Licht und Schatten im Paradies


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November 20th 2011
Published: November 21st 2011
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Butterworth- Kota Baruh- Perhentian- Tanah Merah


Was haben wir hier gefunden? Wie funktioniert das eigentlich? Und wo kommt das Alles überhaupt her? Wieso ist der Himmel so tief Blau? Und das Wasser so kristallklar? Was macht ein Paradies besonders, wenn man doch die unendliche Auswahl hat? Und gibt es eigentlich so etwas, wie ein „Paradies“? Ist es nicht einfach nur eine aneinander Reihung von Dingen, Tatsachen, Landschaften, die den Blick des Betrachters in besonderem Maße auf sich ziehen? Dann wäre ein Paradies ja überall zu finden und nichts außergewöhnlich Besonderes mehr. Oder ist es nur dort zu finden wo wir gelernt haben, wo uns anerzogen worden ist, wo wir also lediglich darauf konditioniert worden sind, das Paradies zu suchen und wenn wir schon einmal da sind, auch zu finden, vielleicht? Aber anders. Oder doch nicht. Oder lassen wir einfach das schnöde Nachdenken und glauben daran? Eine Tasse frisch aufgebrühter Kaffee, ein Glas frisch gezapftes, kühles Bier, ein Blatt an einem Baum, ein Felsen, heruntergebrochen vom Berg und langsam von Moos überwachsen, kann das nicht alles auch das „Paradies“ bedeuten, je nach dem wer, wann und wie man es betrachtet, dreht und wendet? Es gibt wahrscheinlich irgendwo eine Antwort, vielleicht sogar irgendwo da draußen, doch im Moment, da ich hier stehe, Barfuß, in Shorts, die Augen so weit geöffnet wie der Rest an Schatten, den das Vordach der kleinen Hütte her gibt, mir das erlaubt zu tun, und auf das Szenario von Sand und Meer und Himmel, diese gleichmäßige Verteilung der Gewalten in einer kleinen, von Dschungel umgebenen Bucht schaue und zu verstehen versuche, gehen mir all diese Dinge durch den Kopf doch kein Gedanke bleibt haften und erweist sich als vortdenkungswürdig. Es gibt Momente, in denen sollte man versuchen an nichts zu denken, einfach zu genießen, zu sein.

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Die Perhentian Islands

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06.10.2011 bis 08.10.2011 Donnerstag bis Samstag, der Weg in den Osten

Der Weg auf diese kleine Inselgruppe unweit vom Festland entfernt, an der Ostküste der Halbinsel Malaysia ist durchaus ein Erlebnis, zumindest wenn man Taxis oder gecharterte Minivans meidet und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt.
Am 05.10.2011 um ca. 22 Uhr, sind wir an der Westküste, in Butterworth bei Penang in den Bus gestiegen, am 06.10.2011 um halb 6 Uhr Morgens in Kota Baruh wieder aus. Die größte Stadt an der Ostküste, ganz im Norden an der Grenze zu Thailand ist streng Muslimisch und von einem allgemeinen Unverständnis der Bevölkerung bezogen auf „Fremde“ geprägt. Ein unfreiwilliger Aufenthalt zwingt uns, da Carmen etwas Fieber hat und eine Blasenentzündung sich ankündigt, einige Tage hier zu verweilen. In den zwei Tagen und zwei Nächten die wir hier verbringen passiert nicht viel außer Schlafen und Essen. Wir lernen einen sympathischen, älteren Kanadier kennen, der im Moment hier nicht weg kommt. Der Mann ist bereits in Rente, hat scheinbar keinen Lebensmittelpunkt und reißt eher ziellos durch die Gegend. Momentan ist im doch das Geld ausgegangen und er muss auf die monatliche Überweisung warten. Also wartet er. Die Gespräche mit ihm, welche sich meist zu einem Monolog seinerseits entwickeln, sind wie Märchengeschichten eines alt- ehrwürdigen Großvaters, der vor seinen jungen Zuhörern in raumgreifenden Bewegungen Platz genommen hat, um so schnell nicht wieder auf zu stehen. Auf jede Frage, jedes Thema, was wir ansprechen, hat er eine passende und ausschweifende Geschichte zu erzählen. Die Stadt, in der wir wie Geister angestarrt werden und scheinbar auch nicht wirklich willkommen sind, meiden wir so gut es geht. Wir holen uns das Essen vom Markt und verzehren es „Daheim“ im Guesthouse. Und sind damit nicht die Einzigen. Der Eigentümer des Guesthouses, ein alter Chinese der das Lachen verlernt hat, ist gut damit beschäftigt alle freien Wände im Haus mit Hinweisschildern zu verzieren und liegt den Rest des Tages, Oberkörperfrei-, weiß und knochig, auf einem ausgedienten Liegestuhl im kühlen Hausflur herum und bietet damit ein skurriles Bild. Besonders abstoßend wirkt es, wenn er, im Schlaf etwas nach unten gerutscht, den Kopf in den Nacken legt, mit offenem Mund gurgelnde und grunzende Geräusche von sich gibt.
Mit uns und dem Opa aus Kanada ist noch ein weiterer Gast im Bunde. Ein etwas seltsamer Kauz aus Argentinien, mit italienischen Wurzeln, der jeden Morgen mit den ersten Sonnenstrahlen, oder sogar noch vorher, das Haus verlässt um in und um der Stadt Blumen zu Fotografieren. Die Bilder präsentiert er uns dann, bei seiner Rückkehr bzw. bei unserem Frühstück, triefend vor Schweiß, schwer Atmend und mit einer Begeisterung wie man sie bei dreijährigen Kindern oft sieht, die im Supermarkt, ein für sie irrsinnig tolles Spielzeug entdeckt haben und das dann laut stark der geliebten Mutter mitteilen.
Am Morgen unserer Abreise aus Kota Baruh, wir sitzen noch beim Frühstück im Guesthouse, checkt ein quirliger Australier, auch er hat das Arbeitsleben bereits hinter sich, ein und erzählt das er gerade von den verheißungsvollen Perhentian Islands kommt, unserem nächsten und eigentlichen Ziel. Wir nutzen die Chance und lassen uns von ihm Tipps für eine Unterkunft geben. Und wie es der Zufall so will, hat er auch gerade noch die Telefonnummer vom Eigentümer seiner letzten und unserer zukünftigen Behausung bei sich und macht für uns gleich das erste und beste Bungalow am Strand klar. Es geht also in die Hütte #1, in der abgeschiedenen Mira- Bay, auf Perhentian Cecil. Wir sind gespannt.
Gegen Mittag am 08.10.2011 treten wir den Weg ins „Paradies“ an. Wir laufen unter den entrüsteten Blicken der Einheimischen, wie bei einem Spießrutenlauf durch den Ort zu einem zentral gelegenen Busbahnhof. Von hier fährt jede Stunde ein Bus in das 36Km südlich liegende Kuala Besut, dem Fährhafen für die Islands. Für 6RM (1,50€) pro Person fahren wir knapp 2 Stunden kreuz und quer und halten an fast jeder Einfahrt auf dem gesamten Weg an. Es gibt außerhalb der Städte keine richtigen Haltestellen. Wenn man aussteigen will, drückt man den Stopp -Knopf und der Bus hält an der nächsten Grundstückseinfahrt. Und da hier niemand sich gern bewegt oder gar ins Schwitzen kommt, hält der Bus teilweise an mehreren, kurz aufeinander folgenden Einfahrten. Das Einsteigen funktioniert übrigens ähnlich. Leute die am Straßenrand stehen, halten den herankommenden Bus einfach mit einem Winken an und steigen ein.
Als wir an der Jetty ankommen, wartet bereits ein ganzer Schwarm von Verkäufern, um uns Tickets für die Fähre zu verkaufen. Da der Preis einheitlich ist, nehmen wir den erstbesten und werden sogleich zu einem bereits wartenden und halb gefüllten Boot gebracht. Für 70RM bekommt man für eine Person hin und Rückfahrt zu und von der Insel. Dem Fahrer sagt man dann einfach an welcher Bucht man aussteigen möchte. Ähnlich wie beim Bus und sehr entspannt. Die „Fähre“, ist in dem Fall ein mittelgroßes Speedboot, mit zwei V6 Motoren und einem kleinen Plastikdach gegen die Sonne. Das Gepäck wird im mittleren Teil zwischen die Sitze verstaut, man gibt uns Schwimmwesten und bedeutet uns gut fest zu halten und ab geht’s. Ab einem gewissen Tempo fühlt sich Wasser wie Beton an und die Sprünge die unser Boot macht landen dementsprechend unsanft auf der Wasseroberfläche. Wir haben Mühe uns fest zu halten. Die Wellen sind an diesem Tag doch etwas höher und ab und zu kippt das Boot gefährlich zur Seite, bevor es krachend auf das Wasser schlägt. Trotzdem macht die Fahrt richtig Spaß und im Hand umdrehen sind wir auch schon auf der Insel. Die Haare vom Wind zerzaust, etwas Schwindelig und kurz gesagt überwältigt landen wir in „Mira- Bay“
Diese Bucht, an der Südseite der kleineren der zwei Inseln, stellt Alles in den Schatten was wir zuvor gesehen haben, mal ausgenommen die Klippen-bucht Ton Sai bei Krabi. Die ca. 1Km breite Bucht besteht aus einem ebenso breitem, weißen, feinkörnigen Sandstrand, inklusive Volleyball Netz. Etwa 6 oder 7 Hütten im Einsiedlerstil. Einem kleinen Restaurant und ganz viel kristallklares Wasser, wie wir es noch nie zuvor gesehen haben. Mit einem freundlichen „Wellcome at Mira´s!“ empfängt uns der „Hausmeister“, der Koch sowie ein junges Traveler- Pärchen, die für ein paar Wochen die Urlaubsvertretung der Chefs machen. Die Spanierin Ana und der Franzose Pierre sind auf ihrem Trip hier vorbei gekommen und haben nun die Chance nicht nur für freie Unterkunft und Verpflegung, sondern auch etwas extra Geld und einer tollen Erfahrung in dem Resort zu arbeiten. Wir beziehen unsere Hütte #1 und gehen erst einmal schwimmen.

08.10.2011 bis 13.10.2011 Samstag bis Donnerstag in „Mira´s- Bay“

Morgens weckt uns das Meer, Abends wiegt uns das Trommeln der Regentropfen in den Schlaf. Wir leben mit der Sonne. Richten uns nach ihrem Rhythmus. Entscheiden von Tag zu Tag. Treten auf die Bremse. Hier lebt man mit der Natur. Strom gibt es nur am Abend, die Abwässer versickern ungeklärt im Sand und der etwas seltsame Hausmeister läuft den ganzen Tag singend durch die Gegend oder ärgert das Haustier, einen jungen Otter. Am Abend ruft der Langzeitgast aus Schottland, der gerade an einer neuen Comedy Serie für´s britische Fernsehen schreibt, zum Volleyball und alle die gerade da sind folgen. So ergibt sich wieder einmal so etwas wie eine kleine Kommune. Das einzige was die Idylle trübt, ist der Preis bzw. die Preise. Für eine Holzhütte im „Robinson Kruso Stil“ 70RM (16€) und für ein mittelmäßiges, bis schlechtes Abendessen 20RM (5€) pro Person zu verlangen, ist für malayische Verhältnisse extrem viel und nicht gerechtfertigt. Allein die Abgeschiedenheit macht diese Bucht zu etwas Einmaligem.
Die Tage ähneln sich in Mira´s Bay. Am Morgen, wenn die Sonne noch nicht so hoch steht und unsere Hütte im Schatten liegt, öffnen wir Fenster und Türen und Atmen tief durch, den Blick auf das Meer, ruhig und klar, Frühstücken und machen uns dann auf den Weg die Insel zu erkunden. Auf Perhentien Kecil gibt es einen gepflasterten Weg der sich, am Ufer entlang, über die gesamte Insel zieht. Es gibt keine Straßen, keine Mopeds, nur kleine, einmotorige Boote die einen an jede gewünschte Bucht bringen können. Doch wir Wandern lieber.
Einmal führt uns der Weg Richtung Westen in 20 Minuten zur einzigen, richtigen Siedlung der Insel, in ein kleines Fischerdorf, wo die Einheimischen leben, zur Schule gehen und in der kleinen Moschee beten. Es gibt einen Platz mit Essständen und Restaurants, die alle „Mama´s“ heißen, am Pier und ein riesiges, den Blick fangendes, Wasserreservoir etwas höher gelegen am Hang des Berges im Rücken der Ortschaft. Die Menschen wirken auf uns sehr entspannt und verträumt. Auch werden wir hier freundlich und respektvoll behandelt.
In Richtung Osten läuft man in ebenfalls 20 Minuten, von Mira´s aus, zu einer großen Bucht namens „Coral Bay“, mit ebenso großen Resorts am Strand. Und wieder einmal sind wir im Touristensumpf. Da es im Moment noch keine Stromverbindung zum Festland gibt, laufen direkt hinter den Resorts dutzende Generatoren, was die Ruhe und Verträumtheit und vor allem die Natur der Insel stark belastet, besonders wenn man bedenkt, das auf dem nahen Berg zwei Windräder und eine große Solaranlage vor sich hin gammeln, ohne genutzt zu werden. Wer braucht schon sauberen und leisen Strom? Auf Perhentien Kecil anscheinend niemand.
Über einen Verbindungspfad gelangt man dann einmal quer über die Insel zum „Long Beach“, dem längsten und breitesten Strand der Insel, auf dem dann noch mehr Resorts und damit auch Generatoren stehen. Von hier kann man in eineinhalb Stunden durch den Dschungel, über den „Windräder- Berg“ zu einer ebenfalls versteckten, doch weniger schönen Bucht namens „D´Lagoon“ gelangen. Auf dem Hinweg durch den Dschungel bereits Bekanntschaft mit Millionen von Moskitos gemacht, entscheiden wir uns auf dem Rückweg dafür auf den Felsen an der Küste entlang zu gehen und klettern. Wir entdecken eine Fledermaushöhle und eine Einsiedlerbehausung, wo gerade niemand zu Hause war und einen gewaltigen, halb im Meer versunkenen Pier, komplett überdacht mit nichts anderem als Solarzellen. Kein Resort, kein Dorf in der Nähe. Fragend schauen wir uns an. Doch zwischen „Sinnvoll“ und „Sinnlos“ entscheidet letztendlich doch wieder nur das Geld. Und die Bereitschaft dieses aus zu geben, für was auch immer. Nun wenigsten hat der Einsiedler die Möglichkeit mit einem Kreuzfahrtschiff dort an zu legen, bevor er sich in seinen Zelt- ähnlichen Verschlag zurück zieht.
Nach 5 Tagen Mira Bay ist unser Budget für die Insel so gut wie aufgebraucht. Es gibt hier keine Bankautomaten und so entscheiden wir uns noch für einen günstigen Schnorcheltrip und wechseln die Unterkunft für die letzten zwei Tage. Wir verlassen Mira´s und lassen beide etwas zurück. Auch wenn diese Bucht unserem Geldbeutel geschadet hat, so möchten wir die Tage nicht missen und zehren noch lange an den Eindrücken dort.
In unserer neuen Unterkunft, unmittelbar in der Nähe des Stromgenerators kommen wir schnell wieder auf den Boden zurück. Noch am selben Tag suchen wir uns etwas anderes. Und werden prompt fündig. Das „Evans Place“ ist eine neue Bungalowsiedlung etwas abschüssig am Waldrand hinter einer großen Baustelle. Die auffallend gelben Hütten sind großzügig, sehr sauber und das schönste was wir bisher an Bungalows gesehen haben. Das dazu gehörige Restaurant, ohne Übertreibung das Beste auf der Insel und dazu noch mit vernünftigen Preisen. Wir reservieren für den nächsten Tag.

14.10.2011 bis 16.10.2011 Freitag bis Sonntag, Licht und Schatten

Für heute haben wir den Schnorcheltrip geplant. Mit 4 anderen Deutschen, worüber wir uns nicht wundern, fahren wir den ganzen Tag verschiedene Plätze an um zu schwimmen und schnorcheln. Zwar ist auch dieser Trip sehr fraglich was das empfindliche Ökosystem angeht, vor allem wenn man sieht wie überall Asiaten in Schwimmwesten, mit ihren Flossen wild um sich schlagend, einem Braunbären in einem Porzellanladen gleich, durch die Korallen wüten. Das Ergebnis sieht man sofort. Ein grauer, lebloser Meeresboden bleibt zurück. Ein Glück nur, das wir auch andere Punkte ansteuern, wo die Korallen tiefer liegen und daher noch in ihren gesunden, bunten Farben erscheinen.
Auf dem Trip lernen wir Nicole und Thomas aus der Nähe von Frankfurt kennen. Die beiden sind uns auf Anhieb sympathisch und ich denke ihnen ging es mit uns gleich. Für den Abend verabreden wir uns zum gemeinsamen Essen bei Evan. Zurück an Land treffen wir dann noch Nils und Lea aus der Schweiz, die ebenfalls in Mira´s waren und nun in ein anderes Resort gewechselt sind. Auch mit ihnen verabreden wir uns zum Abendessen bei Evans. Und so verbringen wir den Abend in einer tollen Runde bei dem besten Essen der Insel, was die anderen auch bestätigt haben, und den mitgebrachten duty-free Spirituosen von Nils. Wir sollten diese Runde am nächsten Tag wiederholen. Und wiedereinmal wird uns bewusst das auch der schönste Fleck der Erde, nichts ist ohne die Menschen die man gern hat, mit denen man teilen kann, die Geschichten erzählen und
bei Evan´s bestem Essenbei Evan´s bestem Essenbei Evan´s bestem Essen

v.H.n.V. Nicole, Thomas, Lea, Nils
zuhören, Freunde, sind die Gewürze im Geschmack des Lebens. Danke an dieser Stelle für die schönen Tage mit euch.

Auf den Perhentiens sehen und erleben wir wie der Tourismus die Insel erobert. Stück für Stück und unaufhaltsam. Es wurde schon sehr viel gebaut und es ist kein Ende ab zu sehen. Die Nachfrage ist groß nach diesen wunderschönen Inseln und das Umweltbewusstsein der Bevölkerung geht gegen Null. Diese Mischung bedeutet auf kurz oder lang nichts Gutes, weder für Mensch, noch für die Natur. Man kann nur hoffen das die Inselbewohner, sowie die Regierung irgendwann erkennt, das Nachhaltigkeit sinnvoller ist, als schneller Profit. Unverständlich bleibt, das es alternative Energiequellen auf der Insel gibt, offensichtlich unter großem Aufwand dort auf einen Berg mitten in den Dschungel gebaut, und doch letzten Endes nicht Genutzt. Wo Licht ist, ist eben auch immer Schatten und auf den Perhentiens ist sehr viel Licht.

17.10.2011 Montag, Reisetag, von den Perhentien Islands ins Landesinnere

Still und leise, verlassen wir unser schönes, neu gebautes Bungalow. Lassen den Blick noch einmal über den eigens dafür gerodeten Wald schweifen und verabschieden uns von dem netten Evan und seiner Familie. Der Tourismus hat aus den Kautschuk Bauern Gastwirte gemacht, nicht zu deren Nachteil wie ich meine. Wir gehen über die große Baustelle einer weiteren Tauchschule in Richtung Pier, wo wir mit etlichen Anderen auf das Boot warten welches uns wieder zurück zum Festland bringt. Zufriedene Gesichter, erholte Menschen, begeisterte Taucher, das ist es, was die Insel hervor bringt, herauslässt, das Endprodukt so zu sagen. Als sich das Boot dann mit uns an Bord schnell von der Insel entfernt, schaue ich zurück und versuche das Bild zu speichern. Mir fällt es schwer. Ich komme nicht umhin wieder zurück zu denken, an die „Müllhalde“ Koh Phi Phi, die genau wie die Perhentiens jetzt, zu ihrer Zeit ein Traumziel war. Es bleibt zu hoffen das hier alles Anders wird, besser. Doch ich bezweifle es.
Zurück am Festland, erst einmal wieder Spießrutenlauf. Die Taxifahrer stürzen sich auf uns wie die Moskitos im Dschungel. Es fällt nicht nur uns sichtlich schwer bei solch einer penetranten Belästigung die Beherrschung zu behalten. Und in wenigen Momenten, ist das ganze schöne Gefühl der Erholung dahin. Mit einem jungen Pärchen aus Deutschland, Jeff und Lisa, die nun schon in Australien fleißig Blog schreiben, suchen und finden wir letzten Endes den Busbahnhof. Dieser ebenfalls, voller gelangweilter Taxifahrer. Auf meine Frage hin, ob denn von hier ein Bus führe, bekomme ich nur unverständliche Antworten. Und immer wieder „Taxi, Taxi!“ Und trotz unseres abwehrenden Verhaltens kommen ständig Fahrer auf uns zu und versuchen uns mit Rabatten doch noch in ihre schäbigen Wagen zu bekommen. Selbst der vermeintliche Busfahrkartenschalter, entpuppt sich als Taxistand. Glücklicherweise erscheint nach einiger Zeit doch noch ein öffentlicher Bus und glücklicherweise fährt der in die von uns gewünschte Richtung. Mit wenigen Worten verabschieden wir uns und sitzen gleich darauf auch schon im Bus in Richtung Westen, nach Jerteh, dann nach Machang, dann nach Tanah Merah zum Bahnhof des „Dschungel Zuges“ und unserem erklärten Ziel für Heute.
Die Fahrt von vielleicht insgesamt 100Km zieht sich über den ganzen Tag hin. Ja wir hätten ein Taxi nehmen können, aber allein schon wegen der Nervigkeit der Fahrer steht das außer Frage.
Und so tuckern wir gemütlich in den alten Bussen dahin, durch Gegenden die ihre ursprüngliche Schönheit behalten haben. Reisfelder, Dschungel und kleine Dörfer wechseln sich ab. In den größeren Orten müssen wir umsteigen, teilweise warten und alles ganz entspannt. Touristen oder gar Weiße, sind hier eine Seltenheit. So sind wir für die meisten anderen Fahrgäste eine wahre Attraktion. Viele schauen uns interessiert an, teilweise Starren sie sogar. Junge Mädchen kichern die ganze Zeit und bei jedem Blick von uns zu ihnen drehen sie sich verschämt weg und fangen wieder erneut an mit Kichern. Das ganze wirkt schon sehr befremdlich und auch nervig, doch wir versuchen mit einem freundlichem Lächeln und Höflichkeit dieses Verhalten zu tolerieren. Unfreundlichkeit oder gar Aggressivität zu zeigen wäre sicherlich keine gute Option, auch nicht im Sinne der Völkerverständigung, denn im Moment sind wir schließlich das Bild, was sie von Europa oder Deutschland haben.
Am späten Nachmittag erreichen wir dann endlich unseren Zielort Tanah Merah. Unser Reiseführer hat keine Informationen über diese kleine Stadt, außer das der Name übersetzt „rote Erde“ heißt. Also laufen wir ziellos herum auf der Suche nach einer Herberge. Auch hier sind wir schnell wieder Stadtgespräch. Werden angehupt und überall freundlich gegrüßt. Wir merken das wir Blicke auf uns ziehen. Man gewöhnt sich daran. Am Rande der Stadt finden wir eine Art Motel, nicht ganz billig und ziemlich herunter gekommen, doch für eine Nacht völlig ausreichend. Am Abend scheint dann die Stadt völlig verlassen zu sein, denn wir haben, das erste mal in Asien, arge Probleme ein Restaurant zu finden. Scheinbar wohnen die Einheimischen alle Außerhalb. Durch einen Tipp finden wir dann noch eine kleine Garküche, wo es ein leckeres Hühnchen am Spieß gebraten gibt, zu einem fast unerhört günstigen Preis. Satt und glücklich legen wir uns schlafen. Ein anstrengender und seltsamer Reisetag geht zu Ende. Doch wir haben die Touristenbusse gemieden, sind auf den Wegen der Einheimischen und mit ihnen gereist und haben trotz Sprachbariren unser Ziel erreicht. Morgen Früh geht es weiter, mit dem Zug in das Herz Malaysias, in den tropischen Regenwald.

By Patrick Bauer

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21st November 2011

Schöne Beiträge
Die Tierbilder sind gelungen... Könntet ihr manchmal schreiben, wohin ihr als nächstes geht? Mein Highlight von Malaysia war eindeutig Melakka, geht ihr da auch noch hin? http://cymytrip3.over-blog.de/article-von-kuala-lumpur-bis-m-68035258.html
17th December 2011

Danke!
Ja Melakka war richtig gut. Borneo und da vor allem Kuching hat es uns auch sehr angetan. Ich schreibe in letzter Zeit immer öfter die nächste Station dazu. Danke für den Tipp...

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