Still Alive - Tag 41 - Ciudad Perdida, Tag 1


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South America » Colombia » Santa Marta » Ciudad Perdida
October 26th 2019
Published: November 9th 2019
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Ich stand auf und packte, wie immer, panisch im letzten Moment meinen Rucksack, um am Ende nur 5 Minuten zu spät zum Büro der Agentur zu kommen. Dort angekommen merkte, ich dass es noch mehr als früh genug war, es dauerte noch ca. eine halbe Stunde, bis die ganze Gruppe jeweils bezahlt, unterschrieben etc. hatte. Die Gruppe bestand insgesamt aus 10 Leuten - Einem Guide, Rafael, von Stamm der Wiwa, einem Übersetzer, Victor, aus Caracas (Venezuela), zwei Franzosen, Simon und Philippe, einem Amerikaner, Sam, zwei Spaniern, Martha und Borcha, zwei Tschechen, Ladislav und Eli(zabeth) und schließlich mir. Der Einfachheit halber erklärte ich mich als einen Italiener, der in Deutschland Mathe studiert. Als ich während der Vorstellungsrunde erfuhr, dass zwei Tschechen in der Gruppe waren, entschied ich mich, ihnen erstmal meine andere Nationalität zu verschweigen und sie irgendwann später damit zu überraschen.

Ich ließ meinen großen Rucksack im Büro zurück, dann stiegen wir in einen Geländewagen und fuhren los. Nach ca. 2 Stunden einer zunächst ruhigen und dann zunehmends holprigen Fahr kamen wir im Dorf Machete an. Dort gab es Mittagessen und eine kurze Erklärung der Route der nächsten Tage. Nach dem Essen liefen wir schließlich los in Richtung des Camps "Vista Hermosa", schöne Aussicht. Der heutige Weg war eine Straße, wenn auch teils in nur für Motorräder befahrbarem Zustand (teils nahmen 50 cm tiefe "Bäche" die Hälfte der Fahrban ein). Bei der ersten Pause konnte ich bereits mein Tshirt ausziehen und den Schweiß auswringen, außerdem merkte ich, dass es gar nicht so einfach war, mit den Tschechen englisch zu reden - insbesondere, da ich die ganze Zeit darauf achten musste, auf nichts, was sie untereinander besprachen einzugehen und mich nie in ihre Gespräche einzumischen.

Nach ca. 2-3 Stunden Wanderung erreichten wir schließlich nach einer Orangensaftpause, einer Wassermelonenpause, einer Kaffeebohnenpause, einer coole-Spinne-Pause und einer cooler-tausendfüßler-bei-dem-man-nicht-angehen-darf-weil-er-giftig-ist-Pause die schöne Aussicht. Die Umgebung dort und auf dem Weg war sehr schön, sie bestand meist aus dicht bewaldeten Hügeln und vielen Wiesen. Die Wiesen hatten keinen natürlichen Ursprung - überall dort, wo keine Bäume wachsen, waren vor einigen Jahren Kokaplantagen gewesen. Vor ca. 10 Jahren hatte jedoch das Militär alle (oder zumindest viele) Kokaplantagen zerstört, zum Großteil mit Einsatz von Herbiziden aus der Luft. Dies hatte jedoch auch zur Folge, dass diese Flächen bis heute Landwirtschaftlich außer zur Viehzucht nicht zu gebrauchen sind, außer Gras ist nicht viel über die Sache gewachsen. Heute wird
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Hier sieht die Straße noch recht gut aus
im Gebiet vor allem Kaffee und Kakao angebaut, ein weiterer großer Wirtschaftszweig ist der Tourismus, der hier weitgängig die Kokainproduktion ersetzt hat. Komplett beendet wurde der Kokaanbau für Kokain jedoch noch nicht - in der Bergigen, Waldigen, unzugänglichen Sierra Nevada de Santa Marta, wie das Gebiet heißt, ist es kaum möglich, zu wissen, wie es im nächsten Tal aussieht.

Ich fand bei der schönen Aussicht noch einen Tucan (akustisch gut erkennbar durch seine Krötengeräusche), dann gab es Abendessen (Fisch, nicht den Tucan). Nach dem Abendessen spielten wir schließlich noch in einer kleineren Gruppe Karten, brachte den Tschechen und Victor (dem Guide) Watten bei. Dabei knüpfte ich leider einmal zu fließend an eine Diskussion zwischen Eli und Ladislav an, worauf sie fragte ob ich etwa ein bisschen tschechisch könnte. Ich antwortete auf tschechisch "Naja, um ehrlich zu sein, eigentlich bin ich Halbtscheche und in tschechisch fließend", worauf sie erstmal vom Hocker fielen. Victor, dem ich schon vorher davon erzählt hatte und gesagt hatte, dass ich es den Tschechen absichtlich noch nicht gesagt hatte, hatte ebenfalls seinen Spaß. Schließlich war noch der Rest der Gruppe verwirrt, dass ich plötzlich tschechisch sprach - ich hatte doch vorher immer mit den Tschechen entlisch gesprochen und war ja aus Italien! Sam wollte zunächst nicht glauben, dass ich wirklich tschechisch sprach und meinte, wir würden uns nur einen Spaß aus ihm machen. Er glaubte mir wohl den ganzen Abend nicht komplett, dass ich wirklich tschechisch sprach (ich sagte ihm, ich hätte es in den 20 Minuten beim Kartenspielen gelernt), wenn auch seine Zweifel, ob ich nicht doch wirklich tschechisch könnte mit der Zeit immer größer wurden. Ich weiß nicht genau, ab wann er es glaubte, ich vermute irgendwann am nächsten Tag, als ich mich wieder auf Tschechisch unterhielt.

Anschließend spielten wir noch eine weile Arschloch (Kartenspiel). Als ich mich um 8 bettfertig machen wollte, bemerkte ich, dass ich statt der Zahbürste anscheinend aus versehen ein Rasiermesser eingepackt hatte. Aber zugleich hatte ich nicht statt der Zahnpasta Rasierschaum mitgenommen. Ich überlegte, ob ich nun mit dem Rasierer die Zähne putzen müsste oder ob es nun richtiger sei, mich mit der Zahnpasta zu rasieren. Außerdem stellte sich die Frage, ob dann die Zahnpasta auf den Rasierer oder auf die Zähne/Kinn verteilt werden sollte. Am Ende entschied ich mich gegen Rasur oder Zähne putzen und für Karies und ging schlafen. Zum Glück wurde uns gesagt, wir sollten nachts auf den Boden leuchten, bevor wir aus dem Bett gehen, da es hier ab und zu giftige Schlangen gäbe - so bemerkte ich nachts bevor ich draufsprang den (vermutlich nicht giftigen) Hund, der auf meinem Zeug schlief


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Schönes Tier, man soll jedoch nicht angehen, es ist giftig
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Ein Tucan!
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Er klingt wie eine Kröte


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