sucre virus


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Published: June 12th 2014
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bolivien streikt wieder einmal, oder noch immer. das problem ist einerseits der standort des neuen busbahnhofes und andererseits die betonarbeiter-gewerkschaft. kurzum, es wird geböllert, geschrien und mit rauchkartuschen geworfen. die zahlreich versammelte polizei mit bewaffnetem aufgebot von maschinengewehr bis pump-gun sieht dem sich ohnehin recht in grenzen haltenden treiben gelassen zu. trotz akustischem terror scheint alles fast friedlich, das stadtleben rundherum geht nahtlos in das demonstrationsgeplärre über. die alten dicken latinas verkaufen ihre vor fett und zucker triefenden churros, der park wird begossen und kleinkinder rennen durch die straßen, während eine gasse weiter das getöse seinen lauf nimmt.
ich konnte markus davon überzeugen, dass wir wirklich unbedingt so einen wunderbar bunten teppich/decke brauchen und so stiefeln wir nach dem frühstück ans höchste ende sucres und verhandeln hart für zusätzlich fünf paar kuschel lama socken für meine lieben sistas und cousis zu hause ;-).
anschließend besuchen wir die bolivianische post um alles nach hause zu schicken - witziger weise, und ich hoffe, ich verschreie hier nichts, scheint die recht gut zu funktionieren - ist auch nicht ganz billig!
nachdem wir uns endlich an den demonstranten und vor allem der umstehenden polizisten satt gesehen haben, machen wir noch einen abstecher ins museum für masken und ahnenkunde, anschließend erholung in einem der einzigen kaffeehäuser sucres. uns geht die österreichische kaffee-kultur ein bisschen ab! witzig, aber das ist eines der wenigen dinge die uns, neben menschen, wirklich fehlen. gemütliches plätzchen an der sonne mit echtem espresso - schwer bis gar nicht zu finden!
ergeben meine einkäufe schleppend, begleitet mich meiner lieber mann ein weiteres mal auf den mercado central denn immerhin sorge ich für mittag- und abendessen. “mamita” ist schon bekannt und bekommt auch schon etwas bessere ware! ich glaube, ich könnte das noch sehr lange machen - durch die riesigen hallen voll gemütlich platzierter frauen laufen, über preise und qualität plaudern, zutaten suchen und die farbenpracht von obst und gemüse unter der mittäglichen sonne genießen! knusprig frisches brot gibt es hier und riesige jutesäcke voll unterschiedlichster nudeln und frischen käse und jede menge haushaltswaren in jeder menge farben und formen! märkte sind immer so ein highlight für mich und ich bin froh, dass markus mich immer noch dorthin begleitet!
der restliche nachmittag wird für skypen, sonnenbaden und lesen genutzt. sucre hat uns fest in seinem langsamen modus - den halben tag zu planen und die restliche zeit zu trödeln, bummeln, schlendern, dösen… das scheint ein weitverbreiteter virus hier zu sein, mit dem wir uns nur zu gerne infizieren.


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