Senegal 2022 © Bernhard Sonnleitner


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Africa » Senegal » Saint-Louis Region
November 10th 2022
Published: November 29th 2022
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Senegal Reiseverlauf


Senegal 11. – 25. Nov. 2022

Freitag, 11.11.2022 Anreise nach Senegal

Flug nach Dakar über Lissabon. Hier überbrücken wir die 5 Stunden Wartezeit mit einer U-Bahn Fahrt in die Altstadt „Baixa“. Die hat sich seit unserem letzten Besuch vor 15 Jahren mächtig mit Fußgängerzone, Restaurants etc. herausgeputzt. Die 4 Stunden Flug nach Dakar ziehen sich in der unbequemen TAP-Maschine. Das Essen ist grauslich und die Getränkeversorgung spärlich. Ankunft nach 2 Uhr morgens. Wir warten lange aufs Gepäck und dann stellen wir uns noch langwierig bei der Passkontrolle an. Entgegen den Ankündigungen gibt es keinerlei Corona-Kontrollen. Der Bus und unser Reiseleiter Mamadu Ndiaye erwarten uns schon. Er sollte sich als ein sehr erfahrener und umsichtiger Mann herausstellen, der natürlich mit allen Wassern gewaschen ist, um die Unbilden einer Reise durch diesen urigen Teil Afrikas problemlos und dennoch höchst interessant und informativ zu gestalten. Um 4 Uhr haben wir endlich unsere Zimmer im Boutiquehotel Djoloff, im Stadtteil Fann Hook, im Zentrum Dakars gelegen.

Unser Reiseführer Mamadu ist offensichtlich hoch gebildet, denn er spricht perfekt Französich – die offizielle Landessprache, ausgezeichnetes Deutsch, Englisch und Woloff, die Sprache der Mehrheitsbevölkerung, die angeblich 95%!d(MISSING)er Bevölkerung verstehen. Bildung ist in Senegal nicht selbstverständlich, denn es gibt keine allgemeine Schulpflicht. Das Schulwesen ist nach französischem Vorbild aufgestellt – also 6 Jahr Grundschule und 6 Jahre Lycée. Unterrichtssprache ist Französlsch. Die staatlichen Schulen sind gratis, Privatschulen sind teuer (€ 100-300 pro Semester). Es gibt eine Unzahl von Universitäten, allein in Dakar ein rundes Duzend. Ihr Besuch ist gratis, allerdings gibt es für die Absolventen kaum Jobs im Land…

Sa 12.11.2022 Dakar – Insel Goré

Uriges Frühstück auf der netten Dachterrasse unseres Djoloff-Hotels

Auf der Stadtrundfahrt durch Dakar sehen wir u. a. den Platz der Unabhängigkeit und das Künstlerdorf, das gute Holzschnitzarbeiten bietet, die man sonst in Senegal vermisst. Dies lässt wohl den Verdacht aufkommen, dass vieles aus anderen Ländern Afrikas stammen könnte. Die Hauptstadt des Landes begrüßt uns mit viel Lebensfreude, Musik und farbenfrohen Eindrücken. Eindrucksvoll ist auch ihre spektakuläre Lage auf dem Cap Vert, einer Halbinsel, die weit in den Atlantik reicht.
Eine Fähre bringt uns dann vom Festland zur nahe gelegenen Insel Gorée. Der Anblick der kleinen bunten Häuser, der Gässchen und die hier herrschenden Stille lädt zum Entspannen ein. Doch diese friedliche Atmosphäre verbirgt eine düstere Geschichte: Hier blühte vom 15. bis ins 19. Jh. der Sklavenhandel. Hinter den bunten Kulissen der schönen Kolonialhäuser wurden hunderttausende Sklaven vom afrikanischen Kontinent in die "neue Welt" verschifft. Aufgrund der geschichtlichen Bedeutung gehört die Insel heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Doch trotz ihrer tragischen Geschichte, ist Gorée heute ein bunter, fröhlicher und gemütlicher Ort. Vor allem am Abend, wenn die meisten Besucher die Insel wieder verlassen haben, erfrischt die Stimmung und der Blick aufs Meer. Wir bleiben für diese Nacht auf der Insel und besichtigen das Sklavenhaus, sowie den Aussichtsberg auf den wird durch ein von Kunstläden gesäumtes Gässchen gelangen.
Abendessen in einem netten Lokal direkt am Fährhafen und Übernachtung in zwei kleinen, aber feinen Hotels in historischen Gebäuden (Hotel Madou)







So, 13.11.2022 Lac Rose

Insel Gorée - Lac Rose

Nach dem Frühstück fahren wir mit der Fähre zurück nach Dakar und besichtigen den sog. „Blumenmarkt“ in einer schönen kolonialzeitlichen Rotunde. Hier gibt es alles vom Gemüse über Meeresfrüchte und Fisch bis zum Fleisch – alles ungekühlt bei 27°, versteht sich. Von dort aus geht es zu dem spektakulären Fischerdhafen Kayar, wo die voll beladenen Pirogen in der Brandung anlanden und von starken Männern händisch entladen werden. Zweimal täglich spielt sich dieses riesige Spektakel mit Menschenmassen ab. Kühllaster nehmen die nicht direkt verbrauchte Ware auf und bringen sie zu den Märkten und Großkunden. Dann geht es weiter zum Salz-See Lac Rose. Hier war ursprünglich das Ziel der legendären Paris-Dakar-Rally. Der See ist nach dem Toten Meer der zweitsalzigste See der Welt. Die Salzkristalle sind der Grund für die - je nach Tageszeit - normalerweise rosafarbene Färbung des Sees. Davon merken wir wegen des heuer ungewöhnlich hohen Wasserstandes nichts. Mit dem Geländewagen fahren wir am Strand entlang und durch die Dünen. Wir begegnen keinen Salzsammlern, die hier normalerweise das "weiße Gold" körbeweise abbauen, sondern sehen nur die Einrichtungen dafür, die bis zur neuerlichen Austrocknung des Sees vor sich hin rotten.

Wir quartieren uns in einem netten Resort mit Campingplatz am Lac Rose ein (Auberge du Lac Rose), das von einem Schweizer mit seiner senegalesischen Frau geführt wird – eine Oase der Ordnung und Ruhe inmitten des afrikanischen mit Schlamperei gepaarten Chaos.



Mo, 14.11.2022 St. Luis

Lac Rose - Saint Louis

De Reiseroute führt weiter in den Norden des Landes nach Saint-Louis. Um nach Norden zu gelangen, müssen wir uns zunächst durch den Morgenstau nach Dakar plagen. Auf der Fahrt über Thies - einer islamischen Pilgerstadt - nach Norden lernen wir einiges über die Wirtschaft des Landes. Obwohl wir uns hier in der Sahelzone befinden, wird dank der künstlichen Bewässerung zumindest während der Regenzeit (April bis Oktober) intensive Landwirtschaft betrieben - alle Arten von Gemüse, Erdnüsse etc. Nahe Dakar werden Industriezonen erschlossen, wo neben den traditionellen Formen wie der Zementindustrie auch die IT-Branche Fuß zu fassen versucht. Überall sieht man den Versuch, des Wohnungsproblems Herr zu werden, anhand unzähliger unbewohnter Rohbauten. Schließlich kommen wir in der UNESCO Weltkulturerbestadt Saint-Louis an. Die Altstadt auf einer Insel in der Mündung des Senegal-Flusses wurde als erste französische Siedlung in Afrika 1659 errichtet. Die historische Gebäudesubstanz ist völlig heruntergekommen und morbide und wir von zahlreichen zwielichtigen Gestalten bevölkert. Während der Stadtbesichtigung per Pferdekutsche fahren wir durch die Straßen mit ihren alten Kolonialhäusern. Wir fahren auch hinüber auf die mauretanische Landzunge, die unglaublich dicht besiedelt ist, und wo Massen von Schafen, Schweinen und Kindern in friedlichem Nebeneinander die Gassen beherrschen...
Heute Abend bekommen wir in einem netten Lokal am Fluss Dorade - frisch aus dem Meer - serviert. Etwas lieblos zubereitet kann der Fisch leider nicht seine ganze Qualität entfalten.









Die, 15.11.22 Lompoul

St. Louis - Djoudj-Nationalpark - Lompoul

Am frühen Morgen beginnen wir die Fahrt entlang der Küste in den Nationalpark des Djoudj, eines der weltweit größten Vogelschutzgebiete. Drei Millionen Vögel treffen einander hier zum Überwintern.
Auf Pirogen erreichen wir das Herz des Djoudj, die Pelikaninsel, wo tausende Pelikane brüten und ein ständiges spektakuläres Wegfliegen und Landen herrscht. Wir wohnen einem einzigartigen Ballett bei: Flamingos, die sich in eng geschlossenen Reihen in die Luft erheben; Pelikane, die mit ihren weiten Schwingen geräuschvoll vom Wasser abheben, das Eintauchen fischender Kormorane. Wir beobachten das Treiben von unserem Boot aus. Mit unserem Bus geht es einen anderen Weg zurück in den Süden, direkt am Senegal-Fluss auf einer Piste und dann entlang der Küste. Wir machen einen Stopp am Nationalpark „La Langerie de Barbiere“, einem Haff, das sich an der Küste von der Flussmündung ab St Luis entlanggezogen hatte. Heute ist nur mehr ein Stück davon und eine Insel übrig, da man 2003 einen 2m breiten Durchgang für die Hafeneinfahrt von St. Luis gegraben hatte. Die starken Gezeiten des Atlantik haben die ursprünglich 2m breite Öffnung allerdings mittlerweile auf 6km ausgespült. Es droht nun nicht nur das Haff zu verschwinden, sondern es wird auch die St. Luis stark von der Küstenerosion durch die Brandung des Atlantik mit seinen starken Gezeitenströmungen bedroht.

Der Nationalpark La Langerie de Barbiere ist von Sanddünen beherrscht, die von schütterer, buschartiger Vegetation gehalten werden. Außerhalb des Nationalparks trifft man sehr viel Gemüseanbau mit künstlicher Bewässerung, wie z.B. Zwiebel, Tomaten, Kohl, etc., aber auch Reis und sogar Kartoffeln. Allerdings ist diese Landwirtschaftsnutzung dadurch bedroht, dass dem Vernehmen nach, das gesamte Gebiet dem Zirkonabbau gewidmet und bereits vergeben wurde.

Das Tagesziel liegt weiter südlich, und zwar die ockerfarbene Lompoul-Wüste mit ihren faszinierenden Küstendünen - ein Stück Sahara inmitten der Sahel-Küstenlandschaft. Nach Ankunft im Wüsten-Camp „Lomboul Eco Lodge“ erwartet uns ein Ritt mit auf einem Dromedar durch die Wüstenlandschaft. Am Abend lassen wir den Tag in dieser verlassenen Gegend beim Essen im Wüstencamp bei Tanz mit afrikanischer Trommelmusik ausklingen.



Mi, 16.11.22 Toubacouta

Lompoul - Touba - Toubacouta

Nach dem Frühstück fahren wir weiter bis Touba. Hier machen wir einen Stopp und besuchen die Große Moschee. Sie gilt als eine der größten Moscheen Afrikas und ist mit vier 66 Meter hohen Minaretten an den Ecken des Gebäudes versehen. Ein fünftes, 86,80 Meter hohes Minarett, ergänzt das Gebäude und überragt die großen Kuppeln. Touba ist die Hauptstadt des größten Sufi Ordens des Landes, der nicht nur viele Anhänger hat, sondern dessen Führer - die Scheiks - auch große politische und ökonomische Macht besitzen.

Unterwegs halten wir zum Besuch eines Viehmarktes, wo Männer mit ihren Rindern, Ziegen und Schafen wie zu Zeiten Christi handeln. Vor Toubakouta besuchen wir noch Erdnussbauern bei der Erntearbeit, sowie die bäuerliche Siedlung eines ziemlich wohlhabenden Viehzüchters, der in seinen vier Hütten mit seiner Großfamilie (2 Ehefrauen, zahlreiche Kinder und Enkel, Eltern, insgesamt mindestens 30 Personen in 4 Generationen) lebt.
Die Reiseroute führt anschließend nach Toubacouta im Herzen des Nationalparks Sine Saloum Delta. Unser Hotel ist irgendwie ein Irrtum inmitten des afrikanischen Chaos, ein 4*-Haus mit Pool, Restaurant, exquisiten Zimmern und allem, was dazu gehört - das Le Paletuviers Hotel.



Do, 17.11.22 Toubacouta

Sine Saloum Delta

Wir fahren nach Dassilame Serer, einem in seinen ursprünglichen Traditionen verhafteten Dorf. Kultur, Geschichte, Wirtschaft und Gebräuche haben sich der Neuzeit noch nicht angepasst. Die Bauern pflanzen ihr Gemüse, und zahlreiche bunte Vogelarten leben in dieser fruchtbaren Gegend.
Per Boot geht es hinein in den Nationalpark. Ein wenig erinnern die verschlungenen Seitenarme an den Amazonas. Auch unterwegs erwartet uns eine reiche Vogelwelt. Gegen Mittag erreichen wir die Insel Sipo am Seitenarm Bandiala. Hier leben etwa 80 Menschen, die drei unterschiedlichen Ethnien und drei unterschiedlichen Religionsgruppen angehören. Davon merkt man als Außenstehender nichts, denn es gibt weder Kirche noch Moschee. Gemeinsames Band ist wohl der Animismus.

Mit einer Pause am Pool überbrücken wir die heißeste Zeit des Tages, immerhin 35° heute.

Am späteren Nachmittag fahren wir mit dem Boot zur sogenannten Muschelinsel, die angeblich vor mehr als 1000 Jahren von Menschenhand mit Muscheln aufgeschüttet wurde und heute außer von Mangrove von riesigen Baobabbäumen bewachsen ist. Nach Sonnenuntergang geht es zurück ins Hotel zum Abendessen bei Afrotrommel und Volkloretanz.



Fr, 18.11.22 Ziguinchor

Toubacouta - Ziguinchor

Die Reise an diesem Tag führt uns durch das südliche Land. Vor der Ankunft in der Casamance überqueren wir den Gambia-Fluss und die 950 Meter lange Senegambia-Brücke, die erst 2019 eröffnet wurde. Knapp nach der Grenze hält uns die 4. Polizeikontrolle am heutigen ohnedies langwierigen Fahrtag von insgesamt 9 Stunden auf, weil Erni aus dem Vorderfenster die Stadteinfahrt gefilmt hatte und sich auch besagter Polizist verbotener Weise gefilmt fühlte. Ein endloses Palaver über Löschen des Filmes folgte, bis es unserem umsichtigen Guide Mamadu zu viel ist und er dem Spuk durch seinen wortgewaltigen Einsatz beendet...

Ankunft in Ziguinchor, der Hauptstadt der Basse Casamance, die 1560 von den Portugiesen gegründet wurde, um 17 Uhr. Vom ehemaligen kolonialen Glanz ist nichts geblieben, denn Zigunchor ist nur mehr ein dreckiger Haufen von Hütten mit viel stinkenden Verkehr. Wir besuchen noch den dem Markt von St. Maure, wo die Einwohner jeden Tag alles einkaufen, was man sich denken kann. Der Markt ist aber ein derartig verdrecktes Durcheinander, dass man sich nur wundern kann, wie man hier die gewünschte Ware finden kann.

Unser Hotel, das Kadiandoumange liegt wunderschön am Fluss Casamance mit Pool und Terrasse.



Sa, 19.11.22 Seleki Uhr

Ausflug zur Vogelinsel Affiniam - Seleki

Unsere Piroge wartet nach dem Frühstück gleich neben dem Hotel. Ruhige Navigation auf dem Casamance-Fluss mit üppiger Vegetation von Mangroven. Wir machen Halt an der Vogelinsel, wo Watvögel, Pelikane, Kormorane, Eisvögel und ein Dutzend anderer Arten zu beobachten sind.

Auf dem Weg zum Dorf Djilapao kann man die schwimmenden Lager der Nachtfischer sehen. Mitten im Wald der Casamance liegt das Dorf Djilapao, eine Halbinsel, auf der sich ein künstlerisches und sehr originelles Gebäude befindet, das von einem Einheimischen Künstler als Museum gestaltet wurde. Hier kann man anhand von Plastiken das tägliche Leben der Bewohner kennenlernen. Mittagessen mit lokalen Spezialitäten in Affiniam, wo in einem lokalen Dorfprojekt ein Impluviumhaus als Camp/Lodge betrieben wird. Mit der Piroge fahren wir über den Casamance Fluss zurück nach Ziguichor.

Weiter mit dem Bus zum Dorf Seleki und Unterbringung im "Campement solidaire de Seleki, das von einer spanischen Entwicklungsorganisationbetrieben wird. Wir wohnen in einem tollen Impluviumgebäude aus Lehm, das hinter jedem Zimmer sogar private Bäder und WCs für jedes Zimmer angebaut hat. Es gibt auch bei uns, wie im ganzen Dorf elektrischen Strom und Wasserleitung. In der Umgebung gibt es hauptsächlich Reisfelder, die die Hauptnahrungsquelle der Diola-Bewohner darstellen. Die Menschen sind Christen, was man an den kopftuchlosen Frauen und der Schweinehaltung unschwer erkennen kann. Die Frauen zaubern ein herrliches Abendessen, bestehend aus Crevetten als Vorspeise, Baracuda und Reis als Hauptgericht und Wassermelone als Dessert!



So, 20.11.22 Cap Skirring

Eloubaline - Oussouye - Cap Skirring

Nach dem Frühstück schiffen wir uns mit dem Kanu nach Eloubaline ein. Besichtigung dieser malerischen Insel mit ihren "Cabanas impluvium", Lehmhäusern mit einem Innenhof und Zimmern rund um diesen Innenhof. Wir lernen, dass die Bewohner zwar Christen sind, aber in Wahrheit dem Animismus anhängen, denn Kirche gibt es keine, aber zwei Fetischschreine und Medizinmänner, die für alle Probleme angerufen werden können und großen Einfluss auf das tägliche Leben haben. Natürlich gibt es überall Tiere, vor allem Hühner und Schweine, deren Strohställe sich in gemeinsamer Lage am Fluss befinden

Besuch von Edioungou und seinen Töpferinnen. Wir treffen nur eine dieser Frauen an, die die Tradition weitergibt. Technik und die Produkte sind aber derart primitiv, dass sich „berühmt“ nur auf die nächste Umgebung beziehen kann... Am Nachmittag Transfer nach Cap Skirring, wo die schönsten Strände Senegals auf uns warten. Wir genießen das Meer und den endlosen, menschenleeren Sandstrand. Nur der Atlantik ladet trotz 28° warmen Wassers wegen seiner starken Strömung und Brandung nicht zum Baden ein. Sehr gutes Abendessen, kühles Bier und französischen Wein gibt es in unserem malerisch gelegenen Strandhotel Hibiskus, inmitten eines tropischen Gartens.



Mo, 21.11.22 Cap Skirring

Ausflug: Mlomp - Elinkine – Kachouane

Das Frühstück im Hibiscushotel wird auf einer Terrasse direkt über dem Strand serviert.

Auf dem Weg vom Cap Skirring Besuch von Oussouye, einer Stadt, die von einem immer in Rot gekleideten „König“ geführt wird. Er ist eine Art spirituelle Autorität und ihm wird vor allem die Schlichtung von Konflikten und auch die Befriedung der Casamance zugeschrieben. Er gilt auch als Bindeglied zu Atemit, dem animistischen Gott der Volksgruppe, der Diola, die dem Animismus anhängen. Der König wird von den Ältesten der benachbarten17 Ortschaften gewählt. Der amtierende ist sehr nett und lässt sich gerne mit Touristen fotografieren. Vor 20 Jahren, als er auf Lebenszeit gewählt wurde, war er Balljunge auf dem Golfplatz gewesen...

Dann geht es nach Mlomp, das für seine mehrstöckigen Hütten bekannt ist. Hier besuchen wir das bescheidene, traditionelle Diola-Museum, Hutendukay, das in den Wurzeln eines Ceiba-Baumes eingerichtet ist. Dieses Museum zeigt und lehrt über Diola-Bauern-Lebensweise, und ihre von Animismus geprägte Traditionen.

Der Stamm der Diola macht die Mehrheit der Bewohner der Casamance aus, was auch die Ursache für die Unabhängikeitsbewegung ist, da sich die Stammesgruppe von den Woloff, die die Mehrheitsbevölkerung des Senegals stellen, marginalisiert fühlte. Erst seit 2018 scheint der teils gewaltsam ausgetragene Konflikt befriedet worden zu sein.

Weiterfahrt nach Elinkine, einem Zentrum der Fischerei, wo anscheinend hauptsächlich Rochen gefischt werden. Der Fischerhafen ist ein absoluter Horror: Die Rochen werden zu Hauf im Morast verarbeitet und die Abfälle verrotten und stinken vor sich hin. Die Menschenmassen gehen ihrer Arbeit nach und niemandem scheint der bestialische Gestank aufzufallen, vom sonstigen Chaos von Abfall und Unordnung ganz abgesehen.

Eine Piroge bringt uns mittags zur Insel Kachouane. Bei der Ausfahrt macht sich noch ein Militärposten wichtig, wo wir uns abmelden müssen und unsere Pässe kontrolliert werden. Zum Mittagessen bekommen wir hier im Ressort von Kachouane herrlichen gegrillten Schwarzkarpfen und anschließend erleben wir eine spontane Trommel-Tanz-Vorführung der Frauen des Dorfes, die vor afrikanischer Lebenslust nur so sprüht. Zurück an Land kehren wir ins Hibiscus Hotel in Cap Skirring zurück, wo wir zunächst die Fußball-WM-Niederlage von Senegal gegen die Niederlande miterleiden müssen. Danach genießen wir das heute ruhige Meer mit seinen 27° Wassertemperatur und einem extrem roten Sonnenuntergang.



Di, 22.11.2022 Cap Skirring

Eco Park – Djimbéring – Cap Skirring

Besuch von Djimbéring, berühmt für seine Kapokbäume und den unberührten Strand. Dieses Dorf ist eines der konservativsten der Region. In jedem seiner Viertel gibt es das „Telefon“ Bombolong-Tam-Tam, das aus dem Stamm eines Baumes hergestellt wird. Im Zentrum von Cap Skirring sehen wir einige ganz gute Holzarbeiten, die wirklich ansprechenden dürften aber nicht aus Senegal stammen.

Auf dem Rückweg nach Cap Skirring halten wir am Freilichtmuseum von Sangawatt, wo uns der Anthropologe Karafa mit einigen der alltäglichen Regeln und Bräuchen der sozialen Ordnung und des spirituellen Lebens der Diola vertraut macht.

Ruhiger Nachmittag im Garten des Strandhotels, Abendessen und Übernachtung ein letztes Mal im Hibiscus Hotel in Kabrusse/ Cap Skirring.



Mi, 23.11.22 Somone

Geplanter Rückflug nach Dakar – Fahrt mit dem Bus Cap Skirring – Saly/ Somone über Senegambia

Am Morgen fahren wir zeitgerecht zum Flughafen von Cap Skirring um zum Mittagsflug nach Dakar einzuchecken. Als der Check-in verweigert wird, ahne ich schon böses und als dann die Verschiebung auf den späteren Nachmittag angekündigt wird, entscheiden wir uns sofort, mit unserem Bus, der sich mit dem Guide noch im Ort befindet, die Rückfahrt nach Sally/ Dakar anzutreten. Die Entscheidung für diese lange Fahrt über 450km und die Senegambia-Brücke mit 2 Grenzübertritten und 10 Stunden prognostizierter Dauer sollte sich als richtig herausstellen, denn der Flug wurde schließlich auf abends verschoben. In Gambia hat unser Bus dann noch eine Reifenpanne, was zwar in einer geschickten Werkstätte rasch behoben ist, aber trotzdem eine Stunde Zeit kostet..

Jenseits der gambischen Grenze sind die Straßen gleich viel besser, aber der Verkehr nimmt unglaublich an Dichte zu. In den Städten herrscht entlang der Durchzugsstraßen heftigstes Markttreiben, was das Vorwärtskommen auch nicht erleichtert. Unser Fahrer und unser Guide kaufen bei jeder Gelegenheit ein, vor allem landwirtschaftlich Erzeugnisse, die zu Hause in Dakar rar sind. Supermärkte, wo man alles in jeder Qualität bekommt, gibt es ja nicht, und die beiden wollen auch nur natürlich produzierte Lebensmittel für ihre Familien. Und natürlich wissen sie genau, wo welches Lebensmittel günstig zu haben ist.

All das kostet Zeit, sodass wir schließlich fast 12 Stunden unterwegs sind, als wir im Hibiscus Hotel in Sormone ankommen. Es ist schon fast 22:30 als wir in den Zimmern sind. Wir genießen trotzdem das dort servierte Abendessen, nachdem wir uns auf der Fahrt quer durch Senegal nur von Bananen und Mandarinen ernährt hatten. Das Hotel liegt in Traumlage am Strand der Petit Côte und wird hauptsächlich von französischen Individualtouristen genutzt.

Die Preise sind in Senegal, nicht zuletzt wegen der fixen Bindung des XFO Franc an den €, sehr hoch, fast auf europäischen Niveau. Bananen kosten soviel wie bei uns im Supermarkt, Bier und Wein sind teurer als bei uns. So muss man sich in einem Land, wo die Durchschnittseinkommen bei monatlich € 200 – 500 liegen, damit helfen, direkt beim Produzenten zu kaufen. Für die meisten Menschen ist jedoch selbst diese Taktik nicht erreichbar und sie Leben hauptsächlich von Reis mit verschiedenen Saucen. Der allgegenwärtige Fisch jeglicher Art ist für uns billig und jederzeit verfügbar, für die Einheimischen jedoch nicht…



Do, 24.11.22 Somone

Freizeit am Meer

Ausschlafen und Freizeit am Meer. Hier ist es im kühler als in der Casamance: Luft 29°, Meer 25°. Nachmittags steht einen Jeep-Exkursion in das private Wildreservat de Bandia am Programm, das unweit unseres Hotels liegt. Hier können die Tiere beobachtet werden, die einstmals die senegalesische Steppe bewohnten, z.B.: Giraffe, Büffel, Nashorn, Zebra, verschiedene Antilopenarten, Kudus, verschiedene Gazellenarten, Primaten, und sogar Nil-Krokodile, Riesenschildkröten und andere, sowie 120 verschiedene Vogelarten.

Nach dem Abendessen am späten Abend Transfer zum int. Flughafen, wo wir rasch und problemlos einchecken. Wider Erwarten fliegt die Maschine der TAP fast pünktlich um 2 Uhr morgens ab.



Fr, 25.11.22

Flug Dakar – Lissabon – Wien

Der Nachtflug über Afrika in der unbequemen Maschine der TAP geht im Schlaf schnell vorbei und wir landen pünktlich um 6 Uhr früh in Lissabon. Bei den dortigen Kontrollen herrscht riesige Hektik, da jetzt diverse Maschinen aus Afrika landen und die Passagiere zu ihren Anschlussflügen weiter müssen. Trotzdem kommen wir auch hier pünktlich weg und landen ziemlich erschöpft und hungrig, aber plangemäß in Wien um 11:35.


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