Dem Himmel so nah - Faule Tage auf Gili Terawangan


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November 21st 2016
Published: November 23rd 2016
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Für die Erholung nach dem Wandern hätten wir uns kein schöneres Fleckchen Erde aussuchen können. Die drei Gilis (Inseln) nur 15 Fährminuten vor der Nordwestküste Lomboks sind der neue Hotspot Indonesiens und bieten für jeden das Passende. Gili Meno ist die Honeymoon-Insel, Gili Terawangan die Action- und Partyinsel und Gili Air ist irgendwas dazwischen. Wir haben uns für Terawangan (das erste e ist stumm) entschieden, einfach weil es am meisten Möglichkeiten bietet, etwas zu unternehmen und man der "Party" wohl auch ganz gut aus dem Weg gehen kann, indem man nicht an der Promenade eine Unterkunft bucht, sondern etwas weiter aus dem Ort heraus. Mit gerade mal 800 Einwohnern ist "Gili T." wie die Einheimischen sagen, die größte der drei Inseln und kann dennoch zu Fuß in zwei Stunden locker umrundet werden. Wir wohnen in einem etwas schickeren Homestay im Norden der Insel mit einem kleinen Bungalow auf zwei Etagen. Es sind von hier etwa 10 Gehminuten zur Partymeile, die auf den ersten Blick allerdings auch nicht mit dem Ballermann zu vergleichen ist, wie es in manchen Reiseberichten zu lesen ist. Natürlich ist an der Promenade alles auf den Tourismus ausgerichtet, es gibt Tauchcenter, Läden, Strandrestaurants, Tourenvermittler, Massagesalons, Poolbars, aber zumindest jetzt in der Nebensaison, keine betrunkenen Horden, sich schlecht benehmender Ausländer. Dafür ist das Angebot an Wassersport und anderen Aktivitäten groß. Nach der langersehnten Dusche in unserem kleinen Freiluftbad humpeln wir am ersten Abend nur noch auf eine Pizza an die Promenade vor und schlafen dann ein. Allerdings gibt es noch einen kleinen Zwischenfall als Dennis im "Obergeschoss" unseres Bungalows das Licht einschaltet und dabei ein Wespennest in der Lampe entdeckt. Die aggressiven kleinen Biester stürzen sich direkt auf ihn und wir ziehen nochmal um für unsere erste Nacht.

Die nächsten Tage verbringen wir mit süßem Nichtstun. Wir gehen zur Massage, hängen in stylischen Cafés rum oder im Garten unseres Homestays unter einem kleinen Pavillon. Wir unternehmen einen Schnorchelausflug in die Riffe um die Gilis, bei dem wir zwei Wasserschildkröten sehen und viele von Nemo's Freunden. Leider sind die Korallenriffe hier größtenteils abgestorben, was mit der in Indonesien lange Zeit verbreiteten Dynamitfischerei zu tun haben soll. Inzwischen gibt es allerdings vermehrt Vorhaben, die Meereswelt um die Gilis zu schützen, so müssen zum Beispiel alle Taucher eine Riffgebühr von 3 Euro pro Tauchgang bezahlen, die direkt in den Erhalt der Riffe fließt. Außerdem gibt es sowohl auf Gili Meno, als auch auf Gili Terawangan so genannte "Turtle Sanctuaries", die den Erhalt der Meeresschildkröten sichern sollen. Einheimische , die die Eier der Schildkröten dorthin bringen anstatt sie auf dem Markt zu verkaufen, bekommen den gleichen Preis dafür, wenn sie sie im Sanctuary abgeben. Die Eier werden dann jedoch nicht gegessen, sondern ausgebrütet, die kleinen Schildkröten verbleiben 12 Monate hier und werden dann in einer feierlichen Zeremonie ins Meer gesetzt. Außerdem wird hier Aufklärung betrieben. So erfahren wir zum Beispiel, dass in der freien Natur nur eine Schildkröte aus 1000 Eiern das Erwachsenenalter erreicht. Die Gründe dafür sind zahlreich: Natürliche Feinde, abgestorbene Korallenriffe, die den Schildkröten als Futter und Schlafplatz dienen, (Schwarz-)handel mit Schildkröteneiern, Müll im Meer. Plastiktüten gleichen den von den Schildkröten heiß geliebten Quallen. Sie schlucken den Müll und ersticken daran qualvoll. In den Sanctuarys ist zumindest gesichert, dass etliche Schildkröten bereits Handtellergroß sind wenn sie zum ersten Mal in die große gefährliche Welt des Ozeans entlassen werden. Und hier um die indonesischen Inseln soll es tatsächlich eine der größten Schildkrötenpopulationen der Welt geben. Ich habe generell auf Gili Terawangan das Gefühl, dass es sauberer ist und die Leute auch auf ihre Umwelt achten. Es könnte vielleicht auch daran liegen dass sich prozentual recht viele westliche Auswanderer auf den Gilis niedergelassen haben. Auf jedem Fall gibt es hier Mülleimer (sonst noch nirgends gesehen), die Strände im Osten der Insel sind super sauber und auch an den Schnorchelstellen, an denen täglich bestimmt hunderte Touristen ins Wasser gehen, ist kein Müll im Wasser.

Unsere Unterkunft hat uns extra darauf hingewiesen, dass bitte mit Frischwasser und Strom verantwortlich umzugehen ist, und in vielen Cafés und Läden auf der Insel kann man seine Wasserflasche für wenig Geld mit frischem Trinkwasser auffüllen lassen.

Tagsüber kann man hier herrlich am Strand unter riesigen Sonnenschirmen abhängen und übers Meer gucken, ab und zu reinspringen und bunte Säfte und günstige Longdrinks bestellen. Abends essen wir mit den Füßen im Sand in einem der zahlreichen Strandrestaurants, die alle frisches Meeresgetier auf den Grill schmeißen und köstliche Steinofenpizzen servieren. Oder wir gehen auf den Nachtmarkt, einen kleinen quirligen Markt im Zentrum von Trawangan, wo man sich frischen Fisch und allerlei Spieße aussuchen kann, die dann vor den eigenen Augen gegrillt und mit Reis und drei gratis Beilagen serviert und aus einfachen Pappschalen gegessen werden. Hier schmeckt es uns eigentlich am Besten, die riesigen Spieße mit Tintenfisch, frischem Tunfisch, Hühnchen und Rind sind köstlich mariniert und schon für 2€ pro Stück zu haben. Man sitzt inmitten des Getümmels und kriegt irgendwoher auch immer noch einen frischen Saft oder ein eiskaltes Bintang-Bier und wir probieren auch zum ersten Mal traditionell indonesische Süßspeisen. Es gibt einen Stand mit Kürbis-Kokosnuss-Terrinen, kleinen grünen Pfannkuchen mit Käse darüber, einer Art Windbeutel mit Schokoladenfüllung und Frühlingsrollen mit Schoko-Bananenfüllung.

Obwohl wir dann tatsächlich garnicht so viel unternehmen, wie gedacht, vergehen die Tage wie im Flug. Dennis besucht noch einen indonesischen Barber Shop und ich gönne mir ein balinesisches Haar-Creme-Bad, bei dem man neben einer Haarmaske noch eine Kopf-, Gesichts-, und Nackenmassage bekommt. Kurz gesagt, wir lassen es uns gut gehen. Morgen geht es weiter zu unserem letzten Ziel: zurück nach Bali und auf die Bukit-Halbinsel ganz im Süden dr Insel.


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