Published: August 6th 2007South America » Ecuador » Centre » BañosMay 27th 2007
Am Donnerstag (24.5.) war in Ecuador Feiertag (zur Schlacht am Pichincha). Weil aber Donnerstag frei blöd ist, wird hier der freie Tag auf den Freitag geschoben. Das ist sehr praktisch und bot sich zum Wegfahren geradezu an. Also nahmen wir schon am Donnerstag Abend einen Bus, der uns über Nacht nach Banos brachte. Leider konnte Kathrin nicht mit uns fahren (siehe anderen Eintrag), dafür begleitete uns Nerida, eine Medizinstudentin, die wir hier kennen gelernt haben. Jedoch wurde nichts aus einer pünktlichen Abfahrt, denn es war so eine Art Razzia angesagt, das bedeutete: alles aussteigen und Taschenkontrolle. Aber wir wurden, gleich als Touris identifiziert, nicht weiter untersucht.
Nachdem wir, halb sechs am frühen Morgen, müde und frierend in Banos aus dem Bus gestiegen waren, begaben wir uns erst einmal in eines der Thermalbäder. Das heiße Wasser tat nach der unbequemen Busfahrt sehr gut, zumal die Berge um uns herum wolkenverhangen waren und es nieselte. Anschließend verwöhnten wir uns in einem netten Café mit einem ausgiebigen Frühstück (vor allem mit richtigem Kaffee!). Da wir doch ein bisschen platt waren, zogen es Nerida, Christina und Regine vor, sich etwas im Hostal hinzulegen. Micha und ich unternahmen unterdessen eine kleine Wanderung und besahen, da
sich die Wolkenschicht langsam auflockerte, das niedliche kleine Örtchen von oben. Am Nachmittag unternahmen wir eine Raftingtour. Leider war es sehr kalt, die Neos passten schlecht und wir froren. Trotzdem hat es viel Spaß gemacht, obwohl ein paar von uns kurzzeitig und unfreiwillig das Schlauchboot verließen (in hohem Bogen :- ) ).
Den Samstag morgen begannen wir mit einem ausgiebigen Frühstück im Hostal (reichlich selbstgemachtes Brot und Marmelade, frischer Saft und Obstsalat.. mmmh...). Dann fuhren wir, begleitet von strahlendem Sonnenschein, mit ausgeliehenen Rädern an der Pastaza-Schlucht entlang. Wir ließen uns dabei viel Zeit, machten einige Pausen, um die wunderschöne Natur zu genießen, die sich uns darbot. An einer Stelle fuhren wir mit einer ‚Tarabita’ (so einer Art Seilbahn) über die Schlucht, die uns näher zu einem der zahlreichen Wasserfälle brachte. Highlight des Tages war zweifelsohne der Sprung von einer Brücke. Als wir mit den Rädern an der Brücke ankamen, wo sich alle paar Minuten Leute herunterstürzten, stand für Christina, Micha und mich relativ schnell fest: das wollen wir auch machen. Wir mussten einige Zeit warten, aber... es hat sich gelohnt.
Nerida und Regine filmten und fotografierten (obwohl es aus ihrer Perspektive noch etwas harmloser aussah :- )). Wir ließen
uns alle drei rückwärts von der Brücke fallen, bis das Seil ‚zog’. Auch das ‚Ausbaumeln’ über dem Wasserfall machte nach dem Adrenalinstoß riesigen Spaß.
Wir fuhren bis zum großen Wasserfall ‚Diablo’, zu dem wir allerdings noch ein Stück zu Fuß gehen mussten. In einem Café mit wunderschöner Aussicht auf den ‚Diablo’ und die Schlucht, welches offensichtlich von unorganisierten Hippies geführt wird, aßen wir das einzige, was sie noch da hatten und tranken einen Kaffee.
Zurück nach Banos brachte uns eine ‚Camionetta’ (großes Auto mit großer Ladefläche für Mensch und Rad), denn es wurde bereits dunkel. Am Abend bummelten wir noch durch den lebendigen Ort, erstanden das eine oder andere Souvenir und gingen natürlich noch etwas essen. :- )
Mit Essen (womit sonst) begann auch der Sonntag. Diesmal gab es leckere Pancakes mit Obst. Nerida, Micha und ich fuhren dann mit dem Bus ein Stückchen an der Schlucht entlang um zu einem, im Reiseführer empfohlenen, Wanderweg zu gelangen. Dieser führte auch wieder an zahlreichen Wasserfällen entlang und war einfach traumhaft. Exotische Pflanzen (die schon einen Hauch von Dschungel vermittelten), Orchideen, viele bunte Schmetterlinge und anderes Getier, machten diesen Ausflug zu einem Erlebnis, obwohl wir den Weg nicht bis zum Ende


Baños
von oben
gehen konnten. Am Nachmittag ging es dann mit dem Bus zurück nach Hause. Auf dieser, mal wieder sehr abenteuerlichen, Busfahrt (denn offensichtlich muss ein Bus, der beim Ausparken ein anderes Auto rammt hier nicht anhalten...!!) bot uns der Chimborazo ( mit 6.310m der höchste Berg des Landes) in der Abendsonne noch einen sehr schönen Anblick.
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