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March 13th 2020
Published: March 14th 2020
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Tag 4 – Freitag, 13.3. València

Wir schliefen aus und wurden von lautem Tumult geweckt. Eine Horde Kinder tobte vorbei und irgendwer schlug mit einem Hammer das Haus kaputt. Nein, Quatsch, aber so hörte es sich zumindest an. In der Küche suchten wir nach Frühstück. Da es weder Wasserkocher noch abgewaschene Töpfe gab, wagten wir uns an die Nespresso-Maschine und brauten einen Kaffee, allerdings mit viermal soviel Wasser als gedacht. Dann stippten wir Digestive-Kekse und Löffelbiscuits in den Kaffee, und ich trank auch mutig den Rest aus. Gegen halb elf machten wir uns auf den Weg. Eine Straße weiter kamen wir an einem tollen Obst&Gemüse-Händler vorbei. Namid fasste prüfend eine Mango an, und ich wollte ein Foto machen. Da kam der Verkäufer und wir dachten, er wollte uns anmeckern. Aber stattdessen stellte er sich grinsend fürs Foto in Position! Haha, netter Spanier. Wir kauften unsere Mango und liefen dann weiter die Straße hinab. Alle paar Meter hielten wir an, da Namid sich über die spanischen Straßenbäume Jacaranda mimosifolia und viele weitere freute. Schließlich erreichten wir den Antiguo Cauce del Río Túria, einen Park, der in einem ausgetrockneten Flussbett lag und quer durch die ganze Stadt führte. Erst waren wir etwas
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Unser Früchtemann ;)
enttäuscht, es war ziemlich verbaut mit Sportanlagen, doch nach und nach wurde es immer grüner, mit vielen Palmen, Orangenbäumen und hier und da einem Springbrunnen. Auch hier musste Namid sehr viele Bäume grüßen und Saatgut einsammeln. 😉 Nach einer Weile kamen wir zu einer Brücke, wo zu beiden Seiten Monumente lagen. So machten wir einen kurzen Abstecher, um sie anzuschauen, eine geschlossene Kirche mit hübschem Turm sowie denTorres de Serranos. Wir folgten noch ein bisschen dem Flussbettpark und setzen uns schließlich auf einen Baum, um genüsslich unsere Mango zu verspeisen. Ein paar Brücken weiter verließen wir den Park und ich navigierte zur Touristinformation. Hier holten wir einen Stadtplan und setzen uns damit in den angrenzenden Park. Während wir unser restliches Gebäck verspeisten, tüftelten einen Plan aus. Danach durfte Namid nach Herzenslust seiner Intuition und gelegentlich dem Stadtplan nach navigieren, wir hatten ja Zeit und konnten somit auch immer spontan unsere Route anpassen, je nach dem, wo es gerade schön aussah. Bei einem Carrefour kauften wir Brot, Käse und Wasser. Dann liefen wir zum Plaza de la Reina.Jemand standunter einem Baum und sang mit Mikrofon. Viele Leute saßen in den Cafés und Restaurants, ein Kellner wollte uns herein locken mit „Change your day“, hatte Namid verstanden, aber das wollten wir ja gar nicht, wir lebten doch gerade einen wunderschönen Tag! Wir warfen einen kurzen Blick in die Kathedrale, da musste man aber bezahlen. Dann liefen wir durch nette Nebengassen zu einem anderen Platz, ebenfalls mit vielen eindrucksvollen Monumenten. In den Bäumen hingen bunte gestrickte Hexagone, witzig. Wir folgten hübschen netten Gassen auf der Suche nach der von Linda empfohlenen Markthalle, dem Mercado Central. Auf dem Weg kaufte ich mir ein Empanada Legumes y Verdures, fragt mich nicht, wo da jetzt der Unterschied ist, ich nahm mal an, das war beides Gemüse. Kurz darauf erreichten wir die Markthalle, sie war aber geschlossen. Ich aß mein Empanada auf den Treppenstufen – es war echt lecker gewürzt. Dann liefen wir noch ein paar Straßen rund um die Markthalle entlang, dieses Viertel schien etwas heruntergekommen und es gab ganz gutes Streetart.
Nun gingen wir zum Plaza Ajuntament. Hier war eine riesige Statue – ein meditierender Körper und daneben der zugehörige Kopf – und der Kopf hatte eine Atemmaske aus Stoff auf. Genau dieses Bild hatte ich auch schon im Internet zu meiner València&Corona-Recherche gefunden. Vermutlich hatten sie die Atemmaske dieses Jahr nachträglich angebracht. Was
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Plaza de la Reina
das nun für eine Message ergab – nicht von Corona aus der Ruhe bringen lassen und meditieren? Nun, so in etwa sollte man es vielleicht angehen, wenn man vorsichtig war. Und das waren wir auf jeden Fall. Wir hatten einen Türklinken-, Knöpfe- und andere unvermeidbare-Dinge-anfass-Ärmel und einen sauberen, Haare-aus-dem-Gesicht-streich-Ärmel. Wir fassten nichts mit den Händen an, und wenn es wirklich unvermeidbar war, wie zum Beispiel bei Geld, dann desinfizierten wir danach sofort die Hände. Und jedes Mal, bevor wir etwas aßen, auch. Alle Händewaschgelegenheiten wurden genutzt, auf Zugklos wurden Seifenspenderknöpfe, Türklinken etc. nur mit Papiertuch bedient. Wir mieden Menschenansammlungen, von denen es sowieso kaum welche gab, und wenn wir ins Gedränge gelangte, zog ich kurz mein Tuch hoch. Also mehr konnte man wirklich nicht machen. Und so konnten wir unsere Reise auch genießen, besonders, weil es überall angenehm leer war, zumindest, was Touristen anging.
Von dem Platz liefen wir nun durchs Ruzafa-Viertel zurück zum Flussbettpark. Namid erntete zwei Orangen auf dem Weg, doch die waren dann leider viel zu sauer. Wir kamen an einem Spielplatz vorbei, einem riesigen Kletterding, über das man laufen konnte. Es waren überwiegend Erwachsene dort, von oben hatte man auch einen guten Blick. Wenig später
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Palau de los Artes
erreichten wir El Ciudad de los Artes. Hier gab es eine Menge imposante moderne Gebäude (u.a. Musikhaus, Wissenschaftsmuseum, Ozeaneum) mit Wasserflächen dazwischen. Schon eindrucksvoll!
Auf der Karte hatten wir gesehen, dass es von hier aus bis zum Hafen gar nicht mal soo weit war. Und zum Meer war es von dort aus auch gar nicht mehr soo weit. Die Sonne ging zwar bald unter und Namid hatten nur einen Pulli dabei und musste dringend auf Toilette, aber wir waren halt schon relativ nah dran, und kamen vermutlich auch nicht noch einmal in diese Ecke. Also zogen wir es durch. Bis zum Hafen zog es sich etwas, wir liefen zwischen hohen spanischen Küsten-Wohnblocks hindurch. Schließlich erreichten wir den Hafen. Hier waren ein paar schöne Bauwerke und es lag schon etwas Meeresduft in der Luft. Wir liefen die Hafenpromenade entlang und gelangten schließlich zu einer Palmenallee, die schließlich endlich zum Meer führte. Sandstrand! Und ein paar kleine Wellen. Wir liefen ein Stück an der Brandung entlang und setzen uns dann auf die Mauer neben der Promenade, wo wir unser Brot rupfend mit Käse verspeisten. Danach machten wir uns auf den langen Weg nach Hause – Namid hatte auf der Karte gezeigt,
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Corona-Denkmal Plaza Ajuntament
dass wir von der rechten unteren Ecke in die linke obere Ecke laufen mussten. FGM berechnete eine Route von 1 h 37 min. Wir liefen aber einfach nach Orientierung, man musste eigentlich nur geradeaus, bis man auf den Flussbettpark traf, und dann quer durch die Innenstadt. Dafür zog Namid dann ab und zu die Karte zu Rate. Unterwegs kauften wir uns noch frische Tomaten und eine Riesenaubergine. In den Seitenstraßen waren bunte Beleuchtungen gespannt und an manchen Stellen standen eingepackte Figuren. Hier schien es wirklich ein Fest zu geben.
Zufällig kamen wir noch an einer hübschen Kirche vorbei. Wir traten ein und blieben am Eingang stehen. Dort waren zwei Angestellte, und wir dachten schon, sie wollten schließen und uns rausschicken. Doch der eine ermunterte uns, hereinzukommen. Der andere in weiß gekleidete Mann winkte uns zu. Verwirrt winkte Namid zurück. Wollte er, dass wir rausgingen? Da er unsere Verwirrung sah kam er auf uns zu und meinte etwas wie „schaut euch ruhig um, ich habe bloß gewinkt!“ Schon die zweite Situation, wo wir das Gefühl hatten, etwas falsch gemacht zu haben, und dabei die Spanier einfach nur nett sein wollten. Als wir dann durch die Kirche gingen wedelte dafür ein
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Vamos a la playa
anderer Mann mit seinen Schlüssen und meinte „closed“. Na gut, da spalteten sich wohl die Geister. Aber wir hatten uns ja auch genug umgeschaut.
Kurz vor halb elf kamen wir nach Hause. Wir redeten etwas mit Lorenc, und er erzählte uns, dass normalerweise im März immer traditionelle Feuer in der Stadt seien, die allerdings wegen Corona abgesagt wurden. Trotzdem hatten sie offenbar die Dekoration schon zum Teil in der Stadt. Wir kochten aus den Tomaten eine leckere Tomatensauce – yummi – und brieten die Aubergine mit Knoblauch an. Namid kümmerte sich dann darum, während ich schon mal mit dem Blog begann. Danach schichtete ich die Auberginen und die Tomatensauce abwechselnd auf zwei tiefe Teller, legte je eine übriggebliebenen Gouda-Scheibe darauf und überbackte es in der Mikrowelle. Und es schmeckte tatsächlich ganz gut nach Parmigiana alla Melanzane – nicht ganz natürlich, aber die frische Tomatensauce war super lecker! Nach dem Abendessen (oder eher Mitternachtsessen) schrieb ich den Blog zu Ende, während Namid Unterkünfte für den nächsten Städtetrip anschaute. Anschließend wollten wir noch die València-Doku zur Inspiration schauen.


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Spanisches Frühstück
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Antiguo Cauce del Río Túria
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Ich will die Samen haben!!!
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Der Mango-Präparator
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Empanadas


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