Shark Bay - Abenteuer am laufenden Band


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July 22nd 2013
Published: August 2nd 2013
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Tagwache war heute um 0630 Uhr. Bei der Morgentoilette hab ich mit einem Mann aus Albany geplaudert, der mir von dem Unwetter vor ein paar Tagen erzählt hat. Anscheinend hatte ich großes Glück, dass ich in dieser Nacht in Pemberton umgeben von Wald geschlafen habe – auch wenn der Strom ausgefallen ist. In Albany sind laut seinen Angaben bei vielen Geschäften sogar die Fenster zersprungen…

Mein erster Stop heute war Shell Beach, ein Strand, der komplett aus Muscheln besteht, teilweise bis zu 5 Meter tief. Beim Weg zum Strand hab ich zuerst noch geglaubt, dass ich auf Sand gehe. Mit jedem Schritt näher zum Wasser war aber klar, dass das nur zerbrochene Muscheln sind, und am Strand sind es dann nur noch Muscheln, ein wunderschöner Anblick. Da die Muscheln sich auch mit der Zeit und unter Druck sehr fest zusammenfügen, haben sie hier früher sogar Straßen und Ziegel für Häuser aus Muscheln gemacht.

Ein neues Erlebnis am heutigen Tag waren die Autofahrer, speziell die mit Wohnwagen oder Campervan – sie haben gegrüßt. Und zwar fast jeder. Ist fast wie als Motorradfahrer in Österreich und verbindet irgendwie. Normale Autos sind hier ohnehin fast keine unterwegs, nur entweder Allradfahrzeuge oder Wohnwägen und Campervans.

Kurz vor Denham, der westlichsten Stadt Australiens, hab ich mir in einem kleinen Café direkt am Meer noch ein paar ruhige Minuten, einen tollen Ausblick aufs Meer und einen Espresso gegönnt. In Denham selbst führte mich mein erster Weg ins Shark Bay World Heritage Discovery and Visitor Centre, in dem in eindrucksvoller Weise Informationen über die Tier- und Pflanzenwelt der Shark Bay sowie deren Entstehung vermittelt wird. Unter anderem auch über die Stromatolithen, die schon vor 3 Milliarden Jahre die Erde bewohnt haben und dafür verantwortlich sind, dass auf der Erde Leben, wie wir es kennen, entstanden ist. Sie haben nämlich das Kohlendioxid aus der Atmosphäre gefiltert und Sauerstoff abgegeben, wodurch nach und nach unser heutiger Lebensraum entstanden ist. Hier in der Shark Bay, genauer gesagt in den Hamlin Pools, leben sie noch immer und sind geschützt. Die Hamelins Pools befinden sich in einer großen Bucht mit einem Salzgehalt, der doppelt so hoch ist wie normal – Lebensbedingungen, wie sie die Stromatolithen brauchen.

Im Visitor Centre wollte ich auch eine abendliche Didgeridoo Dreamtour buchen, für die aber erst in zwei Tagen wieder ein Platz frei war. Somit weiß ich schon, was ich beim nächsten Mal hier machen werde ;-)

Ich bin ins Monkey Mia Dolphin Resort weiter gefahren, das auch etwas Spezielles zu bieten hat: freilebende Delphine, die jeden Vormittag zu Besuch kommen. Allerdings sind sie zwischen 11 und 12 Uhr nur kurz vorbeigekommen, zur Entschädigung hat sich auch eine Schildkröte gezeigt. Ich hab mir ein Stück Torte, einen Espresso und einen Saft gekauft, hab ein paar Bissen von der Torte gegessen und dann das WC aufgesucht. Als ich zurückgekommen bin, war meine Torte weg. Ich hab zuerst gedacht, dass der Kellner sie abserviert hat und bin wieder ins Restaurant gegangen. Er ist mir schon mit einem neuen Stück Torte entgegengekommen, weil sich in der Zwischenzeit die Möwen auf meine Torte gestürzt hatten. Ich hab das sehr nett gefunden J

Danach hab ich mich in ein Abenteuer gestürzt: den Francois Peron National Park. Der Nationalpark ist nur mit Allradfahrzeugen befahrbar, weil die Straßen reine Sandpisten sind. Bei der Einfahrt ist eine eigene Station, an der ich Luft aus den Reifen gelassen habe. Ich hab für eine Übernachtung am Campingplatz in der Big Lagoon gezahlt und bin aufgebrochen. Unterwegs hatte ich immer wieder das Gefühl, dass ich bald steckenbleibe, bin aber gut durchgekommen. Knapp 30 Kilometer auf Sandpisten war der Weg zu meinem ersten Ziel, dem Herald Blight, einem abgelegenen Strand. Kurz vor dem Strand war nochmals ein Hinweis auf „soft sand“, und kurz danach hab ich schon gemerkt, was damit gemeint ist. Der Sand war sehr weich und tief, und ich wollte sofort in einer Runde zurückfahren, bin aber stecken geblieben. Mit vor und zurückschieben war ich gleich draußen, bin aber nach kurzem wieder stecken geblieben. Auf diesem Strand waren drei Mädls aus Perth, die dort für ein paar Nächte geblieben sind – sonst niemand. Die drei haben mir dann beim Ausgraben geholfen. Als ich allerdings knapp vor dem Verlassen des Strandes noch einmal stecken geblieben bin, war alle Mühe vergebens. Gottseidank ist nach einer halben Stunde ein Australier mit einem Geländewagen gekommen, der mich unter großen Mühen – einmal wär er fast selbst stecken geblieben – rausgeschleppt hat. Nach dieser Anstrengung war ich ziemlich fertig und wollte nur mehr irgendwo gemütlich schlafen. Deshalb hab ich mich vom Nationalpark verabschiedet und bin nach Denham gefahren, wo ich mir kurzfristig in Bay Lodge Backpackers ein geteiltes Zimmer genommen habe. Den anderen Schlafraum hat ein pakistanisches Paar aus Perth bewohnt.

Der Gedanke an ein frisches Bett hat wieder Energie freigesetzt, weshalb ich noch meine Wäsche gewaschen und mir selbst gekocht habe. Einen Verdauungsspaziergang durch das nicht sonderlich große Denham und ein Glas Sauvignon Blanc aus Neuseeland im Denham Waterfront Hotel später war ich wieder im Backpackers, hab die Wäsche aus dem Trockner genommen und noch ein wenig mit meinen Wohnungsgenossen geplaudert.

Um 2200 Uhr ist dieser für mich abenteuerliche Tag zu Ende gegangen.


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