Der Versuch eines Fazits


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Thailand's flag
Asia » Thailand » Central Thailand » Bangkok
September 11th 2006
Published: September 13th 2006
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Wie soll man so einen Urlaub zusammenfassen? Vielleicht wird das Wort Urlaub den letzten sechs Wochen auch einfach nicht gerecht. Unter Urlaub stellt man sich normalerweise Strand, Sonne, Meer, Cocktails und gutes Essen vor. Einen Strand hatte ich fuer drei Tage, doch stand der Strand bei Hoa's Place nicht im Vordergrund. Meer einmal mehr, in der Ha Long Bay. Cocktails, keinen. Gutes Essen manchmal, doch auch absolute Tiefpunkte. Ab und zu haelt man es dann einfach nicht mehr aus, mit dem fremden Essen und man legt einen Burger-Tag ein. Urlaub ist auch nicht so anstrengend. Man sieht auch nicht soviel.
Einigen wir uns also auf das Wort Reise.
3. August, Khao Sarn Road. Gross, bunt und viele grelle Gestalten. Viele Laeden, die im Prinzip alle das gleiche verkaufen. Jede Menge Backpacker, es ist kein Problem, dort jemanden kennenzulernen. Nach zwei oder drei Tagen merkt man, dass einem die Gegend anfaengt tierisch auf die Nerven zu gehen. Dann fallen einem die betrunkenen Englaender auf, die Ladyboys und die Abzocke.
Also weiter, Richtung laotische Grenze. Ein traumhaftes Guesthouse, Mut Mee genannt, Tom und Pille und vor allem Petra. Und im Hintergrund wartet Laos auf uns. Nach der Grenze merkt man schnell den Unterschied zu Thailand. Alles armseliger. Vientiane bestaetigt dieses Bild, ist zugleich aber auch interessant. Die Menschen sind freundlich, alle lachen und es liegt eine Ruhe in der Luft, die man solch einer grossen Stadt nicht zugetraut haette.
Vang Vieng, Khao Sarn Road in einer Stadt. Nur Backpacker und alles ist auf diese zentriert. Eine wunderschoene Landschaft, die zum klettern einlaedt, doch am Abend laeuft "Friends" in jedem Lokal. Es geht weiter, eine atemberaubende Busfahrt durch Landschaften, die vielleicht mit Musik zu beschreiben sind. Pink Floyd - Comfortably Numb. Wir kommen nach Luang Prabang. Schoene Stadt, unter dem Schutz des Unesco-Kulturerbes. Ein Wasserfall wie im Traum, doch auch hier faengt die Abzocke an zu regieren. Wir nehmen den Bus nach Phonsavan, treffen Bruno wieder, mit dem wir einige schoene Tage verbringen. Die Einladung nach Teneriffa steht.
Der Horrorbus nach Vietnam, Vinh. Wir werden von einem Typen, auf den wir wohl im Nachhinein nicht mehr reinfallen wuerden verarscht. Morgens um sechs haben wir in Hanoi ein Guesthouse und die Stimmung haengt unter Null. Hanoi ist nett, Ho Chi Minh ist hier der grosse Star. Der Trip zur Ha Long Bay ist sehr beeindruckend, allein die Touristengruppe nervt. Und der Dauerregen. Etwas Pech gehabt, dennoch den Trip wert. Ich lasse Fabian und Christoph zurueck, wie wird es wohl werden, allein unterwegs zu sein? Mit einigen Bedenken aber auch viel Vorfreude steige ich in den Flieger nach Danang.
Hoa's Place. Ein, wenn nicht das Highlight. Hoa schart die Backpacker um sich und irgendwie sind alle auf der gleichen Wellenlaenge. Ein Platz zum wohlfuehlen, mit leuchtendem Plankton und Lagerfeuer am Strand. Doch auch dort kann man nicht ewig bleiben. Also weiter nach Hoi An, die Schneiderstadt, zusammen mit Kristof, David und Sam. Wir nehmen Raeder und die Stadt gefaellt uns. Doch dann wieder weiter, immer weiter. Wieder mal mit Rucksack in einen Bus, immer das Gefuehl fuer alles zu viel zu bezahlen. Nassgeschwitzt wieder raus und wieder ein neuer, faszinierender Ort. Diesmal ist es Kon Tum, die Geisterstadt ohne Touris. Wir besuchen die Minderheiten-Doerfer und verschenken Stifte. Die Kinder freuen sich und wir uns noch mehr.
Das beeindruckendste ist aber wohl unser Guide, der uns vom Krieg erzaehlt. Vom Krieg, fuer den Vietnam bekannt ist, den man aber nie sieht. Nichts erinnert daran und die Menschen sprechen nicht darueber. Man muss ihn suchen und selbst dann findet man ihn nur in kuenstlich wirkender Umgebung.
Wieder mal fahren wir in einen Minibus mit den Knien am Kinn nach Buon Ma Thout. Der Nationalpark ist geschlossen, vielleicht waere die Reise ueber Nha Trang und die Kueste sinnvoller gewesen. Macht nichts, wir haben trotzdem Spass und ich bin froh mit Sam zu reisen. Der Bus nach Ho Chi Minh City geht durch eigenartige Landschaften, wir sehen nun den Krieg, sind uns doch dessen nicht bewusst und erfahren es erst im Kriegsmuseum in Saigon. Agent Orange.
Saigon lebt und quirlt. Wie Bangkok, doch etwas weniger Laster. In zehn Jahren wird es sein, wie Thailand. Ich merke schon seit Anfang an, dass meine Vorstellung von einsamen Laendern ohne Touris nicht zu halten ist. Wir trinken mit Englaendern und treffen Lisa von Hoa's Place wieder. In den Cu Chi Tunnels wird einem dann doch wieder bewusst, was dieses Land schon erlebt hat. Wir buchen den Drei-Tages-Trip durchs Mekong-Delta und freuen uns ueber viele freundliche Gesichter und Kinder, die uns ausdauernd zuwinken.
Wir erreichen Pnomh Penh, Kambodscha. Wohl das urspruenglichste aller Laender, zumindest wenn man etwas genauer hinsieht und den touristischen Einfluss ausblendet. Alle Touris aus Kambodscha besuchen Angkor Wat, also auch wir. Wir bewundern absolut beeindruckende Tempel, eine riesen Anlage und wie durch ein Wunder treffe ich Kristof wieder. Mitten in den Gesichtern von Bayon ein bekanntes. Es sind meistens nicht die Landschaften und die Staedte, die einem von einer Reise in Erinnerung bleiben, sondern die Menschen. Die Einheimischen, aber eben auch und gerade die Bekanntschaften mit anderen Backpackern. Man ist irgendwie eine Gemeinschaft und sich in einigen Sachen sehr aehnlich. Wir haben einen grandiosen letzten Abend zusammen und ich ziehe allein weiter nach Battambang und Poipet, Staedte ohne Reiz, doch voller Armut.
Es geht zurueck nach Bangkok. Mein Kopf ist langsam einfach zu voll um noch neue Plaetze und Eindruecke aufzunehmen. Also wieder Khao Sarn Road.
Man wird immer wieder aufs Neue ueberrannt von Eindruecken. Reizueberflutung, wegen der man eigentlich alle zwei, drei Wochen eine Pause einlegen sollte, vielleicht ein paar Tage am Strand, relaxen. Es wird mit der Zeit zu viel und man stumpft ab. Man will noch groessere Tempel sehen, noch bizarrere Landschaften, noch bessere Bekanntschaften machen.
Mein Trip war zu lang, die Zeit zu kurz, um alles aufzunehmen. Ich habe mir etwas zu viel vorgenommen. Meine Route habe ich geschafft, doch manchmal waere es besser gewesen, mehr Zeit an einem Ort zu verbringen. Nicht immer im Hinterkopf zu haben, dass man weiter, weiter, weiter muss. Wahrscheinlich haette man so mehr gesehen. Nun weiss ich allerdings, wo ich hin will, wenn ich wieder komme.
Was man nicht in Worte fassen kann, war vielleicht ab und zu mal zwischen den Zeilen zu lesen. Dieses Gefuehl unterwegs zu sein. Allein unterwegs zu sein und doch immer wieder neue Leute zu treffen. Das Gefuehl wieder einmal schweissgebadet im Bus zu sitzen und Bekanntes zurueck zu lassen. Die neuen Bekanntschaften an erster Stelle.
Es gibt Hoehen und Tiefen, doch die Tiefen waren selten. Ich freue mich schon auf daheim, doch ich weiss, dass ich das hier alles nach zwei Tagen vermissen werde. Doch ich werde mich mit dem Gedanken troesten, das diese Reise nicht die letzte sein wird. Dass es noch so viel auf der Welt zu sehen gibt, dass viele Bekanntschaften darauf warten, geschlossen zu werden und viele Flecken entdeckt werden wollen. Und mit Sicherheit komme ich irgendwann wieder hier her.
Asien, wir sehen uns.

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