Ich lebe noch!


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November 12th 2015
Published: November 12th 2015
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So, das war dann wohl die erste längere Pause die ich gemacht habe... Nicht weil nichts passiert ist, sondern weil ich erst nicht den Nerv hatte etwas zu schreiben und dann noch ziemlich krank geworden bin.



Aber von vorne: Ich habe ja noch nicht einmal von meinem Geburtstag berichtet. Der war ganz schön witzig, weil ich ihn spontan mit einer Delegation von etwa 14 chinesischen Studenten aus Guangzhou gefeiert habe. Die waren Teil einer Studentenvereinigung, die gerne mit Greenway zusammenarbeiten würden und sich deshalb bei uns eingefunden und sollten einen Einblick in die Organisation bekommen und uns kennenlernen sollten. Dazu sind sie angereist und sind dann im Old House in Fengyang untergebracht worden, einem sehr, sehr kleinem Dorf, in dem die Hunde sowie Hühner Im Voraus hatte ich etwas Reisschnaps und Bier gekauft, denn der Plan war es in meinen Geburtstag reinzufeiern. Um Mitternacht waren wir dann auch alle beisammen (abgesehen von ein paar Chinesen, die den Alkohol nicht so gut verkraftet haben) und es wurde mir ein Kuchen überreicht, der eine Sehr interessante Kerze hatte die aufklappte und sich in viele einzelne Kerzen aufteilte, dazu spielte die Kerze ein Lied, doch wurde überstimmt von chinesischen, deutschen, englischen und schwedischen Happy Birthday Gesängen. Den unser bisher einzige Schwede hatte Verstärkung von Anton bekommen. Ich durfte nachdem ich meine Geschenke in Empfang genommen hatte, den Kuchen anschneiden, doch der war viel zu süß und nicht gerade das was ich lecker nennen würde, aber die Geste zählt, da er von meiner Chefin kam 😉 Der Abend klang dann auch bald aus, da wir einfach zu früh angefangen hatten und viele dann einfach schon müde waren. Der nächste Tag wurde dann genutzt um zu skypen und verpasste Nachricht auf meinen kaputten Handy zu bedauern.

Zudem ging es auch schon bald zurück in meine Wohnung in Gongcheng. Und am Dienstag wie gewohnt auf mein Dorf, dort habe ich allerdings nur an zwei Tagen unterrichtet, weil mir meine Kollegen gesagt haben, dass ich scheiße aussehe und lieber nicht unterrichten sollte. Mit einem leicht gekränktem Lächeln habe ich das dann auch angenommen, da es mir wirklich nicht so blendend ging, doch es war noch nichts ernstes. Am Freitag habe ich dann eine Ibuprofen eingeworfen und habe trotzdem unterrichtet, da doch heute der Geburtstag meiner Schwester war und zudem der meiner Mitfreiwilligen Laura und da wollte ich doch für beide feiern. Es ging also in ein Restaurant und wir hatten ein sehr schönes Abendessen, mit anschließendem Tauchgang der beiden Schweden in dem Fluss in Gongcheng. Warum sie das gemacht haben wissen sie glaub ich selber nicht so recht, vor allem weil sie beide gut angetrunken waren, aber verhindern konnte es niemand. Am darauf folgenden Tag war Halloween und die ganzen Freiwilligen hatten sich selbst sehr behelfsmäßige Kostüme gebastelt und wollten in die Karaoke Bar gehen, doch davon hatte ich nicht weil ich komplett flachlag und abends auch nichts gegessen hatte. Doch meine Koordinatorin April hat mich irgendwann aus dem Bett gezerrt und ist mit mir essen gegangen, doch ich war trotzdem völlig fertig. Aber vielen Dank, sonst wäre es wohl eher noch schlimmer geworden.

Dummerweise ist es das dann trotzdem, ich war eigentlich für einen Skype Anruf verabredet, doch mittlerweile liegen zwischen Deutschland und China sieben Stunden Unterschied, da die Chinesen nicht zur Winterzeit wechseln. Und weil es mir nun mal ziemlich mies ging konnte ich nur kurz ein paar Worte mit meiner Mama wechseln, da die zu früh wach war. An diesem Tag sind dann auch wieder neue Chinesen angekommen, die in Fengyang übernachten sollten, doch diesmal mit der Absicht Koordinator für Greenway zu werden. Ich bin natürlich nicht mit auf das Dorf gefahren, sondern hab mich in mein Zimmer verzogen. Da bin ich dann auch bis zum nächsten Tag geblieben. Bis irgendwann jemand geklopft hat und wieder April zusammen mit dem neuen Schweden Anton vor der Tür stand. Anton wollte nur in das Zimmer, aber April wollte mit mir zum Arzt gehen, denn mittlerweile hatte ich leider auch keine Stimme mehr. Der Arzt war dann ein lokales Kranken haus, weil es sowas wie Arztpraxen offensichtlich nicht gibt in China. Ich wurde ganz normal durchgecheckt und mir wurde gesagt das ich wohl eine einfache Grippe habe, die stark auf meinen Rachen geschlagen hat. Mir wurden drei Sachen verschrieben: Schmerztabletten, seltsame, blaue Tabletten, von denen ich neun Stück pro Tag nehmen sollte und ein chinesischer Tee, der den Rachen beruhigt. Das alles hat mich 4 Euro gekostet... Nicht wirklich viel. Ich habe diese Medikamente so genommen wie es mir gesagt wurde und sie haben erstaunlich schnell ihre Wirkung gezeigt und mir ging es bald besser. Nicht super, weil meine Stimme nicht so bald zurückkommen wollte, aber schon sehr gut deshalb bin ich auch Mittwoch Abend auf das Dorf gefahren, weil ich für die ganze Woche vom Unterricht befreit wurde und dort meine Stimme etwas schonen konnte. Es war ganz schön kalt auf dem Dorf, aber das Bett war warm. Und so habe ich meine Zeit ein Wenig mit den Bewerbern verbracht und festgestellt, dass ich davon fast niemanden einstellen würde, weil sie alle viel zu überambitioniert waren und so extrem nervig, aber ich hatte bei der Entscheidung nichts zu sagen. Und so habe ich mich am Freitag noch zum Deppen gemacht, weil wir eine chinesische Party gefeiert haben. Die sieht so aus, dass jeder Teilnehmer etwas präsentieren muss. Und so kam es das ich mit Markus DiscoFox getanzt habe und einen fantastischen deutschen Rap abgeliefert habe.

Am nächsten Tag gab es dann einen kurzen Abschied, den ich gar nicht komplett mitbekommen habe. Und dann ging es für mich und ein paar weiteren deutschen Freiwilligen auf ein chinesischen Fest, auf dem den Kakis gehuldigt wurde. Davon gibt es hier auch wirklich viele... Es gab traditionelle Tanz einlagen und Gesang. Beides war sehr interessant anzusehen. Als wir irgendwann nur noch vier deutsche Freiwillige und zwei chinesische Begleiter waren, überkam uns der Hunger und Markus, Danilo und ich haben uns schon mal in ein Restaurant gesetzt, während die anderen drei noch etwas umhergeschlendert sind. In der Zeit wo wir auf die anderen gewartet haben wurden wir dann kurzerhand zum Essen eingeladen und auch die noch eintrudelnden Leute wurden eingeladen, am ende gab es sehr gutes Essen ohne das wir bezahlen mussten. Am Abend folgte dann ein richtiger Abschied, nämlich von unserer Koordinatorin Lia. Sie geht zurück auf ihre Uni und verließ uns endgültig. Sie war am Anfang noch die etwas zurückgezogene und etwas unsicher. Doch irgendwie haben wir es geschafft sie lockerer zu machen und ihr Englisch unglaublich voranzutreiben. Zudem hat sie immer die Fotos gemacht und hat uns bei ziemlich vielen Dingen geholfen, also an dieser Stelle mal ein kleines Dankeschön. Auch wenn sie das natürlich nicht versteht, habe ich es jetzt wenigstens mal gesagt 😊

Der darauffolgende Tag sollte ein Musterbeispiel für Maßlosigkeit werden, da der lokale KFC-Fake, DFC (Delicious Fried Chicken), zu seinem zweijährigen Jubiläum eine Rabbattaktion ohne gleichen veranstaltete. Ein großer Burger kostete 5 Yuen, was in etwa 70 Cent sind, und ein ganzes frittiertes Hühnchen für 12.50, immer noch weniger als zwei Euro. Nachdem ich mit Markus schon zweimal dort war, gab es abends ein Wettessen, an dem ich, Markus, Leon, Anton und Danilo teilnahmen. Es galt 5 Burger so schnell wie möglich zu essen. Danilo war den ganzen Tag schon angeschlagen, aber hatte sich trotzdem aus dem Bett gequält um teilzunehmen. Als ich grade die Hälfte meines vierten Burgers geschafft hatte, war Danilo plötzlich schon fertig. Und alle anderen waren auch bei ihrem vierten Burger, beziehungsweise hatten den fünften nicht angefangen, weil sie sahen das Danilo gewonnen hatte. Das war ein kleiner Schock für alle Beteiligten und um das zu verkraften, haben die Verlierer beschlossen ein lokales Internetcafé auszuprobieren. Dort haben wir dann auch drei Stunden verbracht und ein Computerspiel gegeneinander gespielt.

Der nächste Tag war herzlich unspektakulär und am Dienstag ging es zurück nach Jiahui, da ging es dann normal mit meinem Berufsalltag weiter.



Fotos werde ich am Wochenende hochladen, eventuell sogar ein Video. Also bleibt gespannt.

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