Elefanten- und Jeep Safari in Chitwan


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Asia » Nepal
April 2nd 2012
Published: June 20th 2017
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Geo: 27.5, 84.6667

Gleich als erster Programmpunkt nach dem Fruehstueck wartet heute die Elefanten-Safari auf uns.

Wir werden mit dem Jeep zum Ausgangspunkt gefahren und besteigen dort unsere Elefanten-Kuh. Die Sitze sind – anders als in Thailand – nicht aus Stahl und extrem unbequem, sondern aus Holz und recht bequem. Wir teilen uns einen Elefanten mit dem deutschen Paar Michael und Madeleine und koennen alle gar nicht glauben, dass man vom Ruecken der Elefanten aus, sich lauthals unterhaltend, irgendein Tier im Dschungel zu sehen bekommen sollte, da man einfach zu laut ist.

Wir werden eines Besseren belehrt: schon nach kurzer Zeit sehen wir Dammwild, welches uns auf dem Elefantenruecken halbwegs zu ignorieren scheint. Als wir dann ein Wasserloch ansteuern haben wir richtig Glueck: ein Rhinozeros hat es sich hier gemuetlich gemacht und laesst sich beim Baden nicht von uns oder den Dickhaeutern stoeren. Nicht schlecht, so ein Rhinozeros in freier Wildbahn, wenngleich wir uns bei der Ruhe mit der es da im Wasserloch liegt glatt fragen, ob es eventuell an den Fuessen dort angebunden ist. J

Weiter geht es auf dem Elefantenruecken durch den dichten Wald. Wir streifen so einige Aeste, sodass ich ab und zu mal hoffe, mir keine Spinnen oder Schlangen in den Nacken zu streifen.

Entgegen der Elefantenritte in Thailand, macht es hier wirklich Spass auf dem Elefantenruecken zu sitzen. Die Elefanten sehen alle gesund aus und weisen keine grossen Einschlaege der Mahout-Haken auf und zudem ist die Route nicht ein bloeder Rundkurs durch uninteressante Landschaft. Wirklich klasse. Neben weiterem Wild in mehreren Formen und einem Wiesel bekommen wir nicht mehr so viel zu sehen, aber es hat sich trotzdem gelohnt.

Nach der Safari in luftiger Hoehe geht es zur Elefantenstation der Regierung. Hier steht ein riesiger Bulle abseits aller anderen Elefanten im Wald – der gute ist gerade Paarungswillig und entsprechend aggresiv drauf. Mit einem anderen Bullen hat er sich wohl ordentlich gekeilt – die Narben sind nicht zu uebersehen. Sein "Haus" hat er im Wahn komplett zerlegt.

Es sind recht viele Elefanten, die hier stehen und das ist grundlegend ein schoener Anblick – waeren da nicht die Fussketten… An beiden Fuessen (hinten und vorne) sind die Elefanten an Ketten angebunden und haben so nicht gerade viel Bewegungsfreiraum. Die staatlichen Elefanten wuerden aber die meiste Zeit des Tages eingesetzt oder waeren zur Futter-Aufnahme im Dschungel, wird uns erzaehlt. Es sei also nur eine Futter (es wird zugefuettert) und Abend-Massnahme, die zudem gesetzlich vorgeschrieben sei. Hoffen wir, dass das zumindest im Ansatz stimmt.

Es ist eben immer ein zweischneidiges Schwert mit Elefanten-Haltung und Elefanten-Tourismus: artgerechte Haltung ist sicher anders und schwierig, ohne den Tourismus sind die Elefanten wiederum arbeitslos und ertragslos und keiner kann und will ihre Haltung finanzieren. Ein Elefant isst am Tag ca. 180 Kg Gras und trinkt zwischen 70 und 100 Liter Wasser – das ist ja auch nicht gerade ohne…

Nach dem Elefantenreiten geht es dann erst einmal zurueck ins Hotel und ich bin sehr Gluecklich meine Mutter samt Nachbarin Ingeborg per Skype anzutreffen – so kann ich meiner Mutter in Ruhe zum Geburtstag gratulieren. – Wobei, was heisst schon in Ruhe – dass Programm geht ja heute Schlag auf Schlag weiter, denn nach dem Mittagessen wartet die 4 stuendige Jeep-Safari auf uns!

So geht es denn also auch nach Ueberquerung des Flusses im Boot zu sechst auf der Ladeflaeche plus Guide auf der Stossstange stehend mit dem Jeep in den Dschungel.

Bereits direkt auf der anderen Flusseite bekommen wir den ersten Eisvogel zu sehen: das blaue Gefieder dieser Prachtvoegel ist wirklich eine Augenweide. Der Eisvogel den wir hier vor uns haben ist ein Storchschnabelliest und wirklich bildhuebsch. Auf Englisch (und Nepalesisch) heissen Eisvoegel uebrigens Kingfisher.

Die erste Stunde ist dann Tier-Technisch recht mau: wir sehen einen Lesser Adjudanten und sonst lange nicht viel. Landschaftlich ist der Dschungel und dann die Elefantengrasflaechen aber eine Augenweide. Nach den Bergen und der Kaelte die Woche zuvor, hat man jetzt auf einmal das Gefuehl in Afrika zu sein: Hitze und Steppe. Toll.

Tiefer im Dschungel angekommen kommen wir nun an einem Gewaesser vorbei. Waehrend wir leider kein Glueck haben nochmals ein Rhinozeros zu sehen (die uebrigens entgegen meiner Klugscheisserei Tags zuvor durchaus Nashoerner sind, wie Wikipedia mir bei der Recherche mein zuvor angelesenes (nicht-) Wissen wiederlegt, und als einhoernige Nashoerner eben Rhinozerosse heissen); sehen wir dann am Wasser Anderes: Storchen und etliche andere Voegel, deren Namen ich dann leider auf Englisch nicht wirklich zuordnen kann sowie amtliche Krokodile tuemmeln sich am Wasser.

In der Folge sehen wir dann noch einiges an Rotwild, ein sich sulendes Wildschwein kleineren Kalibers, einen Varan am Baum, einen Hanuman-Langurer (Affe aus der Familie der Schlankaffen), mehrere Indian Roller (Voegel, die dem Eisvogel vom Gefieder her aehnlich sehen), eine Bueffelherde und auch noch einmal ein Rhinozeros, welches sich allerdings im Elefantengras von uns nicht weiter stoeren laesst.

Wahnsinn, das Alles!

Die Pause in der Krokodil-Aufzuchtsfarm haben wir uns gespart, wollten wir doch heute lieber Tiere in freier Natur bewundern.

Fuer mich auch wahnsinnig beeindruckend ist ist die gesamte Vegetation. Gerade die schmarotzenden Lianen, die ihre Wirte binnen 100 Jahren zu Tode schmarotzen, sind ein beeindruckender Anblick. Sie ueberfallen teilweise bis zu 5 Baeume auf einmal.

Ordentlich durchgeruettelt kommen wir nach ueber 5 Std. Safari dann irgendwann gluecklich wieder am Hotel an – gerade rechtzeitig zum Abendessen.

Mit all den Eindruecken im Gepaeck geht es dann nach einem weiteren, kurzen Gespraech mit der Heimat ins Bett. Erst einmal verarbeiten, das Gesehene…


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