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Published: October 15th 2012South America » BoliviaOctober 15th 2012
Bolvien erreichen wir von Peru über die Grenze am Titikaka-See, dessen große Weite und klare Luft uns ein paar ruhige Tage verspricht. Wir landen in Copacabana, gleichnamig wie der bekannteste Strand Rio de Janeiros, finden wir hier den langgestreckten Strand an einem kleinen netten Touristen-Dörfchen gelegen. Nur ist es hier lange nicht so warm (wir befinden uns auf 3810m) und leider auch sehr algenverseucht. Also baden werden wir hier nicht, nur ein Kajak leihen wir uns aus. Die starke Strömung auf diesem riesiegem See und die geringe Qualität des Kajaks zerren aber schnell an unseren Kräften und den Nerven. Schön war es trotzdem. Eine Tour zur Isla del Sol (Sonneninsel) bescheert uns einen tollen Überblick über den Titikakasee bis zu den Korillieren und einen angenehmen Wanderweg quer über die alte Inka Insel.
Nach drei sonnigen entspannenden Tagen wagen wir uns in die Hauptstadt von Bolivien, La Paz. Das heißt der Frieden, doch so friedlich war diese Stadt nicht. Irgendwie hatte sie nicht viel Charme, eher mehr Chaos, Lautstärke und Smog zu bieten. Sofern man auf die Straße geht, bekommt man eine schwarze Rußwolke ins Gesicht geblasen, ein Mundschutz wäre hier wirklich nicht lächerlich. Dazu verbiegt sich Reiner noch an einem
Taihländischen Gericht den Magen und muss einen Tag ausetzen. Als wir dann endlich weiter wollen, können wir nicht weil in unsere gewählte Richtung die Straßen von streikenden Mienenarbeitern blockiert wurde.
Zu guter letzter wählte unser Finger irgendeinen Ort in die anderer Richtung und wir fuhren in das kleine bescheidene örtchen Corioco. Das liegt auf 2000m in Richtung des Amazonaswaldes. Das Klima hat uns wieder erwärmt und unser Hotel hatte sogar einen Pool mit Blick auf die Schneeberge. Auch hier haben wir den guten Wein und und die Ruhe genossen.
Von hier aus wieder weiter Richtzung Süden, auf die komplizierte Tour. So einfach wie in den Ländern zuvor mit den Busreisen ist es hier nicht mehr. Wir vermuten dass die wohlhabenderen Nachbarländer ihre ausgedienten Busse günstig an Bolivien weiterverkaufen, Komfort und Sicherheit gehen dabei wohl verloren. Und diese alten Busse rasen nun über teilweise ungeteerte Bergstraßen. Das heißt man kann ungefähr für 100km mit 4Stunden rechnen. Egal wie, wir haben es mit Mühe und Müdigkeit bis nach Uyuni geschafft.
Uyuni liegt im Südwesten Boliviens am Rande der größten Salzwüste der Welt. Uyuni wird im Reiseführer mit einem sibirischen Dorf verglichen. Flach, langgezogen, ständig minus Grade in der Nacht.


Wanderweg auf der Isla del Sol
das ist keine Zielmarke , sondern hier wird ordentlich Wegezoll berechnet
Von hier aus buchen wir eine drei Tages Tour durch die besagte Salar de Uyuni - und die hat es dann in sich.
Die Salzwüste, entstanden in 3600m Höhe aus einem riesigen See von dem jetzt nur noch der Titikaka-See , eine karge Hochlandschaft mit großen Salaren übrig ist. Wir besuchen einen Eisenbahn-Friedhof und einen Souvenier-Markt bevor wir endlich aufs Weiße dürfen. Und dann so weit das Auge reicht der weiße Horizont und der tolle blaue Himmel. Skurile Landschaften haben sich hier gebildet. Da ragen braun grüne Insel aus dem reinen Weiß heraus die Jahrtausend alte Kakteen beherrbergen aber sonst nichts. Diese lebensfeindliche Landschaft bietet aber an ihren Seen und doch großen Weiden zwischen den Salaren ein zuhause für Lama, Alpacas und Vicunas und zu unserer Freude außerdem für drei verschiedene Flamingoarten. Dazu sind einige von den Seen von Mikroalgen 'befallen' wodurch das Wasser rot gefärbt wird. Ein wahnsinnig begeisterndes Farbenspiel!!!
Nachts schlafen wir im Salzhotel, alles, die Betten, Tische und Stühle sind aus Salzquadern getischlert. Vor den Minusgeraden schützen uns Kiloberge von dicken Wolldecken und die Höhe (4300m in der zweiten Nacht) bescherrt uns einige fantasiereiche Träume und ein wenig Kopfschmerzen.
Am Ende der Tour werden wir
nach den Geysiren und einem Thermalbad an die chilenische Grenze mitten im Nirgendwo gebracht. Im Herzen der Hochwüste werden wir im WInd stehen gelassen und verabschieden unsere lieben Tourmitglieder, ein chilenisches und ein deutsches Pärchen. Für sie geht es sieben Stunden im Jeep wieder zurück und wir fahren auf der neu geteerten Straße (ein Wohltat für den Popo) ins chilensiche Tal runter auf 2200m nach San Pedro de Atacama.
Nach also einer lustigen Berg und Talfahrt - sowohl wahrhaftig als auch gesundheitlich und nervlich - verlassen wir Bolivien nach nur 12 Tagen. Es ist mit abstand das billigste Land Südamerikas und hat sehr viele Facetten zu bieten. Vom leichten 6000m Bergsteigen bis zur Deathroad mit dem Mountainbike runterfahren, Kajaken auf dem Titikaka und Funnyphotos in der Salzwüste bis hin zum günstigen Jungletrip. Es ist definitiv eine Reise wert...
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