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India's flag
Asia » India » West Bengal
February 27th 2012
Published: June 20th 2017
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Direkt nach Aufstehen und Fruehstueck steht auch gleich
die erste Herausforderung an: wir brauchen ein Taxi, dass uns zur Visa-Stelle
faehrt – nach Taxameter. Die ersten 3 Taxis kennen die von uns genannte Adresse
nicht, die naechsten 5 wollen einen horrenden Festpreis. Auch der Taxifahrer,
mit dem wir am Ende fahren will erst einmal einen Festpreis, als ich mit aber
umdrehe und gehe, laesst er sich doch auf Taxameter ein. Am Ziel angekommen,
sind dann 20 Rupis auf dem Zaehler, er will aber 42 von uns haben… Wir denken
der hat sie doch nicht alle und geben ihm dann notgedrungen doch 40 Rupis,
aergern uns aber ein wenig, wenngleich die 40 Rupis natuerlich ein Bruchteil
dessen sind, was die ganzen Festpreise haetten sein sollten.

In der Visa-Stelle angekommen, werden wir erst einmal
ordentlich registriert und sollen dann hinter einer Glastuer (in einem
Grossraumbuero) Platz nehmen. In dem Buero herrscht alles, nur kein Stress und
wir wundern uns, wie wir eigentlich wissen, wann wir dran sind. Nur kurze Zeit
spaeter werden wir dann aber gefragt weshalb wir da sind und werden an einen
Schreibtisch gewunken. Ich erlaetere kurz, dass wir ein einjahres Visum mit
Multiple Entry haben, in Nepal Trekken wollen, aber zu spaet bemerkt haben,
dass unser Visum die Einschraenkung hat, dass wir zwischen den Einreisen 2
Monate ausser Landes sein muessen. Der Beamte sitzt gelangweilt in seinem Stuhl
und sagt wir sollen in Kathmandu in die Indische Botschaft, dort einen
“re-entry” Stempel holen und uns dann nach Wiedereinreise in Indien binnen 14
Tagen beim Amt melden – dann sei das alles machbar. Wir bedanken uns und machen
uns auf den Weg, fragen uns aber noch immer, ob es dann wirklich so leicht sein
wird wie beschrieben. Wir hatten eigentlich gehofft mit irgendetwas Handfestem
aus dem Amt zu kommen.

Vor der Tuer geht ein weiteres mal die Taxi-Suche los.
Das Taxi, dass wir dann finden hat bei Ankunft zu Hause 13 Rupis auf dem
Zaehler, will auf die 50 Rupis die wir ihm geben aber nichts herausgeben… Als
wir den Aufstand proben, rueckt er dann doch noch 20 Rupis raus und wir nehmen
lieber diese als gar keine… Heute, einige Tage spaeter, wissen wir von Shaid,
dass uns zumindest der 42 Rupis Fahrer keinesfalls ueber's Ohr hauen wollte.
Der Fahrpreis fuer Taxis in Indien ist der, der auf dem Meter steht x2 und dann
plus 2 Rupien… Wie zum Teufel soll man das bitte ahnen!?!

Als wir wieder Zurueck in der Stuart Lane sind, machen
wir und auf zu Claudi, die in einem Internet Kaffee fleissig den
Weltenbummler-Blog verfasst hat. Aber wir sollte es anders sein: noch bevor wir
gehen und vor allem bevor Claudi zwischengespeichert hat, ist der Strom weg und
die Arbeit der letzten Stunden somit auch…

Wir machen uns nun also ein zweites mal auf um Zugtickets
zu kaufen und dieses mal klappt auch (fast) alles. Wir bekommen keine Tickets
mehr fuer den gleichen Tag, aber fuer den Tag darauf.

Als wir die Tickets in der Tasche haben, machen wir uns
abermals auf zum Shop von Shaids Onkel. “Brueder” sind alle, die Shaid umgeben
– was wir aber erst heute verstehen ist, dass Shakil und ein weiterer Onkel,
tatsaechlich Onkel sind, alle Anderen eben vorrangig “Brueder”.

Wir haben uns fuer heute vorgenommen mit Shaid's Hilfe
ein paar angemessene Klamotten zu kaufen, denn Haut zeigen geht in Indien gar
nicht und wir wollen ja auch nicht unangenehm auffallen. Wir denken natuerlich,
Shaid wuerde uns einen Laden zeigen, der nicht ueberteuert ist und seine
Anwesenheit wuerde die Verkaeufer daran hindern uns ueber's Ohr zu hauen.
Stattdessen bringt er uns in einen Shop, der ebenfalls seinem Onkel gehoert.
Hier kuemmert man sich natuerlich ruehrend um uns und jeder Wunsch wird
erfuellt. Und keine Angst: die Preise sind voellig okay und wir werden nicht
arm.

Nach dem Klamotten-Shoppen ziehen wir noch ein bisschen
mit Shaid umher und denken darueber nach wie nett es waere, wuerde er uns auch
weiter begleiten. Irgendwann beschliessen wir Shaid wenigstens zu fragen, ob er
nicht noch ein paar Tage mitkommen will und sind verwundert, als er nicht
gleich “Nein” sagt. Er wolle noch kurz ueberlegen, entscheidet sich aber am
Ende dafuer – wenn wir mit seinem grossen Onkel sprechen wuerden (fuer den er
ja letztendlich arbeitet).

Wir bekommen also eine Audienz beim grossen Onkel und
dieser (selber weit gereist und die letzten 18 Jahre seines Lebens in Tokyo
verbringend) stimmt zu, wenn wir denn gut auf Shaid Acht geben wuerden. Bisher
war es zwar anders herum, aber wir sagen natuerlich zu.

Auf dem Weg zurueck ins Hotel haben wir dann noch eine merkwuerdige
Begegnung mit einem Kerl, der schon Tags zuvor mit uns und Shaid in einem
Restaurant gesessen hatte und uns doof angeguckt hatte. Wir wissen nicht, was
genau er Shaid gesagt haben mag, aber es war irgendwie unheimlich. Wir sind
dann froh als wir kurze Zeit spaeter in unserem Hotel sind und die Tuer hinter
uns schliessen. Ein weiterer Tag in Kalkutta ist ueberstanden.

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