My Eurovision: Workaway in Europa - Step 15: Vadehavscentret


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April 11th 2017
Published: April 12th 2017
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Nachtwächter-Rundgang
Tag 222 – Rejer-Fischen & Nachtwächter-Rundgang

Am nächsten Morgen sollten wir uns um halb zehn an der Rezeption treffen. Klaus hatte dann aber noch ein Interview, und so luden wir erst mal das Auto aus und brachten die ganzen Müllsäcke vom Vortag raus.
Dann setzten wir uns mit Klaus und Sanne zusammen und unterhielten uns ein bisschen. An den nächsten Reklameveranstaltungen würden wir wohl wahrscheinlich teilnehmen, aber ich konnte dann leider nur noch bei einer dabei sein. Aber immerhin.

Daraufhin gingen Alex und ich zum Aquarium. Emil hatte mir nämlich aufgetragen, irgendwelche mittelgroßen Garnelen herauszufischen, die wir nach der Teambuilding-Watttour aus Versehen mit hineinbekommen hatten, die jedoch die anderen fraßen. Wir wussten allerdings nicht wirklich, was das für eine Art sein sollte, und so verglichen wir unseren Fang immer wieder mit den Hesterejern und den Roskilde-Rejern, und googleten schließlich auch nochmal, um die „Eindringlinge“ zu identifizieren. Es schien sich um Raubgarnelen zu handeln, und da kam der Tigerrejer oder der Langarmrejer in Frage. Wir fingen dann einen und setzten ihn ins andere Aquarium, die anderen, falls es noch mehr gab, versteckten sich vor uns. Klaus hatte erzählt, dass er sich am Vortag einfach mal irgendwo im Museum hingestellt
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Der Techniker ist da
und etwas erzählt hatte, und das sollte Alex heute auch mal versuchen. Pop-up Rede oder so nannte sich das. So wirklich viele Leute standen dann jedoch nicht zusammen, und so fand sich nur eine Gelegenheit beim Anfass-Becken.

Da am Nachmittag der Techniker kommen und einen Projektor austauschen sollte, musste ein Lift in die Ausstellung gefahren werden. Um die Stegbohlen zu schonen, legten wir eine Platte hin, der Lift wurde darauf gefahren und wir legten eine zweite Platte davor. Daraufhin fuhr der Lift weiter und wir nahmen die hintere Platte weg und legten sie davor. Und so weiter und so weiter, bis wir schließlich die ganze Strecke bis zur Ausstellung geschafft hatten. Von dort würde es dann später weiter gehen.
Schließlich erkundigten wir uns an der Rezeption, ob dort unsere Hilfe benötigt wurde. Sie schickten uns dann Flaschen wegbringen, und als wir daraufhin wiederkamen, ging der Frokost-Trubel los. So stieg ich gleich mit ein und servierte das Essen. Alex hatte von Klaus den Spezial-Auftrag bekommen, zur Untermalung ein bisschen Klavier zu spielen. Anschließend wuschen wir dann noch gemeinsam ab; so viel war es heute zum Glück nicht.
Danach mussten wir aber auch erst mal etwas essen. Nach einem
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Ratatouille
kurzen Besuch bei Karen, die im Himmelraum die Ferienaktivitäten leitete, schrieben wir eine Liste mit allen Dingen, die wir bei der Reklametour benötigten. Das wurde ein ganzes Blatt voll!

Um halb vier sollte eigentlich der Techniker kommen, doch er ließ auf sich warten. So saugte ich schließlich noch das ganze Café; wir standen ja sowieso an der Rezeption rum. Schließlich war er da, aber so viel zu helfen gab es dann auch nicht. Dafür hatte Klaus aber entdeckt, dass man über die Webcam im Museum zum ersten Mal den Turmfalken sehen konnte, der in den Nistkasten über seinem Büro eingezogen war. Wir hatten ihn schon in der vergangenen Woche öfter hier herumfliegen sehen. Außerdem standen wir noch eine Weile am Aquarium und beobachteten die Tiere – es war echt interessant, denn jetzt, wo die Besucher weg waren, begannen sie alle zu fressen. Wir entdeckten auch ein paar Tiere, die gar nicht auf der Tafel standen.
Alex sollte dann mit auf dem Lift helfen und ich ging rüber, um endlich mal wieder was Richtiges zu kochen. Ich machte Ratatouille aus der restlichen Tomatensauce, Aubergine, Zucchini und Paprika und kochte mir Reis dazu. Es war zum Glück recht viel, so
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Natvægteren
dass ich wohl noch ein, zwei Tage davon essen konnte.

Um halb acht trafen Alex und ich uns bei Klaus. Wir hatten nämlich darum gebeten, das Arbeitsauto ausleihen zu dürfen, um nach Ribe zum Nachtwächter-Rundgang zu fahren. Bodil hatte uns davon erzählt; es war wohl normalerweise nur im Sommer, aber auch jetzt in der Osterwoche. Netterweise hatte Klaus eine Ausnahme gemacht und wir durften das Auto nehmen. Es hatte mittlerweile auch angefangen zu regnen.
Die Führung begann dann damit, dass uns der Nachtwächter die Glockenschläge der Turmuhr zählen ließ – es waren zwölf, vier zur vollen Stunde und dann acht für die Zeit. Daraufhin führte er uns durch die Gassen und wir lernten ein paar Jahreszahlen. Als älteste Stadt Dänemarks, und vielleicht sogar Skandinaviens, war Ribe um ca. 700 gegründet wurden. 1250 war dann wohl die Kirche gebaut wurden. Ribe war einmal die reichste Stadt mit dem größten Hafen, doch wurde dann durch Pest, Unwetter, Brände etc. immer ärmer, bis Ribe zur Zeit der Reformation um 1536 schließlich die ärmste Stadt war. Alle Reichen waren weggezogen.
Am 3. September1582 gab es ein Feuer, bei dem ein großer Teil des Ortskerns niederbrannte. Der König bot daraufhin an, sieben Jahre auf Steuern zu verzichten – stattdessen sollten sie das Geld für den Wiederaufbau der Stadt nutzen. Das taten sie dann auch; allerdings dauerte es dreizehn Jahre.
Grund dafür, dass Ribe immer noch fast ausschließlich aus alten Häusern besteht und damit sein mittelalterliches Aussehen beibehalten hat, war die große Armut in der Stadt – was für ein Glück für uns heute. Wenn man am Tag durch die Gassen geht, und ein offenes Tor sieht, darf man gerne in die ursprünglich gebliebenen Innenhöfe schauen. Die Häuser der heutigen Hauptstraße beziehungsweise der Gågade haben nämlich größtenteils eine neuere Fassade.

Nun musste er aber auch noch etwas über seinen Beruf als Nachtwächter sagen, meinte unser Führer. Damals gab es ja keine Gesetze, und somit viel Kriminalität, weshalb die Nachtwächter mit dem Morgenstern durch die Straßen zogen, um zumindest in der Nacht für Recht und Ordnung zu sorgen. Dafür bekamen sie jedoch nicht genug Lohn, als dass es zum Ernähren der Familie gereicht hätte, so dass sie auch am Tage arbeiten mussten. Um zu verhindern, dass die Nachtwächter während ihrer Wacht schliefen, mussten sie singen. Zu jeder Stunde gab es einen anderen Vers. So gingen sie singend durch die Straßen und die Einwohner konnten hören, dass die Wächter ihrem Dienst nachkamen und somit auch ruhig schlafen. Das war ja auch interessant, ich hätte gedacht, sie hätten eher aus Langeweile gesungen, wie ich das auch manchmal beim Gehen machte. 😉
Er sang dann auch immer wieder vor sich hin, während wir durch die Gassen wanderten. Eine dreiviertel Stunde später kamen wir wieder zurück zur Domkirche und bedankten uns. Da er Nacht für Nacht durch die Straßen ging, war Ribe ein solch friedliche Stadt, wie wir sehen konnten, also konnten wir auch ruhig schlafen, meinte der Nachtwächter zum Abschied.

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