spanisch da hoffentlich doch noch nicht verloren. In Caracas angekommen nun die Frage: Immigración oder nicht? Theoretisch hatte ich ja einen Transitflug – und hätte daher vermutlich einfach den Connection Flight-Ausgang schweigend durchschreiten sollen. Wie schön das Leben im Konjunktiv ist wurde mir dann auch bewusst – ein mal kurz nachgefragt und schon hatten die freundlichen Beamten Dollarzeichen in den Augen. Man ließ mich unter fadenscheinigen Vorwänden nicht passieren – bis ich dann die 50 Dollar Schmiergeld gezahlt hatte (Ein wunderbarer Lügenkanon war dem vorausgegangen: „Wie viel Geld haben Sie dabei? Dollar/Euros?“ - „Etwa 100 Dollar“ - „Nach Kolumbien darf man nur mit 50 Dollar einreisen“ ).

Nach ein paar Stunden in der heruntergekommenen Transit Area konnte diese Land denn auch keinen allzu prächtigen Eindruck bei mir hinterlassen – derartige rechtliche Unsicherheit ist dem europäischen Rechtsstaatsbürger doch eher fremd. Auch sonst konnte mich Venezuela in den 14 Stunden Aufenthalt nicht recht überzeugen: Schon beim Anflug fallen eigentlich nur stark qualmende Fabriken, verrostete Tanker und eine dicke Ölschicht auf dem Wasser auf – die sich charmant mit den ins Meer geleiteten Industrieabwässern vermengt. Dazu passend stimmte die (junge) Crew denn auch beim Landeanflug Karl Dalls „Heute schütte ich mich zu“ an. Ich kann nur empfehlen die letzte Reihe bei einem Langstreckenflug zu buchen – Insiderinfos aus dem Flugbegleiterleben sind natürlich inklu!

Nachdem ich ja eigentlich überhaupt nicht in dieses Land reisen wollte, hatte man dann am nächsten Morgen am Boarding-Schalter beschlossen, dass ich es wohl eher nicht verlassen dürfte – vermutlich eine erneute Schmiergeldattacke. Nur gut, dass ich meine lesson gelearned hatte – nie mehr als nötig sagen oder fragen, im Zweifel lügen, irgendwas von Lufthansa erzählen oder „nicht verstehen“. Und siehe da – ich durfte an Bord. Auf Nachfrage versicherte man mir, dass mein Rucksack natürlich längst an Board sei. In Bogota angekommen dann die überaus erstaunliche Wendung: Mein Rucksack war in Caracas in einem kuscheligen Gepäckcontainer verblieben! Also reklamieren und erst mal so zum Hostel. By the way: Die Einreise war natürlich völlig unproblematisch – ohne Rückflugticket, Impfpass, ausreichende Mittel oder sonstigen Kokolores.

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