ON TOUR - Woche 296 (Indonesien)


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Asia » Indonesia
July 29th 2018
Published: August 22nd 2018
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Naehe SentaniNaehe SentaniNaehe Sentani

mit Mac unterwegs
Montag, 23.07.18
Als ich aufwachte, waren alle anderen noch am Schlafen. Ich machte schon mal alle Sachen zum Waschen parat. Eigentlich hatte ich alles in Ternate gewaschen, doch im Schlafzimmer schimmelte es, sodass all meine Sachen einen unangenehmen Geruch verbreiteten. Als Evhy aufstand, kochte sie zuerst. Es dauerte ziemlich lange, bis sie mit der Wäsche anfing. Leider konnte ich ihr nicht helfen bei dem Typ Waschmaschine. Die waschen zwar jeweils die Wäsche, doch dann rinsen sie die Wäsche noch zweimal in separaten Behältern aus. Zudem legen sie dann die Wäsche in Weichspüler und dann direkt in den Trockner. Naja, so kann man es auch machen, hat mich einfach etwas überrascht. Ich half soviel ich konnte mit und hängte danach die Wäsche auf. Doch heute war es schwierig mit trocknen, da es regnete. Zum Glück regnete es nicht den ganzen Tag, aber da ich nun gar keine Kleider hatte, konnte ich auch nicht raus. Evhy hat einen Kollegen, der ein Reisebüro für Touren in Wamena hat. Es stellte sich heraus, dass es Mac ist, welchen ich schon seit langer Zeit kontaktiert hatte und wir des Öfteren in Kontakt waren. Da er am späten Nachmittag Zeit hatte, fuhr er mit Evhy und mir
JayapuraJayapuraJayapura

Verkauf von Betelnuss und Guava
aus der Stadt, um in einem Wald nach Vögeln Ausschau zu halten. Wir mussten zuerst eine Weile durch den Wald und bergauf laufen, bis wir am Ort ankamen, wo normalerweise die Vögel zu sehen sind. Dumm nur, dass wir heute nur deren Geräusche hörten, aber sie nicht zu Gesicht bekamen. So kehrten wir wieder nach Hause zurück. Evhy bereitete frittierte Bananen zu, ich räumte in der Zwischenzeit etwas die gewaschenen Sachen auf. Später ass ich mit Diana Abendessen und schrieb endlich mein Tagebuch.

Dienstag, 24.07.18
Ich war wieder um 07.00 Uhr wach. Nach einem Kaffee packte ich ein wenig mein Gepäck zusammen, da noch alles verstreut herumlag. Evhy stand auch heute sehr spät auf. Ich sagte ihr, dass ich nach Jayapura gehen würde. Sie sagte, dass sie schnell parat sei und mich begleiten würde. Das war super, denn Transport nach Jayapura wäre eher etwas mühsam geworden und zum trampen wäre es wahrscheinlich auch etwas schwierig gewesen. Zuerst fuhren wir jedoch zu einem Polizeiposten in Sentani, weil ich eine Bewilligung für Wamena brauchte. Die Polizisten sagten, wir könnten die Bewilligung ein paar hundert Meter weiter auf einem anderen Polizeiposten machen. Doch als wir dort ankamen, sagte man uns, dass wir nach Jayapura fahren müssen. So fuhren wir in die Stadt, was ziemlich lange dauerte. Wir fuhren einen Umweg, weil wir sonst in den Stau gekommen wären. Aber so sah ich immerhin etwas von der Umgebung. Als wir beim Polizeiposten ankamen, war es bereits 11.30 Uhr. Wir wurden jedoch schnell bedient und der Herr stellte die Bewilligung in kurzer Zeit aus. Jetzt hatten wir Zeit, die verschiedenen Orte zu besuchen. Als erstes fuhren wir zu einem Strand. Dieser war ok, aber nichts Besonderes. Weiter fuhren wir auf einen Hügel, von wo aus wir eine tolle Aussicht hatten. Zum Mittagessen trafen wir uns mit Evhy‘s Kollegen Boy. Es gab wieder einmal gegrillten Fisch, welcher sehr lecker war. Danach fuhren wir mit Boy auf einen weiteren Hügel, von dort aus war die Aussicht noch besser. Der Strand, den wir danach besuchten, war dafür wieder nicht so toll, er war mit Müll übersät. Zudem war der Himmel nun mit vielen Wolken bedeckt. Wir fuhren zurück zum Restaurant, wo Evhy ihr Auto parkiert hatte und verabschiedeten uns von Boy. Evhy und ich kehrten nach Hause zurück, machten aber noch ein paar Fotostopps. Sergio erwartete seine Mutter schon freudig, sie brachte ihm schliesslich auch das versprochene Spielzeug mit. Ich unterhielt mich ein wenig mit Roni, dann ass ich gemeinsam mit Evhy und Diana Abendessen. Später erledigte ich mein Tagebuch, kam aber nur sehr langsam vorwärts. Ich nehme mir zudem ständig vor, all die Fotos gleich am Abend zu sortieren, doch meistens gelingt mir das nicht, auch heute fehlte mir die Motivation dazu.

Mittwoch, 25.07.18
Gestern sagte Boy zu, dass er heute mit uns zum Love-See fährt, einem See, der einem Herzen ähnlich sieht. Auch Evhy sagte, dass sie früh ins Bett gehen würde, damit wir früh starten können. Ich war um 08.00 Uhr parat, doch es war noch ganz ruhig. Evhy stand erst um 08.30 Uhr auf. Sie erreichte Boy erst um 09.00 Uhr und er war noch nicht sicher, ob er den Ausflug machen konnte oder nicht. Ich wartete ungeduldig und bemühte mich, nicht sauer zu werden. Um 09.45 Uhr fragte ich nochmals nach. Evhy sagte, dass Boy ihr mitteilte, er hätte noch Arbeit zu erledigen. Es ist wirklich mühsam, es gibt praktisch keinen Tag, wo ich mich einfach auf die Leute verlassen kann. Ich sagte, dass ich somit alleine gehen würde, es aber mühsam sei, erst so spät loszufahren. Vorallem hatte ich so spontan keine Ahnung, wie ich dorthin komme, weil der Ort nicht auf meiner Karte erschien. Evhy sagte, ich solle noch kurz warten. Sie schrieb Boy erneut und organisierte ihn doch noch. Nun mussten sich Evhy und Sergio aber auch noch zuerst fertig machen, was nochmals eine halbe Stunde dauerte. Die Fahrt in die Stadt dauerte eine knappe Stunde. Wir telefonierten währenddessen mit Boy. Er sagte, dass er zuerst noch duschen müsse, es war wirklich nervig, er schien den Ernst der Lage noch nicht kapiert zu haben. Wir parkierten das Auto bei einem Einkaufszentrum und warteten. Es dauerte aber nochmals 40 Minuten, bis er endlich da war und meine Laune war bereits wieder miserabel. Ich versuche wirklich jedes Mal, mich nicht aufzuregen, aber die Leute schaffen es nicht nur, eine halbe Stunde zu spät zu kommen, nein, es handelt sich um einige Stunden und da habe ich einfach keine Lust mehr zu lachen, wenn ich nur kurze Zeit an einem Ort bin und nur auf Leute warten muss. Boy hatte noch zwei Kollegen dabei. Wir fuhren dem Sentani-See entlang, teilweise machten wir kurze Stopps um Fotos zu machen. Als wir bei dem Love-See ankamen, war es bereits 13.00 Uhr. Ich lief alleine den Weg entlang, die anderen warteten beim Picknickhäuschen. Ich machte einige Fotos und lief auch kurz zum See hinunter. Eigentlich hätte ich Lust gehabt zu baden, aber ich liess es bleiben, da ich nicht sicher war, ob man hier baden kann. Als ich wieder bei den anderen war, war es 14.00 Uhr. Nun brauchte Boy wieder eine Weile, weil er ein paar Anrufe machte. Ich lief bereits den See entlang, später stieg ich wieder zu ihnen ins Auto. Wir fuhren zurück in die Stadt und gingen noch etwas essen, danach kehrten wir nach Hause zurück. Ich machte kurz ein Nickerchen. Gegen 19.30 Uhr ass ich etwas, die anderen waren entweder in ihren Zimmern oder ausser Haus. Auf jeden Fall sah ich Evhy den ganzen Abend nicht mehr. Ich widmete mich dafür meinen Arbeiten.

Donnerstag, 26.07.18
Um 08.10 Uhr ging ich aus dem Haus, Evhy war noch am Schlafen. Ich lief zuerst ausserhalb der Stadt, dann trampte ich mit drei Motorrädern nach Depapre. Beni, der Motorradfahrer vom letzten Stück, bot mir an, mich bis zum Strand Amai zu fahren, das war perfekt. Wir verweilten aber nur kurze Zeit dort um Fotos zu machen. Der Sand des Strandes ist etwas dunkel aber fein und der Strand selbst lang. Es hat eine Hütte nach dem anderen und wird am Wochenende wahrscheinlich stets voll sein. Beni fuhr mich noch in die Nähe des nächsten Dorfes Tablasupa. Es war nicht möglich, die ganze Strasse hinunter zu fahren, da diese in einem sehr schlechten Zustand ist, aber der Spaziergang war nicht mehr weit. Das Dorf hat nur Stelzenhäuser. Es war das erste Mal, dass ich ein Dorf sah, das so sauber war, obwohl die Häuser über dem Meer gebaut sind. Normalerweise ist es an solchen Orten einfach nur eklig. Ich lief zuerst zum Friedhof, fand dann aber den Weg zum Strand nicht auf Anhieb, sodass ich den Weg am Meer entlang wählte. Der Strand Harlen ist ein weisser Sandstrand und sehr idyllisch. Ich lernte eine Familie kennen, die zwar aus Indonesien stammt, doch in England lebt. Ich unterhielt mich eine Weile mit Rita, dann mit ihrem Sohn Hendra. Danach machte ich ein paar Fotos und ging kurz schwimmen. Als ich auf dem Weg zurück zur Familie war, sah ich einen Süsswassertümpel, wo ich gleich baden gehen musste, das war noch besser als am Strand zu baden. Danach setzte ich mich noch eine Weile zur Familie. Sie luden mich zu einem feinen Essen ein. Ich hätte zwar mit der Familie mitfahren können, doch sie fuhren erst am späteren Nachmittag zurück und ich wollte noch einen anderen Ort besuchen. Deshalb kehrte ich nach Tablasupa zurück und fragte, ob es ein Boot gibt, welches zurück nach Depapre fährt. Ich hatte Glück und wurde spontan von einem Herrn mitgenommen. In Depapre wurde ich von einem Polizisten nach Tablanusu gefahren, einem weiteren Strand in der Nähe. In diesem Dorf gibt es auch einen kleinen See. Ich lief zuerst den See entlang und dann zum Strand. Dieser war zwar ein Steinstrand, doch das Dorf war sehr idyllisch und der Resort sah auch einladend aus. Ich machte ein paar Fotos und kehrte nach Depapre zurück. Von dort aus kam ich wieder per Motorrad weiter. Als es plötzlich anfing zu regnen, fuhren wir zwar noch eine Weile, doch irgendwann wurde der Regen zu heftig, sodass wir eine Pause machten. Der Herr fuhr dann trotz Regen weiter, ich versuchte, erneut Transport zu finden, als es nicht mehr regnete. In Bambar fragte ich nach dem Weg zum Wasserfall. Als ich alleine loslief, folgte mir einer der Herren und sagte, er würde mich begleiten. Das war sehr nett, denn es stellte sich heraus, dass es doch etwas weiter als gedacht war. Nach 45 Minuten kamen wir beim dritten Wasserfall an, die anderen beiden waren etwas kleiner als der Dritte. Ich ging beim ersten Wasserfall kurz baden, dann kehrten wir zurück ins Dorf. Von dort aus trampte ich zurück nach Sentani. Wieder Zuhause war Wäsche und Schuhe waschen angesagt, dann ass ich alleine Abendessen. Evhy war anscheinend heute den ganzen Tag im Haus und schlief die meiste Zeit. Nach einem kurzen Nickerchen erledigte ich meine Sachen und ging erst um 22.30 Uhr ins Bett.

Freitag, 27.07.18
Bereits um 07.30 Uhr verliess ich das Haus. Leider marschierte eine ganze Kolonne mit Schülern auf der linken Seite, sodass ich gar nicht trampen konnte. Erst nach der Kreuzung war dies möglich. Ich wurde von zwei Männern mitgenommen. Sie sagten, sie würden nach Genyem fahren, doch kurz vor der Kreuzung sagten sie, dass das Fest woanders stattfindet. So luden sie mich irgendwo an der Strasse raus. Um diese Uhrzeit fuhr jedoch fast eine halbe Stunde lang kein einziges Auto vorbei. So hatte ich Angst, dass ich es nicht schaffe, am frühen Nachmittag wieder vom Ausflug zurück zu kommen. Denn der Weg nach Demta ist gemäss Karte zwei Stunden, doch die Leute sagten drei Stunden, weil die Strasse nicht gut sei. Ich hatte Entscheidungsschwierigkeiten, ob ich es trotzdem wagen soll oder nicht. Schliesslich beschloss ich, doch nicht zu fahren. Ich lief etwas am See entlang und machte Fotos. Zwischendurch trampte ich. Ein Herr brachte mich schliesslich bis zum Flughafen, wo ich noch das genaue erlaubte Gewicht abklären konnte, wenn ich morgen nach Wamena fliege. Danach lief ich zu einem Büro, von dem man mir sagte, es sei die Telkomsel, die indonesische Telefongesellschaft. Der Name war zwar Telekom, doch eine weitere Frau sagte, dass ich hier auch Abklärungen zu Telkomsel machen könne. Nach einer halben Stunde warten kam ich an die Reihe. Die Dame sagte, ich müsse ins Büro der Telkomsel gehen, nochmals etwa drei Kilometer entfernt. Ich dachte ich kriege die Krise, ich frage mich wirklich, ob die Leute überhaupt zuhören, denn gesagt hatte ich es schon korrekt. Nachdem ich etwas mühsam wurde, fuhr mich jemand mit dem Motorrad zum richtigen Büro. Dort dauerte es auch eine Ewigkeit, aber immerhin sprach der Herr etwas englisch. Nach einem Stromausfall konnte ich mir die verschiedenen Angebote im Internet anschauen und fand schliesslich ein Paket, das einigermassen passte. Auf dem Weg nach Hause ging ich noch in zwei Supermärkten einkaufen. Der eine Supermarkt war viel teurer, obwohl es ein Hypermarkt ist. Aber ich hatte ja morgen noch Zeit, um nochmals zum anderen Laden zu gehen, falls nötig, denn dieser ist in der Nähe des Flughafens. Gegen 14.15 Uhr war ich wieder Zuhause. Evhy fuhr mit ihrer Tochter irgendwohin, Roni war aber bereits Zuhause. Ich machte mir einen Tee und ass etwas, danach machte ich ein Nickerchen. Schliesslich musste ich noch mein Gepäck packen, was ewig dauerte, da ich nochmals aussortierte. Abends ass ich erneut alleine, es war jedoch nur noch Reis und Gemüse vorhanden, immerhin eines meiner Lieblingsgemüse in Asien. Evhy kam erst um 20.30 Uhr zurück. Ich wollte sie nicht gleich stören, doch um 21.00 Uhr fragte ich sie, ob sie nachher kurz die Fotos senden könne. Sie war noch am Essen, das war auch gar kein Problem. Aber danach ging sie noch duschen und liess sich nicht mehr blicken. Um 22.00 Uhr fragte ich sie erneut. Endlich nahm sie sich Zeit und sandte die Fotos, es dauerte jedoch viel zu lange. Ich wollte nur noch ins Bett, denn am nächsten Morgen
JayapuraJayapuraJayapura

Strand Hamadi
wollte ich früh raus. Evhy war seit dem Vorfall am Mittwoch anders. Sie interessierte sich nicht mehr, wohin ich ging oder ob ich noch etwas zu essen habe. Schon zum Frühstück war kein Essen vorhanden. Ich fragte noch kurz Roni, ob ich am nächsten Tag mit ihm zum Flughafen fahren könne, weil er dort arbeitet, doch er sagte, es sei nicht möglich, weil er mit dem Motorrad ging. Es war irgendwie ein Witz, denn ich sass schon hinten auf dem Motorrad auf Strassen, die man kaum Strasse nennen kann, sogar mit all meinem Gepäck. Aber egal, da er schon wieder am Telefon hing, kehrte ich ins Zimmer zurück und ging schlafen.

Samstag, 28.07.18
Heute hörte ich die Moschee und konnte danach nicht mehr einschlafen. Schliesslich stand ich bereits gegen 05.00 Uhr auf. Ich packte das restliche Gepäck zusammen. Leider hatte ich keine Ahnung, wie viele Kilos mein Gepäck ist. Das erlaubte Gewicht mit der Fluggesellschaft ist nur 10 Kilos und 7 Kilos Handgepäck. Da ich jedoch noch einige Esswaren und Getränke eingekauft hatte, war es bestimmt zuviel. Am Morgen fragte ich Roni, ob ich seine Telefonnummer haben könne, um ihn anzurufen, falls ich nicht das gesamte Gepäck einchecken kann.
JayapuraJayapuraJayapura

Strand Hamadi
Da er am Flughafen arbeitet, dachte ich, ich könnte es bei ihm deponieren, damit er es am Abend wieder nach Hause nimmt. Er sagte jedoch, dass es nicht möglich sei. Evhy sagte gestern auch nicht, was der normale Preis für ein Motorradtaxi ist. Ich kam mir irgendwie gerade etwas komisch vor. Anfangs waren die Beiden extrem nett und jetzt habe ich das Gefühl, alles was ich frage, wird entweder nicht beantwortet oder abgelehnt. Es war auch mühsam, ständig auf Roni’s Antwort zu warten, weil er einen Anruf nach dem anderen machte. So lief ich einfach davon, holte mein Gepäck und lief zur Hauptstrasse. Das erste Angkot, eine Art Gemeinschaftstaxi, wollte 50‘000 Ruppien statt 4‘000 Ruppien, so beschloss ich, halt auch hier in der Stadt zu trampen oder schlimmstenfalls zu laufen. Ich sah ein weisses Auto am Strassenrand stehen, ein Herr, der sein Kind zur Schule brachte. Dieser hielt danach tatsächlich neben mir und bot mir an, mich zum Flughafen zu fahren. Er wartete sogar am Flughafen, für den Fall, wenn ich Übergewicht beim Gepäck hätte. Ich ging zum Schalter und wollte eigentlich nachfragen, wie schwer mein Gepäck ist, aber die Dame war so nett und checkte ohne Kommentar meine 13 Kilos ein. Auch mein Handgepäck war viel zu schwer, aber es schien kein Problem zu sein. So lief ich wieder aus dem Flughafenareal hinaus und sagte Philip Bescheid, dass alles in Ordnung ist. Er fuhr mich noch zu einem Supermarkt, wo ich doch noch ein paar Sachen einkaufte, nur das Verstauen wurde immer schwieriger. Und das ging auch nur, weil man bei Inlandflügen Getränke mitnehmen kann. In Wamena sind nämlich die Preise extrem viel höher, deshalb nahm ich schon mal einen Vorrat an Coca Cola und diversen Keksen mit. Nun war ich natürlich viel zu früh am Flughafen und der Flug hatte über eine Stunde Verspätung. Dafür konnte ich heute endlich mein Problem mit der Internetverbindung am Telefon lösen. Ich hatte die Idee erst zu spät, mich mit dem Laptop mit Internet zu verbinden. Denn der Empfang war gut und ich hätte locker all meine Fotos speichern können. Um 11.45 Uhr konnten wir ins Flugzeug und kurze Zeit später ging der Flug los. Dieser dauerte nur eine Stunde, bis wir in Wamena ankamen. Ich musste im Büro der Polizei vorbei, um meine Reisebewilligung abstempeln zu lassen. In der Zwischenzeit kam Ruth, eine Couchsurferin, um mich abzuholen. Ich musste nur noch
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beim Huegel Jokowi
auf mein Gepäck warten, dann fuhr uns Ruth’s Vater Jonathan und ihr Mann Ismael nach Hause. Dort warteten schon die drei Kinder auf mich - Gloria, Christina und Mansar. Als ich mein Gepäck ins Zimmer bringen wollte, war anscheinend noch ein Chaos, sodass ich zuerst etwas warten musste. Es ist schon unglaublich, dass Leute alles immer erst im letzten Moment machen. Ruth wusste eigentlich schon seit Wochen, dass ich komme. Als ich die schmutzige Matratze sowie Kissen und Decken sah, fand ich es nicht sehr angenehm, aber ich konnte ja schlecht gleich am Anfang etwas sagen. Ich kriegte etwas zu essen, Reis und Gemüse. Danach machten Ruth und ich einen Spaziergang Richtung Flughafen und Markt, dann wieder zurück. Als ich im Zimmer war, kamen immer wieder Kinder rein, vorallem Christina wollte immer in meiner Nähe sein. Irgendwann war ich so müde, dass ich ein Nickerchen machte, Christina ebenfalls. Ich wachte zwar ständig auf, doch ich stand erst gegen 19.00 Uhr auf. Irgendwann hatte ich vier Kinder in meinem Zimmer. Lukas und Angel, zwei weitere Familienmitglieder, stellten etliche Fragen. Die Fragen waren anders als von den Erwachsenen und somit verbrachte ich viel Zeit, um mit ihnen zu schwatzen. Gloria und Christina
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nicht mehr viel uebrig
waren eher ruhig. Gegen 22.00 Uhr gab es endlich Abendessen, ich war schon richtig hungrig. Die Matratze sah nun noch schlimmer aus, weil die Kinder mit ihren schmutzigen Füssen auf der Matratze herumspazierten und ihre Sachen auch hier assen. Nach dem Abendessen bat ich Ruth, die Matratze immerhin auszuschütteln. Sie war dann so nett und machte ein frischeres Leintuch dran und wischte den ganzen Schmutz vom Boden weg. Endlich konnte ich in Ruhe meine Arbeit erledigen. Den Kindern erlaubte ich nun nicht mehr, im Zimmer zu essen oder auf die Matratze zu stehen. Ich teilte mein Zimmer mit Federica, Ruth’s kleiner Schwester. Der Rest der Familie schlief draussen.

Sonntag, 29.07.18
Sonntag scheint hier ein heiliger Tag zu sein, weil es kaum Transport gibt und alles geschlossen ist, zumindest bis die Kirchenmesse fertig ist. Gegen 12.00 Uhr fuhr ich mit Ismael durch die Gegend. Ich dachte, wir würden einen kleinen See besuchen, doch Ismael fuhr nur in die Nähe des Ortes, um mir zu zeigen, wo sich der See ungefähr befindet. Auf dem Weg sah ich die ersten interessanten Einheimischen. Doch die erste Frau, welche ich fotografieren wollte, hatte überhaupt keine Lust, um Fotos zu machen. Und die meisten Fotos,
Naehe JayapuraNaehe JayapuraNaehe Jayapura

traditionelle Taschen - Noken genannt
welche ich auf dem Motorrad machte, waren nicht besonders gut. Die meisten Frauen laufen mit ihren Taschen, Noken genannt, umher. Die Tasche wird mit dem Kopf getragen und ist gross genug, um ein Baby zu tragen oder die gesamten Einkäufe zu verstauen. Sie dient auch dazu, Holz oder sogar ein Schwein zu transportieren. Ein paar Männer tragen Kopfschmuck, andere eine Halskette mit einem riesigen Wildschweinzahn dran und wieder andere tragen traditionelle Armbänder. Wir fuhren noch nach Aikimo, auf der anderen Seite der Stadt. Kurz vor dem Ziel hatte Ismael einen platten Reifen. Ich fragte ihn, ob er diesen reparieren könne und mich nachher wieder abholt, er bejahte. So fing ich an zu laufen, wurde aber schnell von einem Motorradfahrer mitgenommen, obwohl es nur noch etwa einen Kilometer war. Der Ort heisst „weisser Sand“. Es ist ein Hügel mit grösseren Steinen und weissem Sand dazwischen. Keine Ahnung, wie dieser Sand in diese Region kam. Schliesslich befinden wir uns hier auf über 1600 Metern und im Umkreis von rund 200 Kilometern ist kein Strand zu sehen. Ich lief den Hügel hoch. Kurze Zeit später folgte mir ein Mann, der vorher am Eingang war, keine Ahnung weshalb. Irgendwann blieb er auf einem Stein sitzen, ich ging weiter den Hügel hinauf. Fast zuoberst sah ich eine Frau. Sie kramte irgendwelche Sachen unter einem Stein hervor. Ich machte kurz ein paar Fotos und wollte danach weiter laufen. Da stand plötzlich ein Mann vor mir und verlangte Geld. Ich war so erschrocken, dass ich völlig sprachlos war. Ich sagte ihm, er solle warten und grübelte schon mal vorsichtshalber meinen Pfefferspray hervor. Ich sagte, ich hätte kein Geld und fragte, weshalb er nach Geld frage und Leute erschrecke. Er sagte dann, dass es ok ist und fragte, ob er mich begleiten könne. Ich sagte ihm, dass ich etwas Angst habe und er mich nur begleiten könne, wenn er keine Probleme mache. Er sagte, dass er keine Probleme machen würde. Er sagte sogar, dass ich ein Foto von ihm machen könne, damit ich zur Polizei gehen könne, falls etwas passieren sollte. Somit liess ich ihn eine Weile mit mir laufen, doch es war mir überhaupt nicht wohl. Er wollte dann eigentlich auch mehr, akzeptierte dann aber doch, dass nichts draus wird. Wahrscheinlich war er vorher mit der Frau hinter dem Busch. Ich lief den Hügel wieder hinunter und kehrte zur Hauptstrasse zurück. Ismael war weit und breit noch nicht zu sehen. Ich wartete eine Weile, dann versuchte ich, ihn anzurufen. Es war schwierig, Empfang zu finden und weder Ismael noch Ruth nahmen das Telefon ab. Erst beim dritten Anruf nahm Ruth ab. Ismael war anscheinend Zuhause. Es war wirklich mühsam, die Leute studieren irgendwie einfach nicht mit. Ich wartete schon über eine Stunde und hatte nicht Lust, nochmals mindestens eine halbe Stunde zu warten, bis er hier ist. Da es in der Ferne schon wieder bewölkt war, wusste ich nicht, ob ich noch bis zum nächsten Dorf fahren soll oder nicht. Schliesslich beschloss ich, nach Wamena zurück zu fahren und trampte dorthin. Ich wurde bis in die Nähe des riesigen Kreuzes, dem Hauptmerkmal der Stadt, gefahren. Von hier aus war es nicht mehr weit nach Hause. Ich ging direkt in mein Zimmer und arbeitete ein wenig. Doch schon nach kurzer Zeit machte ich ein Nickerchen. Ich wachte zwar immer wieder auf, stand jedoch erst gegen 19.00 Uhr auf. Nach dem Abendessen setzte ich meine Arbeiten fort und es wurde spät, bis ich endlich schlafen ging.


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23rd August 2018
Jayapura

Papua
I'm intrigued by this part of the world, but haven't made it over there yet. I'll be looking out for food photos. And apparently he's a playboy? Really? :D
24th August 2018
Jayapura

Papua
I guess he had some glasses of alcohol already :-) And I'm sorry, I have to disappoint you about food photos, I was very happy if I got SOME veggies... otherwise potato or rice, haha
23rd August 2018
Tablasupa

Lunch
Is that a stir-fry and a salad with the fried fish?
24th August 2018
Tablasupa

Lunch
that was a delicious grilled fish and some veggies from an Indonesian family normally living in England, so they prepared delicious food, was so exited to have a good meal again :-)
24th August 2018
Naehe Jayapura

Carved tree trunks
Wow Gabi...what a beauty. I have a carved tree trunk from Lombok in our house that takes pride of place. Mine however is a bit over 6 feet tall and has been hollowed out just displaying the figures dancing around its girth... impossible to transport otherwise but it still weighs heaps! How lucky are you to see this beauty!
24th August 2018

Love Lake
What a life you live Gabi. Nice to see you smiling...you have a knack of connecting with locals...even went to Love Lake...what a hoot!!!

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