Bonne route et bonne chance


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Guinea's flag
Africa » Guinea » Conakry
June 24th 2009
Published: June 25th 2009
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Gute Fahrt und viel Glueck - das war das Motto vorgestern auf der Fahrt von Kankan nach Conakry, einmal quer durch Guinea. In den meisten anderen Laendern bekommt man nur eine gute Fahrt gewuenscht - hier in Guinea reicht das wohl offensichtlich nicht. Zu bewaeltigen waren ca. 600km, angepeilte 10-13 Stunden im'taxi-brousse' (Buschtaxi), meistens ca. 20-25 Jahre alte Renaults oder Citroens mit drei Reihen, die voll sind wenn 10 Leute drinsitzen, sodass die Bewegungsfreiheit sehr stark eingeschraenkt ist. Losgehen sollte die Fahrt eigentlich zwischen sechs und sieben uhr morgens, aber da die Taxis grundsaetzlich warten bis sie voll sind, wurde es mit der Abfahrt dann doch acht uhr. die ersten 100km gingen relativ zuegig vonstatten, danach fingen die schlagloecher an. und zwar von einem ausmass, wie man sich das kaum vorstellen kann. zum glueck ist auf den strassen hier in guinea nicht wirklich viel verkehr, sodass der fahrer die volle breite der strasse ausnutzn konnte, um an den schlagloechern vorbeizukommen. aber da die oftmals die ganze strassenbreite gross sind, wurde durchschnittlich mindestens einmal pro minute auf schrittgeschwindigkeit abgebremst, um danach durch die 20-30 tiefen schlagloecher zu rumpeln. und dann das ganze wieder von vorne... Das ganze wurde dann kombiniert mit schoen kurvenreichen strassen, rauf und runter - mein magen hat sich gefreut!! so ging das dann den ganzen tag weiter, mit durchschnittlich allen 2-3 stunden 10 minuten pause. c'est fatiguant, war wohl der satz der gestern am haeufigsten viel.
das mit den 10-13 stunden hat leider nicht wirlich hingehauen, um acht uhr abends hatten wir immer noch 130 kilometer vor uns - und das in der Dunkelheit, eine Sache die man laut auswaertigem Amt auf jeden Fall vermeiden sollte. ging aber leider nicht anders. und war abenteuerlich. wenn einem ein einziges Licht entgegenkommt, kann das ein Motorrad sein, aber genausogut auch ein Auto oder ein LKW, mit beleuchtung nimmts hier keiner so genau. es wurde 11 bis wir in Conakry ankapen und 12, bis ich endlich bei meinem couchsurfer war. Das war bis jetzt mit Abstand der anstrengendste Tag, insgesamt 18 Stunden unterwegs..die naechsten Etappen werden kuerzer!!!
Was in Guinea direkt auffaellt sind die vielen Kontrollposten von Militaer und Polizei, die einen immer wieder dran erinnern dass man sich letztendlich doch in einem Militaerstaat befindet. Obwohl wir auf der ganzen fahrt kein einziges mal wirklich probleme hatten, fande ich es doch ein bisschen erschreckend, wie willkuerlich das ganz vonstatten ging. manchmal wird man direkt durchgewunken, ein anderes mal werden die ausweise verlangt und nachdem ein paar leute diese gezeit haben, wird man weitergewunken. oder es sollen alle aussteigen um die papiere zu zeigen, und nachdem die haelfte draussen ist, wars das und man darf weiterfahren. genausogut haetten die aber unser ganzes gepaeck durchsuchen koennen, was die fahrt leicht mehrere stunden rausgezoegert haette.
die landschaft die fahrt ueber war relativ schoen, da merkt man erst mal, wie duenn westafrika bevoelkert ist: es kann leicht passieren, dass man 10, 20 km faehrt, ohne auch nur ein einziges haus oder sonst etwas zu sehen . Hin und wieder kamen dann doch doerfer, die ohne genau so aussehen wie man sich Afrika gerne vorstellt: ein paar runde huetten mit strohdachern mitten im busch, ohne jegliche strom- oder wasserleitungen. ich wuerde echt gerne mal wissen wie das leben in solch einem dorf funkioniert. ich habe schon in den staedten hier probleme, mich in die welt von den einheimischen 'reinzudenken', auf solch Doerfern ist es bestimmt noch viel schwieriger. kulturunterschied aber hallo.
Hier in Conakry war ich heut vormittag bei der liberianischen Botschaft, und eigentlich duerfte das mit dem Visum kein problem sein, ich brauche nur noch einen letter of invitation von meiner Orga. wenn ich den bis heute bekomme, ist das visum bis freitag fertig. sieht aber im Moment leider eher weniger danach aus. also wahrscheinlich entweder ein wochenende in conakry (nicht sehr verlockend), oder ein wochenende auf dem land (schwierig mit den kontrollen, da mein pass dann bei der botschaft liegen wird).
noch kurz was zu sonntag und montag: die beiden tage waren gepraegt von unerwartet poitiv ereignissen. sonntag abend gab es ein spontanes privatkonzert von einer band aus burkina faso in dem 'hostel' wo ich war. Vier man, die wahlweise Balafon, Djembe und Kora gespielt haben (xylophon, trolmmel und zupfinstrument) gespielt haben. wahnsinn was die aus ihren instrumenten rausgeholt haben!! das ganze ging eine stunde und waere auch noch weitergegangen, wenn sich nicht ein paar leute wegen der lautstaerke beschwert haetten..
am montag morgen ging es dann endlich weiter nach guinea (auch im buschtaxi), und zwar mit acht werdenden katholischen pfarrern, die auf dem weg nach in die sommerferien nach zu ihren familien in guinea waren. als ich gedacht habe dass es bald mal losgehen koennte, kam einer von ihnen und hat gemeint dass sie jetzt erst noch was essen gehen wuerden und ich doch mitkommen solte. das ganze hat sich dann als 'abschiedstour' durch das ganze viertel rausgestellt, die ueber eine stunde gedauert hat. irgendwann ging es dann doch los. die strasse ist in den letzten jahrne komplett von den chinesen gebaut worden, und dementsprechend zuegig ging das ganze vonstatten: sechs stunden bleifuss, unterbrochen nur von einem kurzen stopp an der grenze. die strasse war sogar mit allen moeglichen verkehrszeichen versehen, die genau so in europa sein koennten. nur wirken diese manchmal etwas fehl am platze, wie zb das zebrastreifen-schild in doerfern, wo alle autos mit ueber 100kmH langbrettern. gebremst wird grundsaetzlich nur, wenn das taxi gefaehrdet sein koennte. und der fahrer scheint wohl einen sechsten sinn gehabt zu haben, da er es immer geschafft hat, an allen moeglichen auf der strasse stehenden huehnern, ziegen, schafen und kuehen dran drumherum zu kurven. wirklich erstaunlich! vielleicht hatten wir auch einfach nur glueck, kann auch sein. in Kankan, wo ich die nacht bleiben musste, bekam ich von den pfarrern das angebot, die nacht bei ihnen in der unterkunft zu verbringen. das war wahrscheinlich die einfachste unterkunft in der ich je uebernachtet habe, und ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich da nicht fuer laenger als eine nacht geblieben bin. strom gab es keinen, weshalb man abends und nachts auf taschenlampen bzw kerzen angewiesen war. und in der 'dusche' haben die kakerlaken nachlaufen gespielt. aber fuer eine nacht - in ordnung.

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29th June 2009

Frankreich/Afrika 2
habe den Rest auch gefunden, spannend.Weiter viel Glueck.....Birgit

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