Sonne!


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Asia » China » Guangxi » Yangshuo
November 22nd 2009
Published: November 23rd 2009
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Ich wollte ein wenig die Anzahl der mir bekannten chinesischen Rezepte erhöhen und hatte mich daher (und weil ich noch ein paar andere Leute kennen lernen wollte) Vormittags zu einem Kochkurs angemeldet. Letztendlich war außer mir nur noch ein Chilene dabei. Der Kurs war aber sehr gut. Wir haben 5 verschiedene Gerichte gekocht (und natürlich auch gegessen). Los ging es morgens mit einem Marktbesuch. Chinesische Lebensmittelmärkte haben eine ganz eigene Atmosphäre und sind nicht unbedingt für jeden zu empfehlen.

In den Touristenlokalen merkt man es nicht unbedingt, aber wir Yangshuo befindet sich bereits in dem Teil Chinas, in dem die Menschen alles essen, was vier Beine hat, außer Tischen und Stühlen, und alles was Flügel hat, außer Flugzeugen. Wenn man einen Lebensmittelmarkt in dieser Region betritt, sollte man folglich darauf gefasst sein, dass neben Geflügel (komplett mit Kopf und Füßen) und Schweinen auch der beste Freund des Menschen beim Metzger am Fleischerhaken hängt. Die Kochlehrerin wollte aber nicht in die Nähe der Hundefleischverkäuer, da sie selbst einen süßen kleinen Pudel besitzt. Nicht alle Chinesen essen also Hunde!

Andere Dinge erklärte sie uns gerne, beispielsweise, dass es sich bei den fingerdicken, wurmähnlichen Gebilden und Schweinspenisse handelte (eine Information, auf die man hätte verzichten können, aber wir haben ja gefragt) oder (interessanter), was hinter den zahlreichen verschiedenen Gemüsesorten steckte, die man häufig sieht, aber nicht zuordnen kann. Natürlich legte sie dabei den Schwerpunkt auf die Zutaten, die wir später selbst verwenden würden.

Anschließend fuhren wir zu der Kochschule, die direkt am Li-Fluss liegt. Als erstes bereiteten wir gefüllte Tofubälle, Pilze bzw. Pomeloschale zu. Das Rezepte ist dabei immer das gleiche. Verschiedene Gemüse (man kann auch andere Dinge, als die genannten verwenden) werden mit einer Masse aus Hackfleisch, Frühlingszwiebelln und Austernsauce für etwa 15 Minuten gedämpft, was eine sehr leckere Vorspeise ergibt.

Ein weiteres Gericht und wohl die wichtigste lokale Spezialität war Bierfisch. Dazu wird ein Stück Fisch (wir bekamen ein Stück Filet mit Haut, im Restaurant ist es normalerweise ein ganzer Fisch mit Gräten) im Wok angebraten, dazu kommen dann verschiedene Gemüse, wie Paprika und das ganze kocht dann noch ein paar Minuten in einer Biersauce (in erster Linie ein halbes Glas Bier mit etwas Sojasauce). Ebenfalls sehr lecker!

Weitere Gerichte waren Huhn mit Cashew-Nüssen, grünes Gemüse mit Knoblauch und Aubergine in Soja- und Austernsauce.Das war das beste chinesische Essen seit langem und alles selbst gekocht!

Anschließend an den Kochkurs wollte ich noch ein wenig Radfahren. Nach drei Tagen war am Morgen schüchtern die Sonne hinter den Wolken hervor gekommen und im Laufe des Tages war es angenehm warm geworden. Das wollte ich natürlich ausnutzen. Zwar war ich zuvor auch schon mit dem Rad draußen gewesen, aber bei Sonne und blauem Himmel macht das natürlich wesentlich mehr Spaß. Ich schloss mich einer kleinen Gruppe an, die von meinem Hostel aus zum Moonhill, einem der vielen besonderen Felsformationen hier fahren wollte.

Für den Rückweg hatten wir, einen kleineren Umweg über eine Seitenstraße zu nehmen. Irgendwo müssen wir dann eine Abzweigung übersehen haben. Jedenfalls landeten wir plötzlich irgendwo in den Feldern. Felder in China sind häufig etwas tiefer angelegt als die Umgebung. Die Wege dazwischen waren ungefähr stiefelhoch und etwa doppelt so breit wie die Reifen unserer Mountain Bikes. Und sie waren durchsetzt mit kleinen Felsbrocken. An einem Übergang zwischen zwei Wegen hat es mich dann zum ersten Mal hingehauen, obwohl oder gerade weil ich recht langsam unterwegs war. Zum Glück hatte ich nur eine kleine Abschürfung am Knie und dreckige Hände. Kurz darauf kamen wir an einer Art Jauchegrube vorbei. Mein Vorderrad rammte einen Stein, der Lenker stellte sich quer und ich landete mit der unteren Körperhälfte in der Jauche. Keiner meiner Begleiter konnte deutsch, aber ich bin mir sicher, sie haben verstanden, was ich in diesem Moment gesagt habe. Zurück in Yangshuo durfte ich dann erstmal meine ganzen Klamotten zum Laundry Service bringen.


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