My Eurovision: Workaway in Europa - Step 21: Salthill


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August 12th 2017
Published: August 15th 2017
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Platten vom Boden rausnehmen
Tag 325 – Gassi gehen, Yoga & Bauarbeiten

Am Wochenende war eigentlich frei, doch ich war ja gerade erst angekommen und wollte lieber heute arbeiten und dann in der Woche einen Tag freinehmen und einen Ausflug planen.
Ich hatte abends noch mit Colm geredet und er hatte mich gebeten, mit Bella spazieren zu gehen. Nach dem Frühstück gab ich ihr ihre Medizin, sie hatte nämlich Arthrose. Sie bekam ein Medikament in den Mund gespritzt und musste außerdem eine Pille schlucken, was sie hasste. Beim ersten Versuch spuckte sie sie wieder aus, doch dann klappte es. Zur Belohnung bekam sie ein Stückchen Käse. Um halb neun liefen wir los. Wir gingen wie am Vortag in den Park, doch es waren mehrere Leute mit Hunden unterwegs und sie zerrte schon, und deshalb ließ ich sie lieber nicht von der Leine.
Als wir den Park verlassen hatten liefen wir die Promenade entlang – mein Gott, waren viele Menschen unterwegs: Leute mit Hunden, Fahrradfahrer, Jogger… ich musste Bella ganz kurz halten, und dauernd ausweichen. Morgens und abends sollte man mit Bella an den Strand gehen, doch ich war noch nie dort gewesen, gestern hatte es ja geregnet. Wo war der Strand denn
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Bella am Strand
bloß? Hier waren bloß große Steine zur Befestigung.
Ich setzte auf rechts, und kam schließlich auch zu einem kleinen Stück Strand. Dort waren bereits zwei Leute mit ihren Hunden, und da die auch beide herumliefen, ließ ich Bella nun auch von der Leine. Sie interessierte sich dann gar nicht für die anderen und spielte lieber mit dem Ball.
Ab neun Uhr waren Hunde am Strand verboten, und die anderen machten sich auf den Weg. Ich wollte auch gehen, doch Bella stand im flachen Wasser und schaute mich an. Ich warf den Ball. Keine Reaktion. Wie sollte ich sie denn jetzt bloß aus dem Wasser, geschweige denn an die Leine kriegen? Schließlich kam sie jedoch raus, und nachdem sie ein paar Mal, in erregter Erwartung, ich würde den Ball für sie werfen, vor mir weggelaufen war, ging ich schließlich Richtung Treppe und sie beruhigte sich endlich und folgte mir. Sie machte dann sogar brav Sitz und ich konnte ihr die Leine anhaken. Puh, da war ich erleichtert. Und auch ein bisschen stolz, denn am Vortag hatte Kelly sie nach dem Park für den Nachhauseweg nicht mehr an die Leine genommen, laut ihr schaffte man das nämlich sowieso nicht immer.
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Ich habe eine Wand eingerissen!
Das wollte ich wiederum wegen der Autos, Passanten und anderer Hunde nicht machen.
Nun ging ich die Promenade entlang und wollte von dort aus in unsere Straße einbiegen. Doch ich fand sie nicht, von dieser Seite war ich ja noch nie nach Hause gegangen. Es konnte eigentlich nicht so schwer sein, doch weder weiter rechts noch weiter links schien mir richtig. Da ich unter Zeitdruck war, probierte ich, Colm anzurufen, doch er ging nicht ran. So rannte ich mit Bella zurück, am Park entlang und nahm den gleichen Weg, den wir gekommen waren.

Ich glaube, ich war genau rechtzeitig um Viertel nach neun wieder zuhause – da wollten Colm und ich nämlich losfahren. Colm hatte mit Yoga angefangen, und heute war seine zweite Unterrichtsstunde. Als er gestern davon erzählt hatte, hatte er gefragt, ob jemand mitwollte – klar doch, gerne! Man musste allerdings für jedes Mal 15€ bezahlen; das war mir entschieden zu viel. Doch Colm meinte dann, ich solle 5€ bezahlen und er würde mir den Rest dazugeben, er wollte gerne Gesellschaft haben, und da willigte ich ein, mitzukommen. Wie nett von ihm!
Außer uns waren noch drei andere Schüler da, einer kam allerdings später, und
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Sieht ja gut aus, aber die "Tarte" ist doch wohl ein schlechter Scherz!
verließ dann mitten in der Unterrichtsstunde den Raum – hatte ihm wohl doch nicht gefallen. Der Yoga-Lehrer wiederholte seine Einstiegsworte – „Take a rest, whenever you want“ und fügte hinzu “and feel free to quit the class at any time. Hahaha…”
Wir machten den Sonnengruß, je fünfmal in zwei verschiedenen Versionen; allerdings waren beide etwas anderes als die, die ich kannte. Danach machten wir noch zwei andere Übungsabläufe, einer davon hatte einen „Starfish“ mittendrin, ich glaube, so ähnlich kannte ich den auch. Zum Schluss gab es dann eine kurze Entspannung. Das war erst eine Atemübung, bei der wir uns hinsetzen, die Augen schließen und geräuschvoll ein-und ausatmen sollten. Danach sollten wir uns hinlegen und er wies uns an, uns auf bestimmte Körperteile zu konzentrieren. Daraufhin verweilten wir noch ein paar Minuten in der Stille, und dann war der Unterricht zu Ende.

Auf dem Rückweg kauften wir noch ein paar Früchte im Fruit&Veg-Laden. Zuhause wollte ich eigentlich duschen, doch wir wollten ja mit dem Renovieren des Schlafzimmers anfangen, und so verschob ich das auf später. Es dauerte dann aber noch eine ganze Weile, bis es losging.
Colm trug mir auf, mit dem Akkuschrauber die Schrauben aus den Holzplatten auf dem Boden zu ziehen. Manche wollten allerdings nicht so wie ich, und so versuchte Colm auch noch mal sein Glück. Daraufhin machte ich ein bisschen sauber und wir räumten das ganze Zeug auf eine Seite des Raumes, so dass wir auf der anderen Seite die Platten rausnehmen konnten. Nun kamen auch die Jungs dazu. Sie übernahmen, Colm und ich hebelten die Fußleiste raus und dann meinte er, ich könne die Gipsplatten abmachen. Na dann mal los. Wir hatten alle Ohrenstöpsel bekommen; ich hatte mir meine Arbeitshandschuhe geholt und setzte mir auch noch die Schutzbrille auf. Dann nahm ich mir den großen Hammer und drosch auf die Wand ein – nach und nach brach die Gipsplatte weg. Kurz darauf kam Colm hoch, und meinte, keiner solle mehr hämmern – er war draußen gewesen und es war viel zu laut. So machte ich mich mit der Brechstange daran, die Platte abzuhebeln. Job erledigt!

Colm meinte, es gäbe im Moment nicht wirklich was zu tun mehr, ich könne essen oder in die Stadt gehen. Aus dem Vorschlag wurde dann eine kollektive Mittagspause. Wir wärmten die Suppe auf und er machte Würstchen, Pilze, Spiegeleier und Baked Beans. Da alle drei Packungen Toast angeschimmelt waren, ging ich noch schnell zum Laden um die Ecke, um Brot zu holen. „Take some nice bread!“, hatte Colm gesagt, und so kaufte ich ein frischgebackenes Vollkornbrot, aber richtig Vollkorn. Das tat mal gut. 😊 Leider aber trotzdem mit Backpulver statt mit Hefe gebacken, das fand man hier in Irland irgendwie nicht anders. Eine Packung Toast nahm ich auch noch, war schließlich nicht für jeden was. Ich war dann glaube ich auch fast die Einzige, die es mochte.

Nach dem Essen versuchte ich, Kontakt zu Kelly aufzunehmen, die in die Stadt gegangen war – sie hatte ja heute frei. Ich konnte sie aber leider nicht erreichen, naja, dann konnte ich ja auch noch weiter helfen. Colm meinte, ein Wochenend-Putz sei nötig, und die Jungs saugten und wischten den Boden. Ich bekam den Auftrag, mit Bella rauszugehen. So ging ich mit ihr in den Park, wo ich noch einen anderen Hundebesitzer traf, mit dem ich mich unterhielt, während die Hunde ein bisschen miteinander spielten. Erst jagten sie sich wie verrückt, und dann ignorierten sie sich und liefen in verschiedene Richtungen. Und dann jagten sie sich noch einmal. Schließlich ging er weiter und ich machte mich auch auf den Weg nach Hause, diesmal fand ich den Weg auch.

Nun wollte ich eigentlich gerne duschen, doch sie hatten das Wasser abgedreht, um die Toilette im Raum zu entfernen. So schrieb ich erst mal an meinem Blog. Als ich mein Glück erneut versuchen wollte, ging zwar das Wasser, aber der Druck war nicht ausreichend. Also noch länger warten. Als ich beim nächsten Mal fragte, hieß es, nun müsste es eigentlich gehen, doch es kam immer noch kein Wasser in der Dusche.
Schließlich bekam ich Hunger, doch die anderen wollten irgendwie noch nichts essen. Kelly und ich beschlossen schließlich, ins Restaurant an der Ecke zu gehen, da es so ziemlich ihr letzter Tag hier war. Ich hatte vorher schon auf die Karte geguckt und bestellte mir eine mit Ziegenkäse überbackene Tarte, garniert mit karamellisierten roten Zwiebeln und Salat. Hörte sich doch gut an, und ich hatte jetzt mit etwas meinem Pie Ähnlichem gerechnet. Doch was ich dann für meine sieben Euro bekam, war eher ein Keks mit ein paar Salatblättern. Es stand bei den Vorspeisen, aber trotzdem, Frechheit!
Wieder zuhause funktionierte das Wasser dann endlich wieder, allerdings musste ich nun das warme Wasser anschalten und noch zwanzig Minuten warten. Aber dann konnte ich endlich duschen, und es war viel Wasser und durchgehend schön warm, das tat doch mal gut, nach der wechselwarmen, engen Dusche im Caravan! 😊
Danach schrieb ich noch weiter Blog, bis Lea wieder zuhause und soweit fertig war, und dann gingen wir mit Kelly in den Pub, wieder zu O’Connor’s. Heute probierte ich das Connemara Pale Ale. Hinterher ging ich wieder sofort schlafen, am nächsten Morgen mussten wir nämlich mitten in der Nacht aufstehen.

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