Ein Feuer Bad, Geburtstag und zurück nach Paeroa


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January 27th 2019
Published: February 8th 2019
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Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

aus Hermann Hesse „Stufen“





Heya zusammen und willkommen zu einem weiteren Blogartikel über meine Abenteuer hier in Neuseeland.

Heute ist es für mich ein ganz besonderes Kapitel, denn einer meiner Herzenswünsche ist nach 10 Jahren endlich in Erfüllung gegangen.

Doch bevor ich darauf eingehe muss ich einfach noch mal eben mein Feuer-Bad Erlebnis einschieben.

Viele die mich etwas besser kennen wissen, dass ich eigentlich immer nur Dusche und nie die Badewanne benutzte. Mir ist das da drin irgendwie zu eng und auch zu heiß. Ja ich weiß man kann ja auch kaltes Wasser hinzugeben, aber entspannen kann ich darin einfach nicht.

Dann immer noch diese engen 4 Wände drum herum und ruckzuck ist mir langweilig.

Vielleicht hat es bislang auch einfach noch niemand geschafft mir Entspannung beim Baden näher zu bringen und es ist etwas ganz Tolles, wenn man das genau so und dann so und zwischendrin so macht.

Keine Ahnung bislang bin ich also genau deshalb immer in der Dusche gelandet. Das geht entsprechend schneller, die Mission „Chris saubermachen“ ist in recht übersichtlichem Zeitraum erledigt und hinterher kann ich mich den Dingen widmen auf die ich Lust habe, ohne das Langeweile aufkommt.

Und dann komme ich also nach 10 Jahren wieder nach Neuseeland und lerne eben John kennen. Ja genau der mit dem Brot backen und dem Brücken bauen und genau eben dieser John meinte dann eines Nachmittags zu mir ich solle doch mal gegen Abend vorbeischauen, er würde da ein Feuer-Bad veranstalten.

Die Verwirrung in meinem Gesicht hätte ich selber gerne gesehen, aber ich muss ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut haben, so wie John auch gleich anfing zu schmunzeln und meinte: „Ja wir kochen Deutsche da drin „fürs Abendessen.

Nun ja da wusste ich dann wenigstens, dass es mit kochen schonmal nichts zu tun hatte.

Nein, er meinte sie haben einfach eine Badewanne in Ihren Garten gestellt und darunter einen Feuerschacht zementiert, so daß man direkt unter der Badewanne ein schönes Feuer machen kann, das dann das Wasser recht zügig aufheizt und man dann eben draußen in der Wanne liegen kann und die Natur, Den Himmel oder des nachts diesen grandiosen riesigen Sternenhimmel beobachten kann.

John hat schon so einige davon gebaut und er meint es hat etwas gedauert bis es fertig erfunden war. Schließlich gibt’s da auch einen Kaltwasserzulauf, wenn das Feuer das Wasser zu sehr erhitzt, einen Überlauf, damit nicht nach allen Seiten Wasser herausschwappt und das ganze muss eben so konstruiert sein, dass das Feuer, wenn es unter der Wanne brennt nicht verschmort oder beschädigt.

Da brauch es schon die richtigen Abstände und eben eine Menge Erfahrung. In die Wanne selber legt man einfach ein Holzgitter, damit man im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu viel Feuer unterm Arsch hat.

Nun gut, nun war ich im Bilde, aber soo spannend fand ich das nun nach dem ersten Hören nun auch wieder nicht, aber ich verbringe gerne Zeit mit John und seinen Späßen und schöne Fotos macht er auch noch (er mag Weihnachten nicht und diesen Geschenke-Irrsinn drum verschenkt er nix, außer ein paar Kalender mit seinen Schnappschüssen, die er im lokalen Shop professionell ausdrucken lässt und seine Fotos sind echt wirklich gut).

Na jedenfalls bin ich dann gegen 19 Uhr abends dahin und als ich so auf seine Haustür zusteuere, sehe ich auch schon Qualm hinterm Haus im Garten aufsteigen.

Und al sich so um die Ecke biege, sehe ich John gerade zwei Bretter in eine Öffnung unter der Badewanne schieben. Aus dieser lodern auch schon die Flammen und eine gewissen Hitze ist auch zu spüren.

Die Wanne ist voll bis zum Rand mit Wassergefüllt, was oh wie verwunderlich natürlich eiskalt ist…na prima frotzel ich noch herum…ich komme dann morgen wieder vielleicht ist es dann soweit.

(Als ich vor 10 Jahren in Mr. John Fletchers (ein anderer John natürlich) Lagerhaus gelebt habe, da hat der auch im Winter ne alte Tiefkühltruhe in seinem Lagerhaus aufgestellt die er voll mit Wasser gemacht hat und dann hat er drei Tage einen Spiral-Heiz-Stab reingestellt und mir dann voller Stolz die Erfindung seines beheizten Spa-Pools vorgestellt.)

Nun ja, aber dieser John da heute meinte, ich soll mal ne Viertelstunde warten und dann den Finger wieder reinhalten.

Und in der Tat es ist unglaublich wie fix das geht, wenn ordentlich Glut und Feuer unter irgendwas brennen.

Ne Viertelstunde später hat John dann wieder dumme Sprüche gerissen und ich muss sagen zurecht.

Aber wie er nun mal ist hat er gemeint, ich solle doch als erster rein und dann mal sagen wie ich es so finde.

Diskret haben John und Erik (der sich auch schon drauf gefreut hat – er kannte es allerdings schon) zurückgezogen, damit ich hinter den Erdbeeren die Hüllen fallen lassen kann und die nächsten 20 Minuten im Feuer-Bad verbringen kann.

Gesagt getan, Klamotten ins Nirvana hinter die Erdbeeren geschickt und vorsichtig mit dem großen Zeh voran in die Wanne gestiegen. Das war bestimmt ein toller Anblick für die Schafe hrhr.

Aber ich muss sagen das war echt schön mollig warm da drin, die leichte Abendbrise hat den Rest besorgt und dann diese Aussicht, ringsherum wohin ich geblickt habe, tollste Natur, schöne Wolken…Gedanken die dahintreiben und 20 Minuten die herumgingen als wären es gerade mal drei Minuten.

Aber John hat es doch tatsächlich geschafft einen Badewannen Muffel erstens zu bekehren und zweiten zum richten abschalten und entspannen zu bringen. Das war für mich wahrhaftig eine Offenbarung und nach dem abtrocknen und anziehen bin ich genau mit dieser fassungslosen Begeisterung ins Wohnzimmer gestürmt und habe mich bestimmt 20 Mal bedankt für dieses tolle Erlebnis und gar nicht mehr zu reden aufgehört (was ja für mich sehr untypisch ist 😉)

Erik hat sich derweil nach draußen gestohlen, um der nächste zu sein, während John nur meinte…eigentlich benutzt er das Bad drinnen nur noch selten und meistens geht er dann doch lieber nach draußen. Das ist für Ihn mittlerweile viel normaler als Dusche und Bad drinnen.

Gerade, wenn er nach einem langen Markttag geschafft nach Hause kommt oder seine Frau die ganze Nacht durchgebacken hat für den Markt. Da freuen sich dann beide immer drauf.

Meine Begeisterung kann er also nachvollziehen, auch wenn er wohl nicht mit dieser überschwänglichen Begeisterung gerechnet hat.

Aber er biete mir sogleich an, wenn alle durch sind und er ins Bett geht kann ich wegen Ihm gerne nochmal rein und solange bleiben wie ich möchte.

Das kommt mir sehr zu pass, denn am Anfang war es noch dämmrig und der Sternenhimmel noch nicht draußen und ich liebe es diesen grandiosen Sternenhimmel des Nacht zu beobachten und mir allerlei Fragen zu stellen oder mich einfach treiben zu lassen und hier und da Ideen aus dem Universum aufzuschnappen.

Irgendwie ein sechser im Lotto an diesem Abend. Ich mache zwischenzeitlich nochmal einen Umweg zu unserem Kühlschrank, um mir ein leckeres Bier bereitzustellen und eine gute Stunde später schiebt der Chris nun völlig allein im Garten nochmal ein bisschen Holz nach und lässt seinen Hauch von nichts an Klamotten wieder hinter den Erdbeeren fallen und gleitet ein zweites Mal wieder in die Wanne – im Dunkeln mit all den tollen Sternen.

Gut etwa 5 Sekunden später stehe ich auch schon wieder, denn mittlerweile heizt das Feuer sehr schnell ein und ich hätte mir das Brett sparen können. Stattdessen reiße ich erstmal den Kaltwasserhahn auf und warte 5 Minuten bis es wieder eine erträgliche Temperatur hat.

Zumindest habe ich nun eine Ahnung, wie es ist gekocht zu werden. Aber dann passt es und ich lasse mich wieder ins Wasser gleiten.

Öffne mein Bier lege die Beine auf den Wannenrand, mache hie rund da noch ein paar Fotos und dann lege ich alles zur Seite und schaue bestimmt 20 Minuten einfach nur in den Sternenhimmel und bin sprachlos wie wunder- wunderschön das ist. Das ist alles viel authentischer als jeglicher Besitz den wir uns in unser Leben kaufen, erm stellen.

Es braucht wirklich nicht viel und es hat enorm viel Kraft, die ich mir als Mensch nicht mal theoretisch vorstellen kann. Aber wenn es mich dann so weghaut und nachhaltig beindruckt, dann weiß ich einfach worauf es ankommt und dass es gut ist warum ich so bin wie ich bin. Das sind die Zeiten, da stimmt das Palaver zwischen mir und der Natur. Warum kann ich nicht erklären, aber ich weiß jeder Mensch kann das fühlen, es braucht nur offene Augen und vertrauen in die innere Stimme das auch wahrzunehmen und zu finden.

Und so kam ganz unverhofft einer der tollsten Momente in mein Leben für die ich sehr dankbar bin.

Ganz simpel, eine alte Badewanne draußen im Garten unterm Sternenhimmel.

Wer das noch nicht gemacht hat, auf geht’s baut Euch im Garten ein Fire-bath.

Und das auch noch in der Nacht in dem in Neuseeland schon mein Geburtstag eingeläutet wird, na wenn das mal nicht ein tolles Geburtstagsgeschenk vom Universum gewesen ist. Einfach nur toll.

Denn seitdem ich diese Insel damals verlassen musste, habe ich jedes Jahr an meinem Geburtstag gedacht: „Ach was wäre es schön wieder mal am 26ten Januar am Meer zu sitzen mit einer Flasche Wein und dem Album „Moon Safari“ von Air auf den Ohren.

Es ist eines meiner liebsten Alben, denn ich kann herrlich bei dieser Musik vor mich hinträumen, alles um mich herum vergessen und die Gedanken treiben lassen.

Und natürlich habe ich auch tolle Geburtstage mit lieben Menschen in Deutschland verlebt, aber der optimale Chris Geburtstag braucht genau diese Zutaten und somit war es dieses Jahr etwas ganz Besonderes für mich.

Schon kurz nach meiner Ankunft hier in Neuseeland habe ich mir meinen Lieblingsrotwein besorgt und täglich in die Ecke geschielt in der er stand und mich auf den 26ten gefreut, wenn ich Ihn aufmachen darf und am Strand mir selber zuproste und dabei die Platte „Moon Safari“ höre.

Der 26te ist dieses Jahr ein Samstag und für Erik und Sabina ist es auch der vorerst letzte Tag bei Ihrem zukünftigen neuen Domizil, denn Sonntag geht’s dann wieder 6 Stunden Retour nach Paeroa bzw. Mackaytown (ein zu Paeroa gehörender Ableger gleich bei der Karangahake Gorge)

Und da wir fleißig an dem alten Schaf-Scher-Haus gearbeitet haben; dem zukünftigen Gemeinschaftshaus für alle Einwohner der Gemeinschaft, soll es am Abend auch mit Tanz und Musik eingeweiht werden.

Das passt natürlich prima, denn dann ist es irgendwie auch ein bissl eine Geburtstagsfeier für mich…mit vielen Bekannten aber vor allem auch unbekannten Gästen, denn jeder darf Freunde und Bekannte einladen. Und heute ist ja Samstag sprich John auf dem Markt und ja da können schon einige Zusammenkommen, wenn er hier und da ein Schwätzchen hält.

Jeder in der Gemeinschaft darf 5 Lieblingssongs aussuchen, die dann am Abend gespielt werden sollen, so wird sichergestellt das zum einen für jeden ein bisschen was an Musik dabei ist und zum anderen lernt man die anderen aus der Gemeinschaft besser kennen. Musik erzählt ja so viel über einen Menschen.

Und wenn „Jeder“ gesagt wird, dann ist auch jeder gemeint also selbst die Kinder – so habe ich an diesem Abend zum Beispiel durch ein zehnjähriges Mädchen die Band „Imagine Dragons“ kennengelernt. Sie hatte sich den Song „Natural“ gewünscht. Ein toller Song und so kommen auf den wundersamsten Wegen, die faszinierendsten Dinge zu einem. Es bedarf bloß einer gewissen Aufmerksamkeit über den Alltag hinaus. Manchmal herausfordernd, aber durchaus gut machbar.

Es ist nämlich sehr wichtig sich regelmäßig Zeit für sich einzuräumen anstatt bloß zu funktionieren und Listen abzuhaken. Einfach mal einen Gang runterschalten und innehalten.



Das Schaf-Scher-Haus ist ja nun mein neues Schlafdomizil geworden, nur das ich nicht mehr auf dem kleinen Sofa geschlafen habe, sondern erfinderisch wie ich bin ein altes Holztürblatt was dort herumstand auf zwei Handwerksböcke gelegt habe. Und darauf habe ich dann die Isomatten gelegt und mich mit meinem Schlafsack dazu. Und so bin ich dann in der Geburtstagsnacht in den Schlaf entschwebt, um dann am nächsten Tag ein bisschen nach meinen Vorstellungen zu feiern.

Aber meine Türblatt-Betterfindung scheint so ungewöhnlich zu sein, dass Sabina und Erik erstmal mit dem Tablet kamen, um das zu fotografieren und mich dann zu wecken und zugleich zu überraschen und zwar mit einem Hackfleisch Geburtstagskuchen mit Kerzen drauf.

Sabina und Erik sind „eingemüste“ Selbstversorger soweit es geht und haben alles aus dem Garten an Gemüse und Obst eingelegt was man nur einlegen kann und am ersten Tag meiner Ankunft habe ich das auch noch brav probiert. Selbstgemachte Butter, eingelegtes Rotkraut, eingelegte rote Bete, eingelegt was weiß ich nicht was.

Ich bin aber nun mal eher der „eingefleischte“ Typ und so bin ich am nächsten Tag erstmal in den Supermarkt und habe mir ordentlich Fleisch gekauft und seitdem bin ich als lupenreiner Karnivorer bekannt und genau da ist wohl auch der Grund warum es für mich zum Geburtstag einen Hackfleischkuchen von den beiden gab. Darüber habe ich mich natürlich auch sehr gefreut und gleich mal nen viertele Abgeschnitten. Unvorstellbar für die beiden, dass jemand am frühen Morgen in der Lage ist ein halbes Rind oder Schwein in sich reinzuschieben.

Ich habe mich ob dieser Überraschung aber riesig gefreut, weil ich hier in Neuseeland nicht damit gerechnet habe, dass hier groß Notiz davon genommen wird. Aber auch als rauer Knochen freue ich mich natürlich sehr über Glückwünsche, ich brauche zwar weniger Geschenke, aber über einen Plausch oder extra „hug“ freue ich mich immer.

Ein Sechser im Lotto wäre dann quasi die sanfte Fingernagel- Massage über die Schulterblätter für mindestens 20 Minuten….aber ich Schweife ab hrhr.

Also dieser Start in meinen Geburtstag ist schonmal gelungen und nach dieser Überraschung fahren wir dann zum Samstäglichen Markt, um frische Brot zu kaufen und für Erik Eier und einen frischen Kaffee, den er dann beim umherschlendern auf dem Markt nach und nach genießt und in sich hineingießt. Das Brot kaufen wir natürlich bei John, der mir als Geburtstagsgeschenk gleich eine selbst gebackene Brioche kredenzt. Eine tolle und zugleich leckere Geste über die ich mich sehr gefreut habe. Die beiden habens einfach drauf, was backen angeht.

Und Miranda, die mitten in der Nacht aufsteht, um das alles zusammen zu kneten, hat den meisten Spaß daran es herzustellen und sich daran zu freuen, wie andere es lieben und gerne essen.

Sie selber ist gar nicht zu fixiert darauf, sondern eben um etwas leckeres für andere zu schaffen.

Unsere Runde über den Markt ist damit auch schon ziemlich bald beendet, denn wir haben noch einiges vorzubereiten; und so fahren wir dann zügig zurück und beginnen auch gleich damit, das Schaf-Scher-Haus für den Tanzabend herzurichten.

Sprich das Werkzeug aus dem Weg zu räumen, den Teil des Hauses abzugrenzen der im hinteren Teil noch keinen Fußboden hat. Die Tische vorne zu entstauben, damit Essen aufgestellt werden kann und natürlich fesches Discolicht und Strom für Computer und Lautsprecher.

Das nimmt schon den Morgen in Anspruch, denn bis zum Tag zuvor haben wir (Erik und Ich) noch fleißig gewerkelt. Und ich bin eh unruhig, da ich, wenn man mir in die Augen geschaut hätte bloß Wellen, Rotwein und Musik gezeigt hätte. (Na ja vielleicht mit einer kleinen netten Meerjungfrau in der Ecke)

Völlig ferngesteuert…so wie man es durchaus von Männern kennt – nur dieses Mal halt ein klein wenig anders und etwas weniger Klischee hrhr.

Doch dann wie üblich irgendwas geht ja immer schief…hätte man ja auch mal etwas vorher nachschauen können. Sabina hat Probleme die Bluetooth Lautsprecher mit Ihrem Macbook zu verbinden.

Ich bin zwar kein Apple Experte, aber Computer ist Computer. Eine Abneigung hege ich zwar gegen diese überteuerte Elitezeug, aber Hilfe abschlagen kann ich ganz schlecht und so schaue ich mir die Sache an. Herausgefunden habe ich schnell wie das bei einem Apple gehen soll aber es tut nicht und ich sehe auch gleich, dass dieser Rechner schon bestimmt zwei Jahre nicht mehr geupdated wurde.

Ok, denke ich mir da musste nun durch und aus meinen Augen rinnen ganz leichte Rinnsale von Wasser – das Meer, der Wein und die Musik macht sich von dannen. Den so etwas kann dauern und bis zum frühen Abend ist es auch nicht mehr solange hin. Ich bastel mir im abgesperrten Teil des Schaf-Scher-Hauses einen Schreibtisch (wieder mit den zwei Holzböcken und ner Sperrholzplatte) und probiere mich mit dem Macbook anzufreunden, um dann nach 90 Minuten und Umzug zu einer schnellere Internetleitung bei jemand anderem aus der Gemeinschaft festzustellen, dass es ein Schulcomputer ist von Sabinas Arbeitsplatz als Lehrerin in der Schule. Da darf ich natürlich nichts updaten und installieren, weil ich ja kein Admin bin.

Die letzten 2 ½ Stunden waren also für den Eimer und wieder einmal denke ich mir lasst die Leute nen Grundkurs machen bevor sie überhaupt irgendeinen Rechner kaufen dürfen. Nur zu sagen ich habe keine Ahnung schau doch mal reicht einfach nicht und der Hinweis auf Arbeitscomputer und Schule hätte mir sehr viel Zeit erspart.

Nun ja es ist wie es ist ich berichte und gebe den Tipp doch nächstes Mal wenigstens eine Woche vorher zu testen, ob alles nach den Wünschen funktioniert.

So gibt’s also nur Musik aus einem Lautsprecher, was nach Sabinas Vorstellung etwas zu leise ist.

Im Endeffekt war es aber viel Lärm um nichts, denn Ron aus der Gemeinschaft hat seinen Computer samt starken Boxen mitgebracht und von da sein Spotify mit Sabinas Playlist laufen lassen.

Meine Geburtstagslaune war da ein bissl im Keller wie man bestimmt auch rauslesen kann hier.

Soviel Energie verballert, für nix und natürlich wieder nix mit Meer, Wein und Musik und das obwohl ich endlich auf „meiner“ Insel bin. Waaaaaaaaaaaaaaah „motzmeckerzeterfauchfluchschimpf“

Mittlerweile schon fast 3 Uhr, um 12 hätte ich eigentlich da sein wollen…ich grummle also still in mich hinein, da kommt der Erik um die Ecke und meint er müsste nochmal in die Stadt und er könnte mich am Strand absetzen…und eine Roadrunner-Staubwolke Staubwolke später steh ich mit meiner Geburtstagsausrüstung wieder an seinem Toyota und bin bereit zur Abfahrt.

Er meint er bräuchte so 90 Minuten, dann würde er mich wieder abholen und ob das OK wäre.

Für mich ist das sowas von Ok, den Strand oder Nichtstrand…was nehme ich da wohl.

Ok in 90 Minuten eine Flasche Rotwein trinken ist zwar auch für mich ne Hausnummer, aber was nicht passt wird passend gemacht.

Insgeheim glaube ich ja Erik hatte gar nix in der Stadt zu erledigen, sondern er wollte mir einfach meinen Wunsch erfüllen, nach dem unverschuldeten Fiasko meinerseits mit dem Computer.

So bin ich dann also doch noch am traumhaften Strand von Whanganui gelandet und hab gleich auf zu den Wellen und der Brandung gemacht. Diesmal waren auch Flut und das Wasser sehr viel näher als bei meinem letzten Besuch hier.

Nachdem ich meine Schuhe und Strümpfe am Rucksack untergebracht habe bastel ich mir meinen MP3 Player und die Flasche Wein aus dem Rucksack.

Es ist heute zwar verdammt windig und ich muss die Lautstärke fast voll aufdrehen, aber nicht nein nichts kann mich aufhalten meinen Geburtstag so zu feiern wie ich möchte und nachdem ich dann endlich die ersten Klänge von „Moon Safari“ hören kann…schraube ich den Wein auf und wünsche mir von Herzen selber ein „happy birthday“ Chris.

Ich weiß gar was ich zuerst genießen mag, Meer hier, Musik da, Wein dort und Chris mittendrin….so freue ich mich über erstmal über mich und dann Erik, dass mein großer Wunsch nun doch noch irgendwie geglückt ist. Dann summe ich ein paar Takte des aktuellen Songs von „Moon Safari“ mit, genehmige mir einem großen Schluck aus meiner Rotweinflasche und schreie nochmal ganz laut: „happy birthday“ Chris – schön das es Dich gibt. Du bist einfach nur einzigartig und grandios. Und wenn der Rest der Welt das nicht versteht, das ist egal denn da bin ich mit mir im Reinen und das reicht auch vollkommen. Es macht das Leben zwar oft etwas herausfordernd für mich, gerade meine Sensibilität, aber ich möchte es auch keinesfalls missen. Das ist eben mein Weg und so soll es ein und es hat auch seinen Sinn.

Ich bin sehr dankbar, dass ich es wieder ein Stück weiter geschafft habe mich mit der Natur mit der Welt zu verbinden und ein bisschen mehr von dem Flüstern wahrzunehmen und zu verstehen.

Ich weiß für einige klingt das abstrus, komisch oder absurd…aber für mich ist es ein Schritt mehr zum Ursprung, zu meinem Sinn. Und dafür bin ich dankbar.

Und als mir das klar wird, was für ein großes Glück ich doch habe an diesem 26ten Januar, an meinem Geburtstag, was für ein tolles Geschenk ich bekommen habe zu meinem 42ten (hab immer ein Handtuch dabei, 42 ist die Antwort auf alle Fragen (Douglas Adams)) Geburtstag.

Das ist dann der Moment an dem ich doch froh bin das es so windig ist und die Brandung so laut – ich breche in Tränen aus – Tränen des Glücks.

Und wenn ich persönlich Menschen etwas wünsche oder wünschen darf, dann dass sie Ihre Schwingung finden, um Ihr Glück wahrnehmen zu können, denn es ist immer da und die Kunst ist für mich die Stimme die zu einem gehört zu finden unter den unzähligen und der dann auch zu folgen.

Nachdem also das Meer nun um mindestens 77 Tränen und somit mehr Wasser reicher ist fange ich an zu genießen und vor allem den Gang des Meeres und der Wellen zu verfolgen….das entspannt mich so ungemein.

Und ich erinnere mich daran 1999 als ich in Gießen anfing zu studieren und es gerade mal Modems gab um ein bisschen Internet zu nutzen, da bin ich immer zum chatten in den Computerraum der FH gegangen, weil es da schon eine Standleitung gab. Und da habe ich mal ein Mädel kennen gelernt, die hat Fotos von Augenausschnitten gesammelt. Doreen, eine Asiatin die im hessischen Herborn gelebt hat zu der Zeit. Und nach einem kurzen Plausch habe ich Ihr auch meinen Augenausschnitt gesendet und sie hat mir dazu in etwa folgendes zurückgeschrieben:

Deine Augen strahlen etwas Unsicherheit und Angst aus, aber ich empfehle Dir einen kleinen Laden am Meer aufzumachen. Das hat etwas beruhigendes für Deine Seele und ist gut für Dich. Vieles kann sich für Dich lösen.

Das werde ich nie vergessen, da ist ein wildfremder Mensch, den ich nie gesehen habe und nie sehen werde und der nimmt das aus einem Foto wahr und je älter ich werde, umso erstaunter bin ich doch, was für feien Antennen Menschen haben. Ich denke heute noch oft an diesen Nachmittag und diese Chatbegegnung.

Solche Dinge gehen mir da also an meinem Geburtstag am Strand durch den Kopf und die Zeit vergeht wie im Fluge und die Flasche Wein leert sich zwar, aber doch langsamer als es die 90 Minuten von mir erwarten.

Klar könnte ich etwas aufheben und mit nach Hause nehmen, aber die Mission sagt eindeutig…Geburtstag feiern am Strand, eine Flasche Wein trinken und „Moon Safari“ hören.

Hrhr ich spüre bald deutlich, das Seeluft das ganze durchaus noch verstärken kann, aber ich habe eine wunderbare und grandiose Zeit und jeder Tag den ich am Meer sein kann ist für mich einer der besten Tage meines Lebens und ich bin mir mittlerweile doch sicher, dass ich irgendwann einmal ein Leuchtturmwärter gewesen bin, wie ich bei meiner Rückführung in der Hypnoseausbildung danach berichtet habe.

Selbst mein neuer kleiner Reisecomputer von dem ich hier meinen Blog tippe hat den Namen Lighthouse bekommen und im Windows Benutzer Icon ist natürlich ein Leuchtturm zu sehen…damit bin ich einfach irgendwie verbunden.

Tja und dann waren die 90 Minuten auch irgendwann einmal rum und ich bin wieder in Richtung Parkplatz getor…. Gegangen selbstverständlich und wenn ich etwas gewackelt habe, dann nur weil der Wind mich so stark durchgeblasen hat.

Erik ist dann auch pünktlich aufgetaucht und beschwingt und vor mich hin erzählend sind wir dann zurückgefahren, um bei den restlichen Vorbereitungen zu helfen und dann, um ein wenig zu Tanzen und Spaß zu haben.

Und genauso haben wir das dann auch gemacht und am frühen Abend ging es dann auch los und es war ein tolles Fest an dem bestimmt 40 Leute gekommen sind und alle auf Ihre Weise Spaß hatten.

Bis tief in die Nacht ging es – dann zwar nur noch mit dem harten Kern sprich den Gemeinschaftsanwohnern bis ganz am Schluss nachts um 3 nur noch Erik und ich übrig waren und wir zuletzt zusammen unseren Lieblingssongs von Pink Floyd gelauscht haben, aber es war alles perfekt so wie es war und ich habe sogar von Cat der Frau von Ron einen weiteren kleinen Geburtstagskuchen bekommen….vegan und aus Schokolade und mit echten essbaren Blüten aus dem Garten. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Und sie glaube ich auch, denn tags zuvor waren wir da abends noch zum Essen eingeladen und als sie gehört hat, dass ich ein absoluter Vollblutfleischesser bin hatte sie echt Sorge, dass ich unglücklich werden könnte. Zugegebenermaßen wollte ich mir auch erst ein Huhn mitnehmen, dachte aber dann ne das ist unhöflich und was soll ich sagen…der Auflauf war großartig und der Nachtisch auch. Keine Ahnung was da drin war, aber ich habe Fleisch nicht eine Sekunde vermisst und mir sogar noch nachgeben lassen.

Toll und überraschend zugleich fand ich auch, dass Ihre 10-jährige Tochter (die mit der Band Imagine Dragons) urplötzlich mit einem gefüllten Teller vor mir stand und mich und andere bedient hat. Alter Falter, das wäre mir im dem Alter nicht mal mit Ansage eingefallen. Nicht dass das so üblich ist in Neuseeland, aber in vielen Familien, die ich kennengelernt habe, sind die Kinder in jungen Jahren schon so selbstständig und erstaunlich beeindruckend. Und warum, alles was die Familien in der Erziehung gemeinsam haben ist, dass sie ein liebevolles Vorbild sind und genau das die Kinder lehren…zu lieben und füreinander da zu sein. Und dann kommt so etwas dabei heraus. Einfach großartig.

Natürlich gibt es auch genug Familien, wo es Probleme gibt…das Gras ist nicht überall grüner als auf der anderen Seite. Aber dennoch ich finde das gibt es das in Neuseeland erstaunlich oft. Genauso wie die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen, die ich selber hier nach meiner Ankunft in Paeroa wieder erlebt habe. Aber das kommt im nächsten Bericht.

Erik und ich sind dann nach dem 5ten Pink Floyd Song doch mal noch ins Bett gegangen, denn am nächsten Tag sollte es ja schließlich wieder zurück nach Paeroa gehen.

Der Schulanfang steht vor der Tür und Sabina muss wieder arbeiten und den Schulkindern Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen.

Erik ist erstaunlicherweise schon morgens um 8 wieder am Start während ich mich bis 10 Uhr noch 4 Mal wieder umdrehe, und fleißig Wasser trinke, damit das Hirn wieder in die Gänge kommt.

Derweil tauchen auch schon wieder die ersten Kinder auf, weil sie noch einmal die Gelegenheit nutzen möchten, den Computer und Spotify in so einer tollen Tanz Location nutzen zu können.

Sie fragen sogar, ob mich das stört…alles Gut ich muss mich eh aufrappeln und helfen alles zusammenzupacken.

Das dauert natürlich nach so einer Nacht alles Länger und hier noch ein Plausch und da noch ein Plausch und schließlich sind wir dann mittags gegen 3 Uhr soweit, um die 6 stündige Heimreise nach Paeroa anzutreten.

Die ich natürlich, ob der schönen Feier zumeist verschlafe. Die tollen Naturbilder habe ich Erik und Sabina zu verdanken, die an besonders schönen Plätzen gehalten haben, wo mich dann mal eben kurz die Lebensgeister wieder besucht haben und ich ein bissl fotografiert habe.

Drum weiß ich es auch grad nicht so genau mit den Namen…wo, was und wie und so. Ich bin eh eher der visuelle Typ und kann mir Namen schlecht merken, aber ich erkenne Orte, Gesichter und so weiter ziemlich schnell und ziemlich gut wieder.

Aber im Falle eines Falles gilt natürlich wie immer…stellt einfach Eure Fragen und ich probiere sie gewissenhaft zu beantworten oder die Information zu beschaffen.

Die meisten Wissen ja wahrscheinlich, dass ich darin besonders gut bin.

Es war jedenfalls ein gutes Gefühl ein zweites Mal in Paeroa anzukommen und nun vor allem mal ein bisschen da zu bleiben und meine Freunde zu überraschen.

Das ist mir echt schwergefallen die Klappe zu halten und zu warten bis ich vor der Tür stehe.

Aber von diesen Abenteuern berichte ich Euch das nächste Mal.

Es gibt hier soviel zu tun und zu erleben, dass es leider immer ein bissl dauert bis ich alles zusammengeschrieben habe und es sammelt sich auch immer mehr an.

Aber danke, dass Ihr Euch so interessiert was ich hier mache und dass Ihr vielleicht auch ein wenig Spaß dabei habt.



Passt auf Euch auf und seid Euch gewiss – ich liebe Euch und freue mich von Euch zu hören.



Chris


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