Rentierschlittenfahrt


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February 28th 2009
Published: February 28th 2009
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 Video Playlist:

1: Rentierschlittenfahrt 141 secs
Das traditionelle Fortbewegungsmittel der Bewohner des hohen Nordens ist der Renntierschlitten. Natürlich konnte ich daher nicht umhin, ihn auch auszuprobieren. Genau wie bei der Huskysafari wurden wir auch diesmal warm eingekleidet und vom Guide zur Rentierfarm gebracht.
Dort spannte er die Rentiere ein und band sie jeweils an dem vorderen Schlitten fest. Ein „Schlittenzug“ bestand aus sechs Schlitten, in denen jeweils eine Person Platz hatte. Die Schlitten waren mit Rentierfellen ausgelegt und sehr bequem, obwohl sie nur aus Brettern bestanden.
Die Schlittenfahrt könnt Ihr euch auf dem Video ansehen. Ein Rentier kann ohne Probleme 500 kg ziehen, und bis zu 5 km in der Stunde zurücklegen. Nach dem Ausflug, beim obligatorischen heißen Saft, konnten wir dem finnischen (sprich: wortkargen) Guide einige Informationen entlocken (die weitern Touristen waren 2 Japanerinnen und ein koreanisches Pärchen).
Die Rentiere der Farmer leben in der freien Natur. Sie sind mit Marken im Ohr (früher habe die Saamis mit dem Messer Kennzeichen in die Ohren geschnitten) markiert und zu Winterbeginn werden die Herden zusammengetrieben, um die Jungtiere zu kennzeichnen oder Tiere zum Schlachten auszusortieren. Man nutzt dazu die modernen Transportmittel (Hubschrauber oder Motorschlitten).
Bei den Rentieren tragen die männlichen und die weiblichen Tiere Geweihe. Die Männchen werfen ihre Geweihe vor dem Winter ab, während die Weibchen ihre Geweihe erst im April verlieren. Das Geweih der Rentiere wächst im Sommer jeden Tag 2 cm und ist in 2 Monaten komplett ausgebildet. Rentierfelle haben sehr gute Isolationseigenschaften, da die Haare der Rentiere hohl sind. Die natürlichen Feinde der Rentiere sind die Wölfe, Luchse, Bären, für die „Babys“ (5 bis 7 kg) die Adler und der Vielfraß. In Finnland gibt es kaum Wölfe. Sie kommen nur zur Jagd aus Russland (Entfernung bis zur Grenze: ca. 40 km). Unser Guide, ein junger kräftiger Farmer erzählte uns, dass er dadurch mindestens 15 Rentiere pro Jahr verliert. Um einzuschätzen, wie hart ihn so ein Verlust trifft, fragte ich ihn nach der Anzahl seiner Rentiere. Kurzes Zögern und hier die wörtliche Antwort: „Wenn du mir sagst, wie viele Euros auf deinem Konto sind, dann sage ich dir, wie viele Renntiere ich habe.“
Da war ich wohl aus Unwissenheit etwas respektlos. Mir war nicht klar, dass für die Saamis die Größe der Rentierherden der Maßstab für Reichtum des Besitzers ist. Er nahm es nicht tragisch. Zum Abschluss demonstrierte er uns seine Fertigkeiten im Lassowurf. Auch wir durften uns danach an einem Modellrentier ausprobieren. Ich habe dann erfolgreich seinen Motorschlitten „gefangen“.Ein Rentierfarmer, der nur von der Rentierzucht lebt, muss ca. 500 Rentiere im Jahr verkaufen, um davon leben zu können. Außerdem ist die Rentierzucht in Schweden und Norwegen ein Privileg der Saamen, in Finnland wird sie vorwiegend von Finnen ausgeübt.
Weitere Informationen über die Renntierzucht könnt ihr unter: http://www.paliskunnat.fi/default.aspx?kieli=de-DE nachlesen.
Nach der erholsamen Fahrt mit dem Rentierschlitten nutzte ich die Zeit zu einem Skiausflug auf den „Kaunispää fell“ (437m). Die typischen Berge von Ostlappland sind „Inselberge“, da sie sich von der sonst flachen Umgebung abheben, Sie werden als „fell“ oder „Fjäll“ bezeichnet. Ihre Höhen liegen zwischen 400 m und 800 m. Die oberen Bereiche liegen meistens über der Baumgrenze. Es ging 3 km allmählich bergauf. Die Wege bzw. die Pisten für Langläufer, Spaziergänger und Schlitten sind getrennt und sehr gut gekennzeichnet. Es waren fantastische Anblicke und ein tolles Erlebnis, wie sich auf so einer kurzen Strecke die Landschaft ändern kann.
(Siehe Menüpunkt: gallery/ Fjällwanderung)
Oben angekommen wehte ein eisiger Wind. Hier war die gefühlte Temperatur mindestens gleich der tatsächlichen Temperatur (-15 Grad). Die Abfahrtpisten kann man mit den Pisten in unserer Heimat vergleichen. Sie waren beleuchtet, der Lift lief, aber in den 30 min, in denen ich im „HUIPPU“ (ein sehr gepflegtes Restaurant) war, habe ich keinen Abfahrtsläufer gesehen. Nach einem heißen Saft und Lachs im Blätterteig begab ich mich auf die Heimfahrt, um anschließend in üblicher Art und Weise den Tag zu beschließen. Mein nächster Beitrag berichtet über meinen Tagesausflug nach Inari, das Zentrum der Saamis in Finnland.



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Rentierschlittenreihe

Die Rentiere sind jeweils am vorhergehenden Schlitten angebunden


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