Einleben, Urwald, Machupicchu und El Misti


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Peru's flag
South America » Peru
September 22nd 2007
Published: September 24th 2007EDIT THIS ENTRY

Nachdem ich Lima verlassen hatte erreichte ich Chosica und von da San Pedro de Casta. Ein kleines, abgegelegenes Dorf auf ca. 3100m. Ich hätte es wohl kaum besucht (4h im Minibus über Kiesstrasse), wenn es da nicht das Marcahuasi-Plateau auf guten 4000m geben würde. Den letzten Teil kann man entweder zu Fuss oder aber mit einem Maultier erreichen. Ich traff da oben ein Pärchen (sie aus Deutschland, er aus Argentinien) und da sie am selben Tag wieder zurück wollten nach Lima lag die Variante mit den Maultieren näher, da man so als nicht-an-die-Höhe-gewohnter die Strecke etwa in der halben Zeit zurücklegen kann. Zu sehen gibt es auf dem Plateau lustige Gesteinformen, welche je nach Fantasie des Betrachters auch ein Lama, ein Indianer-, Politiker-, oder Profetenkopf oder was auch immer sehen kann. Dazu soll man im Amphitheather auch schon extraterrestrisches Leben gesichtet haben... Ich verbrachte aber nicht die Nacht da, um herauszufinden wie viel Fleisch am Knochen ist, sondern machte mich mit dem Pärchen auf den Weg zu Fuss zurück. Die nächsten Nächte verbrachte ich in Chusica, Satipo und La Merced verbracht. Gesehen habe ich nicht viel, da ich mich echt erst an das Leben hier gewöhnen musste:

*Verkehr: Die Hupe ist das wichtigste Teil am Fahrzeug. Einmal Hupen heisst "ich bin ein freies Taxi" oder "Achtung, ich komme von hinten". Zweimal Hupen "Achtung, ich komme, bin schnell und nehme keine Rücksicht", dreimal "Tubel!" und lange Hupen "lass mich endlich durch" oder "Ars....". Dazu herscht eine strenge Rangordnung: Die Fussgänger sind die ersten in der Nahrungskette, gefolgt von den (wenigen) Velos, Motos, Autos, Taxis, Minibuse, Cars und Lastwagen. Aber: wer schneller ist hat Vortritt und so kann die Rangordnung wieder durcheinander gebracht werden. Wirkt jedenfalls chaotisch. Und für was genau sind schon wieder die doppelt ausgezogenen Linien in der Mitte der Strasse in der unübersichtlichen Kurve? Und die seltsamen Schilder mit der rot eingekreisten Zahl am Strassenrand? Egal, der Tacho funktioniert häufig eh nicht... Lustig sind auch die Alarmanlagen der Autos, welche spontan abgehen. Sie erinnern mich mehr an den Hau den Lukas an der Seemer Dorfet oder so... Ah, und Verkehrsampeln sind auch sehr rar, vor allem für Fussgänger. Aber: es funktioniert auch. Und wenn Stau ist, wird die Kreuzung nicht wie bei uns verstopft und auch der Motor abgestellt. Da könnten wir noch was lernen...
*Sprache: Tja, ganz so gut Spanisch wie Englisch kann ich noch nicht. Und sobald
Marcahuasi - LamaMarcahuasi - LamaMarcahuasi - Lama

Meine ersten! My first ones!
man 3 Worte in spanisch kann, brabeln sie so schnell weiter dass ich nichts mehr mitkriege. Habe es aber bis jetzt noch immer geschafft, das zu bekommen was ich wollte.
*Essen: Wer Reis und Huhn nicht gerne mag, hat es hier manchmal schwierig. Aber es gibt viele leckere Sachen hier. Probleme mit dem Essen reps. der Verdaung hatte ich bisher zum Glück noch nicht. Obschon ich auch schon frisch gepresste Säfte getrunken habe und Salate esse.
*Toilette: Das gebrauchte WC-Papier wandert nicht in die Schüssel, sondern in den bereit stehenden Eimer. Und das Papier muss man häufig selber mitbringen, manchmal sogar in den Hostels.
*Recycling: Es wandert alles in den Kübel, zumindest teilweise wird auch wieder was rausgefischt um es widerzuverwerten. Doch gebraucht Elektronik (Radios, ...) welche bei und endgültig in den Schrott wandert wird hier zumindest versucht zu reparieren. Way to go!


In La Merced hatte ich dann ein tolles Erlebnis. Ich ging am Abend auf den Dorfplatz und sass ein bischen herum, als sich eine Menschenmenge vor der Kirche versammelte. Da muss was zu sehen geben, also nichts wie hin. Als hochgewachsener Europäer war es auch kein Problem das Brautpaar zu sehen, welches unter Begleitung einer Band die Kirche verliess und in ein geschmücktes Auto stieg. Okay, die Show ist vorbei für mich. Haste gedacht. Ein älterer Herr sprach mich an und forderte mich auf, zusammen mit all den anderen Leuten in die schön geschmückte kleine Turnhalle zu kommen. Da war dann die zivile Trauung, soviel ich verstanden habe. Es gab Snacks, die Geschenke (Hauhalt: Von Poltstergruppe über Kochherd, Mikrowelle zu Tumbler um nur die grossen zu nennen) wurden tanzend übergeben. Im Gegenzug erhielten sie 2 Flaschen Bier, welche sofort konsumiert wurden. Dann gab es Essen und noch mehr Bier. Aber nicht jeder hatte seine Flasche, sondern die Flasche wurde zusammen mit einem Plastikbecher herumgereicht und alle tranken aus dem selben Becher, welcher vor der Weitergabe ausgeschüttet wurde. Dazu eine Liveband mit lokaler Musik, verstärkt durch eine überdimensionale Musikanlage. Viel geplaudert, dann wurde getanzt (auch ich! Wer kann sich das vorstellen?) und wenn ich noch länger geblieben wäre hätten sie mich glatt auch verheiratet...

Der Bus am späteren Morgen brachte mich nach Huancayo, wo ich mit David und Ruth (Irland) einen Ausflug zu den Torre Torre unternahm. Dann hatte ich die Gelegenheit, zum halben Preis für 5 Tage den Dschungel zu erkunden (okay, abzüglich Reise
Huancayo - Papagei/ParrotHuancayo - Papagei/ParrotHuancayo - Papagei/Parrot

Ich wusste ja schon immer das Rauchen tödlich ist :) I always knew that smoking is lethal :)
waren es noch 3 Tage). Jeden Tag sind wir (Guide, 2 Locals und ich) mit einer Manchete bewaffnet durchs Grüne gezogen und haben viele Wasserfälle gesehen, ein wenig geklettert, 1000 gutmütige und weniger gutmütige Insekten getroffen und eine super Zeit verbracht. Und das Beste hätte ich beinahe vergessen: Der absolut beste Kaffe in meinem ganzen bisherigen Leben!

Dann ging ich mit Robert, einem Holländer welcher ich in Huancayo kennengelernt habe nach Cusco (3400müM) gefahren über zum Teil eher schlechten wie rechten Strassen. Nur einen eintägigen Halt in Ayacucho gewährten wir uns. Hier in der Nähe fand die letzte Schlacht statt welche zur Unabhängigkeit von den Spaniern führte. In Cusco buchten wir dann eine 4-tägige Tour durch den Dschungel mit Velo und zu Fuss um schlussendlich den legendären Machu Picchu zu erreichen. Ebenfalls in Cusco sahen wir Sebastiona, Moritz (Deutschland) und José (Spanien) wieder, welche wir in Huancayo kennengelernt haben und in Ayacucho wieder gesehen haben. Dann ging es nach Arequipa, wo wir eine zweitägige Tour an den Colca Canyon (zeitgröster Canyon der Welt, und nein, der grösste ist nicht etwa der Grand Canyon!) unternahmen und am Cruz del Condor ein paar der mächtigen Vögel in Aktion bewundern konnten. Robert
Dschungel/Jungle - Raupe/CaterpillarDschungel/Jungle - Raupe/CaterpillarDschungel/Jungle - Raupe/Caterpillar

Ich hätte besser einen grossen Bogen um das Viech gemacht... I´d rather made a wide curve around this animal...
wollte in den Jungel in Bolivien und ich zusammen mit José, Moritz und Sebastian die Wanderung auf den Vulkan El Misti (5800m) unternehmen. Zusammen erreichten wir die Spitze, aber jeder von uns hatte so seine Porbleme mit der Atmung... Es war extrem anstrengend, aber es war es wert!

Die nächste Staition war Puno am Titicaca-See. Von hier besuchten wir Uros, die schwimmenden Inseln welche von der lokalen Bevölkerung als Wohnort benutzt werden. Ohne Tourismus wäre das vielleicht inzwischen anders... Wir verbrachten dann die Nacht auf der normalen Insel Amantani und besuchten Taquile am nächsten Tag.

PS: Die Karte von Peru ist so schlecht, dass ich es nicht wert finde eine anzuhängen.


After I left Lima I got to Chosica and from there to San Pedro de Casta. A small, remote town about 3100m above sea level. I would not have visited this place (4h in a minibus on a bad dirtroad) if there wasn't the Marcahuasi-plateau on more than 4000m. The last part up to the top can be taken on foot or by mule. Because I met a coule up there (she's German, he's Argentinean) which wanted to go back to lima the same day
Dschungel/Jungle - Haus/HouseDschungel/Jungle - Haus/HouseDschungel/Jungle - Haus/House

Mein zuhause für 4 Nächte. I called this home for 4 nights.
and therefore it was more convenient to take the mule because we were not used to this altitude and that way we were able to reach the top in about half the time. There's a lot of funny stone sculptures to see there and with some fantasy you're able to see the heads of politicians, indians, profets or what ever. And there's the rumor that there has been seen some extraterestrial live in the amphitheatre... I didn't spend the night there to find out how much truth lies in it, but returned by foot together with the couple. Then I spent the next nights in Chusica, Satipo and La Merced. During this time I didn't see to much because I first needed to get used to the live here:

*Traffic: The Horn is the most important part of a vehicle. One blow in the horn means "I'm a vacant cab" or "attention, I'm coming from behind". Twice means "Attention, I´m coming fast and do not take any precaution", three times "Idiot!" and a long blow "give way" or "ash....". Besides there exists a hierarchic precedence: The pedestrains are the first to come in the foodchain, followed by the (few)
Dschungel/Jungle - Blut/BloodDschungel/Jungle - Blut/BloodDschungel/Jungle - Blut/Blood

Keine Angst, es war das "Harz" eines Baumes! Don´t worry, it was the "resin" of a tree!
bicycles, motos (kind of motorbike with 3 wheels), cars, taxis, minibuses, buses and trucks. But: The faster the more rights and so the hierarchy can be messed up. Appears chaotic sometimes. And what for exactly are the two lines in the middle of the road in the blind bend? And those strange signes beside the road with the numbers inside the red circle? Dosen't mather, the speedometer does often not work anyway... The alarm systems of the cars which set of with for no reason are quite funny too. They remind me more of a festival back home than of an alarm... Oh, and traffic lights are quite rare too, especially for pedestrains. But: it works, too. And if there is a jam they keep the crossroad vacant so that the other cars can still pass and they shut down the motor. This is something we could improve...
*Language: Well, my spanish is by far not as good as my english is. And as soon as I start with 3 words of spanish they continue so quick that I'm not able to get anything. But until now I alway got what I wantet.
*Food: For those who do not like rice and chicken will sometimes have dificulties to get something to eat. But there are some delicious things to eat here, too. Luckely I didn't have the problems with the food repectively the digestion of it, even though I already ate salad and drank some fresh fruit juices.
*Restrooms: The used toilet paper has to be put into a provided bin instead of the toilet. And the paper has to be brought with you most of the time and is not provided, sometimes even in hostels.
*Recycling: Everything goes to the trash bin, at lest parts of it are beeing taken out for recycling. But used electronics (Radios, ...) which would be sent to junk at home they at lest try to repair it here. Way to go!


I had a great experience in La Merced. I went to the Plaza des Armas and sat there for a while as a crowd of people was forming in front of the church. There must something to be seen I thought, so I went closer. I didn't have dificulties to see the fresh married couple that came out of the church as a high grown European. A band was playing as the couple got into a decorated car. Well, the show is over for me I thought. Wrong thought. An older guy started talking to me and invited me to come with all the people that were walking to the small, but very nice decorated sports hall. There happened the civil marriage, as far as I could get it. Snacks were served, the presents (household: from the sofa to the cooking stove, microwave and tumbler: you name it) were donated while dancing throu the hall. On the countermove they got two bottles of beer which were consumed imediately. Then a meal was served and more beer. But not everyone had his own bottle, a couple of people shared one plastic cup and before it was handed over to the next one you had to spill the foam. Accompanied by a live band with local music, amplified by an overdimensioned music system. Talked a lot, then they were dancing (even me, who can imagine this?) and if I stayed longer I would have been married right away...

The bus on the later mornign brought me to Huancayo, where I took a trip to the Torre Torre together with David and
Dschungel/Jungle - Jagderfolg/Hunt resultDschungel/Jungle - Jagderfolg/Hunt resultDschungel/Jungle - Jagderfolg/Hunt result

Die waren köstlich! They were delicious!
Ruth (Ireland). I then had the opportunity to go to the jungle for 5 days (okay, excluding the travel to it an back just 3) for half the price. Each day we (guide, 2 locals and I) explored armed with a manchete straight through the greens to a lot of Waterfalls, climbed a little, saw 1000 good-natured and some less good-natured insects and overall had a great time there. And I almost missed to mention the very best thing: the absolutely very best coffe in my hole life I ever had!

I then went together with Robert, a guy from the Netherlands which I learned to know in Huancayo to Cusco (3400m) over partly very bad dirtroads. On the way we only stopped in Ayacucho for one day. Close to here the final battle against the Spainards took place which lead to the independence. In Cusco we took a 4 day trip by bike and foot to the legendary Machu Picchu. Also in Cusco we met Sebastian, Moritz (German) and José (Spain) which we learned to know first in Huancayo and remet in Ayacucho again. We then went to Arequipa and took a 2 day trip to the Colca Canyon, the second deepest of the world (no, the deepest is not the Grand Canyon!) and could see some condors near the Cruz del Condor. Robert wanted to see the jungle in Bolivia and I wanted to hike El Misti (Volcano, 5800m), so we split up and I awaited the arrival of José, Moritz and Sebastian. Together we made it to the top even though each one of us had some difficulties breathing... It was streneous, but worth it!

The next station was Puno on the Titicaca-lake. From there we visited Uros, some floating islands where some local people live on. Then spent the night on an regular island named Amantani and visited Taquile the next day.

PS: The map of Peru is so bad that I decided not to attach one.


Additional photos below
Photos: 42, Displayed: 31


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Dschungel/Jungle - Wasserfall/WaterfallDschungel/Jungle - Wasserfall/Waterfall
Dschungel/Jungle - Wasserfall/Waterfall

Einer der vielen... One of the manys...
Dschungel/Jungle - Viech/AnimalDschungel/Jungle - Viech/Animal
Dschungel/Jungle - Viech/Animal

Weiss nicht mehr wie es hiess. Leider zu klein zum essen ;) I don´t recall how it was called. Unfortunately too small too eat ;)
AyacuchoAyacucho
Ayacucho

Auf diesem Stein wurde offenbar die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben. The declaration of independence has been signed on this stone.
Ayacucho - Schlachtfeld/BattlefieldAyacucho - Schlachtfeld/Battlefield
Ayacucho - Schlachtfeld/Battlefield

Auf diesem Hügel wurde die letzte Schlacht ausgetragen. On this hill the last battle was fought.
Unterwegs/On the roadUnterwegs/On the road
Unterwegs/On the road

Während einer der wenigen Pausen in einem abgelegenen Kaff. During one of the few brakes in a remote backwater.
Unterwegs/On the roadUnterwegs/On the road
Unterwegs/On the road

Immer wieder hohe Berge. Again and again high mountains.
Cusco - KircheCusco - Kirche
Cusco - Kirche

Die von den Inkas erbaute Wand überstand das Erdbeben entgegen der spanischen Aussenwand... The wall the Incas built endured the earthquake in contrary to the one of the spainards...


28th September 2007

EDEL
Ciao Sigi isch ja edel was da bii dir uf de ander siite vo de welt abgaht. isch immer wieder en spass dini bricht z lese. wünsch dir no viel spass grüsse aus dubai GT p.s. bisch no im ziitplan? ^^
29th September 2007

Re: Edel
Ciao Toni Merci, Merci! Bin grad dur de Salar de Uyuni und zimlich uf de Schnorre, aber no im Ziitplan. Wenn ich au e chli pressiere mues zum uf Santiago cho zum de Flüger vertwütsche... Have fun as well, wenn chunsch du eigentlich zrugg?
2nd October 2007

also...
lieber sigi, ich stelle mit entrüstung fest, daß ich in diesem blog keine erwähnung finde.... ;-) kompliment aber für den schönen blog! wie gefällt dir chile? bin ja ein bischen neidisch; sind hier in lima schon wieder richtig im arbeitstrott und vermissen das reisen! lieben gruß, anna!

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