Tja...nun ist meine Reise also fast um. Wie schnell doch die letzten Monate vergingen ... morgen sitze ich im Flieger nach Lima und Freitag geht es nach Toronto. Und irgendwann dann ... nach insgesamt fast 20h Flugzeit und vielen Stunden des Wartens dazwischen (wobei ich mich sowohl in Lima, als auch in Toronto aus dem Flughafen schummel, weil man mir ja keine 12 oder 18h Wartezeit zumuten kann) bin ich Sonntag Mittag schliesslich in Dresden.
Doch nun, bevor ich heut noch meinen Rucksack packen muss und einen letzten Guanabanasaft trinken gehe, kurz ein bisschen was zu den letzten Wochen, die ich ja nun in Kolumbien und Ecuador verbracht habe.
In Bogota habe ich einige Tage verbracht, bevor ich in den Sueden, nach Manizales aufgebrochen bin. Manizales bildet den Anfang der sogenannten Kaffeestrasse. Ueberall in dieser Region scheint nichts anderes als Kaffee zu wachsen und natuerlich musste ich auch auf eine Kaffeefarm, wo ich so ziemlich viel erklaert bekommen habe und auch "ordentlichen" frischen Kaffee trinken durfte (wer mich kennt weiss aber, dass mir der Fruchteisbecher danach besser geschmeckt hat). Von Manizales aus ging es nach Cali und eigentlich wollte ich am selben Tag noch weiter nach Popayan, aber der Bus hatte
eine Panne und zusammen mit dem Finnen, mit dem ich in Kolumbien unterwegs war, habe ich 3h am Strassenrand auf Ersatz gewartet. Also bin ich erst am naechsten Tag nach Popayan, um sogleich einen Bus nach San Augustin zu nehmen. Und jedes Mal, wenn ich an diese Busfahrt denke, ueberlege ich, ob ich jemals 7h gebraucht habe um mit einem Fahrzeug 126km zurueckzulegen. Das war mit Abstand die schlechteste Strasse, die mir in den letzten Monaten untergekommen ist und auch die Schluchten an der Seite waren nicht ohne, sodass ich eigentlich froh war, dass der Busfahrer nie schneller als 5-20km/h gefahren ist (er wollte wahrscheinlich nicht wie 3 andere Busfahrer letztes Jahr die Klippe runterfahren - verstaendlich). In San Augustin angekommen habe ich in einem paradiesischem kleinen Haus uebernachtet und bin wohl deshalb etwas laenger da geblieben. Einen Tag habe ich eine Jeeptour zu den vielen Steinfiguren gemacht, die in dieser Region, zusammen mit einer Riesenmenge an Gold, gefunden wurden. Ungefaehr 147 Steinfiguren spaeter war es selbst mir genug und ich bin wieder die Rumpelstrasse nach Popayan entlang. Diesmal habe ich mir wenigstens die Stadt angeschaut, was ungefaehr eine Stunde gedauert hat ... und am naechsten Tag bin ich zusammen
mit einer Englaenderin nach Ipiales und von dort aus kurz zu dem Sanktuarium Las Lajas. Dann ging es zur Grenze, rueber nach Ecuador und noch am selben Tag nach Otavalo, der Shoppingstadt Suedamerikas mit dem groessten Indiomarkt. Von Otavalo aus bin ich schliesslich auf meine Vulkanwandertour gegangen - die fuer mich auf allen vieren durch Buesche kriechen endete, weil ich mich hoffnungslos verlaufen habe. Ich habe bei einer der Gabelungen entlang der Cuicoche Kraterlagune fuehrten eben die falsche gewaehlt und der Weg hoerte nach einer halben Stunde auf ... und weil ich zu faul war zurueckzulaufen bin ich erst eine halbe Stunde durch den Wald und schliesslich eine Stunde durch meterhohes Gras, Stachelzeug und blaue Beeren, immer schoen herauf- oder herunterfallend (es handelte sich ja schliesslich um eine Berglandschaft). Ich glaube jedenfalls, dass ich in den gesamten letzten Monaten nicht so viel geflucht habe, wie in dieser einen Stunde. Irgendwann jedoch sah ich auf wundersame Weise einige Leute und bruellte, ob da oben denn ein Pfad ist - und ja, es gab einen. Es stellte sich heraus, dass mein Retter, der mich netterweise mit Bonbons und Erdbeersaft versorgte ein in Ecuador lebender schwedischer Tourguide war, der sich schon immer gefragt
hat, wo der zweiter Pfad hinfuehrte ... naja, nun weiss er es.
Mit kaputten Hosen und voller Blaubeermatsch bin ich in Otavalo angekommen, am naechsten Tag noch kurz auf den Wochenendmarkt und dann ab nach Quito, wo ich in den letzten Tagen nicht wirklich viel gemacht habe ... eben durch die Stadt gebummelt, einige Museen und Kirchen angeschaut und heute noch auf den 4100m hohen Berg, von dem aus man einen frostigen aber wundervollen Blick ueber Quito hat.
So, und nun geh ich packen - Bis bald in Dresden, Erfurt oder sonstwo...