Don't cry for me Argentina, hier war ich nicht zum letzten Mal


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Argentina's flag
South America » Argentina
May 5th 2012
Published: June 3rd 2012EDIT THIS ENTRY

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So, nach langer Zeit mal wieder ein Reisebericht: Wir verabschiedeten uns definitv von Santiago und unseren Chilenischen/Deutschen/Niederländischen/Hawaiiansichen Freunden und verreisten per Bus über die Anden nach Mendoza, Argentinien. Die Fahrt ist spektakulär, da die Latinos ihre Anden noch nicht derart durchbohrt haben wie wir Europäer unsere Alpen. Natürlich gibt es auch Tunnel, aber nur wo es nicht anders geht. Durch tiefe Täler und Haarnadelkurven führt die Strasse auf 3500m in einen Tunnel auf die andere Seite nach Argentinien und führt durch Täler neben 4000m hohen Bergen Richtung Mendoza. Ein grosser Teil der Strecke läuft entlang der alten Bahnstrecke, welche vor 15 Jahren aufgegeben wurde, nachdem die Strasse ausgebaut wurde. "Aufgegeben" ist hier auch das treffende Wort, "Ruckbau" scheint ein Fremdwort. Die Bahnstrecke war wegen des Schnees teilweise überdacht und grosse Teile dieser Dächer sind bereits eingestürzt und fallen auch teilweise auf die Strasse.

Mendoza ist eine Stadt in der Wüste. Und diese Wüste wird dank 5 Staudämmen in den Anden feucht gehalten, um Weltklassewein zu produzieren. Wer idyllische Weinberge erwartet wird enttäuscht, der Anbau ist (da in der flachen Wüste) eher industriell. Mendoza ist so etwas wie eine Stadt in Italien, nur billiger und mit nicht ganz so leckerer Pasta, dafür mit umso besseren Steaks. Ich werde versuchen möglichst wenig über Steaks zu schreiben aber es wird mir schwer fallen… Selbstverständlich haben wir Weingüter besucht und uns auch über den Tisch ziehen lassen mit “Spitzenmalbec”, welcher scheinbar für 100 USD in den Export geht aber direkt auf dem Gut für weniger als 20 Stutz zu haben war. Hm. Nun ja er war sein Geld wert, sicher nicht 100 USD. Hätte ich mir denken können, die Bodega erinnerte eher an eine Mischung aus Kunstgalerie und Playboymansion als an ein Weingut. Bei einer Degustation in Mendoza haben wir uns auch noch durch die wichtigsten Weinsorten getrunken. Wir fragten uns, wieso eine Degustation nur 3 Franken Kosten kann. Das kann indem man in 15 Minuten 15 Weine probiert und die Person die die Weine ausschenkt, etwa gleich viel, resp. wenig von Wein versteht wie ich.

Von Mendoza reisten wir 12h nach Córdoba. Pampa wird nach 12h ziemlich langweilig. Córdoba ist hübsch, jedoch denke ich dass 2 Tage nicht reichen um die Stadt zu verstehen, so haben wir vor allem gegessen und Wein getrunken. Auch hübsch. Ausserdem haben wir das beschissenste Hostal (Aldea) gefunden: Voller asozialer Touris, welche die ganze nacht lärmend feiern und dann tagsüber mit schlechter Laune die gemeinsamen Räumlichkeiten besetzen. Vielleicht hatten wir auch nur Pech. Dass uns der Verputz des Hostelzimmers nachts in Mund, Nase und Augen rieselte war aber nicht Pech sondern schlicht ein Scheisshostal. Darum wurde es Zeit nach Buenos Aires zu reisen.

Ja, Buenos Aires ist gross, so gross, dass wir über eine Stunde auf der Stadtautobahn verbracht haben bis zum Busterminal und noch eine weitere Stunde im Taxi. Ja, Buenos Aires ist cool. So cool, dass ich mir wie ein Landstreicher vorkam. Und ja, Buenos Aires hat kulinarisch wohl mehr zu bieten, als jede andere Stadt auf diesem Kontinent, soviel, dass wir uns jeden Tag die Bäuche mit anderen Leckereien vollschschlugen (Vietnamesisch, Chinesisch, Japansich, Schwedisch und natürlich Steaks, Steaks, Steaks). Ich glaube, hier könnte ich wohnen! Wir mieteten für 8 Tage ein Appartment in Palermo (Palermo Hollywood). Herrlich: Voller Läden und chicken Restaurants. Nur, dass hier die schicken Restaurants billiger sind als billige Restaurants bei uns. Gut, dass wir “nur” 8 Tage blieben, nicht nur das Essen ist zu gut und zu günstig, auch der Wein (gute Qualität ab CHF 8 pro Flasche in einer Bar oder einem Restaurant).

Eigentlich wollten wir von Buenos Aires weiter nach Uruguay per Fähre. Da wir aber schon mehr Zeit als geplant verbraucht haben, beschlossen wir direkt nach Iguazú zu den Wasserfällen zu reisen und Uruguay auszulassen. Und da wir nicht besonders gut rechnen können, fanden wir es vernünftig anstelle des Buses (24h) einmal mehr das Flugzeug zu nehmen… Schliesslich ist Iguazú eigentlich eine eigene Reise wert. Morgens früh erreichten wir den Eingang zum Park , sind mit dem Geländewagen zum Fluss gefahren und dort auf ein Boot gestiegen. 15 Minuten flussaufwärts erreichten wir die Wasserfälle und der Bootsführer fand es normal unter den Wasserfällen hindurchzufahren (bei den kleinen) oder in die Gischt eines grossen. Was für ein Erlebnis so nah an einem tosenden Wasserfall zu sein. Klar wurden wir trotz “wasserfesten” Jacken nass bis auf die Haut. Da aber die Sonne schien, machte uns dies nichts aus und wir machten uns auf, die Wasserfälle aus allen Winkeln zu bestaunen. Der Park ist sehr touristisch und voller Leute. Die Wasserfälle sind aber derart beeindruckend, dass man seine Aussicht wirklich gerne mit anderen teilt. “Poor Niagara” soll Eleanor Roosevelt beim Anblick dieser Wasserfälle ausgerufen haben. Ich war noch nie bei den Niagarafällen. Aber Igazú ist wohl das spektakulärste Naturspektakel (spektakuläres Spektakel…? stilistisch wohl etwas fragwürdig), das ich je gesehen habe! Insbesondere der Anblick der Garganta del Diablo dachte ich mir, vermutlich gibt es doch einen Gott! (Nur warum heisst dieser Teil der Wasserfälle dann des Teufels Kehle?). – Am nächsten Tag haben wir dann noch die brasilianische Seite der Wasserfälle besucht. Auch spektakulär, nur hat es geregnet was das Zeug hält. Gehe ich einmal nach Brasilien, und dann regnet es die ganze Zeit.

Wir sind dann abends wieder zurück ans Trockene nach Argentinien und haben einmal mehr unsere Reisepläne umgekehrt. Anstelle nach Paraguay zu reisen, beschlossen wir, via Nordargentinien nach Nordchile und dann so nach Bolivien zu gelangen. Doch dazu später mehr. Zuerst stand eine Busfahrt von 24h nach Salta an, wovon ich jede Sekunde genossen habe (Bettsofa mit Panoramablick auf die Pampa). In Salta habe ich dann noch zweimal mehr das Steak meines Lebens gegessen bevor wir den Bus in Richtung San Pedro de Atacama in Chile bestiegen haben. Einmal mehr die Anden überquert und einmal mehr die Busreise geliebt. Farbige Hügel, Vulkane, Hochplateaus und ein Salzsee. Wir überquerten zwei Pässe über 4200m, was mir einiges an Kopfschmerzen bereitete. War dann froh, als wir die Furztrockene Atacamawüste mit dem staubigen Touristendorf San Pedro de Atacama in Chile erreichten, der mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 0.2mm/Jahr (!) trockenste Fleck auf dem Planeten.


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4th June 2012

Unglaublich
Soeben bin ich für einen langen Momenten absolut deinen/ euren Fotos erlegen. Die sind der absolute Hammer. Ganz herzliche Gratulation. Herzlichen Gruss aus der Schweiz Adrian

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