Der Tag aller Tage


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Africa » Namibia » Helmringhausen
September 29th 2019
Published: November 21st 2019
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Dies sollte der Bedeutendste Tag der Reise werden, aber das wußte ich beim Aufwachen natürlich noch nicht.
Allerdings begann er gleich in aller Früh schon schlecht. Kurz nach 5.00 läutete der Wecker, und ich wachte weinend auf. Das ist immer ein schlechtes Zeihen, denn es wird dann auch nicht viel besser, das weiß ich aus Erfahrung. Ich packte fertig, ging zum Frühstück und sobald es hell genug war, um die Straße zu sehen, fuhr ich los. Am gleichen Tag waren zwei junge Frauen in einem Leihwagen ebenfalls Richtung Helmeringshausen gefahren, allerdings noch bei Dunkelhet aufgebrochen. Und 10 Minuten von der Lodge entfernt lag da jetzt dieses Auto, auf dem Dach und zu nichts mehr zu gebrauchen. Die beiden Frauen hatte man ins Krankenhaus geflogen. wenigstens waren sie nicht tot...
Die ersten 150 km bis Helmeringshausen war Schotter und ich brauchte lange, bis ich ins Fahren kam, die erste Stunde schlich ich nur dahin. Und damit war ich dann erst um 10.00 in H an der Tankstelle. Kevin hatte als ungfähre Angabe vorgegeben, dass man mindestens um 9.30 an der Tankstelle sein muss, um vor dem Dunkewerden in Aus zu sein wenn man die kürzere Strecke über die Schotterstrße fährt. Es gab auch eine längere Strecke mit Teer, und ich entschloß mich, die zu nehmen. Paul tat noch das Seine dazu und hatte einen Schnitt im Vorderreifen. Zum Glück war Big Paul noch da, er zog in glühender Hitze einen Schlauch ein, ich trank inzwischen einen Kaffee und unterhielt mich mit den Deutschen, die gleich neben der Tanke einen Imbiss hatten. Jane und Rod waren noch da, aber ich überredete sie, nicht auf mich zu warten, weil ich eh gleich folgen würde. Weil ich immer noch heulte, nahm ich irgendwann an der Tanke zwei Tavor und allmählich versiegte der Tränenfluß.
Dann war Paul wieder auf zwei aufgepumpten Reifen, Big Paul fuhr weg und ich fuhr auch los. Die Straße nach Marienthal ging ganz gerade nach Osten, war geteert und kaum befahren. Ich überlegte noch, ob ich mich brav an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 120 kmh halten sollte, oder etwas mehr Gas geben sollte, um Jane und Rod einzuholen. Aber ich entschied mich bewußt dagegen und blieb bei etwa 120 kmh.
Plötzlich war da nicht mehr nur eine Straße, sondern drei, die sich gabelten. Ich blinzelte, schloß dann ein Auge - siehe da, nur eine Straße. Ich machte das Auge wieder auf und sah mit beden Augen sofort wieder die drei Straßen.
Das war das Ende dieses Tages.
Ich wurde dann ohnmächtig, ob wegen des Tavors oder wegen der Hitze und Flüssigkeitsmangels weiß ich nicht; und über die nächsten Stunden kann ich nicht viel sagen.
Jedenfalls kam es zu einem Unfall als Paul so führerlos war. Ganz offensichtlich fiel er auf die rechte Seit, aber irgendwie war da auch noch ein Frontalzusammenstoß mit irgendwas - das kann man an den Schäden am Fahrzeug und an mir ablesen. Ich lag dann wohl einige Zeit bewußtlos auf der Straße, bis jemand kam, der die Poizei und auch den Krankenwagen anrief. Die sammelten all meine Habe ein, steckten diese mit mir zusammen in den Kranenwagen und dann wurde ich in einer örtlchen Klinik stabilisiert. Alles ohne das Bewußtsein erlangt zu haben. Dann sagte jemand: "wir bringen sie nach Windhoek." Erst auf der Fahrt nach Windhoek kam ich wieder kurz zu mir, ich merkte, dass ich in einem rasenden Auto war, holprige Straße, der Fuß ganz unbequem in der Höhe. Lange Sendepause, dann war ich im Op und der Chirurg teilte mir mit, dass er leider mein Motorradgewand aufschneiden müsse, um mich behandeln zu können. Das war nun der Moment, an dem ich voll da war und ihm strengstens verbot da rumzuschneiden. Motorradgewand ist teuer und ich brauche es noch... Und schon wieder war ich weg...
Meine Verletzungen waren, dem Sturz entsprechend, meist rechts, offener Bruch Sprunggelenk. Hier hatten die Motorradstiefel Schlimmeres verhindert und auch dafür gesorgt, dass der Bruch gut transportiert werden konnte und auf dem Transport kein Dreck in die Wunde kam. Fibula zweimal gebrochen. Bänderriß Knie: Kreuzband vorne, hinten, ein Band seitlich. Schulterrotatoren ausgerissen, Arm teilweise gelähmt. Links waren nur vier Rippen gebrochen. Am ganzen Körper blutige Schrammen oder Prellungen, die eine satte schwarze Farbe annahmen.
Ich hatte Glück, dr A.Skinner hatte Dienst und der flickte den Fuß wieder zusammen. Er ist ein wirklich guter Arzt....


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