Home sweet Paeroa, Alltag und kleine Schätze zwischendurch.


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Oceania » New Zealand » North Island
February 12th 2019
Published: February 17th 2019
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Wen siehst du, wenn du dir im Spiegel gegenüber stehst?

Wen siehst du, wenn du keinen außer deinen Wegen gehst?

Wen siehst du, wenn du dich für niemand anderen hältst?

Niemand anderen als dich selbst.



aus „Mein Schwert“ von Thomas D.



Heya guten Tag zusammen meine Lieben,

es ist wieder soweit und es gibt wieder ein bisschen was von mir aus Neuseeland zu hören.

Diesmal etwas alltäglicher – ja denn Alltag gibt es wie überall auch hier, aber ein bissl was Schickes ist natürlich auch dieses Mal wieder dabei.

Ich bin also nach Paeroa (gesprochen Peiroh) zurückgekehrt und nun überrasche ich Mel und John und noch ein paar andere, die noch gar nicht wissen das ich wieder in Neuseeland bin.

Beziehungsweise habe ich sie überrascht...gleich montags hat Erik mich in der Stadt abgesetzt und ich habe erstmal eine Runde gedreht, um zu schauen was sich so alles verändert hat in den letzten 10 Jahren. Und das war eine ganze Menge. Nicht nur viele Läden haben den Besitzer gewechselt, nein es ist auch viel dazu gekommen. Der Pub in dem ich einst mit Mel und John ein Bier getrunken habe mit dem sprechenden Papagei im Käfig ist nun ein richtiges Restaurant und sieht gar nicht mehr urig aus, sondern irgendwie etwas zu durchgestylt und viele Einheimische sitzen auch nicht mehr drin-

Ein Motel gibt es mittlerweile auch mitten in der Stadt und sogar McDonalds hat seine Fühler bis hierher ausgestreckt und es ist unfassbar wie viele Menschen da von morgens bis abends aufschlagen und den Schrott auch noch kaufen. Immer voll das Ding und der Müll liegt nun auch hier überall rum.

Der Verkehr hat überdurchschnittlich zugenommen und alles in allem ist die Gemütlichkeit der Kleinstadt doch eher verschwunden. Also auch hier dreht sich das Rad immer schneller. Vor 10 Jahren war Neuseeland in meiner Wahrnehmung in vielen Dingen und in der Zeit Europa etwa 15 Jahre hinterher. Aber nun irgendwie so gar nicht mehr. Ich finde das ein wenig bedauerlich, aber immerhin gibt es immer noch ein paar Läden, die es damals auch schon gab. Immerhin…

Dann beschließe ich bei Mel´s Skate und Leisure Center vorbeizuschauen, den Ort an die Kinder nach der Schule oder in der Freizeit einen Ort haben, um sich auszuleben, sich gegenseitig zu unterstützen und irgendwie ein zu Hause finden und unterstützt werden.

Mel macht da eine tolle Arbeit und vor allem kümmert sie sich auch immer und ganz besonders um die speziellen Kinder, die es aufgrund von geistigen Einschränkungen oder Vernachlässigung nicht so einfach haben.

Schön, das ist also genauso geblieben wie vor 10 Jahren, aber es sind noch Ferien und gerade ist keiner da.

Also ist die nächste Station Mel und John´s zu Hause in der Wood Street. Die Spannung steigt und ich bekomme diese kribbelige, gespannte Aufregung und freue mich schon jetzt darauf was wohl passiert.

Das Haus hat zwar einen neuen Anstrich bekommen aber ansonsten ist es immer noch das Gleiche und die Tür steht auf…das heißt zwar nicht unbedingt, dass wer zu Hause ist aber es ist zumindest noch alles so wie früher. Bei Mel und John steht immer alles offen, oft stecken sogar die Autoschlüssel, aber es funktioniert und alles ist noch da. Das liegt bestimmt auch an Ihrem respektablen Ruf und Ihrem sozialen Engagement.

Da ich mit Eriks Fahrrad hier bin muss ich das erstmal anschließen und während ich da so am Schloss rumfriemel schließt jemand die Haustür, aber keiner wundert sich das ich direkt vorm Haus stehe.

Fahrrad angeschlossen – ich öffne das Gartentürchen und stapfe zur Haustür und klopfe…und warte.

Derweil klopft es weiter, aber das ist mein Herz und dann höre ich ein Bellen und sehe jemand zu Tür gehen. Jemand den ich nicht kenne, aber so wie es ausschaut hat Mel wieder eine Mitbewohnerin mit speziellen Bedürfnissen sprich eine Frau, die geistig etwas eingeschränkt ist, aber ein normales Leben führen kann, sofern sie ein klein wenig Unterstützung und Anleitung hier und da bekommt.

Ich stelle mich vor doch ehe ich meinen Satz beenden kann ruft das Mädel schon nach Mel…die kommt dann auch schon bunt und in langen wehenden Kleidern zur Tür und schaut etwas irritiert, weil sie mich im ersten Moment nicht ganz unterbringen kann, aber als ich sie dann anlächle und den breiten deutschen Akzent ins Englisch packe, fängt sie zu strahlen an und fällt mir um den Hals.

Sie hat es geahnt sagt sie nur nicht so schnell und schiebt gleich nochmal ein happy birthday hinterher und ruft nach John…der hört allerdings nichts, weil er im Garten an einer Wohnhütte bastelt…also schleiche ich leise dahin und poltere etwas auf Deutsch umher, worauf sich erneut ein Gesicht hinter einem Türrahmen hervorschiebt und irritiert schaut.

John brauch 3 Sekunden länger ehe er kapiert, dass er mich schonmal gesehen hat. Dann fängt er an zu strahlen und wir umarmen uns und dann fragt er gleich, ob ich Ahnung vom Klempnern habe. Er ist gerade dabei im Badezimmer ein Waschbecken anzuschließen. Ich sage ich habe keine Ahnung, aber schon viel gemacht und probiere es gerne und sogleich bin ich wieder mitten im Alltag wie vor 10 Jahren. Einfach toll als wäre ich eben mal einen Tag weggewesen und nun zurück, um eben da weiterzumachen wo ich quasi aufgehört habe.

Mel kommt dazu und dann plaudern wir beim werkeln und sogleich steht die Frage im Raum was wir denn heute Abend kochen wollen…lieber grillen oder ein Lamm Curry.

Ich bin natürlich fürs grillen, aber das müssen wir dann doch leider verschieben, weil kein Gas mehr in der Flasche ist. Aber das ist auch wurscht, Mel zaubert aus allem und wenn es irgendwelche Reste von den Vortagen sind, die besten Mahlzeiten.

Nur gesungen und Gitarre gespielt hat sie schon lange nicht mehr, weil sich doch auch hier einiges verändert hat. Johns Mutter ist von Schottland nach Neuseeland gezogen, weil sie alleine nicht mehr zurechtkommt und auch etwas mit der Erinnerung zu kämpfen hat. Drum musste einiges umgebaut werden und Mel hat dann einfach nicht mehr soviel Zeit gehabt und langsam hat sich dann eingeschlichen, dass sie immer weniger zu Gitarre gegriffen hat und gesungen hat.

Das finde ich sehr schade und ich kündige Ihr gleich an, dass ich sie wenigstens einmal singen hören möchte und zwar am Besten dann, wenn ich hier beim Abendessen sitze – so wie in früheren Zeiten.

Die nächsten 2 Stunden habe ich mit John Wasserhähne angeschlossen und wir sind auch gleich mal zwischendurch zum örtlichen Baummarkt gefahren…dadurch kannte ich dann schon gleich wieder 3 Leute mehr und hatte zudem noch eine Menge Spaß dabei.

John hat auch eine kleine Rundfahrt durch Paeroa mit eingebaut und mich über die wichtigsten Veränderungen aufgeklärt.

So hat er Mr. Fletcher Lagerhaus gekauft und in 3 Abteile umgebaut und sie vermietet. Gesehen hatte ich das ja schon – mein erstes zu Hause und, dass es nun anders aussieht. Aber das John nun der Besitzer ist…irgendwann gehört im mal noch ganz Paeroa. Jedenfalls sehr interessant, was sich hier alles getan hat.

Mein zweites zu Hause in der Station Road gehört auch nicht mehr Danny O´Reilly, sondern wurde schon mindestens 2-mal wiederverkauft und Danny wohnt wohl nun auf der Südinsel und nicht mehr in Australien. Vor 10 Jahren hatte er schon vor von da wieder in seine Geburtsstadt Paeroa zurückzukehren, aber es ist dann wohl doch was anderes als die Station Road geworden.

Der Shell Konzern mit seinen Tankstellen hat sich auch aus Neuseeland verabschiedet und nun heißen alle ehemaligen Shell Tankstellen einfach nur noch Z und sind Teil eines neuseeländischen Unternehmens. Das gefällt mir zumindest sehr gut.

Wohnen ist sehr teuer geworden und die Preise der Häuser unrealistisch hoch…also auch hier hält dieser Trend und Unsinn Einzug. Alleine in Auckland fehlen wohl 140 000 neue Wohnungen und die Preise für wohnen steigen immer höher.

Manchmal wünsche ich mir die Welt hätte kein Internet und es gäbe noch weiße Flecken auf der Landkarte. So mancher Unsinn würde sich nicht rasend schnell verbreiten oder überhaupt aufkommen.

Nachdem wir also unseren Wasserhahn erfolgreich angeschlossen haben und es fortgeschrittener Nachmittag war rief John dazu auf es für heute gut sein zu lassen und fragte mich nach der Uhrzeit.

Das Spiel kannte ich aber schon schließlich habe ich es bei Ihm vor 10 Jahren kennenglernt und auch mit nach Deutschland genommen.

Die Antwort ist in dem Fall ganz einfach „beer o´clock“ – es ist Zeit für ein schönes kühles Bier nach getaner Arbeit und nun kommt der gemütliche Teil.

Wir unterhalten uns über die letzten 10 Jahre und was da so im Groben alles passiert ist und währenddessen fängt Mel an Ihr Lamm Curry zu zaubern.

Dazu kredenzt sie mir einen Lemon-Tequila Ihr neustes Lieblingsgetränk, das ich natürlich gleich mal kosten muss.

Heidenei John verpasst mir kühle Biere und Mel Tequila und ich soll weiter munter auf Englisch Fragen beantworten. Das kann ja heiter werden und eventuell muss ich mich wer aufs Fahrrad schnallen und das fährt mich dann hoffentlich heim. Aber John winkt ab und sagt: „Kein Problem das packen wir in den Van und dann fahr ich Dich später heim“

Also alles ganz einfach wie eh und je – ich sag ja als wäre ich gerade mal einen Tag weg gewesen.

Also diese Überraschung ist mir definitiv gelungen – sogar so gut das ich mich doch glatt dabei ertappe, dass ich mich selber überrascht fühle.

Es gehört für mich zu den besten Dingen, wenn man Menschen zu denen man über einen langen Zeitraum fast keinen persönlichen Kontakt hatte, dann wiedertrifft und alles ist noch genauso wie es war und keiner beschwert sich, sondern freut sich einfach den anderen gesund und munter wieder zu sehen.

Und das war für mich durchaus ein Moment der mich auch wieder nachdenklich gemacht hat. Wie viele Freunde habe ich, von denen ich ewig nicht gehört habe und das höchste der Gefühle ist ein kurzer Geburtstagsgruß und gute Wünsche für nächste Lebensjahr.

Das ist so routiniert und unpersönlich und beschäftig mich schon länger. Wieso soll ich diese Menschen dann noch in meinem Leben haben, wenn ich doch nichts mehr über sie weiß oder der Alltag so voll oder wichtig ist, dass für die eigentlich Wichtigen Kontakte, Momente und Begegnungen keine Zeit mehr ist. Das beruht natürlich auf Gegenseitigkeit, denn dazu gehören auch immer zwei. Jedenfalls fing ich an, diese Menschen aus meinem Leben zu sortieren bis ich eben vor ein paar Tagen dachte…ja warum eigentlich. Es wäre doch erstmal viel einfach es wieder anders zu machen und diesen Menschen einfach mal zu schreiben und zwar was los ist, wie es mir geht und dass ich mir oft Gedanken mache was sie so treiben. Die können schließlich nicht hellsehen und was kann schon passieren im schlimmsten Fall gibt’s keine Antwort. Aber ich habe festgestellt, dass die meisten sich sehr darüber freuen und selber schon oft daran gedacht haben wie schön es wäre mal wieder etwas zu erfahren über Freund xyz von früher und sich bloß nicht getraut haben oder nicht wussten wie sie denn den ersten Schritt machen können.

Und ich habe auch einige tolle Rückmeldungen schon bekommen und das war toll und hat mich zuweilen auch zu Tränen gerührt.

Und dazu gehört bloß ein bisschen über seinen Schatten zu springen, Prinzipien und Vorwürfe oder oder beiseite zu lassen und einfach mal zu sagen. Hey es gibt mich noch und ich würde gerne wissen wie es Dir geht, weil ich es vermisse.

Es gibt nie eine Garantie, ob und was passiert, aber besser so als das gar nichts passieren kann, weil man nichts zu tut.

Als mich John dann mit dem Fahrrad nach diesem gelungen

En Abend nach Hause gefahren habe bin ich wirklich mit einem freudigen Herz ins Bett geglitten und habe super gut geschlafen. Es ist also immer gut mit einem guten Gefühl in die Federn zu steigen.





Am nächsten Morgen bin ich dann mit Erik um 8 Uhr zu seinem Haus gefahren, dass er schon seit einige Zeit renoviert und in Schuss bringt, um es dann zu verkaufen und davon sein neues Häuschen in Whanganui zu bauen.

Und so kommt es also das ich auch hier wieder am Haus bauen bin…natürlich wieder alles aus Holz und ungewöhnliche Arten des Bauens, die ich von Deutschland nicht kenne und somit nutzen mir meine ganzen Erfahrungen nur bedingt etwas. Aber ich lerne ja auch hier stetig dazu.

Und so hobel ich da nun täglich oder säge und bin erstaunt wie es beim neuseeländischen Hausbau zugeht, aber das habt Ihr ja schon gehört als ich in Whanganui mitgeholfen habe und ich habe einfach mal ein paar Bilder reingepackt, damit Ihr sehen könnt wie das so ausschaut. Das habe ich die letzten 2 Wochen täglich gemacht und drum ist auch nicht soviel passiert mit um die Häuser ziehen und exklusive Superfotos zu machen. Zumal ich wohl beim Gerüstabbau mein Knie etwas überdehnt habe und seit 2 Wochen so ein bissl mit Rücken und Hüftproblemen zu kämpfen habe. Es wird zwar langsam besser, aber ich bin doch eine ganze Weile ziemlich am Hinken gewesen oder nicht so belastbar wie sonst.

Ist natürlich etwas blöd für jemanden wie mich der gerne immer und überall zu Fuß rumstiefelt, aber so langsam verspüre ich ja dann doch eine Verbesserung. Hier zum Doc zu gehen wäre zwar ohne Probleme möglich, aber dann gleich mit sowas speziellem…ne da ziehe ich mich dann doch etwas davor.

Gestern habe ich dann mal einen ganzen Tagesausflug in die Karangahake Gorge gemacht und darum wird es dann im nächsten Blog gehen, aber so ein bissl merke ich die Knochen dann heute doch, aber 6 Stunden rumlaufen hat schon wieder ganz gut geklappt, nur den Berg runter war dann doch wieder etwas tricky, aber das ist ja auch belastender für die Knie. Aber davon mehr im nächsten Teil.

Hier geht es ja quasi um die Alltagszeit heute. Und ein Highlight dieser Alltagszeit waren die zwei Tage an denen ich wieder en bisschen in den Job getaucht bin, den ich in meiner work&travel Zeit hier vor 10 Jahren gemacht habe. Mich um die Computer und Technik in den Vermessungsautos kümmern. Die war damals schon recht betagt und ziemlich empfindlich, zumal die Computer noch mit Windows 98 laufen und das nicht gerade vielseitig und einfach zu händeln ist im Gegensatz zu den heutigen Windows Betriebssystemen.

Erik möchte diese Autos gerne verkaufen, weil er dieses Business nicht mehr betreibt und möchte aber irgendwie halbwegs funktionierende Auto, weil er glaubt dann bekommt er mehr dafür.

Ich bezweifle das zwar, aber ich schaue gerne mal drüber. Allerdings sind von 6 verbliebenen Win98 Notebook schon gleich 3 komplett ausgefallen und Ersatzteile krieg ich dafür also wirklich nicht mehr. Zwei funktionieren zwar noch bis auf eine leere Biosbatterie, die es so auch nicht mehr zu kaufen gibt und das 6te Notebook krieg ich vielleicht nochmal hin, wenn ich hier und da an ein paar Schrauben drehe, aber auch erstmal nur unter Vorbehalt.

Zuerst ging es einmal darum mein Lieblingsauto mit dem Namen Dumbo aus dem Unrat zu befreien und mal ein bisschen zu pflegen und Flott zu machen. Es ist ein bisschen so als wäre Dornröschen eingeschlafen und nach 10 Jahren wacht es dann wieder auf, weil ein Prinz vom überm Teich mal an die Türe klopft. Es ist schon faszinierend…einzig die beiden Autobatterien waren absolut leer und auch im Eimer, aber mit ein bisschen über die Straße ziehen und die Kupplung kommen lassen sprang er dann doch erstmal wieder an…war aber auch genauso schnell wieder leer trotz einer Stunde laufen lassen. Und schließlich haben wir dann nochmal mit Überbrückungskabeln nachgeholfen.

Ich hätte ja nicht damit gerechnet, dass diese nun Urururalt Hardware überhaupt noch einen Pieps von sich gibt, aber sie lief gleich an und auch die Datenübertragungskarten funktionierte auf Anhieb…die zickten sonst immer rum. Ursprünglich dachte ich brauch ich erstmal 3 Tage, um mich da ins gesamte Gebiet erstmal wieder reinzulesen, aber es war schon erstaunlich wie schnell ich doch wieder „drin“ gewesen bin und was mir dann gleich wieder alles eingefallen ist.

Und somit war es dann auch recht schnell möglich zu unseren alten und wenig befahrenen Teststrecke mit Dumbo zu fahren, um zu schauen ob die Laser auch noch gehen und daten sammeln und diese dann auch im Win98 Rechner ankommen.

Ich habe Tage und etliche Stunden mit dem Fahrer Keith dort verbracht, um Testdaten zu sammeln. Manchmal sind wir den ganzen Tag diese Straße einfach rauf und runter gefahren, um immer wieder die gleichen Daten zu sammeln und zu vergleichen, ob zuverlässige Daten dabei herauskommen die sich ähneln. In der Mitte dieser Straße gibt es ein kleines öffentliche Waldstück mit einem Rastplatz davor. Dort scheint das Licht so toll in den Wald, das dort sehr schöne Märchenwaldaufnahmen möglich sind. Und deshalb bin ich auch so gerne da gewesen und hab so einige Mittagspausen dort mit Keith verbracht.



Auch mit Erik habe ich dort gehalten und bin natürlich gleich da ins Waldstück gestiefelt, um schöne Fotos zu machen. Ein kleines bisschen ist mir das auch gelungen, aber lange nicht so toll wie damals, denn in diesem Jahr hat die Verwaltung dort irgendein Unkrautvernichtungsmittel gespritzt und 90% der Stellen waren einfach nur brauch und trostlos. Ein paar grüne Stellen habe ich zwar noch gefunden, aber somit gabs diesmal irgendwie keine Knaller-Bilder oder wie ich es mir eben vorstellen. Aber der Geist und die Energie dort ist immer noch etwas ganz Besonderes. Ich halte mich da sehr gerne auf, weil es sich einfach gut anfühlt.

Tja, und was soll ich sagen Dumbo hat auch Daten gesammelt, ob die allerdings Aussagekräftig sind steht auf einem anderen Blatt, weil nix neu kalibriet worden ist am Auto. Aber das ist Erik auch egal er möchte halt etwas vorweisen können, aber in Zeiten von mobilen Telefonen, Apps und Wifi ist an diesem Setup allenfalls ein Museum interessiert denke ich und die zahlen meistens kein Geld.

Der zweite Rechner hat sich zwar auch mit Dumbo verbinden lassen, aber wie damals rumgezickt, dass er keine Geschwindigkeitsdaten des Autos bekommt und somit nichts „sammeln2 und auswerten kann.

Für dieses Phänomen gabs damals schon keine Erklärung nur das mir die Rechner ausgehen, um zu testen oder eben einfach einen anderen zu nutzen.

Somit war dieser Tag nur halb erfolgreich und der nächste weitere Test wird sein mit dem anderen Auto nochmal loszufahren und zu schauen, ob es da genauso vorkommt.

Aber in Dumbo zu fahren hat so einen Spaß gemacht, aber er ist schon ein bissl in die Jahre gekommen und just in der Garage wieder angekommen ist dann auch die Servolenkung Hydraulik kaputtgegangen und gelblich grüne Flüssigkeit auf den Hallenboden ausgelaufen. Also ich vermute das es die Servo Hydraulik ist, zumindest sah das so aus für mich als ich mich unters Auto gelegt habe.

Also nochmal Kosten extra, zumal schon nur 3 von den 6 Glühkerzen gehen und Erik sich diese teure Reparatur eigentlich sparen wollte.

Nun ja, nicht meine Baustelle ich probiere nur, die Technik darin wieder zum laufen zu kriegen. Das war schon sehr interessant meine oft handgeschriebenen Dokumente und Anleitungen wieder zu lesen, aber ich bin ja doch sehr stolz auf mich wie vorrausschauend ich da Geschrieben habe. Oft sehr ausführlich und viel Randwerk, aber eben genau das machte es jetzt so einfach mich da ganz schnell wieder zurechtzufinden und es war wirklich ein Tag wie in der Zeitmaschine. Und dieser Tage dann halt nochmal mit dem anderen Auto. Auch wenn es wohl insgesamt nicht das von Erik erhoffte Ergebnis bringen mag, für mich schon etwas Besonderes.

Und wer Gutes tut wird natürlich auch belohnt und so kam es das ich ganz unverhofft am Wochenende in die Coromandel gekommen bin. Eines der besten Flecken Natur in Neuseeland, auch wenn es selbstverständlich sehr, sehr viele davon gibt.

Aber Erik hatte ein Clubtreffen dort zum gemeinsamen Musik hören. Dazu möchte ich sagen, das Neuseeländer am Wochenende meist zu Freunden gehen oder zu Hause grillen und Freunde einladen, aber es ist weniger üblich mal eben auf der Straße wen kennenzulernen oder im Biergarten.

Und deshalb gibt es in Neuseeland die Clubs, also eigentlich so etwas wie Vereine. Gibt’s ja auch bei uns. Menschen die sich treffen und zusammen Interessen teilen, die sie lieben.

Nur gibt’s hier halt für alles Clubs…fürs musizieren, tanzen, stricken Musik hören, debattieren…und so knüpfen sich dann eben in der Regel neue Freundschaften. Und Erik und Sabina sind somit auch in etlichen Clubs und Erik hatte an diesem Wochenende eben eine Verabredung zum Musik hören mit 10 anderen Leuten. Sabina hatte da keine Lust drauf, weil sie es totlangweilig findet quasi im Stuhlkreis zu sitzen und dann einer CD zu lauschen und im Anschluss eine Tasse darauf zu trinken.

Das geht auch reih um und findet bei jedem mal zu Hause Stadt und ich hatte Glück das es dieses mal Onemana in der Coromandel war.

Wir haben also Sonntag noch einen Freund von Erik in Paeroa abgeholt und sind dann nach Onemana aufgebrochen und haben auf dem Weg dahin alleine schon 2mal gehalten, weil sich wunderbare Aussichtspunkte und Naturereignisse angefunden haben.

Für mich war also viel zu tun und zu schauen und die etwa 90-minütige Fahrt war für mich wie im Fluge vergangen, dann standen wir schon Im Hof des sehr ansehnlichen Hauses in Onemana, wo Erik´s Event stattfinden sollte. Ich habe mir noch ein zwei Tipps zu den örtlichen Gegebenheiten beim Hausbesitzer abgeholt und hatte dann 3 Stunden Zeit für mich die Gegen zu erkunden.

Und als erstes stand „octopuss bay“ auf meinem Plan. Das ist eine kleine versteckte Bucht zu der man etwa einen Kilometer durch recht unwegsames und enges Gelände kraxeln muss bevor sich dann ein wundervoller Platz offenbart. Für diesen Kilometer habe ich schon doppelt solange gebraucht, weil egal wohin ich Blicke einfach nur Schönes zu finden ist. Ich bin doch schon einige Male froh gewesen das mein Bruder mir noch eine Powerbank fürs Fototelefon mitgegeben hat, sonst wären mir doch ein paar schöne Schnappschüsse entgangen.

Und was soll ich sagen nicht nur der James Bond ähnliche Name hat diese Bucht schon sehr sympathisch gemacht, nein auch die Einsamkeit. Ich mag es, wenn wenig oder gar keine Menschen da sind und ich einfach nur die Natur und mich genießen kann.

Und für einen Wochenendtag hatte ich wirklich Glück, sogar im doppelten Sinne. Es waren außer mir nur noch drei weitere Personen dort und das waren drei Freundinnen um die Anfang 20, die da im Bikini rumhopsen mussten. Drum bin ich auch gleich mit meinem Kopf und Hut gegen einen Ast gerannt, der mich wieder zurück ins hier und jetzt geholt hat. Nun ja nach einem höflichen Gruß habe ich mich dann aber ausschließlich der „octopussy bay“ gewidmet und mich dort sehr wohl gefühlt. Ein toller Platz, um einfach mal für sich zu sein und nachzudenken.

Im Gegensatz zu dem einfach zu erreichenden öffentlichen Strand, der zwar auch schön und toll war aber eben auch ziemlich überlaufen und geschäftig. Ich stapfe dann meist etwas verschüchtert barfuß durchs Meer und hoffe immer das mich niemand anspricht, weil ich eigentlich nur in „meiner“ Strandtrance da rumlaufen mag und meinen Gedanken nachhängen.

Aber auch das hat prima geklappt heute und so bin ich nach 3 Stunden zwar ziemlich erschöpft aber superglücklich zum „Musikhaus“ zurückgekehrt und habe natürlich erstmal erzählen müssen was ich gemacht habe und dann noch ein bisschen über Deutschland. Es ist schon erstaunlich wie viele Neuseeländer in irgendeiner Form Verwandtschaft in Europa haben. Aber eigentlich auch kein Wunder, schließlich sind viele aus England und den Niederlanden eingewandert und, ob der vielen Touristen gibt’s auch heute noch die ein oder andere neue Verbindung dort. So ist einer der Clubber ganz stolz drauf gewesen, dass er dieses Jahr nach Europa fliegt, weil seine Tochter einen Deutschen heiratet. Aus Bad Tölz, da musste ich schon Grinsen, zumal ich mir es doch Buchstabieren lassen musste, weil Kiwis und deutsche Aussprache so gar nicht zusammenpassen.

Ich weiß noch vor 10 Jahren habe ich mit meinem damaligen Mitbewohner Regan 15 Minuten lang probiert im das Wort Reinheitsgebot beizubringen, weil er so gerne deutsche Bier trank.

Aber es ging einfach nicht…hinterher kam einfach nur „Reinscheissgebot“ bei heraus wobei das sch eher wie ein ch klingt.

Drum wäre es schonmal interessant zu wissen, wie umgekehrt mein Englisch mit dem deutschen Akzent rüberkommt. Es muss aber ganz gut verständlich sein, denn nachfragen bekomme ich eigentlich nur, wenn es spät ist und ich müde und unkonzentriert, wenn es um ganz spezielle Sachen geht oder ich ein unübliches Wort gebrauche, was zwar so im Lexikon steht, aber niemand niemals nicht verwenden würde.

Nun ja, so war also auch dieser Trip ein wahrer Schatz für mich und ein gelungenes Wochenende.

Die neue Woche konnte also bestens motiviert beginnen. Und so bastelte ich mit Erik wieder an seinem Haus herum und mittwochs war dann schon gleich der nächste Feiertag, ein ganz großer sogar der für alle Neuseeländer frei war und nicht bloß in bestimmten Regionen.

Der Waitangi Day, also der Tag an dem der Vertrag zwischen den Weißen und den Maori geschlossen wurde, das habe ich ja in einem der vorigen Blogs im Zuge meines Te Papa besuchst erwähnt.

Und da ich mir gewünscht hatte mal wieder mit Eriks Segelboot bei Thames rauszufahren, um zu fischen haben wir das an diesem Tag auch gemacht. Allerdings wird er das zukünftig glaube ich nie wieder tun, denn das war so voll dort, dass wir erstmal in der Schlange standen, um das Bott ins Wasser zu kriegen und später dann umgekehrt nochmal in einer langen Schlange, um das Boot wieder aus dem Wasser zu kriegen. So viel war da in Eriks Erinnerung noch nie los. Und trotz der Hitze und Warterei hat sich dieser Trip sehr gelohnt. Denn ich habe meine allerersten beiden Fische überhaupt selber geangelt und geschmeckt haben sie dann später auch gleich doppelt so gut.

Ich habe zwar ewig gebraucht und später auch mal die Haken getauscht, weil nix passierte, während Sabina und Erik schon jeweils 2 Snapper und Karwei geangelt hatten und ich mir bloß die Köder vom Haken klauen ließ. Aber danach wurde es gleich schlagartig erfolgreicher.

Ich kannte Angeln bisher bloß von der Computersimulation und da ist es doch wesentlich schneller und einfacher riesige Fische zu fangen.

Irgendwas war aber bei uns so oder so nicht ganz optimal, denn in den 3 Stunden in dem wir unseren Tintenfisch und Fischköder verangelt haben, hat unser Nachbarboot einen riesigen Fisch nach dem anderen rausgezogen und Erik meinte, die haben doch die bessere Köderauswahl getroffen. Denn Fische waren genug da, weil wir uns an einem der Taue bei der Muschelfarm festgemacht hatten.

Da sind immer viele Fische, weil es dort immer was zum fressen gibt. Diese Muschelfarmen bestehen aus vielen Tauen, die parallel angeordnet im Meer nebeneinander befestigt treiben und dann in einem Zeitraum von 2 Jahren an den Tauen die Muscheln heranwachsen.

Dazu fährt eigentlich täglich wie auch an diesem Feiertag ein Muschelboot da umher um einerseits neue Taue ins Wasser zu lassen und Muscheln dort anzusiedeln und zum anderen um Taue aufzunehmen und die Muscheln eben zu ernten.

Das ist also ein riesiges Feld an Tauen und zwischendrin halt immer mal wieder private Motorboote und Segler, die versuchen dort Fische an die Angel zu bekommen.

Das hat mir schon sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich zwischendurch immer mal wieder ein Foto schießen musste und angeln an sich schon eine blutige und in dem Fall wegen des Köders auch stinkige Angelegenheit ist, aber es gibt ja genug Wasser drum rum zum Waschen.

Und nebenbei dann noch ein bisschen segeln, was kann es Schöneres geben. Ich hab zwar nicht viel Ahnung vom Segeln – es gibt einfach viel zu viele Schnüre, Schlaufen und rollen, von der Technik mal ganz abgesehen, um zu einem bestimmten Punkt zu kommen, aber durchaus wert das mal zu lernen oder sich vom wem beibringen zu lassen und über die Schulter zu kucken. So lange fahre ich auf jeden Fall immer gerne mit und wer ein Segelboot hat darf mich gerne dahin einladen.

Die gefangenen Fische hat Erik dann zu Hause sauber ausgenommen und in seinen Räucherofen gepackt, das habe ich allerdings nicht mitbekommen, denn ich bin noch zu Mels Veranstaltung zum Waitangi Day in Paeroa Park beim Carehouse gegangen. Wir sind extra morgens um 6 aufgestanden, um die erste Flut nutzen zu können, weil die Fische dann besser beißen und ich dann mittags eben noch in Paeroa dabei sein kann.

Aber durch die langen Schiffsschlangen hat es insgesamt 3 Stunden länger gedauert als geplant und ich war erst um 17 Uhr in Paeroa und somit war Mels Veranstaltung schon zu Ende und ich hab nur noch beim aufräumen helfen können, was aber nicht minder lustig war und zur Belohnung haben wir dann im Carehouse noch zusammen gesessen und eine von Mels Maori Mädels hat uns ein herrliches Abendessen gezaubert. Hühnerfleisch am Spieß mit einer Kokosnuss Note, die so lecker war das ich immer noch probiere herauszufinden wie das geht oder wo es das gibt und leckere frische Maiskolben.

Bei Erik wartete zwar noch der Fisch, aber dann gibt’s eben ausnahmsweise mal noch eine Nachtmahlzeit. Bei so leckerem Essen darf das auch mal sein.

Ja und so habe ich das dann auch gemacht und was soll ich sagen – selbstgefangenes Essen schmeckt gleich nochmal so gut. Ich weiß nicht wieso, aber es ist so zumindest für mich. Und Fisch liebe ich ja so oder so immer und zu jeder Tageszeit und in fast allen Variationen.

Skye, die 17jährige Tochter von John Budge hatte mich übrigens auch für den nächsten Tag in Ihr College eingeladen, weil dann das neue Schuljahr begann und sie meinte, da gibt’s dann einen Maori Haka, der mich interessieren könnte.

Na ja klar habe ich mir gedacht, was kann mir Besseres passieren als ein ritueller Haka an der Schule, der für die beteiligten dort wirklich eine Bedeutung hat und nicht bloß für Dollars und Touristen gezeigt wird. Das ist schon ein Unterschied – alleine schon energetisch wie ich dann in meiner grenzenlosen Naivität lernen dürfte.

Erik arbeitet donnerstags an dieser Schule als Hausmeister und pflegt dort die Maschinen im Werkraum. Das macht er einmal die Woche und somit brauchte ich auch gar nicht groß schauen wie ich da hinkomme und es passte mal wieder alles perfekt zusammen.

John hat mir nochmal einen txt (sms) geschrieben, damit ich auch um 10 Uhr nu ja da bin. Ich war schon um 9 da und hab mir die Schule erstmal ein bissl mit Erik angeschaut. Ist schon praktisch, wenn da wer arbeitet dann kann man wirklich ziemlich überall rumstiefeln.

Um kurz vor 10 habe ich dann auch John erblickt wie er mit einer ganzen Eltern- und Schülerschar draußen vor dem Schuleingang steht und scheinbar auf etwas wartete.

Etwas abseits standen drei alte Maori Frauen und ich dachte noch: Ach die Omas kommen auch mit zum Schulanfang. Und gerade bei John angekommen und Hallo gesagt fangen eben diese 3 Maori Omas, die abgesondert vor den Schuleingangstüren standen auf einmal an unserer Gruppe von Schülern und Eltern etwas entgegen zu rufen. In Maori natürlich und plötzlich ruft es aus der ersten Reihe unserer Gruppe genauso laut und auch in Maori etwas zurück. Da habe ich dann weiter drei Maori Frauen erblickt die unseren „Zug“ angeführt haben.

Und nachdem sie sich ein paar Mal etwas hin und her gerufen haben setzet sich unser Zug plötzlich in Bewegung und marschierte mit uns allen in die Schule hinein. In die Aula wo schon die College Schüler der bestehenden Jahrgänge auf der linken Seite saßen und uns erwarteten.

In der Mitte war ein etwa 3 Meter langer freier Gang den wir entlanggingen, um uns dann auf freie Plätze gegenüber auf der rechten Seite zu setzen, so dass wir den bestehenden Jahrgängen gegenübersaßen. Alle in Schuluniform und in der ersten Reihe nur Jungs, denn Mädels egal wie alt und überhaupt dürfen nicht in der ersten Reihe sitzen.

Das ist nach der alten Tradition so und war auch deutlich wahrzunehmen, denn an diesem Einschulungstag wurde besonderer Weise auch eine neue Direktorin begrüßt und die saß nicht, wie zu erwarten am Kopf in der ersten Reihe beim Pult und den anderen Lehrern, nein die saß in der zweiten Reihe, eben weil in der ersten nur Männer sitzen dürfen.

Ich wollte mich beim Einzug ja eigentlich seitlich wieder rausschmuggeln, aber schon gab mir ein Zeichen, dass ich mitkommen soll und bei Ihm bleiben und natürlich gleich vorne recht nah beim Lehrerblock und in der ersten Reihe. Super habe ich gedacht versteh kein Wort, hab keine Ahnung was hier abgeht, aber sitze gleich ganz vorne und in der ersten Reihe. Rechts von mir John und links von mir ein Maori der mindesten 4mal so breit wie ich war und zweimal so breit wie Buds Spencer.

Und er war nicht überfüttert, wie es bei vielen Maoris der Falls war, ne der hier war ein echter Kampfkoloss und ich habe genau wie bei Bud Spencer in den Filmen etwas mehr Platz nach links von meinem Terrain gelassen, damit sich der Herr auch nur ja wohlfühlt und sich nicht bei mir beklagen muss hrhr.

Nun ja was war also bisher passiert, die neuen College Schüler haben mit Eltern vor der Schule gewartet und zwar darauf das sie vom Paeroa Maori Stamm eingeladen werden, die Schule betreten zu dürfen. Und der andere Maori Stamm von sozusagen „auswärts“ also unsere Gruppe hat darauf geantwortet und sich bedankt und dann sind wir gemeinsam in die Schul- Aula gegangen, wo dann die eigentliche Begrüßung stattfinden sollte.

Da saß ich also nun John konnte mir nichts erklären, weil hier etwas Feierliches und Offizielles vorging und ich saß da etwas verloren und dachte na ja mal schauen was so passiert. Ich hatte mir das etwas anders vorgestellt – eher so nach dem Motto. Skye und Ihre Mitschüler stehen draußen auf dem Hof und die männlichen Schüler tanzen au feiner Bühne den Haka für die neuen und die Eltern und ich schauen zu – fertig.

Also soweit schonmal gründlich geirrt und eh ich weiter darüber nachdenken konnte wie das hier wohl endet stand ein älterer Maori um die 60 auf und fing an eine flammende Rede zu halten…und wie soll es natürlich sein auch auf Maori. Das ging etwa 10 Minuten und obwohl ich kein Wort verstanden habe, war es sehr beeindruckend. Da war eine Energie in dem Raum, die sehr mächtig und kraftvoll gewesen ist und mich schon so ein bissl kalt erwischt hat und überrollt. Das habe ich da dran gemerkt, dass ich so einen Kloss im Hals bekommen habe und nicht so recht wusste wie ich damit umgehen kann, ob dieser mächtigen Energie. Und während ich also mit mir und meiner Fassung Rang setzt sich eben dieser Redner hin und irgendwo fangen Frauen an zu singen…auch in Maori. Und nach diesem kurzen Gesang kam ein wirklich uralter Maori und hielt eine weitere Rede nicht minder eindrucksvoll. So langsam hats mich da völlig weggeblasen und ich bin schon weit aus meiner Komfort Zone rausgewesen und hatte mit meinen Gefühlen zu kämpfen.

Da springen plötzlich ganz unvermittelt die ganze erste Reihe der College-Jungs gegenüber auf und nutzen den gesamten 3 Meter Gang zwischen uns aus, um dann mal eben einen Haka zu platzieren, der sogar den stärksten Wikinger in die Flucht geschlagen hätte. Ich habe mich ordentlich erschreckt als die aufgesprungen sind und dann in einer Lautstärke gerufen und Grimassen geschnitten haben und das keine 20 Zentimeter von mir.

Wenn man Energie im Raum sichtbar machen könnte, dann wäre diese Aula in dem Moment explosionsartig auseinandergeflogen und hätte eine ordentliche Welle in alle Richtungen geschickt.

Mir ist nun klar warum die All Blacks die Nationalmannschaft von Neuseeland vor jedem Rugby Spiel einen Haka vor dem jeweiligen Gegner zelebrieren. Das hat zum einen energetische Gründe für die eigene Mannschaft, aber auch und nicht zu unterschätzen demoralisierende Wirkung auf den Gegner.

Diese Wirkung von solchen rituellen Bräuchen habe ich bis zu diesem Tag völlig unterschätzt und bin einen besseren belehrt worden. Ich habe wirklich etwas Tiefgründiges lernen dürfen für mich an diesem Tag und ich kann mich wirklich gesegnet schätzen, das mii diese Ehre zuteil geworden ist da dabei sein zu können. Alles in allem haben diese Maori mit Ihren Reden die neuen Schüler willkommen geheißen und Ihnen alles Gute gewünscht und das sie sich mehr Wissen aneignen mögen, damit sie weiter und höher fliegen können in Ihrem Leben.

Und nach diesem sehr mächtigen Ritual wurde dann meine Komfortzone gleich nochmal gefordert, denn plötzlich standen die Schüler uns gegenüber wieder alle auf, bleiben aber vor Ihren Stühlen stehen und unsere Seit stand auch auf und John gab mir ein Zeichen, dass ich Ihm einfach folgen soll und das machen soll was er macht.

Tja und das war mit allen anwesenden Lehrern und Schülern, von denen ich nicht einen kannte den Maori Gruß auszutauschen. Sprich bei den Männern die Nasen und die Stirn aneinander zu bringen, um Energie auszutauschen und bei den Mädels einen Kuss auf wie Wange.

Das ist schon eine Herausforderung für mich zumal ich sofern etwas gesagt wurde wieder nix verstanden habe, aber gleichzeitig fasziniert davon gewesen, wie freundlich sich die Menschen einander Begegnen und unterstützen, ganz egal welchen Alters und ob man sich kennt oder nicht.

Ich glaube ich habe mit mindestens 120 Menschen mindestens Energie ausgetauscht und bin dann ein wenig verstört und schwer beeindruckt hinter John aus Der Aula gewankt.

Das Grinsen in Johns Gesicht habe ich allerdings auch wahrgenommen – der hat genau gewusst was da abgeht und was es mit Menschen macht die es nicht kennen. Und gerade bei mir wo ich doch eh ein sehr sensibler bin.

Aber ich bin Skye und John und der ganzen Familie sehr dankbar für dieses „große“ Geschenk was mir zuteil geworden ist.

Und auch jetzt wo ich mich bloß daran erinnere und es hier aufschreiben, hauts mich gerade wieder aus den Socken und berührt mich sehr.

Und es ist auch etwas besonderes einen Maori-Ältesten von einem Stamm offiziell sprechen zu hören und sollte ich jemals offiziell zu einem Maori treffen eingeladen werden.

Dann gilt auch für mich ich muss mich mit Namen vorstellen, welcher Berg bei mir ist wo ich herkomme und welcher Fluss bei mir fließt und dann muss man etwas singen.

Das ist sehr wichtig das genauso zu tun bei offiziellen Einladungen in deren Marae.

„(Als Marae (Synonyme: malae, mala'e, ma'ae, meae, Marai (James Cook)) bezeichnet man in den polynesischen Kulturen ein zeremoniellen Zwecken vorbehaltenes, abgegrenztes Areal)

Quelle Wikipedia“



Tja und mit diesem eindrucksvollen Erlebnis möchte ich den heutige Blogteil beschließen.

Ich hoffe Ihr habt einen zauberhaften Sonntag, erlebt viele schöne Dinge und habt eine erfolgreiche und glückliche Woche vor Euch.



Ich freue mich von Euch zu hören und drücke Euch von Herzen.



Liebe Grüße aus Neuseeland

Chris


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