ON TOUR - Woche 307 (Südkorea)


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October 14th 2018
Published: October 27th 2018
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Cheomseongdae Observatorium
Montag, 08.10.18
Da das Frühstück erst um 08.00 Uhr war, startete ich meinen Tagesausflug etwas später als gewohnt. Schliesslich muss ich es nutzen, wenn schon mal Frühstück im Preis dabei ist. So fuhr ich kurz vor 09.00 Uhr mit dem Bus Richtung Namsan-Hügel. Die eine Frau an der Rezeption sagte gestern, dass ich den Bus mit der Nummer 10 oder 11 nehmen könne, die heutige Person sagte, dass ich den Bus mit der Nummer 500 nehmen kann. Als der 11er zuerst kam, nahm ich diesen. Dumm gelaufen, denn er fuhr gar nicht an meine Destination, obwohl der Buschauffeur vorher „ja“ gesagte hatte, als ich ihm die Destination und die Broschüre zeigte. So musste ich irgendwie schleunigst versuchen, den Bus zu stoppen und vorallem wieder das Geld zurück zu kriegen. Nach einem kurzen Wortwechsel klappte es. Ich lief Richtung Namsan und trampte einen Teil der Strecke. Im Informationsbüro kriegte ich eine Karte und der Herr schenkte mir ein paar Ansichtskarten. Gegen 09.30 Uhr startete ich meine Tour. Zuerst besuchte ich zwei kleine Tempel, danach ging es bis zum Gipfel meistens leicht bergauf. Immer wieder kam ich an kleinen Sehenswürdigkeiten vorbei. Entweder in Stein gravierte Buddhafiguren oder sonstige Steinskulpturen. Teilweise musste man die
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Dolmen - Koenigsgraeber
Gravuren suchen, da sie nicht mehr allzu gut erkennbar sind. Vor dem Gipfel hatte man eine sehr schöne Aussicht. Ich machte eine kurze Pause. Auf dem Gipfel selbst gab es nur einen gravierten Stein, jedoch keine Aussicht. Von hier aus lief ich auf einer anderen Seite wieder zur Strasse runter. Auch hier gab es noch einen Stein mit einer Lotusblume, zwei Pagoden und Gravuren zu sehen. Von der Hauptstrasse aus trampte ich bis zum Bomun-See, ein paar Kilometer ausserhalb. Ich machte nur einen kurzen Spaziergang. Danach trampte ich weiter bis zum Bulguksa-Tempel, nochmals ein paar Kilometer weiter. Da ich zuerst Informationen betreffend dem Tempel und den Eintrittspreisen wollte, jedoch die Schlange zu lang war, ging ich direkt zum Eingang. Dort war der Herr genervt, weil ich kein Ticket hatte, er sprach jedoch überhaupt kein Englisch. Jemand half mir schliesslich mit der Übersetzung und bezahlte sogar mein Ticket. So besuchte ich den Tempel trotzdem, auch wenn ich schon so viele Tempel gesehen hatte. Draussen hatte es jedoch einen Teil abgesperrt und drinnen durfte man keine Fotos machen, wieder einmal typisch. Naja, beim ersten Tempel hatte ich die Schilder tatsächlich nicht gesehen und trotzdem Fotos gemacht. Hier gäbe es noch einen Buddha
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Namsan - Graeber
in einer Höhle. Alle sagen immer dies oder das sei toll zum Anschauen, doch schlussendlich sind die meisten Buddhas und Tempel immer in etwa dasselbe. Ich trampte zum Bahnhof in der Nähe des Gästehauses zurück. Zuerst ging ich noch in einen Supermarkt. Ich dachte, ich könnte hier ein paar Sachen einkaufen, kam aber schliesslich nur mit einem Kaffee wieder raus. In einem anderen Shop kaufte ich mir noch ein Sandwich, da ich wieder einmal keine Lust hatte, lange in der Gegend umher zu laufen, um Essen zu suchen. Wieder zurück im Gästehaus, unterhielt ich mich eine Weile mit einer Japanerin. Da ich fast alle Sehenswürdigkeiten gesehen hatte, fragte ich nach, ob ich eine Nacht stornieren könne. Doch ich hätte nur noch 10 Prozent des Preises zurück erhalten, so hatte sich das Thema auch erledigt. Ich arbeitete noch ein bisschen, dann ich ging ins Bett.

Dienstag, 09.10.18
Da das Gästehaus bereits bezahlt war und ich die meisten Sehenswürdigkeiten schon gesehen hatte, blieb ich heute im Hostel. So nutzte ich wieder einmal die Zeit, um meine Fotos auszusortieren und so viel wie möglich aufzuarbeiten. Das Wetter war heute sowieso sehr bewölkt und somit etwas kühl. Da es auf dem Bett etwas
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Namsan
unbequem war zum am Laptop arbeiten, setzte ich mich draussen hin. Kaum sass ich am Tisch, fragte mich die Angestellte, wie lange ich heute im Hostel bleiben würde. Ich fand es eine komische Frage, schliesslich ist dies eine Unterkunft, welche man vom Einchecken bis Auschecken bezahlt und man sollte meinen, man kann drinnen bleiben oder nach draussen gehen. Frage mich was sie macht, wenn es regnet und die meisten Gäste im Hostel bleiben. Sie meinte, ich müsse ab und zu den Platz wechseln, da es nun Reinigungszeit sei. Naja, das war gegen 10.30 Uhr und um 14.30 Uhr war sie immer noch an der Arbeit. Schliesslich musste ich nur fünf Minuten Platz machen, als sie staubsaugen wollte, sie hätte sich also die Frage sparen können. Leider lief heute den ganzen Tag schreckliche Musik, sodass ich wieder einmal meine Ohrstöpsel benutzen musste. Ich kam wieder etwas vorwärts mit dem Sortieren meiner Fotos, doch die Reiseplanung blieb wie immer liegen. Bevor es dunkel wurde, ging ich noch kurz etwas zum Essen kaufen. Als ich im Hostel am Tisch sass, lernte ich Clement aus Frankreich kennen. Später gesellte sich noch Rachel aus Australien dazu. Obwohl ich schon zwei Nächte hier war, schwatzte ich
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Namsan - Buddhafigur
sonst mit niemandem länger, irgendwie scheint es, als seien die meisten Touristen nicht mehr gesprächig. Auch auf der Strasse sagen die meisten Touristen nicht einmal „hallo“, was ich etwas schade und komisch finde. In Lateinamerika war dies viel anders. Dort kochte man zusammen und tauschte vorallem Reisegeschichten und Reisetipps aus. Als die beiden etwas essen gingen, machte ich meine Arbeiten weiter. Es wurde auch heute wieder Mitternacht. Dumm war nur, dass genau dann, als ich schlafen wollte, die eine Frau zu schnarchen anfing. Jetzt bin ich schon mal in einem Zimmer, wo nur Frauen sind und es schnarcht trotzdem jemand. Leider konnte ich auch genau jetzt meine Ohrstöpsel nicht finden. Also hörte ich zuerst eine Weile Musik. Später musste ich aber doch noch die Ohrstöpsel suchen, sonst hätte ich wohl nie einschlafen können.

Mittwoch, 10.10.18
Das erste Mal wachte ich zu früh auf, beim zweiten Mal war es bereits 07.30 Uhr. Ich machte mich parat und packte meinen Rucksack. Es war ziemlich mühsam, da ich ja die anderen Personen nicht wecken wollte, aber ohne Lärm ging es natürlich nicht. Um 08.00 Uhr wollte ich frühstücken. Kaum war ich am Toaster, sagte die Mitarbeiterin schon wieder, ich müsse noch warten.
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Namsan
Also so pingelig wie die ist, müsste sie immerhin pünktlich um 08.00 Uhr parat sein. Vorgestern durfte ich keine zwei Minuten vorher anfangen. Nach dem Frühstück ging ich etwas ausserhalb der Stadt. Ein Herr brachte mich bis zur Autobahneinfahrt für Busan. Es ist immer wieder erstaunlich, dass die Kommunikation meistens irgendwie klappt, wenn auch nur mit Gesten oder dem nicht immer korrekten Übersetzer. Von dort aus wollte ich weiter trampen. Ich stand keine Minute am Strassenrand, hielt ein Auto an, ohne dass ich überhaupt den Finger rausgehalten hatte. Young Rock war ein älterer Herr und trampte früher in Europa, deshalb wollte er mir gleich helfen. Ich fand den Herrn, der super englisch spricht, sofort sympathisch. Wir unterhielten uns bestens. Als wir eine kurze Pause machten, lud er mich zu einem Kaffee ein, danach fuhr er mich bis zu einer Metrostation etwas ausserhalb der Stadt. Mal schauen, ob wir zusammen noch ein Trekking machen werden, das wäre bestimmt eine tolle Zeit. Young Rock gab mir noch die Nummer eines Kollegen, für den Fall, dass ich in Busan Hilfe brauche. So verabschiedete ich mich von ihm und fuhr mit der Metro ins Zentrum. Jemand sagte mir, ich solle nach Gwangan fahren, in
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Namsan - Stein als Lotusbluete
der Nähe eines Strandes. Dort angekommen, fragte ich in einer Kirche nach einem Zimmer, jedoch erfolglos. Dafür durfte ich mein Gepäck deponieren. Ich wollte zum Strand laufen, doch da ich gleich nochmals eine Kirche sah, ging ich dort auch noch kurz vorbei. Ich lernte den Pfarrer Yong Bok kennen. Er versuchte zu helfen und telefonierte mit jemandem. Zuerst gingen wir in sein Büro, dann lud er mich zum Mittagessen ein. Dort lernte ich seine Frau und seinen Sohn kennen. Sie luden mich gleich zu sich nach Hause ein, das war wirklich perfekt. Das Essen war sehr lecker, wieder einmal eine Art Cordon-Bleu. Danach holten wir mein Gepäck ab und fuhren zu ihnen nach Hause. Ich deponierte nur den Rucksack, dann ging ich zum Strand. Schade, dass das Wetter sehr bewölkt war und somit die Sonne nicht schien. Die Stimmung und die Fotos sind einfach viel anders, wenn die Sonne scheint. Ich spazierte den Strand entlang, meistens mit der Sicht auf die lange Brücke auf der einen und auf viele Hochhäuser auf der anderen Seite. Bis zum Haeundae-Strand zog sich die Strecke ziemlich hin. Leider gab es keine Fussgängerbrücke als Abkürzung. Dieser Strand war schöner als der erste, scheinbar auch der,
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Namsan - Gravuren in Stein
der im Sommer völlig von Einheimischen überrannt wird. Der Nachmittag war schnell vorbei, deshalb kehrte ich ins Büro von Yong Bok zurück. Zwanzig Minuten später fuhren wir nach Hause. Seine Frau bereitete leckere Sandwiches zu. Wir schwatzten eine Weile, dann musste die Familie nochmals in die Kirche und ich erledigte meine Arbeiten. Da ich noch ein längeres Telefonat führte, wurde es einmal mehr nach Mitternacht, bis ich endlich ins Bett kam.

Donnerstag, 11.10.18
Morgens frühstückte ich mit der Familie. Gegen 08.00 Uhr fuhr mich Yong Bok zur Metrostation. Von dort aus fuhr ich bis zur Metrostation Dongbaek und setzte meinen Spaziergang dort fort, wo er gestern aufgehört hatte. Ich ging nochmals zum einen Leuchtturm, denn heute war das Wetter etwas besser, um Fotos zu machen. Danach lief ich den Haeundae-Strand entlang. Unterwegs machte ich noch einen Besuch im Tourismusbüro, um ein paar Sachen abzuklären. Die Mitarbeiterin sagte mir, dass ich alles einem alten Bahngleis entlang laufen könne. Doch zuerst lief ich eine normale Strasse entlang. Zwischendurch hatte ich eine tolle Aussicht auf die Stadt. Irgendwann hatte ich Lust auf einen Kaffee. Leider hatte ich jedoch keine Münzen oder kleine Noten dabei. Deshalb fragte ich einen Mann, ob er mir
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Namsan - Pagoda
die 5000er-Note in Kleingeld wechseln könne. Er hatte jedoch auch nicht genügend Kleingeld zum Tauschen dabei, spendierte mir aber tatsächlich einen Kaffee. Er war auch besorgt, dass ich meinen Weg nicht finde für meine nächste Destination, doch ich sagte ihm, er müsse sich keine Sorgen machen. Es war eine nette kurze Begegnung. Ich lief durch einen kleinen Wald bis zum Bahngleis hinunter. Als Fussgänger ist es teilweise ein bisschen mühsam, weil man weite Umwege laufen muss. Ich wollte meinen Weg durch einen Garten abkürzen, trat dann aber zur Strafe gleich ins Wasser in der Wiese. Ich fand meinen Weg trotzdem durch den Garten, aber es wäre einfacher und trockener möglich gewesen. Am Meer hatte es zwei Leuchttürme und eine Aussichtsplattform. Doch der weitere Weg dem Bahngleis entlang war wegen Arbeiten gesperrt. Ich sprach mit jemandem am Telefon, damit ich mein Problem auf Englisch erklären konnte. Ich hatte nämlich nicht schon wieder Lust, eine Ewigkeit einen Umweg zu laufen, nur weil mir Leute eine falsche Auskunft geben. Die Frau lachte ständig, was mich etwas nervte, was ich ihr auch sagte. Sie wird ja eher mit dem Auto unterwegs sein und keine solchen Problemchen haben. Schliesslich durfte ich doch den Weg dem Bahngleis entlang nehmen. Ich hatte es gewusst, die Arbeiten fanden etwa im Umkreis von zwanzig Metern statt, danach war nichts mehr in Arbeit. Also völlig ungefährlich. Zudem kamen mir auf dem Weg auch ein paar Leute entgegen, die wie ich unterwegs waren. Also wirklich mühsam, die Leute deswegen auf lange Umwege zu schicken. Irgendwann kam ich beim Strand Songjeong an. Hier fand ich es noch etwas gemütlicher, weil es nicht so viele Gebäude und nicht so viele Hochhäuser gibt. Ich lief den Strand entlang und trampte von hier aus weiter zum Tempel Haedong Yonggungsa. Hier sah ich plötzlich einige Touristen, sonst sah ich noch nicht viele in dieser Stadt. Es war eine schöne Umgebung mit dem Tempel in der Nähe des Meeres. Von hier aus trampte ich noch zu einer weiteren Sehenswürdigkeit. Eine junge Frau nahm mich mit und wartete auf mich, bis ich meine Fotos gemacht hatte. Dann fuhren wir zum Songjeong-Strand zurück. Ich versuchte zu trampen, doch es war etwas schwieriger. Als ich aber an einem stehenden Auto ankam, fragten die Herren, wohin ich gehen würde. Ich glaube, sie hatten mich vorher gesehen und extra angehalten. Sie hatten zum Glück dieselbe Destination. Wir fuhren sogar über die lange Brücke, was auch ein tolles Erlebnis war. Denn von hier hatte man eine schöne Aussicht auf die Hochhäuser und auf den Strand. Natürlich schade, dass man hier nirgendwo anhalten durfte. Am Ende der Brücke stieg ich aus und lief von dort aus weiter. Kurz bevor ich beim Gwangan-Strand ankam, sah ich ein kleines Häuschen, wo Fahrräder ausgeliehen werden können - kostenlos für zwei Stunden. Das war perfekt, so konnte ich noch eine kurze Ausfahrt zu einem Aussichtspunkt machen. In Südkorea gibt es sehr viele Fahrradwege, wirklich eine gute Sache, um Unfälle zu vermeiden. Nach einer Dreiviertelstunde gab ich das Fahrrad zurück. Ich lernte noch einen Herrn kennen und schwatzte kurz mit ihm, dann ging ich zu Yong Bok ins Büro. Er machte uns einen Tee und wir schwatzten eine Weile. Danach fuhr er mich netterweise zu einem Aussichtspunkt auf einem Hügel. Von hier aus hatten wir eine super Aussicht auf das Lichtermeer der Häuser und der Brücke. Zuhause ass ich mit der Familie, dann erledigte ich meine Arbeiten. Um 21.30 Uhr musste ich ein kurzes Nickerchen machen. Eine halbe Stunde später telefonierte ich eine Ewigkeit, was mal wieder sehr unterhaltsam war. Somit wurde es auch heute Mitternacht, als ich schlafen
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Kolosseum
ging.

Freitag, 12.10.18
Gegen 08.00 Uhr fuhr mich Yong Bok wieder zur Metrostation. Heute besuchte ich das Gamcheon-Viertel. Hier wurden viele Strassen und Häuser mit Kunstgegenständen oder Bildern dekoriert. Man konnte drei verschiedenen Wegen folgen, um alle Kunstgegenstände zu sehen. Mit der Karte war es definitiv einfacher. Ich verweilte ziemlich lange dort, obwohl es nicht so viele tolle Sachen hatte. Einmal traf ich fünf Touristen aus Amerika, mit welchen ich mich länger unterhielt. Es war eine schöne unterhaltsame Pause. Nach dem Gamcheon-Besuch lief ich Richtung Taejeongdae-Park. Dieser war jedoch viel zu weit zum Laufen. Die Bushaltestellen waren wieder nur auf Koreanisch angeschrieben, sodass ich es lieber mit trampen versuchte. Ich hatte Glück und wurde bis zur Kreuzung bei der Brücke gefahren. Der Herr gab mir noch einen Tipp, von wo aus ich eine tolle Aussicht geniessen kann. Somit besuchte ich zuerst den Lotte-Mart, wo man in den obersten Stock fahren kann. Von dort war die Aussicht genial. Ich ging noch kurz ins Tourismusbüro, dann über die Brücke zur Insel. Hier war es fast unmöglich zu trampen, weshalb ich gleich den Bus nahm. Die Fahrt dauerte ziemlich lange für die kurze Strecke, wir hielten auch an jeder Bushaltestelle. Ich machte
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Bulguksa Tempel
wieder einmal einen längeren Spaziergang und besuchte einen Leuchtturm. Ansonsten waren die Sehenswürdigkeiten nichts Besonderes. Auf dem Rückweg hatte ich Glück und wurde von Byong Lim mitgenommen. Er fuhr mich bis zur Busan-Metrostation. Von dort aus fuhr ich nach Gwangan zurück. Ich kam pünktlich um 18.00 im Büro von Yong Bok an, somit gingen wir gleich nach Hause. Dort tischte mir seine Frau tatsächlich eine leckere Pizza auf. Sie hatten mich am ersten Tag nach meinem Lieblingsessen gefragt und ich antwortete mit Pizza und Pasta. Wir unterhielten uns heute etwas länger, danach machte ich wie immer meine Arbeiten weiter.

Samstag, 13.10.18
Ich kriegte wieder ein üppiges Frühstück, unglaublich. Ich verabschiedete mich von der Familie, es waren drei sehr schöne Tage hier. Yong Bok fuhr mich zur Metrostation. Von dort aus fuhr ich ausserhalb von Busan. Kurz vor Ankunft stand Hadan und die Metro hielt scheinbar auch bei Hadan. Da ich aber noch nicht aussteigen musste, kümmerte ich mich nicht darum. Ich beschloss kurzfristig, bei der nächsten Station Sinpyeong auszusteigen statt zwei Stationen weiter. Doch als ich bei der Metrostation ankam, stand immer noch Hadan und ich hatte keine Ahnung, ob ich nun verpasst hatte, dass die Metro vorher hielt
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Bulguksa Tempel
oder ob es wirklich falsch angeschrieben war. Ich hatte keine Zeit, meine Position zu prüfen, merkte dann aber schnell, dass die Information falsch war. So stieg ich bei der nächsten Station aus, was jedoch weiter von der Brücke entfernt war. Ich lief zur mehr befahrenen Hauptstrasse. Doch genau an der Stelle, wo ich trampen wollte, war eine Baustelle, so musste ich weiter laufen. Ich wurde dann zwar mitgenommen, doch der Herr verstand überhaupt kein Wort und es dauerte eine Ewigkeit, bis ich an der richtigen Stelle war. Als ich anhalten wollte, sagte er jedoch, er würde mich bis nach Geoje fahren. Das wäre mir auch recht gewesen, doch statt mich zur Monorail-Station in Geoje zu fahren, fuhr er mich zur Gondelbahn in Tongyeong. Da das Wetter sowieso sehr bewölkt war, war es mir egal. Ich schaute mir zwar den Ort mit der Gongelbahn kurz an, doch weil der Start der Wanderwege etwas weit entfernt war, liess ich es bleiben, ich hatte ja all mein Gepäck dabei. Die Frau beim Tourismusbüro konnte leider nicht gut englisch sprechen, sodass ich gleich all meine Pläne betreffend Hügel besteigen fallen liess. Stattdessen wollte ich um die Insel herum fahren. So lief ich etwas ausserhalb,
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Bulguksa Tempel
doch auch hier musste ich eine Ewigkeit warten, bis ich weiter kam. Ein junger Mann fuhr mich schliesslich zu einem Aussichtspunkt um kurz Fotos zu machen und liess mich dann beim Dara Park raus, einer weiteren Aussichtsplattform. Von oben hatte man nicht so eine gute Aussicht wie vom Parkplatz aus, deshalb verbrachte ich auch nicht viel Zeit dort. Ich versuchte herauszufinden, wohin ich als nächstes soll. Ich beschloss, zu einem Deutschen Dorf zu fahren. Ich kam nur sehr schleppend weiter. Eine Familie fuhr mich in die Stadt. Der Herr lud zuerst seine Frau und seine Tochter aus und fuhr dann zum Bruder nach Hause. Dieser spricht englisch. Sie brachten mich auf die richtige Hauptstrasse, damit ich von dort aus trampen konnte. Ich musste lange warten. Irgendwann hielt ein Pärchen, der Mann sprach ein wenig englisch. Er sagte von Anfang an, dass ich doch den Bus nehmen soll. Eigentlich wollte ich aber trampen. Da er sagte, dass er nach Sancheon fahren würde, sagte ich, ich würde die Busfahrt prüfen wegen der Zeit und dem Preis. Als wir jedoch in Sancheon ankamen, waren wir im Norden der Stadt, fast schon in der Nähe von Jinju, wo ich überhaupt nicht hin wollte. In
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leckeres Essen
meiner Karte sind oftmals gleiche Namen der Städte drin, jedoch noch mit Zusatz „Norden“, „Westen“, etc. Obwohl ich dem Herrn vorher etliche Male meine Karte gezeigt hatte, wurde er wütend auf mich, als ich ihm sagte, dass ich nicht den Bus nehmen würde. Von hier aus fahren keine Busse südlich, sondern man muss zuerst in den Norden nach Jinju fahren, damit man über einen Umweg in den Süden kommt. Ich hatte dazu aber überhaupt keine Lust, denn dann wäre ich erst bei Dunkelheit im Deutschen Dorf angekommen. Der Herr liess mich einfach stehen, so quasi mitten in der Stadt. Das war natürlich nicht ideal zum weiter trampen. Ich war genervt und fragte einen Busfahrer nach der Richtung. Schliesslich fragte ich ihn, ob er die Polizei anrufen könne. Es spricht teilweise einfach kein Mensch englisch, was die Sache schwierig macht. Ein Taxifahrer bot mir an, mich kostenlos zur Polizei zu fahren. Dort erklärte ich, dass ich trampen wollte und dass wenn ich den Bus nehmen würde, ich erst in der Dunkelheit ankommen würde, weil es keinen Direktbus gibt. Sie waren so nett und organisierten für mich einen Polizisten, der mich zum Polizeiposten in der nächsten Stadt fuhr. Da dort die andere Polizei verantwortlich war, fuhren mich zwei weitere Polizisten bis ins Deutsche Dorf. Wir suchten ziemlich lange eine Unterkunft, zum Glück klappte es irgendwann. Ich konnte in einer kleinen Wohnung mit einer Frau das Bett teilen. Die Zeit ging wie immer schnell vorbei. Kaum hatte ich meine täglichen Arbeiten erledigt, war es schon wieder 21.30 Uhr. Ich musste heute aber noch unbedingt wegen dem Nationalpark Informationen heraussuchen.

Sonntag, 14.10.18
Gegen 08.00 Uhr ging ich das Deutsche Dorf besuchen. Dieses hat nicht mehr allzu viel deutsches Flair. Das Dorf hat viele moderne Häuser und ein paar Pensionen und Restaurants. Da heute Sonntag war, war am frühen Morgen noch alles geschlossen und ruhig. Man sieht zwar überall Angebote für Bier und Wurst, sogar Currywurst, aber irgendwie kam überhaupt keine deutsche Stimmung rüber. Das lag vielleicht auch daran, dass das eine Restaurant eine Windmühle hatte, was eher an Holland erinnerte und ein anderes Restaurant einen französischen Namen hatte. Nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Bei der Kirche waren Vorbereitungen für ein Oktoberfest im Gange. So wie es aussieht, ist dieser Ort bei Einheimischen sehr beliebt, denn es gibt hier einen riesigen Parkplatz und jemand sagte mir, dass es teilweise völlig überlaufen sei. Nach etwa zwei Stunden kehrte ich zurück. Ein Haus nebenan befindet sich eine Bäckerei. Ich dachte, ich schaue mal rein. Ein kleines Brötchen, welches ich in Deutschland für 40 Eurocents erhalte, war hier stolze 1.30 CHF. Ich frage mich oft, wie die Leute hier überhaupt überleben bei solch hohen Preisen. Vielleicht wurden bei ihrem Lohn bereits die Steuern, Krankenkasse und alles abgezogen, sodass der ausbezahlte Lohn zu hundert Prozent verfügbar und vorallem immer noch hoch ist. Der Besitzer Ronald und seine Frau begrüssten mich herzlich. Wir schwatzten eine Weile. Er schenkte mir einen Kaffee und liess mich ein Stück Brot mit Butter probieren. Danach servierte er mir tatsächlich ein paar Scheiben mit Butter und meinte, ich solle mich doch hier noch etwas ausruhen. Wir schwatzten noch etwas weiter, doch um 10.30 Uhr musste ich mein Gepäck abholen. Die Türe stand offen. Die Dame war noch unterwegs, weshalb ich nochmals zur Bäckerei zurück lief und ich fragte, ob sie kurz die Dame anrufen könne, damit ich danke und tschüss sagen konnte. Danach lief ich zur Hauptstrasse in der Nähe. Ich wusste nicht, ob ich links oder rechts soll. Links gibt es ein paar Aussichtspunkte der Küste entlang, doch auf dieser
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bekannt als Stadt fuer das Filmfestival
Strecke fahren weniger Autos. Ich entschied mich trotzdem für diese Strecke. Kurze Zeit später hielt ein Herr. Er wollte eigentlich sein Auto oder Boot reparieren, doch er sagte, er hätte eine Stunde Zeit, um mich in der Gegend umher zu fahren. Das war ja super, so konnte ich immerhin ein paar Stopps für Fotos machen. Eugene hielt an einigen Orten mit Aussicht, an einem Hafen und an einem Strand. Wir assen einen Snack, danach kehrten wir zum Ausgangspunkt zurück. Er fuhr direkt zum Hafen, wo er seine zwei Freunde traf. Diese wollten scheinbar eine Bootstour machen oder eben den Motor reparieren, ich kam nicht so ganz nach. Auf jeden Fall liessen sie ihre Pläne kurz sausen und brachten mich netterweise bis nach Namhae, der nächst grösseren Stadt, damit ich von dort aus den Bus nehmen konnte. Ich wurde wieder einmal nach Jinju im Nordosten geschickt, um dann von dort aus in den Nordwesten zu kommen. Das war für mich völlig unlogisch. Zudem hätte ich mehr als zwei Stunden auf den nächsten Bus warten müssen. Als ich sagte, ich würde trampen, wollte Eugene jedoch, dass ich den Bus bis nach Jingyo nehme und dort den Bus wechsle. Ich verabschiedete mich und
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bekannt als Stadt fuer das Filmfestival
fuhr kurze Zeit später dorthin. Als ich dort ankam, rief ich zuerst das Büro des Nationalparks an, um endlich Informationen betreffend Wanderwegen zu erhalten. Es war jedoch etwas schwierig per Telefon, da der Park recht gross ist und der Herr nicht so genau wusste, was er mir empfehlen soll. Schliesslich entschied ich mich, nach Jungsan-ri zu fahren, auf der Ostseite des Parks. Ich lief etwas ausserhalb der Stadt und versuchte zu trampen. Hier fuhr praktisch kein Auto vorbei. Irgendwann hielten Sang Ho und Hyunok, ein Pärchen von Jinju. Sie waren auf dem Weg zum Schwimmbad. Als ich ihnen meine Destination und meinen Plan zum trampen mitteilte, beschlossen sie kurzerhand, mich nach Jungsan-ri zu bringen. Dies war eine Strecke von ungefähr 45 Kilometern, einfach unglaublich. Wir unterhielten uns bestens. Sie riefen beim Nationalpark an und fragten nach, ob es eine Möglichkeit für eine kostenlose Unterkunft gäbe. Eine junge Frau namens Eunjung bot an, dass ich bei ihr wohnen kann. Das war perfekt. Da sie jedoch erst etwas spät von der Arbeit zurückkam, gingen wir zuerst in einer Stadt in der Nähe etwas essen. Vorher machten wir noch einen Halt in einem Supermarkt. Hyunok sagte, ich müsse noch Proviant zum Wandern haben. Sie hatte ja eigentlich recht, aber dass sie mir gleich Mandarinen, Trauben, Schokolade und Cola kaufte, damit hätte ich nicht gerechnet. Ich hatte auch keine Chance, es selbst zu bezahlen. Auch im Restaurant wurde ich eingeladen. Leider gab es auch hier kein Fleisch, sodass wir wieder Fisch bestellten. Da wir wieder einmal in einem koreanischen Restaurant waren, gab es wie immer die vielen Schälchen mit Gemüse. Wir verbrachten einen sehr schönen Abend zusammen. Sie brachten mich noch zu Eunjung nach Hause. Im Erdgeschoss gibt es ein Café, wo wir auf sie warteten. Wir kamen ins Gespräch mit der Besitzerin. Sie spricht kein Englisch, aber die beiden unterhielten sich länger mit ihr. Die Frau bot mir an, ich könne auch bei ihr wohnen, falls ich noch eine weitere Nach bleiben würde. Zudem sagte sie, dass sie mir morgen ein Sandwich für die Wanderung zubereiten würde. Es war einfach unfassbar. Als Eunjung kam, schwatzten wir noch kurz weiter, dann verabschiedeten wir uns von Sang Ho und Hyunok. Die Frau lieh mir sogar ihre Jacke aus, weil diese viel wärmer war als meine. Nun musste ich immerhin keine Angst haben, dass ich friere. Bei Eunjung räumte sie etwas auf und ich viel aus. Ich durfte ein paar Sachen waschen. Wir schwatzten ziemlich lange. Sie versuchte, mir noch ein paar Informationen zum Park zu geben, sodass ich mich morgen entscheiden konnte, welchen Weg ich gehen möchte. Es wurde 01.00 Uhr, bis ich endlich schlafen ging, doch ich erledigte nicht einmal das Tagebuch.


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Haeundae-Strand
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Hochhaus im Bau
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Songjeong-Strand
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beim Haedong Yonggungsan Tempel
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Haedong Yonggungsan Tempel
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beim Haedong Yonggungsan Tempel


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