Armenien - Juni 2018


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June 14th 2018
Published: June 29th 2018
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Armenien Reiseroute


Armenien - 16. – 26. Juni 2018

Im Herzen des Kaukasus

Travelblog: copyright by Bernhard Sonnleitner





Sa, 16.06.18

Flug Wien – Jerewan via Kiew

Anreise nach Jerevan: Flug mit Ukraine International. Abflug um 15:40. . Wir werden zum Hotel gebracht und beziehen Quartier für die ersten fünf Nächte. Was wir nicht wussten: Jerewan ist die Stadt die niemals schläft. So gehen wir um 2 Uhr Nachts in ein Restaurant auf ein Bier. Daraus werden 2 mit einem kleinen landestypischen Imbiss. Ins Bett kommen wir nach netten Gesprächen, auch mit Einheimischen (Englisch sprechend, da in Amerika arbeitend) um ½ 4 Uhr Früh…[/center;" align="center">Armenien

16. – 26. Juni 2018

Sa, 16.06.18

Flug Wien – Jerewan via Kiew

Anreise nach Jerevan: Flug mit Ukraine International. Abflug um 15:40.

So, 17.06.18

Jerewan

Wir beginnen unseren Besuch in Armenien mit einem orientierenden Stadtrundgang und dem Besuch der Handschriftensammlung Matenadaran. Das Mashtots-Matenadaran-Institut beherbergt diese faszinierende Sammlung von rund 17 000 Handschriften, die von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe ernannt wurden. Mittags gehen wir zu sog. Kaskade, einem monumentalen Bauwerk eines armenischen Sponsors aus den USA. Das Bauwerk ist eine überdimensionale Treppe, in deren Inneren Rolltreppen nach oben führen. Sie dient, ebenso wie der davor liegende Park der Ausstellung moderner Kunstwerke. Am Nachmittag besuchen wir einen Kunstmarkt, wo alle Handwerks- und Kunsterzeugnisse Armeniens vom Schmuck bis zur Malerei angeboten werden. Die Kunden sind – interessanterweise - vorwiegend Einheimische. Im Anschluss erwartet uns eine interessante Cognac-Degustation in der bekannten Jerewaner Cognac-Fabrik „Ararat“. Der Abend klingt in einem guten armenischen Lokal aus.

Mo. 18.06.18

Ausflug: Garni – Geghard – Wanderung zum Kloster Havuts Tar

Der Tag beginnt mit einem Ausflug nach Garni, der Sommerresidenz der armenischen Könige. Von hier aus starten wir unsere erste Wanderung, die uns in ca. drei Stunden zum Kloster Havuts Tar und zurück führt. Das Kloster aus dem 13. Jahrhundert ist heute zur Hälfte zerstört, wirkt aber immer noch eindrucksvoll durch seine Lage auf einer Anhöhe über dem Flusstal des Garni. Die Bedeutung des Klosters liegt darin, dass hier viele bedeutende Handschriften gefunden wurden. Das Kloster war dem Heiligen Sanskert geweiht, dem Beschützer der Familien. Wir wandern zurück durch die Schlucht des Garni - Flusses mit seinen beeindruckenden Basalsäulen, (UNESCO Welterbe). Die Wanderung endet bei den Ruinen des Königspalastes am restaurierten hellenistischen Sonnentempel. Auch eine römischen Therme und die Ruine einer Kirche sind dort zu bestaunen. Anschließend besichtigen wir die Höhlenkirchen von Geghard, die ab dem 4. Jahrhundert entstanden sind, einem der schönsten Klöster im Kaukasus und UNESCO-Weltkulturerbe.



Di, 19.06.18

Ausflug: Aschtarak und Amberd

Wir unternehmen einen Ausflug nach Aschtarak, einer alten Stadt am Fluss Kassagh, nur ca. 13 km von der armenischen Hauptstadt entfernt. Der Legende nach stürzten sich hier drei Schwestern, die alle in den gleichen Prinzen verliebt waren, in den Tod – drei Kirchen erinnern an die Schwestern. Wir besuchen die Kreuzkuppelkirche Karmrawor. Weiter geht es zur Festung Amberd, am Fuße des 4 090 m hohen Aragatz gelegen. Amberd ist eine der seltenen Zeugen armenischer Militärarchitektur des Mittelalters. Wir sehen die Reste der Festungsanlagen, die Kirche Surb Astvazazin sowie einen Palast mit Badehaus (Römertherme) und Zisternen.

Auf dem Rückweg besuchen wir das Kloster Howanawank im Dorf Ohanawan. Die dem Hl. Johannes geweihte Kirche aus grauem und rotem Basalt ist eine der schönsten in Armenien. Die ältesten Teile stammen aus dem 5. Jahrhundert, die große Kreuzkuppelkirche aus dem 12. Jahrhundert. Außerdem gibt es noch eine Vorkirche neueren Datums und die üblichen Anbauten in den Ecken des Kreuzgrundrisses. Bedeutsam sind die kunstvollen Steinreliefs. Spektakulär ist die Lage der Kirche unmittelbar am Rande der aus Basaltlava gebildeten Schlucht des Khasach. Die Kirche ist ein Beispiel für besonders gut gelungene Restaurierung ohne Verschönerungstendenzen.



Mi, 20.06.18

Ausflug: Etschmiadsin

Der heutige Ausflug führt uns nach Etschmiadsin, dem Sitz des armenischen Katholikos. Auf dem Weg dorthin halten wir unweit von Jerewan bei den Palastkirchenruinen von Swartnoz. Die einzigartige, rotundenartig angelegte 3 – stöckige Kirche wurde im 7. Jahrhundert angelegt, und war der Sitz des damaligen Katholikos. Im 15. Jh. verfiel die Anlage und war unter einem Hügel verschwunden. Erst im 19. Jh. wurde die Anlage wiederentdeckt und in der Sowjetzeit ausgegraben und restauriert. Man kann aufgrund der gelungenen Rekonstruktion die einstige Schönheit vor der Kulisse des Ararat erahnen.

Wir besuchen den Sitz des armenischen Katholikos, und das religiöse Zentrum des armenischen Volkes: eine große Anlage mit Priesterseminar, Bibliothek, einem modernen Freilichtaltar, einer modernen Nebenkirche, dem Residenzpalast des Katholikos und eben der Hauptkathedrale, die allerdings gerade restauriert wird: Außer der Hauptkathedrale besuchen wir zwei weitere Kirchen: Surb Hripsime und Surb Gajaneh, sind Meisterwerke der klassischen armenischen Baukunst aus dem 7. Jh. Sie strahlen eine mystische und würdevolle Atmosphäre aus.

Zurück in Jerewan besuchen wir das Genozidmuseum, das an den Völkermord der Armenier im Jahr 1915 erinnert und mit sehr viel Fachwissen und Würde das Andenken an die Opfer wachhält.

Wir besuchen wieder ein Spezialitätenrestaurant mit ausgezeichneter Küche, wo uns der Besitzer persönlich begrüßt. Übernachtung letztmals in Jerewan, vor der Rundfahrt.

Do, 21.06.18

Jerewan - Goris

Chor Virap – Wanderung: Amaghu bis Norawank – Sissian-Soraz-Steine – Goris

Wir verlassen Jerevan und fahren zunächst ins Ararat-Tal zum Kloster Chor Virap, dem Ararat gegenüber gelegen. Hier bekehrte Gregor der Erleuchter den armenischen König zum Christentum, nachdem dieser ihm - den standhaften Christen - an diesem Ort 13 Jahre eingekerkert hatte; das war im Jahr 301. In diesem Jahr wurde das Christentum auch Staatsreligion im ersten Land der Welt. Wir fahren weiter die Hauptstraße Richtung Irn zum Kloster Norawank. Das idyllisch am Ende einer Schlucht gelegene und durch seine Außenreliefs beeindruckende Kloster gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Armeniens und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Wir besuchen das Kloster und fahren im Anschluss von hier aus nach Sissian. Hier sehen wir die Soraz-Steine, das armenische Stone-Henge. Die Steine, die eine ähnliche Anordnung wie jene von Stone Hendge aufweisen stammen mindestens aus dem 3. Jahrtausend vor Chr. Wahrscheinlich dienten sie kultischen Zwecken, ihre Bedeutung ist aber weitestgehend ungeklärt. Wir haben das Glück, dass das Blütenmeer des Hochlandes gerade in der schönsten Abendsonne erstrahlt und wie durch unerklärliche Zauberei eine armenische Folkloregruppe in dieser unwirklichen Stimmung ihre Vorführung macht.

Weiterfahrt nach Goris, wo wir in einem modernen, familiären Hotel übernachten. Besonders erwähnenswert ist hier die ausgezeichnete, traditionelle armenische Küche.

Fr, 22.06.18

Ausflug: Goris - Tatew-Kloster – Höhlenstadt Khndsoresk - Goris

Am Morgen fahren wir zur Höhlenstadt Khndsoresk. Hier befinden sich in einem malerischen Tal mit bizarren Felsformationen zahlreiche Höhlen, die teilweise bis ins 20. Jahrhundert bewohnt waren. In etwa zwei Stunden erwandern wir diese eindrucksvolle Höhlenstadt, die in einer geologisch vielfältigen und spektakulären Landschaft liegt. Von Basaltsäulen bis zu Höhlen im losen Konglomerat finden sich verschiedene, spektakuläre Formen. Hier lebten einstmals bis zu 20.000 Menschen. Verlassen wurde die Siedlung letztlich in den 1970er Jahren.

In einer Weinlaube im Garten des Mina Hotels genießen wir einen kleinen traditionellen Mittagsimbiss.

Nachmittags von Goris zum Tatew-Kloster. Das Kloster liegt auf einer Höhe von 1 450 Metern und ist mit einer modernen Seilbahn zu erreichen (1910 um 13 Mill. € von einem Auslandsarmenier gesponsert, dient sie dem Projekt zur Rettung des Tatew-Klosters). Die Seilbahn führt über die Worotan-Schlucht und ist mit 5 750 Metern die längste, in einer Sektion mit einem durchgehenden Tragseil ausgeführte Pendelbahn der Welt. Wir besichtigen die weitläufige Klosteranlage mit ihren drei Kirchen. Das auf einem Felsvorsprung spektakulär gelegene Kloster geht auf das 7. Jh. zurück. In seiner Blütezeit zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert war es Bischofssitz und Universität. Außer den in Europa üblichen Fakultäten wurde Minaturmalerei, Handschrift und Musik gelehrt. Der bekannteste der gelehrten Mönche war Grigor Tathevats’i.

Anschließend Rückfahrt nach Goris und Übernachtung wieder im Mina Hotel. Die etwas kühle Atmosphäre des Hotelspeisesaales wird durch die gute einheimischen Küche, das freundliche Personal und guten armenische Wein wettgemacht.

Sa, 23.06.18

Goris – Selim-Pass – Sevan-See – Dilijan

Über den über 2 000 Meter hohen Selim-Pass fahren wir zum Sevan-See. Unterwegs besichtigen wir die Selimer Karawanserei, ein alter Übernachtungsplatz für die Karawanen, die hier mit ihren Waren aus dem Orient zu den Märkten in Europa. Die Karawanserei ist ein Steingebäude aus dem 13. Jahrhundert, das aufgrund seiner soliden Ausführung die Stürme der Geschichte überstanden hat. Man erkennt im Inneren die Unterteilung der Räume für Mensch und Tier. Diese alte Karawanserei zeugt von der Bedeutung Armeniens an einer der Routen der Seidenstraßen.

Der nächste Stopp ist am Friedhof in Noratus, dem Friedhof der Kreuzsteine. Ein Chatschkar (Kreuzstein) ist eine Stein-Stele, die mit verschiedenen Motiven verziert sein kann, immer aber ein Kreuz in der Mitte trägt. Der alte Friedhof ist mit rund 900 Chatschkaren aus den letzten acht Jahrhunderten übersät und damit eine einzigartige Erscheinung.

Weiterfahrt zum Sevan-See, der „blauen Perle“ Armeniens. Etwa 1 900 m über dem Meeresspiegel gelegen, ist er einer der größten Hochgebirgsseen der Welt. Leider treffen wir auf schlechtes Wetter und von „Türkisblau“ ist nichts zu merken. Durch groß angelegt Bewässerungsprojekte in der UdSSR sank der Seespielgel um rund 20m, begleitet von zahlreichen ökologischen Problemen. Ab 1961 wurde deshalb begonnen, Flüsse durch Tunnelsysteme in den See umzuleiten. Seit der Fertigstellung des zweiten Tunnels im Jahr 2004 begann der Wasserspiegel wieder anzusteigen, bis heute um 3 Meter.

Viele Stufen führen hinauf zum Sevan-Kloster. Es liegt malerisch auf einer Halbinsel am nordwestlichen Ufer des Sees. Wir besuchen die Apostel- und Muttergottes-Kirche. Der Ausblick auf den See ist ein Genuss. Bei schönem Wetter schimmert er türkisblau - heute leider nicht. Wahrscheinlich hat dieser Anblick den russischen Dichter Maxim Gorki zu dem Gedanken beflügelt, der See sei ein Stück Himmel, der in die Berge gefallen ist. Der Ort Sevan ist ab Mitte Juli ein vielbesuchter Tourismusort (allerdings noch mit einigem Sowjet-Charme), dessen Vorboten man schon jetzt im Juni beobachten kann.

Weiterfahrt nach Dilijan, in die „armenische Schweiz“. Nach der Fahrt durch den Tunnel unter dem Hauptkamm des Kleinen Kaukasus ändert sich schlagartig die Landschaft: es ist viel feuchter als im Süden und die Vegetation erinnert an die der Alpen, nur dass die Laubwälder (Buche, Hainbuche, Eiche) 1000m höher reichen. Es ist, als wäre man in wenigen Kilometern vom Mittelmeergebiet in die mitteleuropäischen Alpen gelangt. Wir übernachten in Dilijan im Best Western Hotel mit internationalem Standard.



Exkurs: Gesellschaft und Kirche, Politik und Wirtschaft

Armenien ist stolz darauf, auf die älteste christliche Staatskirche verweisen zu können (301 n.Chr.). Vielfach wurde Armenien zwischen den großen Nachbarn aufgeteilt, ursprünglich zwischen den Römern und die Parthern. Dann kamen im Mittelalter einige Perioden selbständiger Königreiche bis Armenien in der Neuzeit von den Osmanen bzw. den Persern beherrscht wurden. So begab sich Armenien schließlich unter den Schutz des christlichen Russland, was aber zum Aufgehen im Zarenreich führte und den Zorn der (Jung-)Türken einbrachte, die in den Genozid von 1915 mündeten. Erst in der UdSSR erstand Armenien als Teil dieser wieder. Ein selbständiger Staat wurde Armenien nach dem Mittelalter erstmals wieder 1991.

Armenien hat große wirtschaftliche, außenpolitische und demographische Probleme, die alle ineinander greifen. Durch den Zusammenbruch der Sowjetunion und dem gleichzeitigen Ausbruch des Konfliktes um Berg-Karabach mit Aserbaidschan geriet Armenien in eine isolierte Position. Berg-Karabach erlangte zwar nach einem kurzen und verlustreichen Krieg mit Aserbaidschan die Unabhängigkeit und die dort lebenden Armenier orientieren sich seither ausschließlich nach dem Mutterland. Aserbaidschan und die Türkei sperrten und verbarrikadierten die Grenzen. Die Energieversorgung brach zusammen. Energielieferungen aus Russland mussten erst in Schwung kommen. Die wirtschaftliche und militärische Abhängigkeit von Russland ist unübersehbar. Russland ist die Schutzmacht, die die Grenzen zu den turkstämmigen Nachbarstaaten durch Militärpräsenz garantiert. Die Beziehungen zum Iran sind sehr gut und die wirtschaftlichen Beziehungen kommen immer mehr in Schwung.

Die Wirtschaft entwickelt sich auf sehr niedrigem Niveau. Ein BIP von 4100 $ pro Kopf und Jahr bedeutet Platz 113. 50 % davon kommen aus der Landwirtschaft. Das Durchschnittseinkommen liegt bei etwa € 360 /Monat. Das Gefälle zwischen Jerewan, wo fast 2/3 der knapp 3 Mill. Einwohner leben und dem Rest des Landes ist unübersehbar. Die sowjetischen Industrien sind zu Ruinen geworden, auf dem Land scheint es außer in der Landwirtschaft kaum Möglichkeiten für einen Erwerb zu geben. Während Jerewan sich zu einer boomenden Metropole zu entwickeln scheint, läuft das Leben im Rest des Landes wie vor Jahrzehnten ab. Der tägliche Verkehrsstau und die zahlreichen SUVs auf den Straßen zeugen davon, dass es in Jerewan viele sehr Wohlhabende gibt.

Die Situation drängt in den letzten Jahren immer mehr junge Menschen in die Emigration was dem Land enorm schadet, denn es sind oft die Besten und Dynamischsten, die den Schritt in die Fremde wagen. Überdurchschnittlich viele sind im Ausland, insbesondere in Amerika aber sehr erfolgreich. Zahlreiche Infrastrukturprojekte wären ohne die Spenden reicher Auslandsarmenier unmöglich gewesen. Die Armenier scheinen heute in aller Welt genauso erfolgreich, wie sie es einstmals im osmanischen Reich waren, als sie dort zwischen Armenien und Istanbul in der Diaspora lebten und erfolgreiche Gemeinschaften formten.



So, 24.06.18

Dilijan – Wanderung zum Parz-Lich-See – Goschawank – Dilijan

Der Tag startet mit einer ca. dreistündigen Wanderung vom Parz Lich, einem kleinen See im Dilijan-Nationalpark. Dieser ist für seine ruhigen Seen, malerischen Hügel und idyllischen Dörfer bekannt. Der Weg führt bergauf über eine mehr als gatschige Straße, durch einen wunderschönen Laubwald mit Buchen und Eichen. Bei einem Picknick auf einer mit bunten Blumen übersäten Bergwiese auf 1500 m machen wir Pause. Der Blick lässt über eine wunderbare Berglandschaft schweifen, die auch im Mariazeller Land liegen könnte. Wir setzen die Wanderung hinunter nach Goschawank fort. Das Dorf ist so ärmlich und zurückgeblieben wie alle Siedlungen auf dem Lande. Wir stärken uns in einer netten, kleinen, privaten Schenke. Das wunderschöne alte Kloster, lädt uns ebenso wie heute am Sonntag die vielen Einheimischen danach zum Besuch ein. Hier finden wir die schönsten armenischen Steinkreuze aus dem 13. Jahrhundert.

Am Nachmittag sehen wir den Old-Dilijan-Komplex, ein typisches Gebäude aus dem 19. Jh. mit Mansarden, Holzbalkonen und hölzernen Stützen. Dieses Stück russischer Kolonialarchitektur wurde von einem Auslandsarmenier revitalisiert und ist heute als Hotel- und Touristenkomplex genutzt.

Dilijan ist heute wieder ein Luftkurort für ein lokales Einzugsgebiet mit kleinen Hotels und Tagestourismus. Einstmals in der UdSSR befand sich hier ein bekannter Kurort mit riesigen Sanatorien, der in der ganzen Sowjetunion bekannt war.

Wir übernachten wieder im einzigen größeren Hotel, dem neuen Best Western mit internationalem Standard, wo wir auch noch mehrere Längen im angenehm warmen Bar-Pool schwimmen können, bevor wieder ein abendliches Gewitter heranzieht.



Mo, 25.06.18

Dilijan- Jerevan

Dilijan – Haghpat – Sanahin – Jerevan

Nach einer zweistündigen Fahrt von Dilijan erreichen wir die Stadt Alaverdi. Sie wäre tatsächlich malerisch in einer spektakulären Schlucht gelegen, wäre da nicht der aus der Sowjetzeit stammende Kupferbergbau, der riesige Industrieruinen hinterlassen hat. Die Stadt besteht hauptsächlich aus Industriearbeitersiedlungen. Um den Menschen Beschäftigung zu bieten, wurde die Kupferverarbeitung teilweise wieder aufgenommen und verpestet mit ihren Abgasen die enge Schlucht.

Zwei gewaltige Wehrklöster, das Sinahin- und das Haghpat-Kloster, die zum UNESCO Welterbe zählen, sind hier unsere Ziele. Die alten Wehrklöster liegen eingebettet in eine eindrucksvolle Berglandschaft. Beide wurden im 10. Jh. von einem fürstlichen Brüderpaar gegründet und standen immer in Konkurrenz zueinander. Die Blüte erlebten sie im 13. Jh., nachdem Seldschuken und Mongolen ihnen stark zugesetzt hatten. Ihre große Bedeutung erlangten sie nicht nur durch die gewaltigen Dimensionen der Baukörper, sondern vor allem dadurch, dass sie Akademien beherbergten, in denen die Mönche nicht nur Theologie, sondern auch alle anderen damals bekannten Wissenschaften studieren konnten. Sanahin gilt als die vollkommenste Klosteranlage Armeniens und ist etwas älter als Haghpat. Allerdings gibt es in Sanahin keine Gottesdienste, während Haghpat sich wieder zu einem Wallfahrtsort entwickelt hat.

Zwischen den Klöstern liegt die Debed-Schlucht – überqueren kann man diese über eine neunzehn Meter lange Brücke aus dem 12. Jahrhundert, dem ältesten weltlichen Baudenkmal Armeniens.

Die Rückfahrt nach Jerewan führt uns über den Spitakpass in die Stadt Spitak, die beim Erdbeben von 1988 völlig dem Erdboden gleichgemacht worden war, da sich hier das Epizentrum befunden hatte. Das baumlose Hochland im Vorfeld des Aragats-Massivs fällt von 2000m im Norden nach Süden ab. Jessidische Kurden siedeln in den Dörfern und bewirtschaften das karge Hochland meist als Viehzüchter (Rinder und Schafe).

Nach vierstündiger Fahrt treffen wir im Zentrum von Jerewan ein und übernachten wieder in dem kleinen, aber ausgezeichneten Boulevard – Hotel. Nach einem schönen Abschlussessen in einem typischen Lokal genießen wir noch die Licht- Wasserspiele mit klassischer Musik am Platz der Republik.



Di, 26.06.18

Jerewan, Abreise

Freizeit bis zum Flughafentransfer: wir erkunden die Innenstadt nahe unserem Hotel mit ihren breiten Boulevards und internationalen Geschäften. Auch qualitativ hochwertiges einheimisches Kunsthandwerk vom Teppich bis zur Keramik wird hier angeboten. Gemütliches Mittagessen in einem netten Lokal nahe unserem Hotel, dann problemloser Rückflug mit Ukraine International via Kiew um 15:30 Uhr. Ankunft in Wien um 21:00 Uhr.


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