durch das Mekong-Delta nach Kambodscha


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Vietnam's flag
Asia » Vietnam » Mekong River Delta
September 3rd 2006
Published: September 4th 2006
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Eine Stadt am/im FlussEine Stadt am/im FlussEine Stadt am/im Fluss

Das Mekong-Delta, dichtbesiedelter Agrarraum Vietnams.
Mit dem Bus fahren wir drei Stunden nach My Tho und dort gehts weiter auf ein Ausflugsboot. Unsere Reisegruppe besteht aus uns, drei Franzosen, zwei Schweizern, ansonsten nur eher altbackene vietnamesische Ehepaare, die laufend alles fotografieren.
Die Landschaft und die Staedte entlang des Mekongs sind ueberwaeltigend. Es geht sehr urspruenglich zu und ist ueberhaupt nicht - wie ich angenommen hatte - Touristen-ueberlaufen. Das Mekong-Delta ist die Vorzeigelandschaft Vietnams. Der gewaltige Mekong fliesst hier auf einem 70.000 qkm grossen Areal ins Meer. Es gibt tausende kleine Nebenfluesse, kuenstlche Kanaele und alte Flusslaeufe. Die Landschaft ist flach wie ein Brett und ueberall Reisfelder, die teilweise unterhalb des Pegels des Mekongs liegen. Am Ufer ist alles durchgehend mit Palmen, Mangroven und anderen weitausladenden Baeumen bewachsen. Die Bewohner sind unglaublich nett und gastfreundlich, alle winken dem Ausflugsboot zu. Die Menschen hier leben auf dem Wasser. Was fuer andere hier ein Moped ist, das sind kleine Boote mit Heckantrieb, ein Auto entspricht einem kleinen Frachtkutter. Die Schiffe haben alle vorne Augen aufgemalt, damit das Schiff sieht, wo es hin faehrt und nicht mit anderen kollidiert. Nett 😊.
Unser Tour-Guide ist supernett, was nur mal wieder nervt ist die strikte Organisation. Aber es laesst sich eigentlich ertragen, da es nicht besonders stressig ist und unsere Gruppe noch einigermassen klein ist.
Unser erster Stopp ist eine kleine Huette, in der aus Reisbruehe duenne "Pfannkuchen" hergestellt werden, in die normalerweise Fruehlingsrollen eingewickelt werden. Auch in anderen Gerichten finden sich diese duennen Platten. Die Bruehe wird auf einen Herd gegossen und dort ein zwei Minuten gebacken. Danach abgestreift und einige Stunden in der Sonne getrocknet.
Ein weiteres Produkt stellen Kokosnuss-Kaugummis dar. Kokosnuesse werden geraspelt, gepresst und der Saft wird zusammen mit Karamel und einigen anderen Zutaten gekocht. Nach ein paar Minuten kochen verfestigt sich der Saft zu einem zaehen Sirup. Dieser wird geschnitten und getrocknet. Optional gibts das Zeug mit Erdnuessen, Schokolade oder Bambusblaettern versetzt. Sehr lecker, aber pappsuess.
Weiter gehts zur Popkorn-Maschine. Getrockneter Reis wird in eine riesen Schuessel voller gluehend heissem, schwarzem Mekong-Sand gegeben. Der Reis ploppt augenblicklick auf und der Sand wird wieder herausgesiebt. Schaut recht beeindruckend aus. Mit den Reishuelsen wird das Feuer geschuert. "Very economic, you know?" Das Popkorn wird dann mit Karamel uebergossen in eine Form gepresst aus der rechteckige Stueckchen ausgeschnitten und fuer einen horrenden Preis an Touris verkauft werden. Von den Gratis-Proben ist aber genug da. Zumindest, bevor ich kam 😊.
Wir sitzen laengere Zeit auf dem Boot und beobachten die vergeblichen Muehen, mit Baggerschiffen den Mekong auszuheben. Solch einen gewaltigen Fluss kann man wohl nicht wirklich vertiefen. Immer wieder winken uns ganze Familien vom Ufer aus zu. Wir biegen in kleinere Kanaele ab und erreichen schliesslich ein kleines Restaurant auf einer Mekong-Insel. Dort gibts was zum Futtern, was aber recht bescheiden schmeckt. Dafuer sind die Fruechte danach superlecker. Ich habe wohl noch nie so viel Ananas gegessen, wie in diesen drei Tagen. Danach gabs einen recht peinlichen "Auftritt" von "local music". Alle mussten zuhoehren und davor und danach klatschen. So die Anweisung vom Guide. Nach dem dritten Lied habe ich mich unerlaubt entfernt und in eine Haengematte gelegt. Die Musik war ziemlich grauenvoll, unmelodioes und alles war irgendwie sehr organisiert und peinlich. V.a. als dann der Tour Guide gemeint hat, er muss auch noch singen. Naja. 😊
Es geht weiter, zurueck zum Bus, mit einer der zahllosen ueberfuellten Autofaehren ueber einen weiteren Flusslauf, breit wie ein riesen See. Wir erreichen Can Tho, unsere Bleibe fuer die erste Nacht. Ein nettes Hotel, mit Ausblick vom vierten Stock ueber die groesste Stadt im Mekong-Delta. Wir sind angetan von der Lebendigkeit dieser Stadt und
Lisa und SamLisa und SamLisa und Sam

Moechtegern-Vietnamesinnen :)
treffen nahezu keine Touris. Nach einem wilden TukTuk-Ride essen wir an der Uferpromenade vor einer riesen Ho-Chi-Minh-Statue. Wir haben uns eine Flasche Wein geleistet und trinken diese auf dem Balkon. Der Wein schmeckt unglaublich schlecht und wir lassens sein.

Uebernaechtigt gehts am naechsten Tag um 6.30 Uhr (!) raus, auf ein weiteres Ausflugsboot. Wir cruisen durch den Floating-Market in Can Tho. Jedes Schiff, das dort vor Anker liegt, verkauft nur ein Produkt. Es gibt Ananas-Schiffe, Kuechentopf-Schiff, Schiffersatzteil-Schiffe und Bierschiffe. Die Einkaeufer fahren mit ihrem Boot von einem zum naechsten und verhandeln lautstark ueber die Bordwand. Nette Sache. Viele kleine Boote haben keinen Motor und betagte Frauen rudern das Schiff, im Heck stehend, durch die Gegend. Wir fahren weiter, eine Glasnudel-Fabrik besuchen, wo von morgens bis abends alle die gleichen zehn Handgriffe durchfuehren. Aber alle Lachen. Die Landschaft entlange der Kanaele ist ueberwaeltigend. Doch trotz absolut romantischer Anblicke von Huetten bleibt uns nicht verborgen, dass das Leben fuer die Bewohner hier nicht immer einfach ist.
Wir legen an einem kleinen Restaurant an, wos Fruechte umsonst gibt und Haengematten, zum einstuendigen chillen. Meine reist nach ner halben Stunde und nachdem ich mich verbeugt habe bin ich die Attraktion des Tages.
Zurueck
alles Leben spielt sich hier auf dem Fluss aballes Leben spielt sich hier auf dem Fluss aballes Leben spielt sich hier auf dem Fluss ab

Kids koennen schon von klein auf schwimmen
zum Bus und wir werden an einen anderen Guide und Bus uebergeben, der die Reisenden Richtung Kambodscha betreut. Wir haben ne halbe Stunde Zeit uns auf einem Markt umzusehen und ich wage den Schritt in den absolut touristenfreien Fischmarkt. Es stinkt wie Hoelle, doch absolut interessante Auslagen. Aale, Froesche, an den Fuessen zusammengebunden, Krebse. Alles lebend und tot oder gerade auf dem Weg dahin.
Nach zwei leckeren Dumplings - eine Art Dampfnudel mit Fleischfuellung - gehts weiter im Bus Richtung nach Chau Doc. Es ist Independence Day in Vietnam und die Strassen quellen ueber vor Menschen. Absolut froehliche und gelassene Atmosphaere. Wir kaufen einige Fruechte auf dem Markt und essen im grossen Stil dreigaengig. Wir zahlen zu dritt 8 Dollar. Ich liebe dieses Land 😊.
Abends sind wir sehr besorgt ueber den Gasgeruch in unserem Zimmer. Wir stellen das halbe Hotel auf den Kopf, bis sich jemand darum kuemmert. Keiner findet was und andere Zimmer sind auch nicht mehr frei. Wir schlafen etwas besorgt ein.

Am naechsten Morgen fruehstuecken wir und wollen eine der Fruechte futtern, die wir am vorigen Tag erstanden haben. Und oh Wunder, jetzt wissen wir, wo der Gasgeruch herkommt. Unglaublicherweise riecht die Frucht extrem nach
Kokos-KaugummiKokos-KaugummiKokos-Kaugummi

klebt wie Patex...
Propangas. haha 😊. Wie peinlich.
Die Hotelbesitzer lachen uns aus, doch wir nehmens locker 😊.
Wir werden auf kleine Ruderboote verfrachtet, auf denen wir durch das Floating Village fahren. Wer haettes es gedacht, ein Dort auf Schiffen. Kinder ueberall und alle winken und rufen "Hellooooo". Wie nett 😊. Wir besuchen eine Fischfarm. Einer der vietnamesischen Snobb-Touris will unbedingt Fische mit den Haenden fangen und faellt in den Fischteich. Wir lachen uns schief, das ist eindeutig die heutige Attraktion. Wir besuchen eine Weberei, die Vietnamesen wollen sich alle Seide kaufen. Wir suchen uns einen Schattenplatz und chillen.
Wir wechseln unser Boot und steigen auf ein nettes Boot, zusammen mit vier anderen und fahren drei Stunden den Mekong hinauf, Richtung kambodschanische Grenze. Wunderbare Ausblicke, absolut romantische Huetten am Ufer, Frauen waschen im Fluss Kleidung, die Maenner fischen, Kinder rennen herum oder schwimmen. Kuehe werden im Fluss gewaschen, Toepfe, alles. Man lebt hier vom Fluss, dessen Breite hier schon in Kilometern zu messen ist.
Die Grenzformalitaeten sind kein Problem, das Visum kostet 20 Dollar. Ich esse eine doppelte Portion Fried Noodles with Chicken und lese "Mr. Nice" aus. Ich bin sehr angetan von Howard Marks und wie locker und leicht er sein Leben
die Reis-Popkorn-Maschinedie Reis-Popkorn-Maschinedie Reis-Popkorn-Maschine

im Prinzip nur heisser, schwarzer Sand
lebt. Allerdings sind sieben Jahre Gefaengnis wegen Dope-Schmuggel auch nicht so nett.
Nach der Grenze haben wir ein anderes Boot, groesser und schlechter Ausblick. Wir setzen uns aufs Dach und geniesen den Ausblick. Stahlblauer Himmel - wir haben Glueck und bleiben alle drei Tage von Regen verschont -, Wasserbueffel am Ufer, winkende Kinder, aermlichere Verhaeltnisse als in Vietnam. Auf dem Fluss ist deutlich weniger los. Entlang des Flusses stehen mitten im Niemandsland riesige Tempel, die weit ueber die Baumgipfel hinauswachsen. Die Architektur hat sich im Vergleich zu Vietnam sehr geaendert. Alles ist groesser, die Daecher sind vielstufig und immer von spitzen Tuermchen gekroent. Nach drei Stunden steigen wir auf unseren Bus um, der uns entlang des Highway 1 nach Phnom Penh bringt. Wir lachen uns schief ueber das Wort Highway. Grossteils ist der nicht mal geteert. Nach einer halben Stunde koennen wir unsere Fuesse nicht mehr auf den Boden stellen, weil direkt darunter der Motor heisslaeuft. Lisas Schuhe schmelzen. 😊. Um sechs Uhr abends treffen wir in Phnom Penh ein, widersetzen uns den penetranten Versuchen einiger Maenner uns in ihr Guesthouse zu zerren. Wir vertrauen einem TukTuk-Fahrer, der uns zum super netten Okay Guesthouse bringt. Einige Innenhoefe, viele Backpacker, lockere Besitzer und Angestellte. Ich nehme fuer einen Dollar ein Bett im leeren Dormitory, Sam und Lisa brauchen unbedingt eine Air-Condition und zahlen fuer ein Doppelzimmer sieben. Ich bin ein bisschen erkaeltet und verzichte deswegen auf AC. Wir essen leckeres kambodschanisches Essen in einem Restaurant am Mekong-Ufer. Nach ein paar Bier und einigen Runden Billard lassen wir uns fuer einen Dollar zum Guesthouse fahren und naechtigen 😊.


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Mittagessen auf einer Mekong-InselMittagessen auf einer Mekong-Insel
Mittagessen auf einer Mekong-Insel

Sam, ein franzoesisches Paerchen, ich und Lisa
manche Transportschiffe sind dem Untergang wirklich nahe...manche Transportschiffe sind dem Untergang wirklich nahe...
manche Transportschiffe sind dem Untergang wirklich nahe...

hier bedeutet "Schiff" alles was irgendwie schwimmt...
Lisa und ichLisa und ich
Lisa und ich

mit Bart und Sturmfrisur :)
ein Dumplingein Dumpling
ein Dumpling

Dampfnudel, mit Fleisch-Eier-Fuellung. Sehr lecker


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