Wie ein Fisch im Aquarium - Phnom Penh


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November 11th 2017
Published: November 18th 2017
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Wo soll ich nur anfangen? Alles begann an meinem letzten Abend in Kampot. Ich saß in diesem Lokal und plötzlich kam mir der Gedanke: Man, du hast dich doch vor neun paar Wochen speziell für diesen Trip bei Couchsurfing angemeldet, also warum sollte ich dieses Portal nicht mal nutzen? Ich suchte nach Leuten in Phnom Penh und fand sofort Aslan. Damit begann alles!

Ich checkte trotz positiver Antwort von Aslan im Hostel ein. Das war mir alles viel zu einfach! So ganz war mir das noch nix. Schlafen, bei einer völlig fremden Person? Hmm! Ich lief durch die Straßen Phnom Penhs und da war er, der erste Griff nach meinem Handy. Von einem Roller aus! Aber nicht mit mir! Ich regierte schnell! Ein Glück! Die kleinen Städte und Dörfer hatten mich den Trubel der Großstadt vergessen lassen. Auf einmal fühlte ich mich nicht mehr sicher. Die Tasche umschlingend lief ich durch die Straßen. Gehwege gab es kaum und wenn doch, dann fuhren darauf Roller. So eine Hektik, ich wusste nicht wo hinten und vorne ist. Alle paar Sekunden hielt ein Taxi- oder Tuk-Tuk-Fahrer und fragte, ob er mich mitnehmen könne. Ich lief zur Promenade und versuchte den Schock zu verdauen. Während es anfing zu dämmern lief ich am Mekong entlang und sah den Einheimischen beim Sport zu. Die Lichter um die Paläste und Tempel ließen die ganze Stadt in einer Farbenpracht erstrahlen. Ich schrieb Aslan und wir verabredeten uns auf ein Bier. Plötzlich stand er vor mir. Ein relativ kleiner Columbianer mit langem und zurück gebundenem Haar. Ich stieg auf sein Motorrad auf – ohne Helm! Oh man! Ab ging es in das Getümmel. Wie Fische im Aquarium würde ich den Verkehr beschreiben. Jeder fährt wie er will, auch Geisterfahrer sind unterwegs, nur berühren tut sich keiner. Hinterher hab ich gelesen, dass es viele Verkehrstote geben soll, gesehen habe ich aber keinen einzigen Unfall.

Ab hier begann mein kleines Abenteuer. Wir gingen etwas Essen und stiegen in einer kleinen Kneipe ab. Alles endete damit, dass ich am Abend neben jeder Menge Bier auch Hühnerfüße probierte. Völlig beduselt fiel ich in mein Bett im Hostel. Am nächsten Morgen checkte ich aus und machte mich auf den Weg zu Aslan. Er bot mit an einige Nächte auf seiner Couch zu schlafen und vertraute mir von der ersten Minute an. Wir verbrachten drei richtig tolle Tage in Phnom Penh. Ich erkundete die Stadt und besuchte das Genoside Museum, welches ich wirklich jedem ans Herz legen möchte. Absolut beeindruckend und auch ein bisschen peinlich, dass ich so lange nichts vom Völkermord durch die roten Khmer wusste. Auch die Killing Fields standen auf dem Programm. Hier fanden die Hinrichtungen der Gefangenen statt. Ich besuchte den Russian Market, auf dem man jede Menge Souvenirs, Motorradteile, Essen und Handwerk kaufen kann. Ich lies die Gerüche von Fleisch, Fisch, Obst und Essensresten auf mich wirken und verschwand im Gewusel der Stadt. Ich boxte mich durch Straßen ohne Fußwege, erkundete die riesige Einkaufsmall und erlebte die ersten starken Regengüsse. Aslan nahm mich mit in seine Fitnesskurse im Intercontinental, trainierte mit mir im Fitnessstudio auf dem Dach seines Wohnkomplexes und fuhr mit mir mit dem Motorrad durch die Stadt. Abends plantschte ich im Swimming Pool auf dem Dach und verliebte mich in die Aussicht vom 12 Stock auf die Stadt. Konnte man so viel Glück haben? Ich fühlte mich pudelwohl und wollte gar nicht mehr gehen. Doch ich wollte ja auch noch etwas von Land sehen. Wir ließen den letzten Abend mit Barhopping ausklingen, trafen einen Freund von ihm und ich packte meinen Rucksack für die Weiterreise. Mittlerweile hat jedes Teil seinen festen Platz im Rucksack und ich werde beim Packen immer schneller. Wobei ich immer noch nicht verstehe wie der Rucksack 20 kg wiegen kann. Um 7 Uhr verließ ich die Wohnung und machte mich per Tuk Tuk auf den Weg zum Busbahnhof. Zum Glück ergatterte ich noch ein Ticket. Ich kaufte ein Sandwich am Bahnhof und nahm um 10 Uhr den Bus nach Kratie. Aber wie konnte ich wissen was das für Folgen haben sollte? Das Glück machte einen Abgang...


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18th November 2017

Mein Gott, ist das spannend!!!
Warum hab ich dich eigentlich nicht öfter für DD-Beiträge eingespannt? ;-)
19th November 2017

Andrea du bist die Schärfste!
Ich liebe deine Kommentare :)

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