Sehr chaotische Aufbruch-Vorbereitungen


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Africa
August 4th 2009
Published: August 4th 2009
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CEMESP. 11:30
Es sind zwar kaum 24 Stunden vergangen, dass ich den letzten Eintrag geschrieben habe ,aber seitdem habe ich eindeutig zu viel Zeit im Internet verbracht, oder vielleicht auch gerade genug Zeit, wenn man es andersrum sieht. Nachdem ich die Reisehinweise vom auswaertigen Amt, US state department, British foreign ministry und franzoesischem Aussenministerium durchgegangen bin, bin ich am zweifeln ob es eine wirklich gute idée ist, von hier ueber land nach cote d’ivoire zu fahren… Nicht nur dass es die noerdliche Landeshaelfte, wo ich unweigerlich durch muss, seit Jahren von Rebellen kontrolliert wird, ausserdem ist die Region an der Grenze zu Cote d’Ivoire beruechtigt fuer Raubueberfaelle auf den Strassen. Zumindest laut den verschiedenen Ministeriums-Informationen. Die meisten Leute wuerden wahrscheinlich denken man muss geisteskrank sein, wenn man trotzdem dorthin faehrt. Genau so haben die Ministerien allerdings auch gegen Reisen in Liberia ausserhalb von Monrovia gewarnt, die sich als vollkommen unproblematisch herausgestellt haben, und alle mit denen ich hier in Liberia gesprochen habe, sowohl Liberianer als auch Auslaender, haben die Sicherheitssituation in Liberia nie als bedrohlich oder gefaehrlich empfunden. Das Problem ist wirklich, dass die Ministerien meistens uebervorsichtig sind, oder zumindest vorsichtiger als ich selber (und die meisten Europaer die sich in diese Gegenden ‘verirren’) beim reisen bin. Ueberhaupt ist es schwer, ueber verlaessliche Informationen ueber die Sicherheitslage zu bekommen, so lange man nicht im Land ist. Die Japanerin die ich in Sued-Guinea getroffen habe, ist am selben Tag wo ich nach Liberia aufgebrochen bin, weiter nach Cote d’Ivoire gefahren, und zwar in die selbe Gegend, in die ich auch muesste. Allerdings war die auch schon im Jemen und in Somalia und hat ein paar mal wirklich Glueck gehabt. Auf die email die ich ihr letzte Woche geschrieben habe, ist leider keine Antwort zurueckgekommen - was man jetzt auch als Wink des Schicksals sehen koennte.
Lange Rede kurzer Sinn - ich bin am ueberlegen ob ich statt ueber Land zu fahren nicht direkt nach Abidjan fliegen soll, was den Vorteil haette dass ich ueber Banditen- und Rebellengebiet einfach drueberfliegen wuerde. Dieser einstuendige Flug wuerde mich allerdings weitere unglaubliche 250Euro kosten, und somit fast genau so viel wie ich fuer den Flug von Suedafrika nach Mali und zurueck bezahlt habe. 250 Euro, fast 30 Stunden Tellerwaschen, oder es sich zwei Wochen in Suedost-Asien am Strand gutgehen lassen…Ironie des ganzen ist, dass Abidjan neben Dakar wohl die gefaehrlichste Stadt hier in der Region ist (obwohl man das insgesamt nicht ueberschaetzen sollte). Ausserdem muesste ich dann das Wochenende ueber in Abidjan bleiben, um auf mein ghanaisches Visum zu warten; ausser ich entscheide mich innerhalb der naechsten Stunde, den dann koennte ich das mit dem Visum naemlich doch noch hier in Monrovia schaffen. Mh oder fahre das Wochenende ueber in Cote d’Ivoire einfach an den Stand, anstatt in Abidjan zu bleiben …seltsamerweise ist naemlich in Cote d’Ivoire, obwohl direkt nebenan, momentan keine Regenzeit. Aber mal sehen, so wie es aussieht habe ich in Abidjan einen couchsurfer bei dem ich uebernachten kann!!


15:00
Dreieinhalb Stunden spaeter, das Ticket ist gekauft, und wenn nichts fuerchterlihc schief geht bin ich Freitag abend in Abidjan. WENN…. Mein Reisepass ist nun doch bei der Botschaft hier in Monrovia, und Freitag nachmittag kann ich ihn mit meinem ghanaischen Visum abholen, und dann direkt von dort aus weiter zum Flughafen fahren (besser nicht dran denken dass ich bei zwei Ghana-Besuchen zweimal Probleme mit der Botschaft hatte…….) . Am Flughafen kann ich nur hoffen, dass die Airline keine Probleme macht, da ich nur ein oneway-ticket habe. Laut irgendeiner neuen Bestimmung (die mir schon fast in Frankfurt Probleme gemacht hat!), sind wohl nun die Airlines dafuer verantwortlich, wenn man sein Visum ablaufen laesst…d.h. sie sind arg hinterher, dass alles in Ordnung ist wenn man ins Flugzeug steigt, was natuerlich schwierig ist wenn man normalerweise Ueberland faehrt und nicht aus dem selben Land wieder abfliegt. Dies war auch mitunter der Hauptgrund, nun doch mein ghanaisches Visum hier in Monrovia zu beantragen, damit die sehen dass ich nicht vorhabe in Cote d'ivoire zu bleiben. Fuer den Fall der Faelle werde ich denk ich mal noch versuchen, ein bisschen in meinem Rueckflug-Ticket rumzutricksen (was zum Glueck ein e-ticket ist), sodass ich denen ein Papier zeigen kann auf dem draufsteht dass ich nicht aus Mali, sondern aus Abidjan oder Accra zurueckfliegen werde. Hoert sich wahrscheinlich alles sehr diffus an, aber ich will denen nicht wirklich einen Grund geben, mich nicht in den Flieger zu lassen!
Der Couchsurfer hat eben zurueckgeschrieben, dass er mich am Freitag sogar am Flughafen abholen kann, und am Samstag faehrt er nach Yamoussoukro, die offizielle Hauptstadt der Elfenbeinkueste (mit der groessten Kirche der Welt - Groessenwahn laesst gruessen!), und hat gemeint ich koennte mitkommen. Das hoert sich doch alles vielversprechend an!
So, der naechste Eintrag dann vielleicht schon aus Cote d’Ivoire!


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