Gewaltige Wasserfälle und Länderhopping


Advertisement
Brazil's flag
South America » Brazil
June 5th 2012
Published: June 20th 2017
Edit Blog Post

Geo: -25.5469, -54.5882

Als wir morgens aufwachen können wir unser Glück kaum glauben: uns erwartet strahlend blauer Himmel und Sonnenschein! Es ist zwar nicht gerade warm, aber nach Gestern dachten wir ganz sicher, dass uns heute Wasser aus allen Richtungen erwartet! Schwein gehabt.

Wir machen uns also nach dem Frühstück mit unserem Gepäck auf zum Bahnhof. Dort angekommen wird uns noch einmal bestätigt, was wir schon geahnt hatten: es gibt keinen direkten Bus nach Ascuncion in Paraguay – der fährt ab Foz De Iguazu – also aus Brasilien, und das um 1:00Uhr Nachts.

Nicht ideal, denken wir, aber nachdem uns versichert wurde der Busbahnhof sei mitten in der Stadt, beschließen wir heute einfach einmal ausgiebig essen zu gehen und dann passt das schon.

Wir schließen also unsere Rucksäcke am Bahnhof ein und los geht es mit dem Lokalbus zum Nationalpark Iguazu.

Wir staunen nicht schlecht, als ein wirklich saftiger Eintrittspreis verlangt wird, aber nun gut – die Wasserfälle sind nun einmal der Grund, warum wir hier sind.

Mein nächstes Bedauern folgt sofort: Ich habe die neue Kamera im Rucksack gelassen, der am Bahnhof ist – und das bei der tollen Kulisse, die uns erwartet.

Netti muntert mich mit Keksen auf – bzw. sie versucht es zumindest. Wenigstens haben wir die kleine Kamera dabei...

Was wir in den kommenden Stunden zu sehen bekommen ist dann aber auch wirklich wert, eine Kamera dabei zu haben: der gesamte Park ist Regenwaldgebiet und an allen Enden gibt es großartige Wasserfälle zu sehen.

Wir gehen zuerst die untere Schleife, welche die „kleinen" Wasserfälle Salto Dos Hermanas, Salto Chico, Salto Bossetti, Salto Adan z Eva, Salto Gpenque Bernabé Méndez und den Salto Mbigua abdeckt. Das ist schon wirklich beeindruckend. Auf dem Weg zum unteren Circuit begegnen wir einer Horde lustiger Nasenbären .

Die kleinen Racker tummeln erst links und rechts von uns am Boden, gesellen sich dann aber auch auf den Laufsteg und nehmen kurz später die Mülleimer auseinander. Als wir mit den Strolchen zusammen auf eine größere Seniorengruppe stoßen herrscht echter Tumult, da einige Mütterchen förmlich zu kreischen anfangen. Tzzz – waren doch gar keine Ratten... J

Der untere Circuit bietet uns noch die Fälle Salto Lanusse und Salto Alvar Nunez – beide etwas kleiner noch als die erstgenannten.

Nach einer kurzen Pause liegt dann das eigentliche Highlight vor uns: der Salto Union, Salto Mitre und der Salto Belgrano – die Garganta del Diabolo (der Rachen des Teufels).

Mit der zum Park gehörenden Bummelbahn fahren wir also bis zu der Stelle, wo man auf langen Stegen bis an die Fälle kommt. Schon auf den Stegen wird klar, was für Wassermengen hier in die Tiefe stürzen: es ist eine riesige Wasserfläche, nur mit kleinen Inseln unterbrochen. Und dann, nach 10 Minuten Fußmarsch, wird das Tösen immer lauter und wir stehen vor den gigantischen Fällen. Wir hatten ja schon einige Ausflüge zu Wasserfällen auf unserer Reise, aber im Vergleich hierzu waren die natürlich wirklich lächerlich. Wirklich atemberaubend dieser Anblick.

Einen traurigen Moment gab es dann aber auch noch: ich ergötze mich gerade an der Schönheit eines großen, weißen Wasservogels und verfolge seine Strecke und denke noch „der fliegt aber nah ran an die stürzenden Wassermassen um zu landen“ und da war es dann auch geschehen: das spritzwasser, zusammen mit dem Abwärtssog hatten den Vogel erwischt und er wird von den Wassermassen in die Tiefe gerissen. Eine echte tragödie. Als ich mich wieder gefangen habe posen JJ und ich noch ein wenig für Fotos und genießen den Wahnsinns-Ausblick. Unter uns ist die Schlucht mit Wasserstaub bedeckt und rechts wie links rauschen millionen Liter Wasser über die etlichen Klippen. Wirklich unfassbar toll anzusehen!

Wir freuen uns insgeheim ein bisschen, dass wir diesen Ausflug von argentinischer Seite aus gemacht haben, denn der Blick aus Brasilien muss eigentlich wirklich abstinken gegen unsere Aussichten.

Als wir uns auf den Rückweg machen stellen wir einmal mehr fest, dass es die Natur ist die begeistert – mehr als jede Stadt (von Angkor Wat vielleicht einmal abgesehen J).

Mit dem Bus zurück in der Stadt und die Rucksäcke aus der Gepäckaufbewahrung geholt, machen wir uns also ans nächste Abenteuer: mit dem Linienbus nach Brasilien.

Der Busfahrer ist nett und hilft uns noch bei der Ausreise aus Argentinien und bringt uns zur Einreisestelle in Brasilien. Dann muss er uns aber stehen lassen, da die Einreise zeitraubender ist als die Ausreise. Wir erledigen also den Papierkram und warten dann zusammen mit einem asiatischen Päärchen auf den nächsten Bus nach Foz de Iguazu. Der Busfahrer ist nicht ganz so symphatisch und als er irgendwann etwas von Busbahnhof schreit, steigen die Asiaten, JJ und ich aus – und stehen am lokalen Busbahnhof. Ein freundlicher Mann, der uns erst ein Hotel, dann aber zumindest ein Taxi andrehen will, versucht uns zu helfen. Wir fahren aber am Ende mit einem normalen Bus. Da wir noch kein brasilianisches Geld haben, müssen wir mit einem arg schlechten Wechselkurs des Ticketcounters leben, aber zumindest werden wir noch bis zur Haltestelle gebracht, wo dann unser Bus auch gleich fährt. Im Gegensatz zu Porte Iguazu auf argentinischer Seite, ist Foz de Iguazu eine wirklich große Stadt. So richtig wohl fühlen wir uns erst einmal nicht mit all unserem Gepäck.

Am Busbahnhof angekommen sehen wir dann auch sofort, dass die Gegend alles andere als das Zentrum ist und ein Restaurant nicht leicht zu finden, ohne in der Gegend herumzuirren, was wir nicht wollen. Kalt ist es außerdem auch und so verfluchen wir schon unseren Plan der Nachtreise.

Wir geben noch unsere Rucksäcke ab um etwas normaler auszusehen und dann geht es los.

Wir finden dann auch doch nach etwas Gesuche genau gegenüber des Bahnhofes das Restaurant „Brasil“ und kehren ein. Eine Heizung gibt es auch hier nicht, dafür ist das Klientel außer uns eher gehobene Mittelklasse. Ein paar Stunden bekommen wir hier totgeschlagen. Um 22:15 Uhr müssen wir dann aber unser Gepäck einsammeln, da die Lagerstelle schließt.

So sitzen wir noch gut 2,5 Stunden frierend im Bahnhof. Es bleibt aber zumindest alles friedlich.

Endlich im gemütlichen Bus sitzend, könnten wir gleich einschlafen – wäre da nicht die Ausreise aus Brasilien und die Einreise nach Paraguay. Zum Glück geht das aber recht schnell und dieses mal wartet der Bus natürlich auch....


Additional photos below
Photos: 24, Displayed: 24


Advertisement



Tot: 2.843s; Tpl: 0.083s; cc: 12; qc: 27; dbt: 0.0328s; 2; m:saturn w:www (104.131.125.221); sld: 3; ; mem: 1.3mb