Swakopmund - Twyfelfontein


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Africa
May 14th 2012
Published: May 14th 2012
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2.5.
Heute fahren wir an die Küste, nach Swakopmund. Zuerst aber machen wir noch einen kurzen Abstecher in den Sesriem-Canyon, die Schlucht des Tsauchabflusses. Senkrechte Felswände, Sandstrand, hohe Bäume, vereinzelte Pfützen, Mauersegler-ähnliche Vögel. Unterwegs dann Wüste, Gebirge, Steppe. Franzwörtli, Kettenrechnungen, Drei Fragezeichen. Dösen, Schwatzen, Streiten. Lunch im Schatten eines der seltenen Bäume. Ca 100km vor der Küste beginnt die Temperatur zu fallen. Innert kürzester Zeit wird es 14Grad kälter, es ist jetzt noch 20 Grad. Die Sonne verschwindet im Dunst, es wird neblig. Wie ungemütlich! Im „Desert Sky Backpacker's“ wollen wir eigentlich campen, als wir aber merken, dass uns zwei Doppelzimmer nur unwesentlich mehr kosten als die Campinggebühr, entscheiden wir uns für diese Variante. Das hat den Vorteil, dass wir für Ausflüge in die Umgebung nicht jedes Mal die Zelte zuklappen müssen. Zudem wird es nachts wohl noch kälter. Wir spazieren zum Strand und durchs Städtchen, essen Sachertorte und Streuselkuchen im „Plaza-Treff“ und bewundern auch die anderen deutsch angeschriebenen Häuser. „Herrenbekleidung Pfeiffer“ steht da, oder „Klempnerei Werner“ oder „Swakopmunder Buchhandlung, seit 1903“, oder „Emsige Biene, Basteln und Dekorieren“. Die Hotels heissen „Prinzessin Ruprecht“, „Europahof“ oder „Meikes B+B“. Zum Znacht erliegen wir der Versuchung und essen Pizza im „Napolitano“.

3.5.
Wir holen uns ein Permit für den Namib-Nationalpark und einen Plan für den „Welwitschia-Drive“: auf einer vorgegebenen Route sind botanische, geologische oder geschichtliche Sehenswürdigkeiten mit Steintafeln gekennzeichnet, auf dem Plan stehen Erklärungen dazu. So giessen wir z.B. etwas Wasser auf eine schrumplige schwarze Flechte und beobachten verblüfft, wie sich diese innert Sekunden zu einer grünen Pflanze entfaltet. Wir lernen die verschiedenen Gesteinsarten kennen und wie die sogenannte Mondlandchaft entstanden ist. Der Talerbusch, eine der endemischen Sukkulenten, richtet die Kanten seiner runden Blätter gegen die Sonne, um so die Wasserverdunstung zu minimieren. Wir sehen Geckos, Käfer und ein Chamäleon. Ein paar verrostete Bleche zeugen von einem südafrikanischen Militärlager während des 1. Weltkriegs. Absolutes Highlight sind aber die Welwitschias, eine Wüstenpflanze aus der Familie der Nadelbäume, mit unterirdischem Stamm, zwei langen Keimblättern und tannzapfenartigen Blütenrispen. Die älteste wird auf 1500 Jahre geschätzt, ist ca 1.5m hoch und hat einen Durchmesser von 3 Metern.
Im Internetcafé kommen wir nun auch endlich dazu, unseren Blog hochzuladen. In unserem Vorlese-Buch „Hummeldumm“, dem äusserst humorvollen Reisebericht eines Deutschen, der seine Gruppen-Tour durch Namibia schildert, wird beschrieben, wie hier „jede hüftkranke Schildkröte schneller ist als das Internet“ - recht hat er. Auf dem Rückweg will E barfuss ins Meer stehen und fällt prompt um, es ist immer noch kalt und windig und wir eilen ins Hostel unter die Dusche. Langsam ist dann wieder der Kochherd in der Campingküche, deshalb wird's spät, bis wir endlich Znacht essen.

4.5.
Wir schalten einen Pläuschlertag ein. Am Vormittag mieten wir Quads und machen eine Fahrt durch die Dünen. Ich bin skeptisch und habe ein schlechtes Gewissen, weil ich das doch eher ein dekadentes Vergnügen finde. Nach kurzer Zeit muss ich beschämt feststellen: das macht wirklich Spass! Und weil wir alle in Einerkolonne und auf vorgegebenen Wegen fahren, beschränken sich die Schäden an Dünen und Vegetation auf ein Minimum. Wir sehen sogar eine Sidewinder, jene Wüstenschlange, die sich seitwärts bewegt und sich blitzschnell im Sand eingräbt. Picknick im Hostel, danach Schule, Kleiderwäsche im Lavabo, Rucksäcke aufräumen etc. Nochmals einen Spaziergang durchs Städtchen, wir kaufen Makalani, Palmnüsse, die von Damara-Männern kunstvoll mit Tieren beschnitzt worden sind. Am Strand verweilen wir beim Café und Spielplatz. Es hat viele Leute, heute ist ein Feiertag und alle haben frei. Weil wir so schön in Ferienstimmung sind beschliessen wir, die Gelegenheit zu nutzen und nochmals auswärts zu essen. In Kücki's Pub gibt's viel Fleisch und frisches Gemüse.

5.5.
Wir fahren der Küste entlang Richtung Norden zum Cape Cross, wo 1486 der Portugiese Diego Cao ein steinernes Kreuz errichtet hat. Dort lebt eine Kolonie Pelzrobben. Zuerst riecht man sie, dann hört man sie bellen und blöken, plötzlich realisiert man, dass die braunen Klumpen am Strand nicht Felsen sind, sondern Seelöwen: bis zu 100000 Tiere tummeln sich hier. Auf einem Holzsteg kann man mitten durch die Tiere spazieren, die sich von den menschlichen Besuchern überhaupt nicht stören lassen. Nach dem Lunch fahren wir ein Stück zurück und dann nach Osten, Richtung Spitzkoppe. Das ist ein Bergmassiv, das – ähnlich wie Ayers Rock und die Olgas – mitten aus der Ebene ragt, als wir ankommen leuchtet er ebenso rot im Abendlicht. Im Gelände rundherum gibt es diverse Campsites, wir suchen uns eine auf der Westseite und geniessen den Sonnenuntergang. Wir kommen uns vor wie die einzigen Menschen. Nach dem Znacht sitzen wir lange im hellen Licht des Vollmondes und lauschen der Stille. Es ist immer noch angenehm warm, nach der Kälte von Swakopmund eine Wohltat.

6.5.
Es hat auch in der Nacht nicht abgekühlt, zum ersten mal haben wir zu warm in unseren Zelten. Wir packen zusammen und fahren ins Dorf. Dort buchen wir einen Guide, der uns herumführt und uns viel Interessantes über Fauna, Flora und das Damara-Volk erzählt. Für unsere Ohren tönt die Sprache lustig, weil sie verschiedene Schnalz- und Klicklaute enthält. James zeigt uns Höhlenmalereien und besonders schöne Aussichtsstellen. Wir sehen Echsen, Vögel und Zebras. Es wird immer heisser, als wir gegen Mittag losfahren ist es über 40 Grad. Unser Ziel heute ist Twyfelfontein, eine kurze Fahrt von drei Stunden. Wir suchen uns einen schönen Campingplatz und fahren noch zu den „Orgelpfeifen“, einer spektakulären Gesteinsformation. Es sind Basaltsäulen, die sich entlang einer Schlucht aufreihen. Den „verbrannten Berg“, eine Formation aus Lavagestein, finden wir nicht ganz so toll, aber wenn wir schon mal hier sind... Um 18Uhr ist es dunkel, wir kochen was Feines, machen etwas Schule und gegen acht sind die Kids wie immer im Bett. Vorlesen, Nachtruhe.

7.5.
Wer früh zu Bett geht steht früh auf: um 6Uhr wird's hell, um halb sieben gibt's Frühstück. Weil's hier im Flusstal unter den hohen Mopane-Bäumen so gemütlich ist beeilen wir uns nicht sonderlich. Plötzlich aber ist es heiss und voller Fliegen. Als wir um 9Uhr fluchtartig losfahren ist es bereits 31 Grad. Der Besuch der Felsgravuren von Twyfelfontein lohnt sich trotz der Hitze, die ca 2000 Jahre alten Tier-, Fährten- und Symbolzeichnungen an allen glatten Felsflächen am Ende eines breiten Tals sind eindrücklich. Wir besuchen auch das „Lebende Museum“ des Damaravolkes, einer Art Ballenberg, wo wir nochmals viel über diese Ureinwohner lernen. Ich bin beeindruckt von unserer Führerin, einer stolzen Frau, 32 jährig, 7-fache Mutter, die uns alles in gutem Englisch und mit viel Schalk erklärt. Sie bringt uns viel bei über ihre Kultur, die Familienstrukturen, die Tätigkeiten der Frauen und Männer, und gibt uns das Gefühl willkommene Gäste zu sein. Die dann selbstverständlich beim Ausgang einige Ketten aus Kernen und Strausseneischalen kaufen...
Als wir weiterfahren wollen bemerken wir ein Loch im Pneu. Trotzdem bringen wir vorsichtig noch ein paar km hinter uns bis wir endlich einen schattenspendenden Baum erreichen. Marco wechselt den Reifen als hätte er das schon oft getan, während wir andern unter dem Baum schmoren – mittlerweile ist es 42 Grad. Plötzlich fegt ein kleiner Wirbelsturm auf uns zu, wir versuchen noch schnell die Autotüren zu schliessen, aber ein leerer Plastiksack wird von der Böe ergriffen. Verblüfft schauen wir zu, wie er kerzengerade in die Höhe steigt und unseren Augen entschwindet. Die Fahrt führt uns durch Wüste, entlang eines seltsam erodierten Gebirges mit flachen Rändern und eigenartig wellenförmigem Gelände. Wir kommen uns vor wie auf einer Achterbahn! Als es gerade steil bergauf geht sehen wir einen jungen Mann, der der Strasse entlang rennt (zur Erinnerung: es ist über 40 Grad!). Wir halten und fragen, ob er Hilfe brauche. Nein, nein, alles ok, er wolle zur nächsten Farm. Wir laden ihn auf. Auch später nehmen wir Fussgänger mit, diesmal ein altes Ehepaar. Sie sind unterwegs zu Verwandten, fast 20km weit weg, in der brütenden Sonne. Wir staunen, wie die Leute die Hitze offenbar problemlos ertragen. Wir erreichen Palmwag, wo wir uns einen etwas teureren Campingplatz leisten - der Pool lockt einfach zu sehr.


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16th May 2012
Fun Activity

Fun Activity
Hallo zämä, Mir si grad ir schu und luege öii fotiis a. Ächt cool fingemer Fun Activity.Mir möchtä das o mau usprobierä. @ anna-lea: heei ännäli mir vermissä di aui megaa..hei di mega mega fest lieb.!! ä liebe gruess us jegistorf.... Jana, Nathalie, Seline, Noemi und Anna
20th May 2012

Schön zu lesen, was ihr alles seht, unternehmt und auch erleidet (wenn auch nicht so viel, das gehört ja auch dazu). Bei uns ist wieder mal Föhn. Zum Glück nicht so stark wie vor ca. 10 Tagen. Daneben wächst und blüht alles, einfach grün - um euch etwas gluschtig zu machen. Ein gutes Unterwegs-sein euch allen! Marianne und Bernhard
24th May 2012
Zebras

tierli
heii zäme.............no mau ig. ih liebe zebras isch soo sweet! d' löie wet ig ou mau so nach gseh! isch mega toll! giraffe si ou soo cool! vermisse nech!! tschau tschau! gruess ANNA GIULIA

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