08.01.05
Um 07.45 Uhr musste ich schon vor dem Hostal stehen fuer die Tour zur Isla Chiloe, welche ich vor zwei Tagen auch noch gebucht hatte. Es regnete in Stroemen, der Himmel war dunkel. Aber ich habe mich darauf eingestellt, dass es da regnen wird. Somit war die Enttaeuschung auch nicht so gross. Zuerst fuhr mich jemand nach Puerto Montt, wo ich den Bus wechselte mit mehreren Leuten. Dann ging die Tour los nach Paragua, wo wir die Faehre nahmen nach Chacao. Auf dem Weg hoerte es sogar auf zu regnen und es wurde immer schoeneres Wetter. In Chacao machten wir einen kurzen Halt fuer Kaffee und Toilette. Viel gabs nicht zu sehen, Chacao besteht nur aus einigen kleinen Haeusern. Weiter ging es nach Ancud, schon etwas groesser. Dort gab es eine Festung mit Ausblick zum Meer und ein Museum zu besuchen. Das Museum waere eigentlich im Preis inbegriffen, aber da die Organisation so gut war, haette ich trotzdem bezahlen muessen. Der naechste Ort war Castro, die Hauptstadt der Insel. Dort machten wir eine kurze Bootsfahrt zu den Palafitos (Pfahlhaeuser im Wasser), danach war Mittagspause angesagt. In Castro gab es noch einen Markt und eine Kirche zu besuchen, dann ging es
auch schon wieder weiter nach Dalcahue, wieder einem Kaff mit einem kleinen Markt und einer Kirche. Das wars, nun mussten wir den langen Weg zurueck nach Puerto Montt fahren. Mit dem Wetter hatten wir echt den ganzen Tag Glueck, es regnete ueberhaupt nicht, und das auf einer Insel, wo es eigentlich fast immer regnet. Wir kamen etwa gegen 22.00 Uhr an. Doch es war nicht einmal ein Ruecktransport fuer mich organisiert, das war mir nun doch zuviel, da ich ja schon das Doppelte wie alle anderen fuer denselben Guide bezahlen musste. Ich forderte einfach einen Transport an, der dann eine halbe Stunde spaeter auch eintraf. Das war echt die volle Verarschung. Leider hatte ich keine Telefonnummer von der Veranstalterin und das Buero war um diese Zeit logischerweise schon lange geschlossen. Obwohl es schon 23.00 Uhr war, kochte ich mir noch was Kleines. In der Kueche traf ich auch noch ein paar Leute, das Amerikaner-Ehepaar Lana und Chuck, einen Englaender und den Mexikaner Vladimir. Wir amusierten uns bei einem Glas Wein und mussten dann leider schon nach 1,5 Stunden die Nachtruhe beruecksichtigen.
09.01.05
Eigentlich wollte ich am Morgen vor meiner Abreise noch bei der Reiseagentur reklamieren. Aber ich denke, die
hat genau gewusst, was abgeht, denn sie arbeitete an diesem Tag nicht. Ins Internet konnte ich auch nicht, da noch nichts offen hatte. Ich nahm den naechsten Bus nach Puerto Montt. Dort ging ich ein bisschen ins Zentrum um evtl. dort ins Internet zu gehen und um ein Geschaeft zu suchen, das meine Memory-Sticks auf CD kopiert. Alles hatte geschlossen, und als ich einen Security-Mann fragte, wann denn die Laeden oeffnen wuerden, meinte er, an einem Sonntag wuerden einige um 11.00 Uhr oeffnen. Ich habe mal wieder vergessen, welcher Wochentag wir hatten. Immerhin hatte der Supermercado offen, wo ich mit Freude einiges zum Essen einkaufte, unter anderem habe ich wieder mal Nutella gefunden :-). Um 12.00 Uhr musste ich bei der Faehrstation Navimag sein, um nach Chaitén zu kommen. Leider verliess die Faehre aber erst um 13.45 Uhr den Hafen. Die Zeit verbrachte ich vorallem mit Lesen und Papierkram erledigen. Nach etwa acht Stunden sprach mich mal eine Person an, eine Franzoesin, ob ich Karten spielen moechte. Ich lehnte dankend ab, da ich ja die Karten nicht kenne, aber ich unterhielt mich dafuer mit Sandrine. Ich wechselte auch bald den Platz und setzte mich zu ihren Freunden. Spaeter stellte sich
dies als sehr guter Entschluss heraus. Denn als die Faehre um 01.15 Uhr ankam, stand natuerlich keine einzige Person da, um uns ein Hostal anzubieten. Und die fuenf Personen hatten einen Pick-Up-Wagen. Sie waren so lieb und nahmen mich mit zu ihrer reservierten Unterkunft, denn Busse gab es um diese Zeit nicht mehr. Die Reservation der fuenf Personen hatte geklappt, aber es waren die letzten Plaetze. Ich fragte, ob ich irgendwo am Boden schlafen koenne, da bot sie mir an, auf einem Bettsofa zu schlafen. Da sagte ich nicht nein, ganz billig, sogar mit Fruehstueck!
10.01.05
Ich stand sehr frueh auf, um in diesem kleinen Kaff rauszufinden, wann und ob ueberhaupt ein Bus nach Coyhaique faehrt. Ich hatte einmal mehr Glueck und konnte gleich ein Ticket fuer 10.00 Uhr kaufen. Ich ging zurueck ins Hostal zum fruehstuecken, dann ging die ewiglange Fahrt los. Wir waren etwa elf Stunden unterwegs, bis wir endlich ankamen. Einmal mehr habe ich keine Unterkunft reserviert, aber auch diesmal klappte es. Ich fand ein Hostal mit Zweierzimmer, sogar mit einer Schweizerin als Bettnachbar. Endlich wieder mal Schweizerdeutsch sprechen. Und Susanne ist auch so lieb und schleppt mir einige Sachen nach Hause, sind die Schweizer nicht
nett?! Ich hoffe, es laesst sich dann auch eine nette Person finden, die das ganze Zeug bei ihr abholt, hihihi!
11.01.05
Endlich mal ein bisschen ausschlafen, denn vor 09.00 Uhr laeuft ja eh nichts. Aber dann ging der Kampf dafuer erneut los. Ich rannte fast 2,5 Stunden in der Stadt umher, um wenigstens einige Informationen zu bekommen. Und als ich wusste, wo sich alle Bueros befanden, hatten alle wieder geschlossen, es war wieder mal heisse Stimmung in mir. Ich ging auf den naechsten Bus nach Puerto Aisén, um wenigstens etwas Schlaues zu unternehmen am heutigen Tag. Dort versuchte ich, jemanden von der Agentur zu erreichen, um meine Weiterreise zu organisieren. Die eine Agentur sagte mir, solange ich kein Ticket von der Faehre gekauft habe, koennen sie mich nicht mit dem Bus mitnehmen. Ich solle doch jemanden suchen, der mir das Ticket kauft. Die sind echt lustig, als wuerde ich tausende von Leuten kennen in diesem Sch...ort. Mein Spanisch im fluchen wird am Ende sicher perfekt sein! Ich rief die andere Agentur an, um mein Faehrticket zu buchen, er machte eine Ausnahme (es war ja diesmal auch ein Mann). Nun bleibt zu hoffen, dass es auch klappt und ich am
naechsten Tag vor dem Hostal abgeholt werde. Endlich konnte ich auch mal ein bisschen geniessen. In Puerto Aisén gab es zwar nicht viel zu sehen, aber ich verbrachte die Zeit mit spazieren und fotografieren. Dann fuhr ich noch nach Puerto Chacabuco, was dann wirklich nichts zu bieten hatte. Gegen Abend kehrte ich nach Coyhaique zurueck und ging etwas essen, wieder mal in einem Restaurant.
12.01.05
Meine Zimmerkollegin musste bereits um 05.30 Uhr vor dem Hostal stehen, somit wachte ich wenigstens fruehzeitig auf, um auch meinen Bus nicht zu verpassen. Dieser kam zwar mit Verspaetung, aber er kam! Wir fuhren zuerst etwa zwei Stunden mit dem Bus, dann nochmals etwa zwei Stunden mit der Faehre. Danach nahm ich das erste Busangebot nach Los Antiguos an. Dort organisierte ich meine Weiterfahrt nach El Calafate. Leider fuhr der direkte Bus nur jeden zweiten Tag und natuerlich war der naechste erst wieder uebermorgen. Aber ich entschloss mich, die laengere Fahrt auf mich zu nehmen. Etwa 21 Stunden Busfahrt, welch eine Plage.
13.01.05
In Rio Gallegos mussten wir noch den Bus wechseln und zudem noch eine Stunde warten, aber das Ziel kam naeher. Irgendwann auf der Route machten wir noch eine kurze Pause,
und wen traf ich da im Bus??? Rachel! Ich war ueberrascht, denn ich dachte, sie sei schon viel weiter. Wir haben uns kurz ausgetauscht, aber dann ging jeder wieder den eigenen Weg. Am Busterminal von El Calafate habe ich wiederum das erste Angebot eines Hostals genommen, die fuhren mich immerhin gleich mit dem Bus ins Zentrum, sehr komfortabel! Danach organisierte ich gleich eine Tour fuer den naechsten Tag. Und schliesslich machte ich noch einen Spaziergang zur Laguna Nimez, ein Vogelreservat. Die Lagune hat so gruenes Wasser, sowas habe ich echt noch nie gesehen. Voegel hatte es zwar nicht so viele, aber die Stimmung mit dem megastarken Wind war genial. Auf dem Weg habe ich noch eine Person angequatscht, mit dieser ging ich dann spaeter auch noch was essen, wieder mal ein richtiges Stueck Fleisch :-).
14.01.05
Morgens um 08.15 Uhr ging die Fahrt los zum Perito-Moreno-Gletscher. Auf dem Weg konnten wir einige Kondore sehen, leider nur aus der Ferne, aber immerhin. Als wir im Nationalpark ankamen, machten wir zuerst einen 1,5-stuendigen Spaziergang entlang des Sees bis zum Gletscher. Dort konnten wir etwa drei Stunden alleine verbringen. Es gibt dort verschiedene Aussichtspunkte auf den Gletscher. Als erstes ging ich die
beiden Schweizer Jonathan und David suchen, fand sie auch prompt. Wir assen unsere selbstgemachten Sandwiches und genossen die schoene Aussicht auf den Gletscher. Uebrigens handelt es sich dabei um den Gletscher, der letztes Jahr fuer grosse Schlagzeilen gesorgt hat, als ein riesiger Eisbroken ins Wasser fiel. Tja, dieses Ereignis habe ich halt verpasst, aber immerhin sahen wir einige kleine Broken ins Wasser fallen und die Stimmung mit dem Knirschen und Knacken des Eises war sehr spannend. Ein Foto davon zu machen, gelang mir leider nicht. Denn sonst waeren mir die Finger abgefroren, wenn ich jedesmal eine halbe Stunde darauf gewartet haette ;-). Jonathan und David hatten den Plan, nach Ushuaia zu fliegen und dann nach Buenos Aires resp. Puerto Madryn. Jonathan aenderte jedoch seine Reiseplaene und geht nun mit David nach Ushuaia, kommt jedoch zurueck um mich in Puerto Natales zu treffen, damit wir zusammen den Torres del Paine Nationalpark besuchen koennen, nicht schlecht sowas, jetzt muss ich doch nicht alleine campen! Deshalb stand jetzt auch fest, dass ich definitiv noch nach El Chaltén fahren werde. Somit musste ich noch meinen Bus organisieren. Es nahm wieder mal einige Zeit in Anspruch, aber es klappte wie am Schnuerchen. Ich konnte einen
Nachtbus organisieren, der am naechsten Morgen bereits um 07.30 Uhr in El Chaltén ankommt. Danach ging ich mit den beiden Jungs Pizza essen, war ganz gut (nachdem die erste ohne mein Verschulden vom Tisch gefallen ist) und wir amuesierten uns praechtig. Der Kellner kannte auch gar nichts, der hat mich sogar waehrend seiner Arbeit staendig angemacht *smile*. Nach dem Nachtessen ging ich kurz zurueck ins Hostal um meinen Rucksack zu packen, danach traf ich David und Jonathan im Pub zu einem Drink. Kurz vor 02.30 Uhr verabschiedete ich mich und ging zur Busstation.