PuconDer schneebedeckte Vulkan bei Pucon
Nachdem wir unseren kleinen Luxusabstecher in Tahiti wohl gebraunt "ueberlebt" hatten, sind wir wieder zurueck nach Neuseeland geflogen, um am naechsten Tag gleich wieder weiter nach Santiago, Chile zu fliegen.
Das hiess 2 Mal die Datumsgrenze ueberfliegen - was echt komisch ist: also den 18.2. haben wir dann 2 Mal erlebt, wohingegen der 17.2. nur 2 Stunden lang war - das soll dann einer nochmal verstehen...
Beim 2. Mal 18.2. sind wir dann also - ganz à la "und taeglich gruesst das Murmeltier" - in Sanitago angekommen und haben uns 2 Tage die Stadt angeschaut. Dann sind wir ueber ein paar Umwege (Valparaiso, eine schoene Hafenstadt auf Hoehe von Santiago und Pucon, einem kleinen Ort am Vulkan gelegen) in den Sueden gefahren, nach Puerto Montt.
Durch die unberuehrten Fjorde von Patagonien
Von hier aus sollte unsere Reise nach Patagonien - ans suedliche Ende der Welt losgehen: wir hatten eine viertaegige Tour auf der NAVIMAG gebucht, einem Ex-Postboot, dass zwischen den Inseln und Fjorden Patagoniens nach Sueden faehrt. Mittlerweile nicht mehr reines Postboot, da man erkannt hat, dass die Route fuer Touristen einmalig ist, ist das Boot etwas umgebaut worden und es gibt Platz fuer ca 200 Touristen inkl. Kabinen und
Kantine etc.
Die Route fuehrt durch wirklich unberuehrtes Land, wo ansonsten kein Mensch vorbei kommt, da es hier keine Strassen gibt und 9 Monate im Jahr tiefster Winter herrscht...
Wir hatten uns in eine Viererkabine eingemietet und mit Glueck festgestellt, dass unser Kabinenmitbewohner ein 65 jaehriger Franzose - aber wie er im Buche steht - ist. Das heisst, das erste was wir bemerkt haben war, dass er sich 6 Flaschen Rotwein fuer die 3 Tagestour mitgenommen hatte :-) ...dann sprach er mit Iris grundsaetzlich nur Franzoesisch - obwohl er wusste das Iris kaum Franzoesisch spricht und er aber sehr wohl Englisch konnte... zudem kam noch die unverkennliche Aehnlichkeit (siehe Photo) mit Jean Reno... typischer Franzose halt.
Kurz gesagt, wir haben uns natuerlich blendend mit ihm verstanden und natuerlich auch geholfen, ihn von der Last der Rotweinflaschen zu berfreien :-)
Die Fahrt war wirklich einmalig, auf dem Weg sahen wir Robben, Wale, Gletscher die ins Meer "fliessen" und einzigartige & unberuehrte Landschaften.
Torres del Paine - 6 1/2 Tage durch die Gletscherlandschaft mit Zelt
Mit dem Boot sind wir dann nach 3 Tagen in Puerto Natales angekommen - fast der suedlichste Punkt von Suedamerika. Gut eine
Auf dem BootEinmalige Fahrt durch die Fjorde von Patagonien - hier kommt man nur mit dem Boot hin...
Stunde noerdlich liegt der beruehmte Nationalpark "Torres del Paine" mit seinen einmaligen Felsformationen und Gletschern.
Die Gegend muss man zu Fuss erkunden und es gibt 2 Wanderungen: einmal die 3-5 taegige "kurze Route" und dann die komplette Route, der "Circuit", der dann so 7-10 Tage dauert. Nachdem wir ja schon so tolle Erfahrungen in Nepal hatten, wollte Iris unbedingt die lange Tour machen - ich war natuerlich sofort einverstanden, da ich vor 6 Jahren schon mal die kleine Tour gelaufen bin.
Es gab nur einen kleinen Unterschied zu Nepal - wo wir uns ja noch eine Porter geleistet hatten: Porter gab es hier nicht und ausserdem musste man Zelt, Isomatte, Schlafsack und auch das ganze Essen (fuer 7 Tage!!!) mitnehmen.... Puh, eine ganze Menge also....
Wir haben uns also alles noetige besorgt und unsere Rucksaecke vollgepackt, dass wir sie kaum noch heben konnten und sind aufgebrochen. Zum Glueck wurde der Rucksack ja jeden Tag etwas leichter!
Die Wanderung war einmalig schoen, besonders da die lange Tour nur wenige machen und man vielleicht 10 Leute den ganzen Tag gesehen hat. Camping konnte man auf den ausgewiesenen Plaetzen, aber auch manchmal wild - so dass wir teilweise an einmaligen
Auf dem Boot...mit unserem Kabinennachbar Carlos aus Frankreich - immer ne Flasche Wein in der Hand...
Orten uebernachtet haben - z.B. ganz allein direkt vor dem Pass am Fluss (siehe Photo) bei sternenklarem Himmel und fast-Vollmond...
Wir haben uns also ordentlich durchgekaempft und abends war ich immer wieder ueber Iris Zaehheit erstaunt - wir sind jeden Tag 8-12 Stunden gelaufen (in 6,5 Stagen 150km) und das mit ueber 14 kg auf dem Ruecken... Aber das ist es dann auch wieder, was einen wohl etwas "aufgeilt", dass man halt ganz autark wandern kann und sich so durchbeisst!
Die Ausblicke auf der Wanderung waren unvergesslich: Unglaubliche Felsformationen und einmalige Gletscherflaechen und Gletscher-"Fluesse" -- so gross und mit so vielen verschiendenen blau/gruenen Farben!
In sportlichen 6,5 Tagen sind wir dann einmal um das Torres del Paine Massif herumgelaufen; danach dann erstmal wieder zurueck nach Puerto Natales, um erstmal unsere Wunden zu lecken...
Perito Moreno - Argentinien
Weiter ging es dann nach El Calafate zum Perito Moreno Gletscher, einen der wenigen sich noch nach vorne bewegenden Gletschern. Beruehmt ist er wohl wegen seiner fuer Touristen idealen Lage - man kann direkt gegenueber, 50m entfernt auf einem Huegel stehen und beobachten, wie einzelne Eisstuecke abbrechen und unter Getoese in den See fallen.
In El Calafate sind wir
ein paar Tage geblieben und haben, um uns wieder ein bisschen zu staerken, das ein oder andere 500g Steak gegessen - hmmmm.... so was leckeres gibts einfach nur in Argentinien!
Dann sind wir von Rio Gallegos nach Buenos Aires geflogen und unser Abstecher in Patagonien war beendet. Obwohl ich schon mal hier war muss ich echt sagen, dass es noch schoener war, als ich es in Erinnerung hatte. Ein echtes Highlight unserer Reise!!!
Am PassBlick in das Eisfeld "Campo de Hielo del Sur" mit Grey-Gletscher