Pisco - (k)ein Drink zum Abschluss


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South America » Peru » Ancash » Cordillera Blanca
June 25th 2015
Published: August 11th 2015
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Diesmal nicht unsrer...Diesmal nicht unsrer...Diesmal nicht unsrer...

...aber sooo fotogen vor dem Huascaran!
Natürlich sind wir schon lange wieder zuhause, aber unser Reisebericht soll ja nicht unvollendet bleiben. Hier also als Nachtrag die letzte Episode.

Bei Pisco denkt der gemeine Tourist natürlich nur an eines: den Schnaps und noch viel mehr an Pisco Sour, den Cocktail, dessen Herkunft je nach dem, wen man fragt, in Chile oder Peru liegt. Dem Hochtourist fällt dagegen noch der Nevado Pisco ein, einer der leichtesten, aber mit 5750m gar nicht so niedrigen 5000er in der Cordillera Blanca. Und der sollte nun nach etwas Ruhe in Huaraz und vor der Rückfahrt nach Lima der krönende Abschluss werden.

Nachdem uns verschiedene Agenturen recht gesalzene Preise genannt hatten, fanden wir unseren Bergführer direkt in der Casa de Guías, dem Büro der Bergführervereinigung. Daniel hatte gerade die nötigen drei Tage Zeit für diesen Spaziergang ehe er für den Summit Club ernsthafteres, nämlich den Alpa Mayo, führen würde. Schon am nächsten Morgen ging es los, erst mal den für mich bekannten Weg mit dem Tourbus zur Cebolla Pampa, von wo man auch zur Laguna 69 startet. Unsere erste Etappe sollte zum Refugio Pisco führen, von wo man zwar ein wenig weiter zum Gipfel hat, dafür aber darauf verzichten kann, ein Zelt ins Moränencamp hinauf zu schleppen. Die Hütte ist eine von ganz wenigen in Peru und wird mit Hilfe der italienischen Don Bosco Gemeinchaft betrieben, die auch Freiwillige hierher schickt. So zur Zeit zum Beispiel den Koch, dank dem es sehr leckere Spaghetti gab, Aglio Olio abgewandelt mit peruanischem Ají und schön al dente.

Vielleicht haben wir doch allzusehr betont, wie langsam wir unterwegs sein würden, jedenfalls sollten wir nach Plan unseres Guides um ein Uhr nachts starten. Na gut, er ist der Fachmann, und wenn wir zum Sonnenaufgang am Gipfel sein sollten, auch recht. Tatsächlich ging's also kurz nach eins los, im Schein der Stirnlampen den Moränenrücken hinauf. Da wir schon gehört hatten, dass der Abstieg auf der anderen Seite hinunter ziemlich steinschlaggefährdet sein soll, hatten wir Daniel am Vortag zum Glück schon überredet, sich die Sache mit uns anzuschauen. In der Tat sah es sehr unangenehm aus: sehr steil und vor allem sehr instabil, da die ganze Moräne aus Blöcken und Geröll zu bestehen scheint, das von mehlfeinem Gletscherschliff mehr oder weniger zusammengehalten wird. Er war denn auch schnell bereit, dort dann eine Abseilstelle einzurichten. Die ging es nun hinunter und anschließend fast zwei Stunden, gefühlt drei mal im Kreis gehend, durch Blockgelände hinüber auf die andere Seite des Ex-Gletscherflusses, zum Einstieg ins Eis.

Nach Anlegen von Gurt und Steigeisen war auch direkt die schwierigste Stelle zu bewältigen, eine vielleicht an die 40° steile Flanke von gut 20 Metern, die sich dann nach und nach verflacht. Am Firnanker gut gesichert war das auch kein Problem, zumal wir im Dunkeln Steilheit und Höhe eh nicht so recht erkennen konnten. Der Rest des Aufstiegs ist eigentlich nur noch ein langer Hatsch über gutmütig geneigtes Gelände. Über 5000m macht die Höhe aber dann doch zunehmend zu schaffen und dementsprechend langsam Schritt für Schritt waren wir unterwegs. Mit unserer eigentlich perfekten Akklimatisierung kein Problem sollte man denken - aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Sandra ging es trotz angemessen langsamem Tempo zunehmend schlechter, und auf knapp 5400m war das Befinden elend genug, uns zur Umkehr zu bewegen. Wie es eben so ist am Berg, man muss auch bereit sein, rechtzeitig umzukehren. Den Sonnenaufgang erlebten wir also nicht am Gipfel, sondern wieder zurück am Fuß des Gletschers, die Huandoy-Gipfel in schönem Morgenrot. Zurück auf der Hütte dann erst mal Erholung und am frühen Nachmittag dann die Entscheidung, noch abzusteigen und direkt nach Huaraz zurückzukehren.

Einen Pisco Sour haben wir aber trotzdem noch bekommen, nämlich beim Chef der Agentur, die uns den Huayhuash organisiert hat. Diesen Pisco sollte man auf jeden Fall auch versuchen, der Erfolg stellt sich da ganz schnell und mit wenig(er) Mühen ein...

Mit dem bewährten Nachtbus von Móviltours ging es schliesslich zurück nach Lima. Ein Tag Aufenthalt dort vor unserem Rückflug gab uns die Gelegenheit, uns den Stadtteil Barranco nochmal intensiver anzuschauen und ein Stück auf der Steilküste bis nach Miraflores entlang zu wandern. Ein Highlight war noch der Besuch im Restaurant Canta Rana. Der Andrang spricht für die zu erwartende Qualität: Samstag Mittag um 12.30 heißt es schon vor der Türe anzustehen und eine Nummer zu ziehen. Unser Glück, nur zu zweit zu sein, so hatten wir trotzdem im Handumdrehen ein kleines Zweiertischchen gleich am Eingang, wo uns die Wartenden auf die Teller schauen dürfen während sie das Bier schlürfen, dass das Lädchen gegenüber verkauft und damit am Erfolg teil hat. Das Canta Rana ist für seine Fischgerichte bekannt und da wir hier ja nun auch direkt am Meer sind, trauen wir uns endlich Ceviche zu bestellen, ein Gericht aus rohem Fisch,
Bereit für die PfanneBereit für die PfanneBereit für die Pfanne

Cuy - auf diese Spezialität haben wir dann doch verzichtet
der in Limettensaft eingelegt wird. Hier wird er neben den üblichen Zwiebeln und Mais mit Avocado serviert und ist äußerst lecker! Auch die beiden anderen Fischgerichte die wir verdrücken sind ein Traum und noch dazu in Nullkommanichts auf dem Tisch, und das, obwohl der Laden nur so brummt. Da drücken wir ein Auge zu, dass die als Vorspeise gedachte Ceviche es erst zum Nachtisch zu uns schafft und auch der etwas kurz angebundenen Bedienung sei verziehen.

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