ChachapoyasSarkopharge mit Leichnamen mitten in den Bergen
Nachdem ich fuer den abenteuerliche Grenzuebergang von Ecuador nach Peru nun doch ueber zwei Tage gebraucht habe, bin ich nun schon seit ueber fuenf Wochen im Zentrum des alten Inkareiches, in
Perú unterwegs.
Meine Zeitreise zu den antiken Kulturen begann in
Chachapoyas , im Norden des Landes, wo erst vor einigen Jahren sehr alte Ruinen vergangener Kulturen entdeckt wurden (aus dem 5.Jh.n.Chr.).
Hier habe ich wunderschoene archaeologische Wanderungen unternommen um der Kultur etwas naeherzukommen und auch den sportlichen Aspekt auf dieser Reise nicht zu vernachlaessigen.
Hoehepunkt der Wanderung war am letzten Tag die Festung
Kuélap. Auf 4.000m gelegen bot sie den Sachapoyas eine optimale Aussichtsmoeglichkeit und Abwehrposition. Feinde wurden schon sehr frueh entdeckt und konnten entsprechend abgewehrt werden.
Von Chachapoyas ging es weiter ueber
Trujillo. Auch hier in der drittgroesten Stadt Perús kann man Ruinen besichtigen oder am Strand entspannen. Ich habe Trujillo nur als Durchfahrtsort genutzt um weiter in die
Cordillera Blanca, der hoehsten Bergkette Suedamerikas zu kommen. Eine zentral gelegene Stadt ist
Huaraz. Die Cordillera Blanca mit seinen schneebedeckten Gipfeln und Gletschern, viele ueber 5.700m hoch bietet wunderbare Gelegenheiten um auch hier die Bergwelt zu erkunden.
Neben gefuehrten Mehr-Tages Touren kann man auch
auf eigene Faust losstapfen. Lagunen auf 4.700m erwandern oder heisse, vulkanische Quellen besuchen und entspannen. Wobei sich diese heissen Quellen - wir hatten uns schon auf Jaccuzis gefreut - eher ein kleines Dreckloch waren und als Duschoption fuer die lokale Bevoelkerung genutzt wurden, die zu Hause nicht den Luxus warmer Duschen haben.
Nach einigen Tagen in dieser wunderschoenen Gegend bin ich auch aufgrund der einsetzenden Regenzeit weiter Richtung Sueden gereist.
Durch
Lima durch, nur dort gefruehstueckt - wobei es morgens um 5.30 gar nicht so einfach ist ein geeignetes Lokal zu finden.
Ein Hostal hat sich dann erbarmt und zu bedienen und wir haben nur den vormittag in der Hauptstadt Perús verbracht. Neben einigen huebschen Kolonialbauten im Zentrum hat Lima nicht viel zu bieten.
Ein weiteres kleines Highlight ist Miraflores, der Nobelstadtteil am Strand, wo sich die meisten Expats ein laues Leben machen.
Nachmittags sind wir weiter an der Kueste entlang nach
Nasca gefahren um am naechsten Tag die geheimnisvollen Nasca-Linien aus der Luft zu bewundern. Hier in der Wueste sind diese "Scharrbilder" in ueberdimensionalen Groessen auf ca. 500km2 verbreitet. Wissenschaftler und besonders die Deutsche Forscherin Maria Reiche haben die Linien weltweit bekannt gemacht.
Aufgrund Ihrer unbekannten Bestehung sind viele
12-eckiger Stein in Cusco...der die Wahnsinnsarchitektur der Inkas repraesentiert... ich stehe leider vor den restlichen Ecken, so das ein Zaehlen schwierig wird :) sorry
Theorien ueber sie verbreitet.
Wegen deutlicher Zusammenhaenge zu Tierkreiszeichen oder anderen astronomischen Punkten wird den Linien religioese, agrikulturelle oder auch astronomische Bedeutung beigemessen.
Erich von Daeniken denkt u.a. an ausserirdische Besucher.
Die Figuren, am Bekanntesten wohl der Kolibri und Condor sind teilweise bis zu 20km lange und 2m tief. 1994 wurden sie von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.
Die Gegend um Nasca ist uebrigens auch das Gebiet, welches im August 2007 von einem starken Erdbeben und folgendem Tsunami heimgesucht wurde. Noch immer sind hier Hilforganisationen mit der Reingung von Haeusern etc. beschaeftigt. Einst wunderschoene Staedtchen, wie z.B. Ica sind zum grossen Teil zerstoert, so dass ich hier nicht Halt gemacht habe.
Von Nasca ging es weiter in die alte Inka-Hauptstadt
Cusco (oder auch Qosqo auf Quechua). Mit 320.000 Einwohnern ist Cusco eine schoene Kleinstadt. Aufgrund Ihrer tiefen Inkakultur und der Naehe zum Heiligen Tal der Inkas und auch Machu Picchu ist sie ein enormer Anziehungspunkt fuer Touristen und Scharen stroemen taeglich in die Kirchen und um den Plaza de Armas herum.
Trotz allem habe ich mich hier gleich recht wohl gefuehlt. Es gibt schoene Cafes und Kneipen aber dennoch ist die alte peruanische Tradition nicht zu verfehlen. Jeder Touri
wird in irgendeiner Form Machu Picchu besuchen. Ich habe es zu Fuss auf einer fuenf-Tages Tour gemacht. Nicht den klassischen Inca-Trail (der ist meist Monate im Voraus ausgebucht) sondern auf einer Alternativroute. Am Besten laesst man sich von einigen der zahlreich vertretenen Agenturen beraten und faengt dann das Handeln an.
Der
Salkantay-Trek fuer den ich mich entschieden habe, fuehrt ebenfalls durch das Heilige Tal der Inkas und endet am fuenften Tag mit dem Aufstieg von Aguas Calientes zum Machu Picchu.
Mal wieder hatten wir sehr viel Glueck mit unserer Truppe. Zwei Spanier, Drei Australier und wir drei Deutsche haben eine gute Mischung abgegeben.
Fuenf Tage ging es durch verschiedene Klimazonen, auf 4.600m hoch bis hinunter ins Subtropische zu Obstbaeumen und Palmen. Ein wunderschoener Trek, den ich waermstens empfehlen kann und eine gute preisliche Alternative zum Inka-Trail.
Machu Picchu (= alter Gipfel), die alte Inkastadt mitten in den Bergen, auf 2.360m, Hoehe ist ein wirklich magischer Ort. Sie liegt ca.70km von Cusco im Tal Urubamba. Diese wunderbar erhaltene Stadt ist faszinierend und sich vorzustellen wie die Inkas auf die Idee kamen gerade hier ihre Festung zu errichten ist schon beeindruckend.
Man denkt, dass die Inkas Machu Picchu um 1450
El Misti...geschafft. 5.800m, der Hausvulkan von Arequipa.
Hier ist die Luft ganz schoen duenn
gebaut haben.
Erst 1911 wurden die Ruinen durch einen Zufall waehrend einer Exkursion wiederentdeckt.
Angrenzend zu Machu Picchu liegt Huayna Picchu (=junger Gipfel), den man in ca. 1 Stunde erklimmen kann um den wunderschoensten Ausblick auf die Ruinen und die umliegenden Berggipfel zu bekommen.
Ich muss ganz ehrlich sagen, Machu Picchu ist ganz klar bis jetzt eines meiner Highlights der Reise.
Zum einen des neuen Weltwunders wegen, aber auch wegen der tollen Wandergruppe und der einmaligen Landschaft.
In Cusco hat es mich aber leider auch mit Parasiten flachgelegt. Nachdem sich diese kleinen Tierchen wohl schon seit einigen Wochen in mir sattgefuttert hatten, war es hier Zeit eine kleine Pause einzulegen, mich auszukurieren und den Vielfrassen mit einem Antibiotikum entgegenzuwirken.
Cusco scheint die meisten Backpacker umzuhauen.
Nach Cusco ging es weiter in die "weisse Stadt" nach
Arequipa .
Ca. 100km von der Kueste entfernt ist Arequipa umgeben von Vulkanen, dem El Misti oder dem Ampato.
Von diesen Vulkanen stammt auch das weisse Vulkangestein "Pillar", aus dem die meisten Gebaeude in Arequipa errichtet sind. Wie auch die wunderschoene Kathedrale am Plaza de Armas.
Arequipa wurde 2001 von einem Erdbeben heimgesucht, in dem besonders die Gebauede aus Pillar dem Beben
Salida del Sol... Sonnenuntergang ueber den Wolken auf unserem Zeltplatz auf 4.600m
standgehalten haben.
Begeistert war ich nicht von der Stadt. Schoen untouristisch, aber meiner Meinung nach nix Besonderes. Sorry.
In Arequipa ist weiterhin die Mumie "Juanita", ein weibliches Menschenopfer der Inkas von ca. 12-13 Jahren in einem Museum zu bewundern.
Hier wird von National Geographic auch eindrucksvoll die Entdeckung der Mumia auf dem Vulkan Ampato zu sehen. Die Inkas brachten den Goettern (=Vulkanen, Wuesten, also Natur, die sie nicht erklaeren konnten) Menschenopfer dar. Ausgewaehlte, reine und schoene Kinder, meist im Alter von 6-16 Jahren.
Nach dem Ausbruch des Vulkans Ampato konnte Juanita, die ca. 150 Jahre im Gletschereis verborgen lag, entdeckt werden.
Und nicht nur in Perú sondern auch in Nordchile,in der Atacamawueste und Bolivien wurden bis heuer 18 Menschenopfer entdeckt.
An diesen (ungewollten) Mumien wird heute in ganz Perú intensiv geforscht.
Von Arequipa lassen sich schoene Ausfluege unternehmen, z.B. in den
Colca Cañon (6 Stunden entfernt). Auch hier kann man toll wandern gehen und im Cañon uebernachten. Das habe ich in zwei Tagen auch gemacht. Auf der Rueckfahrt gibt es noch einen Stopp am
Cruz de los Condores , von wo aus man die Kondore fliegen sieht. Schon beeindruckend, weil gross aber auch hier wieder: sehr touristisch.
Mein Fazit: Perú ist ein ganz wunderbares Land mit wunderschoensten Landschaften. Angefangen von Dschungel zu Strand, Wueste, Berge und Gletscher. Allerdings war es bis jetzt auch das Land mit den meisten Touristen. Da sich alles auf Machu Picchu und Cusco konzentriert, bin ich froh, dass ich den laengeren Weg durch den ganzen Norden gewaehlt habe und somit Dinge und Staedte sehen durfte, die in eine "normale" Reiseroute nicht aufgenommen werden. Auch hier haette man locker noch zwei bis drei Wochen laenger verbringen koennen.
Gerade auch das Wandern in der Cordillera Blanca ist aergerlicherweise durch die ungemuetliche Regenzeit gestoert worden. Also auch hier gibt es Rueckkommpotenzial inkl. einer Amazonasfahrt nach Iquitos :)
Mein naechster Eintrag kommt aus Bolivien, wo ich mich jetzt schon aufhalte. Am Titicacasee.
2 Comments -
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Hey du, war lange nicht mehr in deinem Blog. Echt schoen, was du so machst...:-)
Musst ja echt ziemlich fit sein bei so viel Wanderungen, ich sitz faul drinnen und ess Schokolade... muss auch mal sein.
Liebe Gruesse Christian
Na, dann sind wir doch mal froh, dass unsere Eva älter als 16 ist und sich als Menschenopfer nicht mehr eignet. Sonst würde ich mir schon Sorgen machen.
Viel Spaß in Bolivien
Richard
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