Bosnien Teil II: Die tragische Hauptstadt und zwei Hotspots


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May 27th 2019
Published: May 31st 2019
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Aussicht vom Autokamp
Als wir den Ramskosee verlassen sind wir ein bisschen traurig, denn wenn wir Adrijan glauben dürfen, wird es diesen schönen Ort schon bald nicht mehr geben. Da der See lediglich aufgestaut wurde um mit seiner Wasserkraft Elektrizität zu erzeugen und derzeit ein neues Elektrizitätswerk gebaut wird, soll er in den nächsten Jahren quasi wieder „abgelassen“ werden. Dann fließt hier einfach nur noch ein Fluss durch die Berge und die Halbinsel Scit ist eine kleine Ansammlung von Häusern auf einer Anhöhe. Kurios. Aber vermutlich wird es dennoch ein schöner Ort bleiben. Als wir weiterfahren und mit dem Jablanicko See auf halbem Weg den nächsten türkisblau schimmernden, sich fjordartig durch die Berge ziehenden Stausee erblicken wissen wir aber auch, warum die Bosnier der Verlust eines weiteren Sees nicht schmerzt. Sie haben diese glasklaren Gewässer einfach im Überfluss. Was sie viel mehr benötigen würden, wären Investitionen in den Straßenbau… Kurz vor Sarajevo befahren wir dann das einzige Stück Autobahn, das südlich der Hauptstadt beginnt und bisher ca. 77 km bis nach Zenica umfasst wenn ich das richtig gesehen habe. Es ist himmlisch, man darf bis zu 130 km hier fahren. Der Asphalt ist brandneu, kurven- und schlaglochfrei und die Tunnel sind ausgebaut und sogar
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Die ewige Flamme
beleuchtet. Leider haben wir nur 20 km Strecke hier zu bewältigen. Die sind ihre fünf Mark (2,50€) aber auf jeden Fall wert. Die bosnische Mark ist übrigens unmittelbar mit einem festen Wechselkurs von 1:1,96 an den Euro gekoppelt, weswegen man auch fast überall mit Euro bezahlen kann. Die kleinere Währungseinheit heißt Fenig. Vor dem Euro war die bosnische Mark an die deutsche Mark im Verhältnis 1:1 gekoppelt. Um ins Herz der geschichtsträchtigen Hauptstadt zu gelangen müssen wir erst einmal die tristen Vororte Sarajevos durchqueren. Hohe trostlose Wohnblocks aus der Zeit der Kommunisten, dazwischen kleine heruntergekommene Geschäfte, teils mit leeren Fenstern. So habe ich Ostberlin vor knapp 30 Jahren in Erinnerung (zugegebenermaßen war ich damals ein Grundschulkind, meine Erinnerung ist daher nicht allzu gut). Die Stadt selbst liegt wunderschön zwischen hohe, teils noch schneebedeckte, Berge eingebettet und zieht sich die steilen grünen Hügel zu allen Seiten hinauf. Zu unserem Autokamp fahren wir dann einen dieser Hügel hoch, durch ein altes enges Wohnviertel mit Kopfsteinpflaster, bei dem ich zwischendurch mehrfach Zweifel habe, ob ich die nächste Kurve packe und unser Wohnmobil bei der nächsten Steigung nicht in den Streik tritt. Die Straße führt mitten durch einen verwilderten muslimischen Friedhof und dann sind wir ganz oben und haben keine Ahnung, wo hier ein Autokamp sein soll. Aber tatsächlich finden wir nach kurzem Suchen eine kleine Hofeinfahrt mit der Aufschrift „Kamp“ und wie es der Zufall so will, kann auch hier der Hausherr ganz passabel deutsch. Wir parken in seinem Hof, es gibt sogar Strom und zwei blitzsaubere Toiletten/Duschen und eine kleine Terrasse mit atemberaubendem Blick über die Stadt. Ins Zentrum sind es etwa 30 Minuten zu Fuß steil bergab. Hoch sollten wir mit dem Taxi keine fünf Euro bezahlen sagt er uns noch. Und wir sind uns sehr sicher, dass wir hoch auf keinen Fall laufen wollen. Schon runter ist der Weg eine Herausforderung mit Buggy und dickem Bauch, so steil und unwegsam sind die Straßen, aber es ist ein schöner Weg. Es ist ein einfaches, nicht gerade gehobenes Wohnviertel mit kleinen eng aneinander gebauten Häusern und man bekommt einen recht authentischen Einblick davon, wie die Menschen hier leben. Das Wetter ist heute recht durchwachsen und so regnet es mal wieder ein wenig als wir nach gut 40 Minuten im Zentrum von Sarajevo ankommen. Also setzen wir uns in ein Straßencafé, trinken einen Espresso und gucken den vorbeilaufenden Passanten nach. Der Besitzer des
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Kathedrale
Cafés macht direkt eine Nena-CD an, als er erfährt dass wir Deutsche sind und tanzt mit Marlene über die Terrasse, eine vorbeilaufende ältere Dame steckt ihr ein Bonbon zu. Es ist unfassbar, wie kindervernarrt die Bosnier sind. Die nächsten Tage wird es uns noch öfter passieren, dass Marlene etwas geschenkt bekommt. An einem Straßenstand an dem wir Erdbeeren kaufen, legt uns die Verkäuferin noch eine Handvoll Kirschen oben drauf und deutet dabei auf Marlene; an einem Souvenirstand, an dem wir nicht einmal etwas kaufen, bekommt sie einen Magneten geschenkt und egal wo wir sind wird mit ihr geschäkert und ihr sehr viel Aufmerksamkeit zuteil. Als der Regen nachgelassen hat laufen wir vorbei an der „ewigen Flamme Sarajevos“, die als Zeichen der Befreiung Sarajevos von den faschistischen Besatzern nach dem zweiten Weltkrieg seitdem hier brennt. Durch die Fußgängerzone geht es auf wenigen hundert Metern vorbei an den großen Bauwerken dreier Weltreligionen, der katholischen Kathedrale und einer russisch-orthodoxen Kirche, der alten Synagoge sowie der Ferhadija Moschee in die osmanischen Altstadt, das Herz Sarajevos. Eine alte Markthalle, viele kleine bunte Läden, Straßenrestaurants und Kaffehäuser bilden hier einen riesigen rummeligen Basar mit engen Gassen und dem Gefühl, mitten in Europa im Orient zu sein. Ich liebe ja dieses Treiben und so verbringen wir noch ein paar gemütliche Stunden hier und bummeln durch die Gassen. Marlene ist total beeindruckt von all den fremdartigen Geräuschen und dem, was es alles zu sehen gibt und bleibt an fast jedem Laden stehen um sich die Nase am Fenster platt zu drücken oder setzt sich einfach auf die Stufen vor der Tür. Irgendwann schläft sie dann völlig überwältigt im Buggy ein. Am nächsten Morgen lassen wir uns direkt ein Taxi rufen, dass uns für ca. 3 Euro runter in die Stadt bringt, ich habe immer noch Muskelkater in den Waden vom gestrigen Abstieg. Wir besichtigen die Lateinische Brücke, den Ort, an dem mit dem Attentat auf den Erzherzog Ferdinand und seine Frau, der erste Weltkrieg „eingeleitet wurde“. Wir lassen uns nochmal durch die Altstadt treiben, trinken einen Bosanska Kafa, einen bosnischen Kaffee, in einer traditionellen Kaffeestube, besichtigen die russisch-orthodoxe Kirche von innen, machen ein paar Einkäufe und sitzen eine Weile am Zentralen kleinen Bascasija Platz mit seinem schönen alten Brunnen. Wie überall an kleinen Brunnen und Fontänen in Sarajevo kann man sein Wasser bedenkenlos trinken, denn es stammt von den sauberen Quellen aus den Bergen rund um die Stadt.
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Ferhadija Moschee
Wir haben die Brunnen öfter genutzt um Marlenes Trinkbecher aufzufüllen. Gegen Mittag essen wir in einem kleinen Imbiss ein paar Burek, mit Käse, Spinat oder Fleisch gefüllte Blätterteigtaschen und um 14 Uhr treffen wir unseren Guide Nesriem zu einer Tour zum „Tunnel der Hoffnung“. Mit einem Kleinbus und zwei anderen Paaren fahren wir etwa 30 Minuten aus der Stadt heraus in den Stadtteil Ilidza, der während der Belagerung ein freier Stadtteil war, das heißt, nicht unter der Kontrolle der serbischen Paramiliz. Während der Fahrt erzählt uns Nesriem, der selbst in den 90ern Anfang zwanzig war und als Polizist gearbeitet hat, über seine Erfahrungen während der 1425 Tage langen Belagerung Sarajevos. Er erzählt auch, dass Tito hier immer noch von vielen verehrt wird, weil die von Kriegen gebeutelte Stadt unter ihm in Frieden lebte und es eine gesunde Mittelschicht gab, die man heute leider vergeblich sucht. Sehr kritisch geht er mit der UNO um, die die Bosnier beim Kampf gegen die übermächtige Serbenmiliz eigentlich aus seiner Sicht nur verbal unterstützt hat und durch das auferlegte Waffenembargo ihnen auch noch die Möglichkeit genommen hat, sich selbst und ihre Stadt zu verteidigen. Wir fahren durch die so genannte Sniper Alley, eine Straße, in der man von Block zu Block rennen musste, weil in den umliegenden Wohnblocks die Scharfschützen der Armee saßen und wahllos Bürger, darunter 64 Kinder und Jugendliche, erschossen haben. Noch heute sieht man die Narben dieser Zeit in Form von Einschusslöchern an den Wohnblocks. Wir passieren den von den UN kontrollierten Flughafen, über den jedoch lediglich Hilfsgüter (laut Nesriem „Kekse aus dem Vietnamkrieg, mit denen man eher ein Feuer machen konnte als sie zu essen“) in die Stadt gebracht wurden. Dahinter beginnt das bosnisch kontrollierte Gebiet der Stadt, wo der Eingang des Tunnels in einem unscheinbaren Wohnhaus liegt. Es ist so grotesk, dass man im Endeffekt einen Tunnel unter dem von der UN kontrollierten Gebiet bauen musste, um Waffen, Benzin und ähnliche logistische Güter für die auf sich alleine gestellten wehrhaften Bürger Sarajevos in die Stadt zu bringen. Zuvor waren Polizeibeamte, Soldaten und Zivilisten zu hunderten von Scharfschützen erschossen worden, bei dem Versuch, laufend die feindlichen Stellungen zu durchqueren, um solche Güter herbeizuschaffen. „Sarajevo Roulette“ nannten sie dieses „Spiel“ um Leben und Tod. Erst durch den Bau des Tunnels wurde es sicherer, aus dem besetzten Sarajevo in die unbesetzten Stadtteile zu kommen, und sei es um auf dem Schwarzmarkt etwas zu essen für seine Familie aufzutreiben. Nesriem beantwortet auch sehr private Fragen, so zum Beispiel, warum er mit seiner Frau und den beiden kleinen Kindern nicht geflohen ist. Sarajevo war und ist immer eine multikulturelle Stadt gewesen, sagt er, in der orthodoxe Christen, Katholiken, Muslime und Juden gemeinsam lebten und sich vermischten. Viele flohen aber noch mehr wollten ihre Heimatstadt nicht aufgeben und um diesen, Jahrhunderte alten Schmelztiegel der Kulturen kämpfen. Und er sagt selbst, dass er als Muslim sowieso keinen Ort gehabt hätte, an den er hätte gehen können. Die orthodoxen serbischen Einwohner hatten immer die Wahl sich Serbien anzuschließen, die Katholiken nach Kroatien zu gehen. Für die Muslime gab es nur „bleiben und kämpfen“, denn in einem traditionell islamischen Staat gehören die gemäßigten Muslime Bosniens nicht. Es ist sehr bewegend was Nesriem erzählt und auch der Tunnel selbst, das Haus der Familie, das mit etlichen Bildern und Zeitzeugnissen der 1990er Jahre zur Gedenkstätte ausgebaut wurde, ist ein Ort, den man so schnell nicht vergisst. Auch über die Entwicklungen nach dem Bosnienkrieg und die Probleme der Stadt heute erzählt Nesriem sehr viel und ich muss sagen, dass ich zum ersten Mal das alles verstehe, was ich als Kind höchstens mit halbem Ohr im Radio oder Fernsehen mit verfolgt habe oder von den Erwachsenen aufgeschnappt habe. Und von dem ich im Geschichtsunterricht so rein gar nichts erzählt bekommen habe. Am Ende bleibt der Eindruck einer stolzen Stadt, die trotz aller gegenwärtigen Probleme (hohe Arbeitslosigkeit, politische Vetternwirtschaft, ein gut gemeintes aber oft handlungsunfähiges politisches System, Emigration der geistigen Elite) ihre melancholische Schönheit bewahrt hat und in der bis heute Muslime und Christen sowie eine kleine Minderheit Juden friedlich miteinander leben. Zum Ausklang der Tour, die ganze drei Stunden gedauert hat und uns ziemlich ergriffen hinterlässt, gehen wir dann noch einmal Cevapi essen, die bei uns als Cevapcici bekannten Hackfleischröllchen, die Spezialität der Garküchen im alten Sarajevo. Für ein paar Euro essen wir uns hier satt an warmen Fladenbrot, mehr als einem Dutzend köstlichen Cevapi und Kajmak, einem köstlichen Milchprodukt, das man hier in Bosnien zu allem bekommt und das ich am ehesten als eine Mischung aus Butter und Schmand beschreiben würde.

Am nächsten Morgen fahren wir in Richtung Mostar. Durch das wunderschöne Nevrata-Tal geht es von Sarajevo etwa zwei Stunden in Richtung Süden und auf dem Weg essen wir nochmal traditionell bosnisch in einem kleinen Lokal am Wegesrand mit atemberaubendem Blick in das Tal. Die Sonne scheint endlich mal wieder vom strahlend blauen Himmel während wir gegrilltes Lamm mit Röstkartoffeln, Tomaten und Gurkensalat für 6 Euro die Portion schlemmen. Mostar überrascht uns dann mit einem kostenlosen Parkplatz mitten im Zentrum. Jeder Bosnier den wir getroffen haben, hat uns empfohlen hier her zu kommen aber jeder Ausländer hatte uns gewarnt, dass wir von den Menschenmassen hier erschlagen sein würden. Dennoch ist Mostar so ein Ort, den wir gesehen haben wollten. Aber wir müssen zugeben, nach der Einsamkeit der letzten Tage insbesondere auf dem Land und dem entspannten Sarajevo hat es uns schon etwas umgehauen. Ich würde behaupten Bosnien und Herzegowina ist weitgehend frei von Massentourismus bis auf diesen Ort. Und warum? Mostar hat eine reiche osmanische Vergangenheit, die man der kleinen Stadt bis heute ansieht. Sie liegt geografisch zudem sehr attraktiv zwischen hohen Bergen und an der Stelle, an der sich der Talkessel der Nevrata bis zur Adriaküste hin öffnet, weswegen es hier auch immer etwas wärmer ist als im Rest des Landes. Aber vor Allem hat Mostar die von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärte „Alte Brücke“, die im 16 Jahrhundert von osmanischen Sultanen in Auftrag gegeben wurde und dann im Krieg 1993 vollends zerstört wurde. So ein bisschen wie die Frauenkirche in Dresden steht die wiederaufgebaute prächtige Alte Brücke von Mostar für den Wiederaufstieg des ganzen Landes aus seinen Trümmern. Die Altstadt rund um die Brücke ist wunderschön erhalten und mit ihren hellen Kalksteinhäusern und dem dazu passenden Kalksteinpflaster ein sehr stimmiges Ensemble, was natürlich wieder die Reisebusladungen Asiaten anzieht, die von der kroatischen Küste für einen Tagesausflug hier her gebracht werden. Trotz des ganzen Trubels genießen wir den Besuch von Mostar sehr, neben der berühmten Brücke gibt es einige sehr schöne alte (und scheinbar auch sehr bedeutende) Moscheen und Kirchen zu besichtigen, denn Mostar war nicht nur für die Muslime des Landes ein bedeutender Ort sonder war auch mal Bischofssitz und Sitz eines serbisch-orthodoxen Metropoliten. Vom Minarett einer kleinen Moschee hat man dann auch den schönsten Blick auf die berühmte Brücke, die ich auf Grund eines einsetzenden heftigen Regengusses auch ganz kurz fast ohne Besucher darauf fotografieren kann. Aber nur fast. Ganz ohne gibt es sie glaube ich nicht. Neben der Alten Brücke gibt es nur ein paar Straßenzüge weiter die kleine aber sogar noch ältere „Krumme Brücke“, die als Vorbild für diese diente und auf der man netterweise ganz
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die krumme Brücke
alleine flanieren kann. Als wir unseren Rückweg antreten springen dann tatsächlich noch ein paar wagemutige junge Männer von der Brücke in die vermutlich eiskalte Nevrata, natürlich unter johlendem Applaus der Touristen und vermutlich von hunderten Handykameras eingefangen. Aber neben der perfekt instand gehaltenen Altstadt gibt es auch in Mostar noch etliche Kriegswunden zu sehen. Neben dem Alten Gymnasium, an dem wir parken, einem wunderschön restaurierten beeindruckenden Gebäude steht wieder so eine riesige Ruine von etwas, was vermutlich auch mal ein prächtiges öffentliches Gebäude war, inzwischen aber von der Natur zurückerobert wurde und komplett zugewachsen ist. Ich bin mir nicht sicher, ob hier einfach das Geld fehlt, um solche Gebäude abzureißen oder ob sie als Erinnerungsorte an den Krieg bewusst erhalten bleiben. Für den Abend finden wir wieder ein sehr schönes Autokamp etwas südlich von Mostar. Auf dem Grundstück einer bosnischen Familie , neben Gemüsebeeten und Obstbäumen und direkt an der glasklaren Buna - und mit Familienanschluss, da gerade die Enkelin des Gastgebers mit ihrer zweijährigen Tochter zu Besuch ist, die mal drei Jahre in Ludwigshafen am Rhein gelebt hat und jetzt in Toronto wohnt. Wir dürfen von den Kirschen probieren, Marlene bekommt von der Hausherrin mal wieder eine Banane geschenkt und wir essen draußen in der Abendsonne. Perfekt. Am nächsten Morgen starten wir ins nur fünf Minuten entfernte Blagaj, wo ein Derwisch-Haus (eine Art Kloster) unmittelbar dort steht, wo die Buna mitten aus einer schroffen Felswand entspringt. Wir wurden mal wieder gewarnt, dass dies der neben Mostar zweite Hotspot Bosniens wäre, wo die Reisebusse ihre Passagiere abladen und wollten deshalb früh los, was aber natürlich mal wieder nicht geklappt hat. Aber wie sich herausstellt, ist zehn Uhr in der Nebensaison hier früh genug und die Busse fahren wohl zunächst nach Mostar und dann erst auf dem Rückweg hier her, denn wir sind fast alleine auf dem Parkplatz. Man läuft am Fluss entlang etwa einen Kilometer in die kleine Schlucht hinein, während sich die immer imposantere Felswand vor uns aufbaut. Gegen Ende kommen dann die typischen Souvenirbuden und Restaurants, die allerdings zum Großteil noch geschlossen sind sodass wir unbehelligt bis zum Haus der Derwische durchlaufen können, dass sich wirklich sehr schön und fotogen an die Felswand schmiegt. Wir besichtigen die Innenräume, die sehr bescheiden eingerichtet sind und das karge, mönchsähnliche Leben der Derwische dokumentiert. Dann laufen wir noch über eine kleine Brücke auf die andere Seite der Quelle, von wo man einen sehr schönen Blick hat. Plötzlich gibt es hinter uns einen lauten Schlag und als ich mich umdrehe, in Erwartung eines Steinschlags von der senkrecht über uns aufragenden Felswand, liegt da eine riesige abgestürzte Ratte, die gerade noch einmal zuckt und dann tot in sich zusammensackt. Neben dem schönen Kloster leider auch eine sehr einprägsame Erinnerung…

Bevor wir Bosnien jetzt wieder Richtung kroatischer Küste verlassen, müssen wir noch 25 Mark, also etwa 12 € Restgeld auf den Kopf hauen, was sich als gar nicht so einfach herausstellt. Auf der Fahrt Richtung Grenze halten wir nochmal in einem großen Supermarkt und ich kaufe folgendes ein: Zwei Landgurken, 500 g frisches Hühnchen, zwei Dosen Bier, eine Packung Schokoladencroissants, ein großes Steinofenbrot und eine Packung Saft. Damit schaffe ich es jedoch gerade mal die Hälfte unseres Budgets aufzubrauchen und bezahle gerade so sechs Euro. Da wir eh nochmal tanken wollen, verprassen wir dann nochmal sechs Euro im Tankstellenshop wo wir immerhin noch folgendes bekommen: Einen frischen Cappuccino und einen Espresso, eine Tafel Milkaschokolade, eine große Flasche Wasser, einen Pfirsichsaft und einmal „ Nutella to go“ (diese komischen Brotsticks, die man in Nutella tunkt). Bei den Preisen, die uns hinter der Grenze im
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Die alte Synagoge
touristischen Dubrovnik erwarten werden, nochmal eine echte Wohltat für unseren Geldbeutel.


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Sarajevo (59)Sarajevo (59)
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Lateinische Brücke


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