Sulawesi Sued nach Nord in 2 Monaten weiter nach Kuala Lumpur und Bangkok


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October 3rd 2011
Published: October 3rd 2011
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So sitze gerade in Bangkok fest, mit einem komischen Gefuehl. Gerade meinen Pass an ein Reisebuero abgegeben, um mein Indienvisum zu organisieren, aber wird nicht einfach, da ich ein laengeres Visum will (4 Monate), als sie hier in Bangkok normalerweise machen und dazu kommt der Pass dann zurueck, wenn ich eigentlich Thailand bereits verlassen haben sollte, da ich nur ein 15 Tage Visum bekam, da ich ueber den Landweg von Kuala Lumpur mit dem Zug eingereist bin. Dazu will ich die Wartezeit mit einem weiteren 10 Tage Meditationsretreat verbringen, warte hier auch noch auf die Zusage, kann aber keinen erreichen, Zuege in die Richtung werden langsam voll... also nette Situation. Und Bangkok ist trotz Nebenzeit (falls es die hier gibt) so voller Touris und Backpacker, da weiss ich warum ich nicht mehr in Thailand reisen will, obwohl die Menschen ja nett und das Land schoen ist. So genug nun.

Was war die letzten 2 Monate. Vorab geht mir sehr gut. Hatte einige Zeit Probleme mit dem Magendarm oder wo auch immer das herkam. Ging mir zum Glueck meist koerperlich gut, aber im Stuhl waren Dinge, die da nicht hingehoeren, das soll mal reichen. Zweimal Krankenhaus mit Test, beide Male Blut gefunden, aber die ersten Medikamente haben wohl nicht gewirkt, dann nochmal in ein besseres Labor 3 Wochen spaeter, wieder nichts genaues gefunden, wieder mal Antibiotika, und siehe da nach einiger Zeit war alles wieder normal. Echt strange, was ich mir manchmal einfange.

So aber nun los, bin nach 1, 5 Tagen in Kuala Lumpur weiter nach Makassar , Haupstadt im Sueden Sulawesis geflogen. Nette Grossstadt, alle Locals gruessen einen freundlich mit „Hello Mister“ aber danach hoert es hauefig mit den Englischkenntnissen auf, was einen verwundert, denn die Stadt ist in einigen Ecken schon gut entwickelt und hat bereits eine Mittelschicht, wie klein die auch noch sein mag, keine Ahnung. Gibt hier kaum Touris die bleiben, da es mir aber nicht so gut ging, habe ich hier erstmal 5 Tage verbracht, obwohl davon nur 2 Tage mir nicht gut war und ich seit Ewigkeiten mal ein Zimmer mit TV hatte, und dafuer war das doch genau das richtige, tat auch mal gut und es gab sogar deutsche Welle...

Habe nette Expats kennengelernt, mit denen ich auch gleichmal und mit deren Localfreunden gut gefeiert habe. Ansonsten nicht viel aufregendes. Dann nach langer 14 Std. Busfahrt und vielen vielen Kurven erreiche ich Tana Toraja in Zentralsulawesi. Dieser Ort ist nicht einfach zu beschreiben. Hier gibt es zwar mehrheitlich Christen (dank der hollaendischen Kolonialherren), aber die insbs. Totenkulte sind schon krass. Hier werden die Toten meist bis zur Beerdigung z.b. im Haus der Familie aufbewahrt, bis das Geld fuer ein grosses Fest vorhanden ist. Hier ist dann jeder eingeladen und die gesamte Familie auch von Uebersee kommt, und auch wir Touris sind mehr als willkommen. Hier wird dann irgendwo der Sarg aufgebahrt, viele Bueffel und Schweine geschenkt, die dann aber sogleich auch geopfert werden und dann spaeter in Massen zubereitet und verspeist werden. Es gibt Bueffelkaempfe und wird mit Geld gewettet, einige Bueffel werden auch geopfert, einfach ein riesiges Spektakel und Trauer sieht man hier zumindest keine. Ich hatte das Glueck gleich auf einem Ehrenplatz zu sitzen, da ich angesprochen wurde, und habe mir unter den Chefs des Clans das Spektakel angeschaut, und der Bueffelkampf hatte es in sich. Die sind tw. durch die Menschenmassen gerast, so das die Leute gerade noch so zur Seite fluechten konnten.

Ansonsten habe mir hier immer einen kleinen Scooter geliehen und bin durch die wunderschoene Natur gecruist, durch kleine Doerfer, ueberall die komischen Haeuser, die Daecher sehen aus wie Boote, ueberall Knochen und Geweihe von Bueffeln oder aehnlichen Getier, alles eingebettet in viel gruen. Reisterassen, Berge, freundliche Locals, die alle gruessen.
Dann konnte ich die alten Hoehlen besuchen, in denen die Toten aufbewahrt werden. Alte verrotete Saerge, Schaedel und alte Knochen liegen herum. Alte Waechterfiguren als Ebenbild der Toten stehen noch rum, sofern nicht gepluendert, einfach strange. Hier wurde der neue Christliche Glaube zwar angenommen, aber hat den alten Glauben nur teils ueberlagert.

Von Toraja ging es dann ueber 2 Tage mit kurzen Krankenhausstop in ner kleinen Provinzstadt Poso mit den nettesten Krankenschwestern und dem nettesten Krankenhausdirektor, der mich anfangs behandelt hatte (leider alle mit keinem guten Englisch) weiter zum Startpunkt der Faehre auf die wunderschoenen Togian Islands. Zum Glueck ein langer beschwerlicher Weg, so dass hier wirklich noch nicht viele Touris hinkommen. Hier hat man und auch ich noch haeufig eine Insel auf der es nur eine kleine Minianlage mit kleinen Huetten gibt. Traumhaft. Nach langer Fahrt und spaeter im kleinen mit einem Rasenmaehrmotor motorisierten Boot dann Ankunft auf meiner kleinen Insel, gegenueber eines kleinen Dorfes, nur durch 1km Meer getrennt, was den Muhezzin nicht im geringsten einschuechterte. Da ich im Ramadan dort war, waren die ersten Naechte gleich mal um 3 Uhr morgens unterbrochen, da er da schon loslegte. Aber in dieser Natur klingt das alles sehr inspirierend.

Tolle Sonnenuntergaenge vom kleinen Steg bewundert, habe meine ersten 4 Yogakurse gegeben, was mir und auch den Studenten Spass machte, und das an einem wunderschoenen tropischen Strand vor dem leichten Rauschen der Wellen, was will man mehr. War einige Mal tauchen (Bilder folgen noch), und tolle Tiere gesehen und die Sichtweite unter Wasser war super, tw. Bis zu 55-60m, das hat man selten. Haben viele Fischschwaerme, Barracudas, riesige Napoelon und Bumphead Parrotfish gesehen, viele kleine Tiere, Hummer, Moraenen, viele giftige Tiere wie Lionfish und Stonefishes, und dann noch ein fast voellig intaktes Bomberwrack der Japaner aus dem 2. Weltkrieg auf 22m Tiefe. Sind sogar noch alle Instrumente an Bord, die Maschinengewehren kann man sehen, echt ein tolles Wrack, wo man sogar durch schiwmmen kann. Tolle Korallen, Steilwaende,....

Und zum Schnorcheln einfach 15 m vom Strandschwimmen und schon sind die Korallen da und fuer ein Hausriff echt gut. Ein paar Ausfluege haben wir zu benachtbarten Inseln gemacht, tolle, einsame Straende besucht, tolle andere Schnorchelplaetze aufgesucht und ein Bajo Dorf besucht. Das sind oder besser waren die Seezigeuner Suedostasiens, die sich aber haufig schon nieder gelassen haben. Ihre kleinen Holzhaeuser sind mit Stelzen auf dem Wasser gebaut, teils ist etwas Land (eine Insel) dabei, teils nicht. Die leben vom Fischfang und tauchen auf sehr gesundheitsgefaerliche Weise um Seetiere aus dem Meer zu fischen, viele sterben da sie die Dekompressionsprobleme nicht kennen oder bewusst in Kauf nehmen. Dynamitfischen ist eingedaemmt aber leider weiterhin ein Problem, man hoerte es hin und wieder, leider. Rundum, ein traumhaftes Inselparadies, habe auch viele tolle Menschen inkl. Locals kennengelernt, Sternenklare Naechte mit manchmal Wodka genossen. Mein Alkoholkonsum ist zur Zeit sehr reduziert, sehr gut so. Hatte sogar letztens mal ein Bier getrunken und es hat nicht geschmeckt, wusste nicht ob ich das gut oder schlecht finden sollte. Aber danach gab es schon wieder Bier, das zu gut war.

Aber zurueck zum Bajo Dorf, hier angekommen, haben wir ueber fast 2 Std. nur Kinder an den Haenden gehabt, und jeder wollte dauerhaft fotografiert werden ohne das uebliche Gefrage am Ende nach Geld, aber da die wohl alle wussten, das auch wir Geschenke in Form von Schulheften und Stifen dabei hatten, wussten die auch schon was Sache war, die ersten Touris waren wir sicher nicht. Trotzallem war es sehr interessant dort. Die kids spielen im Wasser, die Erwachsenen flechten Huette, schnitzen Boote aus Holzstaemmen, aber auch die Satellitenschuessel fuer TV ist schon da. Egal wie verarmt, TV ist meist dort. Immerhin gibt es noch kein Handynetz, aber selbst das ist auf dem Festland Sulawesis schon weit verbreitet. Auf manchen Insel haben die Bewohner alle Handies, und die Frage nach Facebookfreundschaften ist nicht weit und die Anfrage wird dann gleich uebers Handy gemacht und ich langsamer, herrkoemmlicher Europaer muss die Anfrage im naechsten Internetcafe bestaetigen.....

Auf meiner Insel waren noch zwei Hunde, meine fast besten Freunde, der Welpe Bomber der haeufig auf meiner Veranda schlief und mir so nahe war und sein erwachsener Hundefreund Maik, wenn die zwei am Strand gespielt haben, dann war das Herz ganz weit offen. Zu schoen. Beide haben sogar schwarzen Tee von unseren Loeffeln getrunken, geliebt. Jede Nacht um 22 Uhr hat meine Dachmitbewohnerin die Katze in meine Huette gepinkelt, aber zum Glueck immer auf den gleichen Platz, was ich dann mit einer Bettbezug immer aufsaugen lassen konnte....

Ja und nach 2,5 Wochen ging es dann etwas traurig nach einer 10 Std. Nachtfaehrfahrt geschlafen an Deck (wegen des hohen Wellenganges, unter Deck haette ich das nicht geschafft) ans Festland. Dann nochmal 10 Std. mit dem Bus nach Manado in den Norden. Hier habe ich dann wegen meines zweiten Laborbesuches einige Tage verbracht. Nette Stadt, aber nichts besonderes, nette Locals, schoene Frauen (angeblich die schoensten in Sulawesi) und viele grosse Malls (Einkaufstempel). Auch hier hat die Entwicklung rasant zugelegt. Habe hier gleich am ersten Abend nette Locals kennengelernt und viel gelacht und Spass gehabt. Ausserdem andere Locals auf der Strasse kennengelernt, fuer 1 Std. Zusammen gelaufen und geredet und von nun an beste Freunde ueber Facebook, unglaublich wie schnell das bei denen geht.
Habe hier auch das Ende von Ramadan, dem Fastenmonat der Muslims erleben duerfen. Ein lange Party auf der Strasse, wie eine kleine Love Parade, die kleinen blauen Minibusse, mit aufgedrehter Musik, voellig ueberfuellt, Kids auf dem Dach und davor, und alle schreien, tanzen und sind ausgelassen, habe mir das Idul Fitri Fest irgendwie anders festgestellt, aber das ist es auch noch, aber offensichtlicher war halt dieser Teil.

Nach 5 Tagen ging es dann mit dem Boot nach Bunaken Island, eine vorgelagerte Insel, Tauchparadies, definitiv nach Sipadan fuer mich No. 2 der Welt. Die Insel ist von einer riesigen, in die tiefe abfallenden Wand (Drop Off) umrundet, bis dahin ein flaches Riff. Fischreichtum , auch viele grosse Fische noch, Fischschwaerme, die einen umzingeln, Adlerrochen, ein paar ganz wenige Haie (die Chinesen und Japaner haben hier ganze Arbeit geleistet, wer kann diese Iditionen noch stoppen!!!!), viele Schildkroeten, einfach toll, und Korallen unfassbar schoen. Habe hier auch meinen ersten Muckdive gemacht, d.h. man taucht einfach den sandigen, schlammigen Meeresboden ab und sucht nach kleinen strangen Tieren und diese findet man dann auch, die sehen aus wie kaum zu beschreiben, wartet auf die Fotos, dabei aber auch Seepferdchen, Schlangen, Moraenen, Krebse, Shrimps, Quallen, Oktopusse, Froschfische, Scorpionfische, ...... eine ganz andere Welt und eine neue Liebe von mir, aber da Tauchen ja nicht das guenstigste Hobby ist, konnte ich ja nicht zu viel tauchen. War aber auch jeden Tag schnorcheln, 100m raus von meinem kleinen Palast am Strand und schon ging es los. Das neueste und strangeste waren nachtschnorchelgaenge, was ein Spass, habe noch nie soviele strange Tiere auf einmal gesehen und viel besser als Nachttauchen. Das Nachtauchen war hier sowieso nicht einfach, da hier sowieso meist starke Stroemungen sind und das nachts, an einer Wand, das kann einem schon ein ungutes Gefuehl machen, besonders wenn sich dann die Gruppen mischen.....

Ansonsten waren hier wie immer sehr nette Leute, war fuer 3,5 Wochen hier, also habe einige kommen und gehen gesehen. Habe diesmal sogar 3 volle Yogabeginnerkurse (a 3-4 Sitzungen) gegeben, wieder ein wenig Geld verdient und dazu gelernt, und konnte auch einiges mitgeben. Macht echt weiter Spass, dazu natuerlich weiterhin meine eigene taegliche Yogapraxis, mit Koerperuebungen, Meditation, Beten, singen,Atemuebungen und Reiki, was alles auch gut Zeit kostet. Hin und wieder abends mit den Locals trinken und singen (Locals ohne singen und Gitarre geht kaum, und was die rauchen und trinken...., zu viel finde ich). Aber von deren relaxten Lebensstil koennen wir uns einiges abschneiden, wie immer die goldene Mitte finden, ist das richtige.
Auserdem waren wir noch zu Gast bei einer lokalen Hochzeit und konnten das Erntedankfest miterleben, was einen Tag lang essen, trinken (lokalen Reiswein), feiern und tanzen bedeutet. Im gesamten kleinen Ort gibt es das gratis, viele Boxen aufgebaut und Karoeke oder einfach DJ Musik ist angesagt. Habe hier lange gefeiert. Mit dabei waren auch viele vom Festland und auch die netten Ladyboys, die dachten, mich sich vornehmen zu muessen, ging aber nicht lange. Habe mal kurz mit den denen dreckig getanzt, alle haben sich amuesiert und das war es dann auch. Die Party ging lange in der Nacht.
Aber feiern tue ich insgs. nicht mehr so viel, was auch gut so ist. Habe ausserdem auch meine Strandverkaeuferinnenfreundinnen gemacht und ihnen neue Businessideen (verkauf von selbstgemachten Keksen) gegeben.

Nach 3,5 Wochen gehts wieder zurueck nach Manado, habe dort noch meine Bekannten der ersten Nacht getroffen und dann ging es aber frueh am naechsten Morgen um 5 mit dem Motorradtaxi zum Flughafen und mit 3 Fluegen ueber Bali dann nach Kuala Lumpur in eine ganz andere Welt.

Dort treffe ich mich dann abends im Hostel direkt mit meinen Freund Frank, denn ich bei McCain kennengelernt habe. Er ist auch gerade auf Weltreise (wenn man das bei mir ueberhaupt so nennen kann, bei ihm schon). Er reist echt viele Laender ab. Ich habe mich riesig gefreut, endlich mal wieder einen freund um mich zu haben, denn ja natuerlich vermisse ich Euch Freunde und Familie sehr, aber trotz allem bin ich noch nicht bereit nach Hause zu kommen, Entscheidungen fuer meine Zukunft sind noch nicht getroffen, hoffe, dass in Indien hinzubekommen. Denke aber, dass ich im Jan. 2012 zurueck sein werde, da mein Vater im Feb. 2012 60 wird, und da will ich natuerlich da sein. Aber mal sehen, wie alles wird, muss erstmal mein Visum bekommen.
Aber nun zurueck zu Frank. Wir haben gute und lange Gespraeche gehabt, gleich in der ersten Nacht bis fast 3 Uhr morgens. Haben zwei lockere Tage in KL verbracht, die indische Botschaft vergeblich besucht, einen Ausflug zu hinduistischen Heiligtuemern in einer Hoehle gemacht. Ja und leider nach schon 2 Tagen sind wir beide nachts dann weitergezogen, er ist nach Manila geflogen, hoffentlich ohne Probleme mit dem Taifun und ich bin ueber 36 Std. Von KL nach Bangkok mit dem Zug gefahren, und deren Schlafwagen sind ein echter Luxus im Vergleich zu Indiens Zuegen, aber natuerlich trotzdem langsam.
In Bangkok angekommen, alles voller Touris, trotzdem nett, Erste Nacht gleich spaet mit etwas zu viel Bier und nette Locals kennengelernt und zur Zeit steht alles im Rahmen von Organisation und weiteren Planungen....
So wo es also in den naechsten Wochen hingeht, und was ich mache steht noch in den Sternen, aber eines ist klar, die letzten Monate ticken, leider, kann es kaum glauben, dass ich schon 13 Monate unterwegs bin und es dem Ende schon zugeht.

Also vermisse Euch, hoffe es geht Euch gut, sorry fuer spaete Emailantworten und wuensche Euch allen alles Gute.
Euer Thorsten



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