Erster Tag - von Leberkäse und Touristenfallen


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Vietnam's flag
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February 9th 2010
Published: February 9th 2010
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Endlich angekommen...
Nach dem bescheidenen Flug von mehr als 13 Stunden verkündet der Pilot kurz vor Landung in Hanoi, dass es großartige 35 Grad Celsius hat.
Für diese Jahreszeit höchst ungewöhnlich wie mir mein Sitznachbar Hà bestätigt, der aus Hanoi kommt, bei Yamaha arbeitet und mich netterweise den Flug von Bangkok nach Hanoi bei Laune gehalten hat.
Zum Frühstück gibt es bei Thai Airways übrigens Leberkäse!!
Ansonsten kann ich meine Meinung zur -in Norwegen mal wieder zur besten Airline gewählten- Fluggesellschaft kurz zusammen fassen:

Flugzeug groß, Essen super, Beinfreiheit enorm, Rotwein gut - und besonders zu empfehlen für Leute, die
1. Wert darauf legen, dass sich die Stewardessen während eines 10-Stunden Fluges drei mal (!!) umziehen und
2. sich von pinken Salz- und Pfeffer-Tütchen beeindrucken lassen (ICH...Caro wie siehts mit dir aus??)

Als ich dann in Hanoi ankomme und bei 35 Grad und gefühlten 100% Luftfeuchtigkeit aus dem Flieger steige, von dem klischeémäßig grimmig kuckenden Zöllner begutachtet und heriengelassen werde und sogar mein Rucksack ankommt, kann ja eigentlich nur noch schiefgehen, dass ich nicht abgeholt werde.
Und Tatsache, trotz zweier mails meines Hostels mit der Zusage mich PÜNKTLICHST abzuholen steht da kein Mensch mit meinem Namen auf dem Schild.
Doch als hätte mein neuer Freund Hà es geahnt hat er draussen mit seinem Fahrer auf mich gewartet und nimmt mich mit in die Stadt.
Als wir uns der Stadt nähern wird mir beinahe schwindelig von den ganzen Mopeds, die um uns herum knattern und gut gelaunt die scheinbar einzige Verkehrsregel ausleben, die da lautet: HUPE immer wenn du Lust drauf hast und vorallem wenn jemand anders damit anfängt hupe höflich mit.
Hà bestätigt mir freudestrahlend, dass hupen alles zwischen "hurry up" "get out of the way" und "you're hot" heißen kann.

Außerdem erzählt er mir so allerlei spannendes, zum Beispiel dass Wohnraum in Hanoi wahnsinnig teuer ist, so kann eines der hier üblichen "Mini-Häuser" ( 3 Etagen hoch, aber nur etwa zwei Meter breit) in guter Lage mit 100 qm etwa 400.000 EURO kosten.
Wenn man sich vorstellt, was die Vietnamesen eigentlich verdienen einfach abartig viel.

Außerdem lerne ich, warum etwa die Hälfte der uns entgegenkommenden Moped-Fahrer einen Orangen oder Pfirsichblütenbaum auf dem Gepäckträger geschnallt hat: Zum Mondneujahrsfest (14.-16.2.) muss jede Familie diese beiden Bäume haben, sie bringen Glück (Orange) und Erfolg (Pfirsich) für das neue Jahr.

Im Hotel angekommen bekomme ich für die verpatzte Abholung ein Doppelzimmer zum halben Preis für mich alleine, allerdings hat es kein Fenster.
Egal, umgeziehen (so wenig wie möglich) und los in die Stadt.

Tja mit welcher Touristenfalle fange ich an...
1. Hab ich mich von so zwei Marktfrauen bequatschen lassen ein Foto mit ihren Tragekörben zu machen, für das ich dann versprochen habe, etwas zu kaufen. Nur haben die mich dann so verrückt gemacht, dass ich ihnen für 4 Kleine Bananen, ein paar Stücke Ananas und einen Zweig voll stacheliger weiß-nicht-was-das-ist-Früchte umgerechnet 5 Euro bezahlt habe. So schnell konnte ich garnicht umrechnen, wie die Geld an sich reißen konnten.

2. Habe ich dem 100sten Fahrradrikscha-Fahrer, der mich durch die Gegend fahren wollte dann endlich zugestimmt. Er hieß Em, hatte kaum noch Zähne im Mund aber versprach mich ein Stunde für 1 Dollar durch Hanoi zu kutschieren. Da alle anderen vorher mit ihren Verhandlungen bei 10 Dollar angefangen hatten und ich noch 3x nachgefragt habe, ob er wirklich EINEN Dollar meint bin ich eingestiegen und ein bisschen durchs alte französische Viertel mit ihm gefahren.
Hanoi ist wirklich toll, nicht klassisch schön aber es hat richtig Charme und erinnert mich in vieler Hinsicht an Havanna, super schön und super heruntergekommen.
Ob's wohl am System liegt??????
Allerdings wieder ganz anders sind die vielen engen Gassen, die volllgestopft mit Waren (schön sortiert, es gibt eine Seidengasse, eine Autoersatzteilgasse, eine Blumengasse, eine Juweliergasse, eine Lampiongasse...) und Leuten sind. Und überall sind zwischen den "modernen Vietnamesen" Frauen mit spitzen Hüten, langen bunten Gewändern und Gefäßen auf dem Kopf zu sehen. Dieser Kontrast ist wirklich einzigartig und interessant.

Mitten drin im Verkehr auf einer Rikscha sind mir die Mopeds noch viel unheimlicher als im Auto und ich muss ein paar mal die Augen schließen aber irgendwie passt es hier trotzdem immer, obwohl alle völlig durcheinander fahren.

Die wichtigste Fußgänger-Regel (aus dem Reiseführer) zur Straßenüberquerung habe ich auch direkt ausprobiert und es stimmt: Man muss einfach losgehen, auch wenn die Straße von Bussen, Fahrrädern, Autos und Mopeds voll ist, alle kurven dann irgendwie um dich herum. Aber Überwindung kostet es trotzdem und so ganz klappt es nur wenn du keine Sekunde zögerst...das üb ich noch.

Naja, als die eine Stunde rum ist will natürlich Em plötzlich 10 Dollar und wir streiten uns erstmal ordentlich. Da ich leider den einen Dollar nicht klein habe schmeiße ich ihm 50.000 Dong (2 Dollar) hin und ziehe etwas angenervt ab.

Generell sind die Vietnamesen leider etwas aufdringlich und sprechen dich ständig an, wollen dir Essen, Postkarten, Bücher, Stadtpläne oder eben eine Rikscha-Fahrt verkaufen.

Dabei sind sie so dreist, dass sie tatsächlich mit 280.000 Dong (etwa 12 Euro) anfangen (für 5 Postkarten), sich aber bis auf 10.000 (40 Cent) runterhandeln lassen.

Ansonsten war ich bei dem Klima zu nicht viel mehr in der Lage, als ein bisschen um den See zu spazieren, einen kleinen Tempel auf einer Insel anzusehen, durch die Gassen zu schlendern und - zumindest zwei Ausflüge zu buchen.
Da ich mit den Ladies vom Tour-Office ja auf Grund leicher Verständigungsprobleme schon bestimmt 10 emails hin-und her geschrieben habe (allerdings dachte ich Dzung wäre ein Typ) werde ich direkt mit Namen begrüßt als ich dort reinspaziere 😊 Einen warmen Tee -ist ja genau das richtige bei dem Wetter- krieg ich auch.

Gegen 18 Uhr bin ich so platt dass ich am liebsten ins Bett will und da eine kühle Dusche irgendwie verführerischer klingt, als mich alleine am Straßenrand bei einer Garküche hinzusetzen kaufe ich mir im Supermarkt was zum Abendessen.

Dieses Deluxe-Dinner besteht aus folgenden Sachen:
-vietnamesisches Beef-Jerkey (sehr scharf aber sehr gut)
-den komischen Früchten (stachelig und gelb, innendrin weiß, schmecken ganz gut) und der restlichen Ananas von heute vormittag
-Krabbenchips (schmecken wie zu erwarten neutral) und
- einem fettigen warmen Bällchen mit weißem Bohnenmus drin (sehr lecker) ...
- viel WASSER

Naja, das ganze ist steigerungsfähig...


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nehme die Anzahl der Autos mal 5nehme die Anzahl der Autos mal 5
nehme die Anzahl der Autos mal 5

und du hast die Anzahl der Mopeds


9th February 2010

Sehr schöne Bilder... =)

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