Farmerfahrung in Mildura


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March 9th 2013
Published: August 2nd 2013
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Das Wochenende verbringe ich größtenteils mit der Erkundung von Mildura, und da hier nicht wirklich viel zu sehen ist, verbringe ich mehr Zeit im Hostel und mit den Leuten hier.

Mir wird gesagt, dass ich am Dienstag anfange zu arbeiten und Orangen pflücke. Ich habe mich zwar für Weintraube beworben, aber man nimmt hier eben was man bekommt (also man ist eher froh, wenn man einen Job bekommt).

Am Montag erhalte ich schließlich die Nachricht, dass es erst Mittwoch anfängt und das wir Wassermelonen ernten. Somit haben sich meine ehemaligen Weintrauben in der Größe leicht geändert. Aber was solls, ändern kann ich nichts und ich bin froh, endlich mit meiner eigenen „Farmerfahrung“ anfangen zu können.



Der Mittwoch kommt und am Ende des Tages wünsche ich mir, dass ich lieber etwas anderes gemacht hätte. Weintrauben sind doch nicht so schwer wie eine große Tigerwassermelone (die länglichen Wassermelonen nennen sich „Tiger“. Von der Form her wie Zucchini).

Ich will kurz erklären, wie der Mittwoch verlief. Zu erst wurde uns erklärt auf was wir achten müssen, um zu erkennen, wann eine Melone reif ist. Das klopfen ist schon mal wichtig, am Klang erkennt man einiges. Dann gibt es aber noch den Stil, an welchem sich eine Art Nabelschnur befindet und wenn diese abgestorben / braun ist, dann ist es schon mal ein gutes Zeichen. Einige Melonen werden geschlachtet, um zu prüfen, nach welchen Kriterien wir gehen müssen, damit die Melonen gut sind. In Viererreihe wird dann gepflückt. Drei Leute stehen in einer Linie im Feld und pflücken, während ein vierter am Wegesrand steht und die Melonen entgegen nimmt und am Weg sammelt. Das klingt so unspektakulär, wie es ist. Wobei es interessant wird, wenn man so eine große, ca. 15kg schwere Melone wirft :D

Nachdem wir fertig gepflückt haben, geht es ans aufladen der Melonen auf den Anhänger. Ein Traktor fährt vor, mit zwei „Tieflader“-Anhängern. Darauf sind Pappboxen, wo die Melonen reingelegt werden. Es wird mit Vorsicht gehandhabt, damit die Melonen innen nicht kaputt gehen.

Wir arbeiten in Zweierteams. Einer steigt in die Box und der Andere steht unten und wirft die Melonen hoch. Damit sind wir beim schwierigen Part angelangt. Man stelle sich bitte vor, dauernd Wassermelonen (runde und längliche) hochzuwerfen. Man muss das im Tempo des Traktors machen, was bedeutet, man muss schnell sein. Also alle 3 Sekunden oder so ca. 10kg werfen. Über eine Bahn, welche ca. 100m lang ist denke ich. Man sollte es evtl. als olympische Disziplin einführen, denke ich :D

Wir erhalten aber gutes Geld für unsere Arbeit und somit sind wir sehr zufrieden mit dem heutigen Tag.



Donnerstag und Freitag habe ich leider keinen Job. Ich bin aber auch gar nicht böse darüber, ich muss eh gerade meinen Muskelkater auskurieren. Die anderen Backpacker mit denen ich gearbeitet habe, sind aber auch sehr gut mit Muskelkater bestückt.



Am Samstag geht die ganze Prozedur dann einem anderen Farmer weiter. Am Sonntag darf ich auch wieder antreten, nur wurden alle restlichen Backpacker vom Samstag ausgetauscht. Montag ereignet sich dasselbe spiel des austauschens noch einmal und danach bin ich ganz froh, dass die Arbeit geschafft ist.

Weiterhin gehe ich ein paar Tage Melonen ernten. Bis ich eines Donnerstags zurück ins Hostel komme und ein Jobangebot mit Traktorfahren sehe. Das ist wonach ich gesucht habe. 20$/h und 10h am Tag arbeiten. Da man hier seine Freizeit mir nichts tun meist verbringt, ist das eine super Sache. Nach ein paar Telefonaten habe ich den Job und Freitag Mittag geht’s auch schon los. Ich sitze auf einem John Deere Traktor mit einer Gabel vorn dran. Zusammen mit einem Australier bin ich auf einem großen Staubplatz, wo die Traktoren ihre Boxen mit Rosinen abladen und ich belade die Anhänger wieder mit neuen leeren Boxen. Das muss möglichst schnell geschehen, da der Harvester, die große Maschine, welche die Rosinen von den Reben schneidet, nicht stillstehen sollte. Am ersten Tag arbeiten wir 8 Stunden. Nicht so lang wie erwartet, aber das heutige Feld ist geerntet und jetzt folgt die Osterpause.

Osterpause ist natürlich schlecht für mich, da dann keine Arbeit ist und damit kein Geld kommt. Glücklicherweise bekomme ich mit dem Belgier, welcher auch mit beim Traktorfahren ist, einen Job im mexikanischen Restaurant.

Am ersten Tag räumen wir den Lagerraum auf. Am Ende des Tages kommen wir mit jeder Menge kostenloser Sachen zurück (Gläser, Essen, Bier, Wein…) und obendrein wurden wir dafür bezahlt. Somit sehr erfolgreich 😊

Nach ein paar freien Tagen entscheide ich mit einer anderen das Hostel zu wechseln, da dort Jobs in Aussicht sind. Ich bekomme auch gleich für den nächsten Tag Arbeit und fange dann beim Knoblauchernten für einen ehemals griechischen Bauern an.

Nach ein paar Tagen Knoblauchpflanzen ist es auch geschafft und ich bekomme die Nachricht, noch einmal Traktor fahren zu können. Somit geht es noch einmal aufs Feld und nach jeweils guten 12h Traktor fahren beende ich meine Mildura Farmerfahrung und fahre nach Sydney über Canberra (Australiens Hauptstadt), wo ein große Reise beginnt.

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