Das WasserexperimentDas Wasser fliesst tatsaechlich in die andere Richtung ab.
Auf der Suedhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn, auf der Nordhalbkugel im Urzeigersinn und auf der Aequatorlinie einfach nur gerade runter.
So, jetzt sind auch schon wieder ueber vier Wochen vergangen seit ich das letzte Mal meinen Travelblog gefuettert habe. In der letzten Zeit ist mal wieder viel passiert. Susann ist angekommen, wir haben die ersten Tage in Quito und Umgebung verbracht und wandernd viele Hoehenmeter zurueckgelegt. Einige fuer mich schon bekannte Orte, wie das Mitad del Mundo und die Lagune Cuicocha haben wir besucht. Aber natuerlich ging unsere Reise viel weiter und auch fuer mich gab es wieder viele neue Ort zu entdecken. Nach Quito war unser erstes Ziel
Papallacta. Dies ist ein kleiner Ort etwa zwei Busstunden von Quito entfernt auf 3.200m gelegen. Hier ist eigentlich nicht so viel los. Das Dorf liegt mitten an der Hauptverkehrsachse zwischen Quito und dem Dschungel, sie ist sehr schlecht ausgebaut und tonnenschwere Laster und Busse schlaengeln sich Tag und Nacht durch engste Gaesschen. Heisst, staendiger Verkehr mit Laerm und Gestank fuer die 2.000 Einwohner. Aber nicht deswegen haben wir uns auf den Weg nach Papallacta gemacht, sondern wegen der heissen Quellen in denen man wunderbar entspannen kann. Bei schoenem Wetter zeigt sich auch hier wieder ein Vulkan, der “Antisana” (5.753 m). Nach einer fuenf-stuendigen anstrengenden Wanderung haben wir uns dieses heisse Bad gegoennt
und konnten dann trotz Hochverkehr doch sehr gut geschlafen.
Was immer wieder erstaunlich ist, wie viele Blumen, Pflanzen und Baeume auf 3.000 und 4.000 m wachsen. Waehrend diese Hoehe bei uns in den Alpen komplett felsig ist, findet man hier unzaehlige Orchideenarten, Riesenfarne und vieles mehr.
Weiter ging es dann auf der Vulkanstrasse zu dem sehr touristischen, aber wunderschoen gelegenen Ort
Baņos . Hier ist das Klima schon etwas tropischer, da wir uns auf ca. 1.300m befinden. Baņos ist ein typischer Ausgangspunkt fuer Outdoor Fans. Die Umgebung mit ihren Bergen, Fluessen, Wasserfaellen und Vulkanen laedt zum Raften, Canyoning, Wandern, Reiten, Radeln und vielem mehr ein. Susann und ich haben uns im Endeffekt fuer das Raften und Canyoning entschieden und die restlichen Tage haben wir in der Sonne verbracht und eine wunderbare Aussicht auf den noch aktiven Vulkan “Tungurahua” (5.016m) genossen. Der raucht schoen jeden Tag vor sich hin (siehe Foto) und ab und zu hoert man ihn auch rumoren. Der letzte Ausbruch war im August 2006, noch heute sind gewisse Zufahrtsstrassen nach Banos und andere Orte von Lavastroemen beschaedigt.
Die Vulkanstrasse weiter suedlich gefahren, kommt man zu dem Ort
Riobamba. Der eigentlich nur wegen seiner Naehe zum hoechsten Vulkan Ecuadors,
dem Chimborazo (6.130m) bekannt ist und Abfahrtspunk fuer den “Nariz del Diablo”, dem Teufelsnasezug ist. Dieser Zug verbindet die Orte Riobamba und Alausi und ist dafuer bekannt, dass die Fahrgaeste die gesamte Strecke (ca.200km) auf dem Zugdach sitzend fahren duerfen. Von hier aus konnte man die wundervolle Natur, tiefe Canyons und die Sonne gut geniessen. Leider kamen jedoch Anfang des Jahres zwei Japaner bei der Fahrt auf dem Dach ums Leben, so dass dies nun verboten ist und man nun im ganz normalen Zugabteil mitfahren muss. Ist lange nicht so spannend wie auf dem Dach, aber trotzdem dies nun nicht mehr moeglich ist, war der Zug ausgebucht. Hauptsaechlich mit auslaendischen Touristen, die sich dennoch eine Dachfahrt erhofft hatten. Man hoerte doch viele Geruechte von “wenn man den Fahrer mit 1$ besticht, laesst er einen hoch...” usw. Nachdem man nun nicht mehr auf dem Dach mitfahren kann, haben sich die “Veranstalter” andere Highlights ueberlegt. Der Zug ist auf seiner - eigentlich drei-stuendigen Fahrt- bei uns zwei Mal komplett entgleist. Die Besatzung musste mit ungewoehnlichen Mitteln und Wegen die Zugabteile wieder aufs Gleis bringen.... obwohl auch dies schon jahrelang geschieht, werden die Gleise nicht repariert. Man nimmt lieber in Kauf, dass die
Laguna Cuicochadiesmal sind wir in einer fuenf Stunden Tour um die Lagune herumgewandert
Fahrt anstelle von drei Stundne auch mal fast zehn dauern kann. Die “Teufelsnase”, ein Bergmassiv suedlich von Alausi laesst sich allerdings als solche nicht wirklich erkennen. Von mir aus haette man sich diese Fahrt sparen koennen.
Von Alausi haben wir uns auf den Weg nach
Cuenca gemacht. Das ist die dritt-groesste Stadt Ecuadors mit wunderschoener kolonialer Architektur, gemuetliches Staedtchen (trotz ihrer ca. 400.000 Einwohner), schnell abgelaufen und man findet an vielen Ecken kleine Bars, huebsche Kneipen und Restaurants. Hier kann man es definitiv aushalten.
Nach Cuenca ging es weiter nach
Vilcabamba, einem kleinen gemuetlichen Ort 170km von Peru entfernt. Hier erleben die Einwohner ihre “ewige Jugend”. Das Bergwasser wird hier auch als Jungbrunnen genutzt. Das konnten wir uns doch nicht entgehen lassen. Tja, und dann ging unsere gemeinsame Zeit auch schon der letzten Woche zu. Die haben wir ganz luxurioes auf einem wunderbaren Schiff in
Galapagos verbracht. Dieses Fleckchen Erde ist traumhaft schoen und einfach unbegreiflich. Mit einer tollen Gruppe von 14 Personen und 7 Besatzungsmitgliedern plus einem Guide sind wir fuenf Tage um die Inseln geschippert. Haben unter anderem Seehunde, Pinguine, Wale, Mantas, Leguane, Bussarde, die Darwin-Finken und natuerlich die beruehmten Riesen-Schildkroeten gesehen. Alles aus wirklich naechster Naehe. Auch
BaņosAuf ca. 1.800 gelegene Kleinstadt
nach ca. zwanzig Jahren Nationalpark nisten Voegel und andere Tiere direkt am Wegesrand, der striktens nicht zu verlassen ist. Die Regeln auf Galapagos sind Gott sei Dank sehr streng und die Touristen halten sich daran und stoeren die Vegetation und Brutstaetten keineswegs. Jeder ist begeistert den Tieren einmal im Leben so nahe kommen zu koenne, dass man sie theoretisch streicheln koennte. Mir ist das Nicht-Streicheln der kleinen Robben doch schwer gefallen, wenn sie vor einem im Sand herumtollen und ganz offensichtlich mit einem spielen moechten.
Das haben wir dann teilweise beim Schnorcheln nachgeholt. Nicht das Streicheln, aber das Spielen. Es ist wundervoll mit diesen Tieren im Wasser zu sein und ihre Eleganz beim Tauchen zu beobachten.
Des weiteren ist die Natur auf Galapagos einfach unbeschreiblich. Jede der 14 Inseln hat eine andere Vegetation und trotzdem wir in der Trockenzeit dort waren, gab es wundervolle gruene Inseln, beeindruckende Lava-Formationen, Buesche mit nestenden Voegeln, rote, schwarze und weisse Sandstaende, tuerkisfarbenes Wasser und vieles mehr.
Diese Inselgruppe und Besonderheit ist definitiv eine Reise wert. Fuenf Tage waren mir fast zu kurz. Ich waere doch sehr gerne laenger geblieben und haette mich mit den kleinen und grossen Artgenossen mehr beschaeftigt oder das Tauchparadies ausgenutzt.
TungurahuaErst letztes Jahr ist der immer aktive Vulkan Tungurahua =5.019m= ausgebrochen. Baņos liegt in unmittelbarer Naehe. Strasse werden hierbei regelmaessig zerstoert.
Das werde ich also definitiv neben Kolumbien auch noch auf meine “to do” Liste schreiben.
Baņos Spezialitaeten.... fluessiger Rohrzucker wird unter artistischen Bewegungen zu Suessigkeiten verarbeitet.
Riesenschildkroetezwar nicht die Huebschste, aber hier laesst sich die Groesse ganz gut anschauen