23.07.05
Um 06.00 verliess ich das Hotel. Ich lief zum Busterminal, obwohl ich immer noch die gestrigen Warnungen im Kopf hatte. Aber es war ueberhaupt kein Problem. Der Bus hatte einmal mehr Verspaetung. Die Fahrt war dafuer wieder mal angenehm. Wenn man tagsueber reist, hat man dafuer auch etwas von der Natur. Gegen 14.00 Uhr kam ich in La Paz an. Vom Busterminal lief ich diesmal bis zum Hotel, nun wusste ich ja den Weg. Ich hatte sogar Glueck und bekam noch ein Zimmer. Danach machte ich mich auf den Weg zu einigen Reiseagenturen, um die Velotour, eine Tour in die Pampas und in den Dschungel abzuklaeren. Dann musste ich zuerst einmal ueber all die Daten nachdenken, wie ich es wohl am besten handhaben koennte. Leider ist es oft schwierig, Zeit fuer sich zu haben in einem Mehrbettzimmer. Die Leute quatschten staendig mit mir und so konnte ich mir wieder nicht konzentriert Gedanken machen. Irgendwann war ich dann doch noch alleine. Ich musste zuerst mal ausrechnen, wieviel Geld ich ueberhaupt noch abheben muss, damit ich nicht zuviele Bolivianos zurueckwechseln muss, wenn ich das Land verlasse. Ich entschied mich schlussendlich, die Biketour vorzuziehen und nicht auf Roly zu warten, da ich dadurch
etwa 50 Dollar fuer den Flug sparen konnte. Ich buchte also die Biketour auf Montag, somit hatte ich noch einen Tag, um all mein Gepaeck zu sortieren, Geld abzuheben, mein Packetgruempel zusammenzupacken, etc. Abends ging ich noch kurz alleine eine feine Pizza essen, nach langem wieder einmal! Nach dem Essen kroch ich jedoch gleich unter die warme Bettdecke und las noch ein wenig.
24.07.05
Ich schaffte es erst, gegen 07.30 Uhr aufzustehen. Ich packte meine Sachen zusammen und machte mich mit dem Micro auf den Weg zum Cementerio. Dort wechselte ich den Bus, um nach Tiwanaku zu kommen. Dieser fuhr mal wieder erst, als er voll war. Die Fahrt dauerte nicht mal 1,5 Stunden. Ich war wie oft eine von der ersten Touristen. Als ich den Eintritt bezahlen musste, fielen mir beinahe die Augen aus dem Kopf. Es waren 80 Bolivianos = etwa 10 USD. Alle denken jetzt sicher, ich spinne, wegen 10 USD so zu reagieren. Aber es ist halt schon so, dass man sich erstens sehr ans guenstige Leben hier gewoehnen kann und zweitens war es fuer mich einfach unglaublich, dass man sich fuer diesen Preis zum Beispiel vier Uebernachtungen, eine Busfahrt nach Uyuni und zurueck oder
sonstwas Irrsinniges leisten koennte. Zudem bezahlen die Einheimischen nur 10 Bolivianos, aber die sind ja auch aermer und deshalb akzeptiere ich das natuerlich. Ich ging also zuerst zur Ruinenstaette. Ich denke, wenn man das erste Mal Ruinen besucht, ist diese sehenswert, doch fuer mich war es eher eine Enttaeuschung. Alle interessanten resp. schoenen Skulpturen und Ruinensites waren eingezaeunt. Natuerlich war dies auf all den Plakaten und Werbeflaechen nie so zu sehen, dort waren immer die perfekten Bilder drauf. Die neuen Ruinen durften zudem weder fotografiert noch gefilmt werden, was ich auch nicht so ganz verstand. Ich besuchte trotzdem die gesamte Ruinenstaette. Danach besuchte ich auch noch die beiden Museen, die sehr schoen gestaltet sind. Doch auch hier durfte man bei einigen sehr schoenen Figuren keine Fotos machen. Die letzte Ruine, eine kleine Pyramide, liess ich dann doch aus. Stattdessen lief ich noch ins Doerfchen selbst, um dort die Kirche und das Marktgeschehen zu begutachten. Dann fuhr ich mit dem naechsten Micro wieder zurueck nach La Paz. Leider hielten sie nicht mehr beim Cementerio, sondern eine Weile vorher. Ich musste mich mal wieder mit Fragen durchkaempfen, wie ich denn nun in die Stadt zurueckkommen koennte. Von fuenf Personen kamen natuerlich wieder
fuenf verschiedene Antworten. Irgendwann klappte es doch noch und ich kam im Zentrum von La Paz an. Ich deponierte wieder all mein Gepaeck im Hotel und machte mich auf die Suche nach leeren CD’s. Dies waere in Sucre hundert Mal einfacher gewesen, nur hatte ich dies dazumals vergessen. Da Sonntag war, hatten auch noch viele Laeden geschlossen. Nach etwa einer Stunde kehrte ich wieder ins Hotel zurueck und konnte endlich meine CD’s brennen. Nun rechnete ich nochmals mein Budget fuer die naechsten Tage aus und ging Geld abheben, das haette ich naemlich auch noch fast vergessen vor lauter "Verpflichtungen" :-). Nun musste ich nur noch mein Gepaeck umpacken fuer einen kalten und ein paar waermere Tage, das nahm jedoch wieder einmal viel Zeit in Anspruch.
25.07.05
Auf 07.30 Uhr ging ich in die Agentur. Dort servierte mir Isabel das Fruehstueck am Nebenpult. Nach dem Fruehstueck lief ich mit dem Guide zur Chacaltaya-Tour, wo ein Microbus und weitere Touristen warteten, ich hatte jedoch meinen eigenen Guide. In der Gruppe waren zwei Israelis, zwei Franzosen und zwei Schweizer dabei. Zuerst fuhren wir durch La Paz, dann alles den Huegel rauf bis auf knapp 4800m nach La Cumbre. Draussen war es recht
kalt. Wir erhielten alle Handschuhe, Helme, eine Jacke und unsere Fahrraeder. Zudem bekam ich auch noch eine Hose. Wir machten kurz einen Fahrtest und dann ging das Abenteuer los. Die Aussicht war wieder mal wunderschoen. Das Wetter in La Cumbre war zwar schoen, aber bereits ein paar Meter unterhalb begann der Nebel. Die Fahrt ging alles bergab, zuerst auf asphaltierter Strasse. Mir froren zwar fast die Finger ab, aber es war einfach genial. Zwischendurch machten wir wieder einen Halt, um ein Foto zu machen. Ab und zu mussten wir auch kurz bergauf fahren, was mir bei der Hoehe natuerlich wieder mal ein bisschen Muehe bereitete. Aber man hatte immer noch die Moeglichkeit, ins Auto zu steigen, welches staendig hinter der Gruppe mitfaehrt. Ich hatte halt nur das Pech, dass der Bus mich ploetzlich ueberholte und weiterfuhr. Das waere nicht so tragisch gewesen, nur fing es dann auf einmal auch noch an zu regnen. Und da hatte ich nicht mehr so Freude wegen meiner Kamera. Der Guide fuhr also voran und organisierte den Bus und ich wartete dafuer etwa eine halbe Stunde bis sie wieder zurueckkamen. Das war nun die Sicherheit, welche die Agentur gross in ihrem Prospekt erwaehnte. Ich moechte
nicht wissen, wie sie so bei einem Unfall reagieren wuerden. Als die asphaltierte Strasse zu Ende war, fuhr ich auch wieder mit dem Bike weiter. Irgendwann holten wir auch die Gruppe wieder auf. Wir sahen alle sehr schmutzig aus, ich war froh, wenigstens eine Hose erhalten zu haben. Die Schuhe sah man vor lauter Dreck schon fast nicht mehr. Bei einem naechsten Zwischenhalt erhielten wir einen feinen Snack, dann gings wieder gleich weiter. Es gab immer mehr Verkehr und es war interessant zu beobachten, wie die grossen Lastwagen oder Cars aneinander vorbeikamen in den engen Strassen. Wir sahen auch einen Lastwagen, der kurze Zeit vorher in den Graben gefallen war, zum Glueck aufgehalten von Baeumen, denn sonst geht es noch ziemlich lange weiter bergab. Die Leute waren alle ok, nur mussten sie nun die ganze Last den Huegel rauftragen und irgendwie nach Coroico kommen. Die Strasse heisst ja nicht umsonst Todesstrasse, diese Art von Unfaellen passieren anscheinend recht haeufig. Gegen das Ende der Route waren die Strassen wieder trocken. Nach ein paar Stunden Fahrt spuerte ich schon ziemlich meine Arme, was teilweise auf der holprigen Strasse schon fast gefaehrlich war, da ich keine Kraft mehr hatte, staendig zu bremsen. Gegen
14.30 Uhr kamen wir in Yolosa an. Dort zogen wir all unsere schmutzigen Sachen aus, die Bikes wurden gewaschen und dann wurden wir zu unseren Hotels gefahren. Ich verabschiedete mich also von den Anderen, ich war ja eigentlich alleine unterwegs. Im Hotel gab es noch ein Mittagessen und somit war die Tour beendet. Ich quartierte mich gleich in demselben Hotel ein. Ich waschte meine schmutzigen Sachen. Es war gerade mal 16.00 Uhr. Im Bad gab es zurzeit kein Wasser, draussen war es schlechtes Wetter und ich war eh muede. Deshalb ging ich erst mal ins Bett. Nur war ich so muede, dass ich bis zum naechsten Morgen gar nicht mehr aufstand.
26.07.05
Die Nacht war recht kalt, ich musste sogar die Bettdecke des Nachbarbettes nehmen. Meine gewaschenen Sachen waren logischerweise immer noch nass. Und draussen war das Wetter immer noch so schlecht wie gestern. Normalerweise ist Coroico bekannt fuer seine sehr schoene Aussicht und den Hotels mit Swimmingpool, doch da musste ich diesmal passen. Nach einer heissen Dusche kroch ich tatsaechlich nochmals unter die Decke, ich konnte mich einfach nicht aufraffen. Coroico hat auch ueberhaupt nicht viel zu bieten wenn das Wetter schlecht ist. Eine Plaza, ein paar Cafés
und viele kleine Laeden. Gegen 11.00 Uhr stand ich dann doch auf. Ich packte meine Sachen zusammen und lief ein bisschen durch die Gassen. In einem Café genoss ich ein feines Fruehstueck mit Pfannkuchen und dann waermte ich mich ein bisschen an den nun hervorkommenden Sonnenstrahlen auf. Sogar meine Hosen trockneten bis zur Abfahrt um 13.00 Uhr. Ein kleiner Laster fuhr uns von Coroico nach Yolosa. Dort mussten wir auf den grossen Bus warten. Dieser kam nach etwa zwei Stunden Wartezeit endlich an. Nach etwa einer halben Stunde Fahrt hatten wir auch noch eine Panne. Diese konnte in etwa einer Stunde soweit repariert werden um weiterzufahren. Gegen 20.30 Uhr kamen wir in Caranavi an. Der Chauffeur meinte, wir haetten 30 Minuten fuers Nachtessen. Als wir wieder zur Haltestelle zurueckkamen, war jedoch kein Bus mehr da. Von irgendeiner Person vernahmen wir dann, dass dieser nun in der Reparatur sei. Wir mussten also noch ein bisschen warten. Aus dem bisschen warten wurden es jedoch drei ganze Stunden. Die Weiterfahrt nach Rurrenabaque konnte dann endlich losgehen.
27.07.05
Ich wurde schon langsam nervoes, da ich unbedingt am selben Tag noch eine Tour starten wollte. Der Bus kam natuerlich recht spaet in Rurrenabaque an.
Dort sprach ich eine Frau an, um mich kurz ueber die Touren zu informieren, sie machte mir auch gleich von Anfang an einen guten Preis und meinte, ich sollte doch mit ihr in die Agentur fahren fuer mehr Infos. Die anderen Touristen waren noch am warten und reden, deshalb machte ich mich schon mal alleine auf den Weg zur Agentur. Ich ging jedoch noch ein paar Vergleiche machen, kehrte aber schlussendlich zu Carmen zurueck. Wir hatten noch kurz Zeit um uns zu organisieren, was einzukaufen, aufs Klo zu gehen, etc. Danach liefen die Guides mit uns zum Boot. Mit diesem fuhren wir zuerst zur Kontrollstelle, wo wir unseren Eintritt bezahlen mussten. Dann fuhren wir nochmals zurueck um drei weitere Personen abzuholen und dann ging die Tour los. In der Gruppe waren drei Argentinier - Mariano, Pablo und Axel sowie ein Daene und zwei Englaender, die jedoch eine separate Tour machten. Mit dem Boot fuhren wir also ziemlich lange durch die wunderschoene Natur. Dieser Dschungel ist irgendwie spezieller, da er umrundet ist von hohen Bergen. Irgendwo am Uferrand luden wir den Guide mit den drei anderen Personen aus und fuhren weiter bis zu unserer Lodge. Dort zeigte uns unser Guide Juancarlos
unsere Zimmer und die diversen Raeume. Es erwartete uns bereits das Mittagessen. Danach machten wir einen etwa dreistuendigen Spaziergang durch den Dschungel. Juancarlos erklaerte uns wieder verschiedene Pflanzen und Baeume. Ich kannte zwar schon Einiges, aber es war trotzdem interessant. Nur schon zu vergleichen, wer was in welcher Form rueberbringt. Was die Tiere anbelangt, war der Spaziergang eher langweilig. Wir haben ueberhaupt nichts gesehen. Zu hoeren waren dafuer staendig irgendwelche Voegel oder von der Ferne die Affen. Als wir wieder in der Lodge waren, konnten wir uns ein bisschen in unseren Schlafzimmern erholen, bis das Nachtessen bereit war. Im Essraum entdeckten wir eine Ratte, die hatte wohl auch Lust auf Essen. Da es aber kein Licht ausser Taschenlampen und Kerzen gab, hatten wir nicht mitbekommen, dass sich diese anscheinend ins Schlafzimmer verkrochen hatte. Ich schlief tief und fest, aber die Argentinier waren vom Geraeusch aufgewacht und entdeckten die Ratte wieder beim Cornflakes essen :-).
28.07.05
Die Nacht war recht kuehl, dafuer dass wir im Dschungel waren. Morgens in der Fruehe weckte uns der Guide zum Fruehstueck. Dann teilte er uns den Tagesplan mit. Da ich jegliche Stories gehoert hatte von Touristen, die im Dschungel waren und mit Wuermern an
den unmoeglichsten Orten zurueckkehrten, war ich ueber seinen Vorschlag, einen Fluss zu ueberqueren, ueberhaupt nicht begeistert. Zudem waren noch all die Sachen, die nass werden konnten. Aber es blieb mir nichts anderes uebrig. Ich hatte zum Glueck meine wasserdichten Saecke dabei, worin ich all meine Sachen packte. Die Argentinier packten all ihre Utensilien in einen Rucksack. Die Tour begann. Zu Fuss mussten wir von der Lodge aus zuerst kurz durch den Dschungel und dann ueber die Steine zum Fluss laufen. Dort bastelte der Guide aus ein paar Holzpfaehlen und zwei Kanistern eine schwimmbare Trage fuer unser Gepaeck. Wir zogen also all unsere Kleider bis natuerlich auf die Badesachen aus und gaben all unser Gepaeck auf die Trage. Axel und der Guide machten sich als erstes auf den Weg, um den Fluss zu ueberqueren. Dieser hatte eine recht starke Stroemung, deshalb nahm es ziemlich viel Zeit in Anspruch, bis der Guide wieder zurueck war fuer die zweite Ladung Gepaeck. Mariano, Pablo und ich standen dafuer da und warteten, waehrenddem uns die Sandfliegen das Blut aus dem Koerper saugten. Ich war froh, endlich auch den Fluss ueberqueren zu koennen. Drueben angekommen, kleideten wir uns wieder an und es startete unser Spaziergang. Wir
liefen wieder durch den Dschungel, bis wir zu einem Aussichtspunkt der Papageien kamen. Diese leben in Loechern in den Felsen. Sie waren nur von der Ferne zu sehen. Wir liefen dann einen etwas komplizierteren Weg zum Aussichtspunkt, oberhalb der Felsen. Der Weg fuehrte ueber eine steile Geroellhalde, welche nicht ganz ungefaehrlich war, denn staendig machten sich wieder Steine selbstaendig. Wir schafften es jedoch alle ohne irgendwelche Schwierigkeiten. Auf dem Aussichtshuegel waren die Papageien von naeherem zu sehen und man konnte ueber den ganzen Dschungel hinwegsehen, das war wieder eine herrliche Aussicht. Zurueck nahmen wir einen anderen Weg. Dieser war schon ziemlich verwuchert, sodass der Guide oft mit seiner Machete nachhelfen musste. Das war dann endlich mal pures Dschungelabenteuer. Tiere haben wir trotzdem immer noch nicht viele gesehen, aber das Ambiente stimmte total. Nach langem laufen durch den Dschungel kamen wir unten an einem Fluss an. Ein weiteres Abenteuer begann. Wir mussten durch den Fluss waten. Den Grund konnte man teilweise nicht sehen, manchmal war er aus Sand, manchmal aus Steinen. Die Argentinier waren besorgt, dass es Schlangen haben koennte, doch der Guide teilte uns mit, dass keine vorhanden seien. Ab und zu mussten wir durch halben Sumpf waten und wir
blieben oft knietief stecken. Zum Glueck ist niemand hingefallen, die Kameras haetten bestimmt nicht so Freude gehabt und die Besitzer auch nicht. Irgendwann kamen wir wieder an die Stelle, wo wir den Fluss ueberqueren mussten. Wieder dasselbe Ritual. Die Stroemung war diesmal gleich am Anfang und deshalb war es schwieriger, den Fluss zu ueberqueren. Juancarlos packte wieder alles Gepaeck auf. Ich und er schwimmten zuerst los, es war nicht mal so einfach, aus der Stroemung zu kommen. Mariano folgte mir und erreichte wie ich das Ufer. Pablo landete jedoch schon nach kurzer Zeit wieder am selben Ort wie vorher. Als ein kleines Motorboetchen kam, organisierten wir dieses, dass es spaeter Axel und Pablo ans andere Ufer bringt. In der Zwischenzeit kuemmerten wir uns um die nassgewordenen Sachen, der eine Rucksack hatte ein bisschen viel Wasser erwischt. Mariano hatte leider auch noch ein Problem mit seiner Kamera, die auch etwas nass wurde. Als das Boot kam, holten die Leute Axel und Pablo ab und kam zu uns. Sie nahmen uns gleich mit zu unserer Lodge, wir waren eh schon ein bisschen spaet dran. Kurz darauf gab es Nachtessen. Danach war ein kurzer Spaziergang durch den Dschungel bei Nacht angesagt. Axel und
Pablo blieben jedoch in der Lodge. Gleich zu Beginn des Spaziergangs erschraken wir hoellisch ab dem Geraeusch, als sich ein Reh aus dem Staub machte. Wir konnten es leider nicht mehr wiederfinden. Ein paar Schritte weiter entdeckten wir eine Eule, die sogleich ihre Beute gefressen hatte. Es war das erste Mal, als ich eine Eule live sah, also endlich mal was Neues. Sie flog jedoch recht schnell davon, als sie uns hoerte. Wir liefen weiter zum Flussbecken, wo es kleine Lagunen hatte. Wir sahen von Weitem einen Tapir an den See laufen, doch auch den verloren wir ziemlich rasch aus den Augen. Dann setzten wir uns irgendwo hin und warteten einfach. Der Himmel war wieder voller Sterne und die Geraeusche um uns herum waren faszinierend. Es tauchte leider kein Tier mehr auf, aber es hat sich trotzdem gelohnt, diesen Spaziergang zu machen. Zurueck in der Lodge war es schon wieder Zeit zum schlafengehen, diesmal jedoch befanden sich keine offenen Nahrungsmittel im Schlafzimmer.
29.07.05
Bereits nach dem Fruehstueck ging die Rueckfahrt nach Rurrenabaque los. Wir tuckerten also wieder mit dem Boot durch die Landschaft. Es war noch ziemlich kalt und neblig. In der Naehe von Rurrenabaque wechselte das Wetter zu
herrlichem Sonnenschein. Mariano hatte keine trockenen Schuhe mehr und lief in Plastiksaecken umher und zudem hatten sie eine Plastiktuete voller nasser Kleider. Wir liefen zurueck zu unserer Agentur. Dort hatten wir etwa 45 Minuten Zeit fuer diverse Erledigungen. Als wir uns alle wieder treffen sollten, fehlte jedoch Mariano. Keine Ahnung, wo er sich verirrt hatte, er tauchte irgendwann wieder in der Agentur auf. Wir fuhren also mit einiger Verspaetung los, diesmal mit einem Jeep und vier Franzosen mehr in der Gruppe. Die Fahrt fuehrte mal wieder ueber eine sehr holprige Strasse. Sie dauerte etwa drei Stunden. In einem Restaurant erhielten wir Mittagessen und dann ging es gleich weiter zum Hafen, wo wir wieder aufs Boot wechselten. Nun ging es mit dem Boot nochmals etwa drei Stunden, bis wir in der Lodge ankamen. Nur diese Fahrt war sehr viel interessanter, da wir jegliche Voegel beobachten konnten. Zudem sahen wir auch einige Affen in den Baeumen tummeln, ab und zu Pink Dolphins, die hinter dem Boot herschwimmten und an den Ufern raekelten sich jegliche Krokodile an der Sonne. In der Lodge hatten wir nur kurz Zeit, dann ging es schon wieder weiter. Wir fuhren mit dem Boot weiter den Fluss hoch bis
zur Sunset-Bar. Dort waren schon jegliche Touristen versammelt, um den schoenen Sonnenuntergang zu sehen. Sobald der letzte rote Fleck der Sonne weg war, kehrten wir auch schon wieder zurueck. In der Lodge gab es ein feines Nachtessen. Ich kaempfte mal wieder mit all meinen Insektenstichen, ich wusste gar nicht mehr was ich machen sollte. Die Crème und der Alkohol, welche ich gekauft hatte, halfen ueberhaupt nichts. In der Lodge waren ebenfalls keine Medikamente vorhanden und um ein Tuch zu erhalten musste ich erst mal wieder etwas lauter werden. Ich daempfte meine Schmerzen dann ein wenig, als ich das nasse Tuch um meine Beine wickelte. Axel bemuehte sich zudem sehr um mich und trug auf all meine Insektenstiche am Ruecken die Crème auf. Um 20.00 Uhr war wieder Lichterloeschen angesagt und kurz spaeter waren auch schon wieder alle im Bett, es war ja auch eine anstrengende Anreise.