Cricket


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India's flag
Asia » India » West Bengal
February 26th 2012
Published: June 20th 2017
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Ein neuer Tag in Kalkutta. Nachdem wir alle wie ein Stein geschlafen haben, sind wir dank der Zeitumstellung frueh wach und bereit fuer eine neue Challenge in Kalkutta. Wir machen uns auf und trinken an der Ecke erst einmal einen Chai. Dann geht es, durch noch leere Strassen zu dem Restaurant, dass Shaid uns empfohlen hat und wir fruehstuecken lecker. Bevor wir um 12:00 unserer Cricket Verabredung nachkommen wollen, haben wir uns vorgenommen und den Bahnhof anzusehen, der einer der groessten Indiens ist und bei der Gelegenheit gleich Tickets fuer morgen Abend zu kaufen. Nach einer guten Stunde Fussmarsch sind wir am Anleger angekommen, von woaus wir uebersetzen wollen. Als das Schiff gerade ablegt merken wir, dass es natuerlich in entgegengesetzte Richtung faehrt als wir wollen. Zu unserem Glueck dreht das Schiff aber schon am naechsten Anleger um und startet die Tour von Neuem. Von dem Schiff aus und auch schon zuvor, sehen wir etliche Menschen, die sich im Fluss baden. Maenner und Kinder natuerlich, denn Frauen sieht man insgesamt sehr wenige und natuerlich erst recht nicht beim oeffentlichen Baden. Als wir auf der Mitte des Flusses sind sehe ich auf einmal Voegel, die auf etwas treibendem herumpicken, welches ich als toten Hund zu erkennen meine. Als mich Claudi kurz darauf auf dieses Anspricht, sage ich "ja, habe ich auch gesehen, die Voegel auf dem Hundekadaver", als sie dann meint es sei kein Hund, sondern ein menschlicher Leichnam, wird mir ehrlich gesagt schon ein bisschen anders… Die Leiche war in Tuecher gehuellt und das, so musste ich einsehen, waere wohl nicht gerade eine Hundebestattung… Indien – ich denke, ich bin angekommen. Noch immer etwas irritiert, erreichen wir dann den Bahnhof und wenngleich er gross ist, kommt er mir doch nicht so fremd vor wie andere Teile der Stadt. Die Zuege scheinen unendlich lang und viele Menschen sind auch vor Ort, aber alles in allem ist es eben einfach ein Bahnhof – aber selbstverstaendlich keiner, an dem man als Tourist mal eben ein paar Zug-Tickets kauft. Die gibt es fuer Touristen auf der anderen Strassenseite, direkt beim Anbieter… Also alles zurueck. Wir steigen nach Nachfragen auf das naechste Boot, welches aber natuerlich abermals in die andere Richtung faehrt – und dieses mal deutlich laenger. Abermals machen wir Kehrt und kommen wieder vor dem Bahnhof an. Nun das richtige Boot zu finden ist gar nicht so leicht, denn wie so oft, will jeder den man fragt helfen und gibt eine Antwort, die dann aber meist nicht stimmt. Wir schaffen es am Ende aber, das richtige Boot zu nehmen und sitzen bald darauf bei der Eisenbahngesellschaft – nur leider haben wir unsere Paesse nicht dabei und koennen somit auch nicht buchen… Der Ausflug war also was das angeht umsonst. Eine gute Stunde spaeter als gedacht sitzen wir also wieder in unserem Handycraft Shop. Wer nun meint, es waere Eile angesagt um zum Cricket Spiel zu kommen, irrt gewaltig. Es wird erst einmal gesprochen, dann wird im Internet das grosse Spiel Australien gegen Indien gesucht, welches zeitgleich laeuft. So werden uns aber zumindest schon mal ein paar Regeln erklaert. Gut zweieinhalb Stunden spaeter geht es dann tatsaechlich los, Mission: ein Cricket Spiel finden… Es wird zwar fast ueberall gespielt, aber es soll eigentlich ein gutes Spiel sein. Als wir den Schauplatz dessen endlich gefunden haben, muessen wir feststellen, dass das Spiel gerade vorbei ist und so setzen wir uns an ein anderes Spielfeld und sehen ein weniger hochwertiges Spiel, welches zum Kennenlernen und Verstehen allerdings voellig ausreicht. So wirklich ist es nicht unser Ding, denn waehrend sich eigentlich Werfer und Schlagmann duellieren, stehen die anderen 10 Spieler meist untaetig herum – wohl einer der Gruende, weshalb die Spiele (selbst die im Stadion) nicht so wahnsinnig gut besucht sind – im Fernsehen sieht man eben wenigstens jeden Schlag in Grossaufnahme. Als Shakil in den Shop zurueck muss, kommt natuerlich Shaid, der vorher im Shop bleiben musste, zu uns um uns weiter zu begleiten. Wir geben aber kurz darauf auf und gehen lieber einen happen essen. Biryami gibt es – lecker Reis mit einer Kartoffel und nach Wahl Fleisch oder Gemuese. Im Anschluss an die Lunch Pause gehen wir mit Shaid noch ein bisschen durch die Stadt und er zeigt uns die Ecke, wo noch die meisten Kolonialgebaeude stehen. Da wir uns die meiste Zeit angeregt unterhalten und so viel von Shaid ueber Indien lernen, bekommen wir die Gebauede aber gar nicht so wirklich mit. Es ist aber einfach total schoen, einfach einem indischen Mann hinterher zu laufen und sich auf einmal dadurch viel integrierter zu fuehlen und nicht mehr das Gefuehl zu haben, alle schauen einen an und ueberlegen, wie mit uns zu verfahren ist. Im Anschluss an den Bummel geht es dann mal wieder Richtung Shop - und dieses mal werden wir auch als Kunden behandelt… Claudi kauft ein Mitbringsel, Netti einen Ring und ich kann mich zwischen 2 Ketten nicht entscheiden. Leider kommt mir Shakil beim “Anprobieren” einmal etwas zu nahe und so wollen wir den Shop auch alsbald wieder verlassen. Netti setzt den Aufbruch dann auch ganz schnell um und Claudi und ich bemuehen uns um einen seichteren Abgang. Shaid hat von all dem nichts mitbekommen und ist ein wenig irritiert ob Netti's Verschwinden. Er bringt uns dann nach Hause und ist noch sehr bemueht uns zu ueberzeugen, Netti zu ueberzeugen noch das versprochene Bier trinken zu gehen. Das tun wir dann auch etwas spaeter, nur leider nicht das geplante Indische Bier, sondern ein Budweiser…hmmm… Der Laden in dem wir sitzen will schon geraume Zeit zu machen, als wir dann endlich auch gehen. Wir quatschen noch eine Weile mit Shaid, der uns dann nach Hause begleitet – wobei: hier muss man sagen “fast” nach Hause. Denn: in die Sudda Road will Shaid lieber nicht mitkommen, denn die Polizei wird offenbar Indern gegenueber, die mit Touristen unterwegs sind, ein wenig grantig und da Shaid auf aerger mit der Polizei nur allzu gern verzichtet, begleitet er uns nur bis zur Ecke… Kurze Zeit spaeter sind wir in unserer Kaschemme, waschen uns die saudreckigen Fuesse und schlafen auf der Stelle ein. Anstrengend ist Indien (zumindest in der Grossstadt) allemal.


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29th February 2012

Hallo Ihr Lieben, es freut mich, dass es Euch gut geht. Vielen Dank für die Karte, Netti. Sie kam gestern an. Ich wünsche Euch weiter viele tolle Erlebnisse. Bis bald.
29th February 2012

na anja, du siehst aber "glücklich" aus......

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