My Eurovision: Workaway in Europa - Step 15: Vadehavscentret


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April 18th 2017
Published: April 18th 2017
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Mein Lieblingsraum :)
Tag 229 – Bürokonversationen & Abend mit Carina

Am nächsten Tag begannen wir zur normalen Zeit um halb zehn mit der Arbeit. Ich legte Wäsche zusammen und leerte die Mülleimer, und da fiel mir auf, dass der draußen im Madpakkerum fehlte. Nachdem ich herumgefragt hatte stellte sich schließlich heraus, dass Sanne neue Pappmülleimer zum Zusammenfalten gekauft hatte. So holte ich einen aus dem Kulturraum, der noch im Rohbau war und bisher nur als Lager diente.
Klaus bat mich dann noch, alle neuen Nationalpark-Magazine von dort in den Raum hinter seinem Büro zu bringen. Dafür lieh ich mir den Servierwagen aus der Küche und schob dann zwei Fuhren einmal quer durchs Museum. So bekam ich auch gleichzeitig die Gelegenheit, mit ein paar Besuchern zu reden.

Ein Ehepaar stand rätselnd vor den Holzsäulen im ersten Raum, und so erklärte ich ihnen, dass es Tide-Diagramme waren, auf denen man das Hoch- und Niedrigwasser zu den verschiedenen Zeiten sehen konnte. Jeder Pfeiler zeigte den Verlauf an einen anderen Ort, zum gleichen Datum. So konnte man beispielsweise sehen, dass es unten in Cuxhaven (das auch auf der Wandkarte zu sehen war) einen Tidenhub von 3m gab, während der Unterschied hier nur 1,7m betrug. Und alle Diagramme waren handgemalte Aquarelle des Künstlers Karl Christian Tofte, von dem auch alle Vogelbilder in der Ausstellung stammten. War doch echt schön, wenn man nach und nach einen Durchblick bekam. 😊

Heute war nicht so viel los; in Dänemark waren die Osterferien ja nun vorbei, und so hatten wir einen recht ruhigen Tag. Zu einem Zeitpunkt managte ich die Küche alleine; ich wärmte also das Essen auf und machte die Teller fertig, servierte und kümmerte mich parallel auch noch um den Abwasch. Da heute nicht so viel anfiel, konnte ich es genauso gut hier in der Küche bewältigen.

Als die Frokost-Zeit vorbei war traf ich mich mit Alex im Büro. Wir wollten nämlich ein Quiz für die nächste Reklametour zusammenstellen. Ich hatte eigentlich auch schon die meisten Fragen im Kopf – eine Menge Zahlen zum Schätzen, die ich mir von den Führungen in der Ausstellung gemerkt hatte. Manche Fragen warf ich dann noch mal in die Runde, um bezüglich der Antwort sicher zu gehen. Wie schnell konnte der Wanderfalke werden? „500km/h, oder Emil?“
„Ja, ich glaube. Ich habe mal 495km/h gesehen und sage das immer, aber da erzählt auch jeder was anderes.“
„Und wie war das mit den Austern, 500 pro m2?“
„Das hatte ich damals bei meinen Untersuchungen, aber das variiert ja auch je nach Austernbank.“
„Hey, ihr könnt doch nicht einfach irgendwas erzählen - ich versuche mir das alles zu merken und dazuzulernen!“

Etwas später:
Emil: „Sagt mal, die Tangnadel im Aquarium sieht nicht so glücklich aus, oder?“
Eva: „Ne, wahrscheinlich bekommt sie nicht das Richtige zu essen.“
Emil: „Mit Sicherheit nicht. Wir sollten eine neue vom Watt mitbringen.“
Ich: „Was frisst denn so eine Tangnadel?“
Emil: „Keine Ahnung. Wir könnten sie auch zum Sezieren verwenden.“
Alex: „Eine Tangnadel? Na gut, warum eigentlich nicht?“
Emil: „Aber wahrscheinlich bringt das nicht so viel, wenn sie nicht gesund ist.“
Ich: „Warum finden wir nicht einfach raus, was sie frisst?“
Alex: „Okay, wir googlen einfach mal. Aber das weiß wahrscheinlich eh keiner.“
Alex rief den Link zu einer Museumsseite auf, aber da stand nichts.
Wenig später Eva: „Hier, sie frisst kleine Fische, Schlickkrabben…“
Emil: „Okay, dann müssen wir wohl mal ein paar mitbringen nächstes Mal.“
Hoffen wir mal, dass die arme Tangnadel solange durchhält. Den stakkel!
Ja, es
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Jetzt habe ich schon zweimal durchs Fenster beobachtet, dass Leute nach Schließung aufs Gelände gekommen sind, um Trampolin zu springen. Uns das, wo sie eigentlich immer noch dran arbeiten. Frecheit! Aber dann durfte ich das ja wohl auch! ;)
war definitiv witziger, seit Emil wieder da war. 😉
Aber Alex und ich hatten auch unseren Spaß mit dem Quiz, besonders, weil das Computerprogramm mal wieder beschlossen hatte, uns zu ärgern und wir tolle dänische Formulierungen erfanden, um uns dann zu vergewissern, dass es sie wirklich gab. ^^

Gegen vier ging ich wieder rüber zur Rezeption und half noch mit Mülleimern und Staubsaugen, bis um halb fünf Feierabend war. Dann radelte ich mit Carina nach Hause. Sie hatte mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mir ein bisschen Taschengeld zu verdienen und bei ihr ein bisschen sauberzumachen, und das Angebot nahm ich doch gerne an. So hatte sie mich kurzerhand für heute zum Abendessen eingeladen, und würde mir alles zeigen, und dann konnte ich wann anders selbst kommen.
Als Sanne das mitbekam, meinte sie, ich könne auch gerne mal zu ihr kommen. Ehm, ja, wann denn, ich arbeitete doch jeden Tag schon sieben Stunden für sie? Und saugte in der Ausstellung?
Carina meinte später auch, dass sie mir da ja eigentlich auch ein bisschen Geld dafür geben konnten. Ich arbeitete ja genauso viel wie alle anderen, und bekam weder Essen noch FÖJ-Lohn oder SU.
Klaus
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Viiiiiele Nationalpark-Magazine
hatte, als wir am Vormittag bei einer Kaffeepause zusammengesessen hatten, erwähnt, dass er eventuell ein paar Jugendliche für den Sommer einstellen wollte, die in der Frokost-Zeit aushalfen. Das konnte ich ja eigentlich auch im nächsten Jahr mal machen, hatte ich da gedacht. Ich liebte diesen Ort hier; das Zentrum war so schön und es herrschte auch eine tolle Atmosphäre mit all den netten Menschen.

Nun, wir radelten also nach Hause zu Carina, und holten auf dem Weg noch ihre kleine Tochter Ronja bei ihren Eltern ab. Dann zeigte sie mir das Haus und ihre zwei kleinen Ponys. Daraufhin machten wir zusammen Abendessen, sie meinte eigentlich, ich solle mich ruhig ausruhen, aber ich half ja gerne mit. Eigentlich hatte sie ihren (übrigens deutschen) Mann für Lasagne einkaufen geschickt, doch der Ofen war kaputt und so machten wir Gemüsesuppe. Sie hatten gerade zwei Handwerksgesellen auf Wanderschaft da, die draußen im ehemaligen Stall arbeiteten, und einer von ihnen aß auch noch mit.

Nach dem Essen fuhr Carina mich nach Hause; das Fahrrad befestigten wir auf dem Gepäckträger. Ich hätte ja auch gut heimradeln können, doch das wollte sie gerne machen. Wir fuhren dann noch kurz nach Ribe, und da die Eisdiele schon zu hatte, gingen wir schnell in den Kiosk und sie gab mir ein Eis aus. Außerdem machten wir noch eine kleine „Stadtrundfahrt“. Sie war nämlich in Ribe geboren und kannte sich deshalb sehr gut aus.
So sah ich das allerkleinste Haus, das Sommerfuglhus und außerdem die große Anlage, wo Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung lebten. Das war übrigens auch da, wo im Sommer das Festival gewesen war. Jemand aus ihrer Familie war dort angestellt, und ihre Mutter hatte dort mehr als vierzig Jahre lang als Sozialpädagoge gearbeitet. Hey, vielleicht konnte ich ja hier auch irgendwann mal ein Praktikum machen? Wenn ich Psychologie studierte war das ja passend, und Connections hatte ich nun auch.
Wir fuhren noch kurz bei einer Freundin vorbei, um Putzmittel zu holen, und dann fuhr sie mich zurück zum Vadehavscentret. Auf dem Weg zum Deich fiel ihr plötzlich ein, dass sie mir eigentlich auch noch schnell ihr Pferd zeigen konnte. Also noch war es nicht ihres, aber sie würde es wahrscheinlich bald kaufen. Es stand mit zwei Isländern auf der Weide ganz in der Nähe des Zentrums.
Carina meinte, dass wir gerne noch mal etwas zusammen machen konnten, wenn ich Lust hätte. Sie konnte mich noch ein bisschen in der Innenstadt rumführen und vielleicht könnten wir ja auch zusammen reiten. Gerne! Sie war einfach total lieb. 😊

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